Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Remember the days of drive in movies? Remember reading books and comics about your heroes late at night? Remember solving murders and trying not to get killed? Well, maybe you don’t remember the last one but Stanley Mitchel does and Joe R. Lansdale has done a masterful job of telling Stanley’s tale. This book takes us back to a much simpler time when life was slower but there were still terrors. Stanley and his friends are working on solving the mystery of some old murders and get caught up in a very dangerous chain of events. As in most of Mr. Lansdale’s books he does a wonderful job of mixing the mystery and terror with humor and heart.

 

Ein feiner dunkler Riss

2012 29 März

Das unsichtbare Mädchen

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Nur wer Realitäten entwirft, kann sie auch abbilden. Einmal mehr ein grandioser und düsterer Thriller von Dominik Graf. Jenseits aller schrulligen Hinterlandschmonzetten beweist der Münchner Regisseur, wie man noch hart, fiebrig und schockierend erzählen kann, ohne sich in Genremustern zu verlieren. Nach einem Drehbuch von Friedrich Ani, und bis in die kleinste Rolle (Lisa Kreutzer) exzellent besetzt, zeigt Graf, dass er seine Lektionen von Samuel Fuller gelernt hat. Der hatte einst einen der besten Tatorte aller Zeiten gedreht, „Tote Tauben in der Beethovenstrasse“, mit der Musik von Can. Graf schrieb vor Jahren einen interessanten Artikel in der SZ, in dem er die deutsche Krimigemütlichkeit geißelte und Fullers Film als Gegenbeispiel für radikales Fernsehen anführte. Eine fiebrige Ereignisdichte zeichnet auch „Das unsichtbare Mädchen“ aus; man kann den Film, der gestern Abend auf Arte lief, noch ein paar Tage im Netz sehen. Und erfahren, dass man hierzulande leicht von Wildschweinen im Wald gemeuchelt wird, wenn man sich auf so etwas Altmodisches wie Wahrheitssuche begibt. Famos auch Elmar Weppar in seiner Rolle als melancholischer Polizist im Ruhestand.

2012 25 März

Handbuch für Zeitreisende

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Albert Camus believes that a „man´s work is nothing but his slow trek to rediscover through the detours of art those two or three great and simple images in whose presence his heart first opened.“ (…) In my case, it seems that one of these images is a choc-ice and my dad reluctantly forking out for it. (Geoff Dyer: Zona – a book about a film about a journey to a room, Canongate, London, 2012, p. 27)  

 

Die Manafonistas sind, das dürfte sich rumgesprochen haben, Zeitreisende. JONI MITCHELL BLUE Sie hauen deshalb nicht gross auf den Putz. Natürlich tritt jeder eine Reise an, der etwas scheinbar so Harmloses wie eine alte Lieblingsplatte auflegt. MILES DAVIS IN A SILENT WAY Da schrumpft die Distanz zu lang zurückgliegenden Tagen, Wochen, Monaten, Jahren, Jahrzehnten in Sekundenschnelle. BRIAN ENO: MUSIC FOR FILMS Kaum hat man ein solches Werk aufgelegt (wählen Sie jetzt eins aus, bevor Sie weiterlesen, es sollte ein Werk sein, dass Ihnen sofort einfällt, wenn Sie nach den drei schönsten Platten Ihres Lebens befragt werden), LAURIE ANDERSON BIG SCIENCE  begegnen einem vor dem inneren Auge (Entschuldigung für die Unterbrechung: aber haben Sie Ihre Desert Island Disc (DID im Jargon der Zeitreiseprofis) ausgewählt??) KEITH JARRETT BELONGING Erinnerungen, die nicht unbedingt ein Zuckerschlecken sind. Auch die schönste Musik kann bekanntlich viel Schmerz transportieren, einmal, weil der Schmerz der Schönheit grossartiger Musik innewohnt (Schuberts Winterreise, Talk Talk´s Spirit of Eden), zum andern,  weil womöglich  Erinnerungen an ein verflossenes Damals  einen durch Wehmut etwas abgemilderten Schmerzfluss bereitstellen. THE BEATLES: REVOLVER Sie merken: das kann ja heiter werden, wenn man sich auf das Spiel mit der schönsten Musik des eigenen Lebens einlässt. Wir sitzen eben alle in einer Zeitmaschine.  Manche wollen mit einer Zeitmaschine tatsächlich dorthin zurück reisen, wo sie eine bestimmte Musik (die ihr Empfinden evtl. über Nacht auf den Kopf gestellt hat)  wieder zum ersten Mal hören. Den Schauer des ersten Mals neu erleben. Aber das geht nicht. WIRE: CHAIRS MISSING Sie würden sich selber begegnen, und wenn Sie sich selbst begegnen, müssen Sie Fersengeld geben, so schnell wie möglich das Weite suchen. Auf keinen Fall den Dialog, wie ein paar schlichte Esoteriker behaupten mögen. PAUL BLEY OPEN, TO LOVE Wer sich weiter kundig machen möchte, dem empfehlen die Manafonistas an dieser Stelle einen unglaublichen, aber vollkommen wahrhaftigen Roman von David Yu, der soeben bei Rowohlt Polaris erschienen ist: „Handbuch für Zeitreisende“.

 
 

2012 25 März

Dance

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Gute Musikrezeption hat Ereignischarakter. Sie entzieht sich dem Wiederholungszwang. Mit Hilfe des Zufalls und durch eigenes Geschick (Psycho- und Physiotechniken) wird man überrascht. Das wertende Über-Ich ist lahmgelegt. Man assimiliert, antizipiert, assoziiert. Der Kairos kommt ins Spiel, jener Zeitpunkt, der genau der Richtige ist.

Der Kairos inmitten des Chaos rettet uns vor Kontingenz und Redundanz. Es ist der Moment, der uns befreit aus dieser fatalen Erwartungshaltung, aus diesem Abgesättigtsein, das immer mehr will. Doch im Mangel blüht der gelbe Ginster der Erleuchtung – und im Wartenkönnen. Der Sinn für die Pause; das Evidenz-Erleben; die Frucht der Langeweile.

Wo die Bürokratie beginnt, dort endet nicht nur die Liebe zur Weisheit (Philosophie), sondern auch die zur Musik. Markt- und Konsumentenbedürfnissse zu befriedigen, Erinnerung und Festhalten an Altbekanntem: mehr als das alles ist Musik vor allem der authentische, vitale Ausdruck von Daseinsbefindlichkeiten.

Dem Pianisten Vijay Iyer ist die Verwandtschaft von Musik, Bewegung und Körperlichkeit wichtig – er studierte einst Physik und physikalisch heißt ja körperlich. „Traue niemandem, der nicht tanzen kann“ – bei diesem Spruch fühlt sich wohl mancher auf den Schlips getreten. Aber es ist doch so: wer tanzt, der zeigt und offenbart sich, ist human.

Es klingelt an der Tür, die Mutter öffnet. Ein Verteter? „Vielen Dank, wir brauchen nichts!“ „Ich hätte da aber was, das würde ihrem kleinen Sohnemann gefallen!“ Na gut. Der dubiose Fremde schüttet aus einer dreieckigen Papiertüte Heftzwecken auf ein Tablett – die darauf einen Tanz vollziehen und abstrakte Töne fabrizieren. Das gefällt dem Kleinen in der Tat.

Jahre später dann zur Studienzeit hört der Sohn Paul Motians Dance und erinnert sich an diesen Traum. Rhythmus und Musik: abstrakte Emanationen, entstanden aus Intuition, Einbildungskraft, und Verlangen (the longing). Gäbe es diese Momente nicht, es gäbe auch keine Musik. Nada Brahma. Der Urknall war schon lange vor so manchem Knallfrosch da.

2012 24 März

Masabumi Kikuchi Trio: Sunrise (ECM)

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Sunrise

Der japanische Pianist Masabumi Kikuchi hat sich die Fähigkeit bewahrt, sein durchaus romantisches Klangempfinden vor jedem Übermass an Schöngeisterei zu schützen. Auf dem am kommenden Freitag erscheinenden Album „Sunrise“ zelebriert der 1939 in Tokyo geborene Musiker eine so asketische wie ekstatische Musik; an Kikuchis Seite beeindruckt der Bassist Thomas Morgan mit einem ökonomischen Spiel, das jeden einzelnen Ton auf seine Notwendigkeit zu prüfen scheint. Und ohne viel „hineinzugeheimnissen“ in eine der letzten Studioaufnahmen des im November 2011 verstorbenen Schlagzeugers Paul Motian: was dieser einst u.a. in den Gruppen von Bill Evans und Keith Jarrett berühmt gewordene Drummer hier an Reduktion, Klang- und Geräuschfarben sowie Augenblickserfindungen realisiert, scheint eine Qualität jener „letzten Werke“ zu bezeugen, in denen Musiker ihrer ureigenen Expressivität ganz nahe kommen. Die Fähigkeit des Trios, die Musik zwischen meditativer Einkehr und ungebändigter Energie stets neu zu verankern, neu zu entfesseln, bringt einige nie alternde Visionen des Pianisten Paul Bley in Erinnerung, etwa sein Gespür für das Atemholen der Klänge, und für das melodische Potential des Free Jazz. In dieser Hinsicht spricht das Coverbild Bände, mit seinen fein gemaserten, lichtflirrenden, fast blendenden Gelbtönen … Dynamiksprünge, Tempoverwirbelungen, ein nostalgieferner Sound: die Musik folgt durchweg unwägbaren, mitunter fiebrigen Erregungskurven. Wenn einem das Abstrakte auf einmal sehr sinnlich, sinnenfroh erscheint, und das Sinnliche von einem Moment zum andern seltsam abstrakt, kaum greifbar, sind Hörabenteuer garantiert! (M.E)

 
 
Out of Bounds
 
A Portrait of Masabumi Kikuchi

Wer ist eigentlich Masabumi Kikuchi? Das kurze, fragmentarisch anmutende Filmporträt Out of Bounds mit seinem etwas drolligen Interviewer gibt interessante Einblicke und weist auf Umstände hin, die über die Kunst der Freien Improvisation hinaus ihre Gültigkeit haben … (J.S)
 
„You said, you´re much better now than you´ve ever been, and you´re getting better?“
„Because I´m free.“
„What do you mean?“
„Free! Freedom of Choice. I can go anywhere. Because I started believing in myself.“

2012 24 März

Gerry Diver – Speech Project Interview

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Gerry Diver entführt uns mit seiner CD SPEECH PROJECT in die Geschichte und die Geschichten irischer Folkmusiker, verwandelt ihre Sprache in Musik, und öffnet dabei ein weites Feld, von Kammermusik bis Exotica, von traditionellem Folk bis zum Minimalismus. Er ist genauso beeinflusst von Steve Reich und dessen Album „Different Trains“ wie vom intensiven Studium der Hypnose nach Milton Erickson und NLP. Ich schickte ihm einige Fragen, etwa zu einzelnen Sprechstücken wie FEEL NO PAIN oder FULHAM BROADWAY. Das Foto zeigt einige traditionelle Instrumente der irischen Folklore.

 

Hi Michael,

interview is here!

best Gerry

 

Irish Folk Music
 

2012 24 März

Interessante Autofahrt mit M. Ward

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Mal schüttelte ich ungläubig den Kopf, mal wollte ich vor Ergriffenheit in die kleinen Lautsprecher meines Toyoten kriechen. Ich mag die Musik von M.Ward, freue mich auf jedes neue Soloalbum, und auch jetzt ist dieser Hüter eines Alten Amerikas wieder in seinem Element. Alter Rock und Roll, feine Balladen, eine Stimme, der er von Lied zu Lied andere Klangfarben entlockt, mit Uraltmikrofonen, Uralthallgeräten und Uralterinnerungen. Überall springen mich hier Dejavues an, Ward, eher im Alter, wo man sich mal eine frühe midlife crisis leisten kann, scheint mitunter eher von „teenage angst“ befallen zu sein, er leistet sich seltsam banale Songs wie Primitive Girl, und manch anderen Grobschnitt aus der Requisitenkammer, und dann kommt, in all diesen schwungvoll inszenierten Regressionen, ganz beiläufig, Schaurig-Schönes zum Vorschein, wie der Titelsong. „A Wasteland Companion“ erscheint Anfang April – eine Wunder-und-Plunder-Tüte aus Antiquitäten, nettem Unfug umd meisterlicher Handschrift. Wahrscheinlich das beste 3-Sterne-Album des Jahres! (Ein Tag später: nicht, dass ich falsch verstanden werde – ich habe Riesenspass an dem Album, und auch wenn der Kritiker in mir manchmal die Stirn runzelt, überträgt sich die riesige Freude, die M. Ward hier an den Tag legt, ganz leicht auf Zeitgenossinnen und Zeitgenossen, die einst bei vielen Singer/Songwritern der Siebziger Jahre aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen sind:))

2012 23 März

Ein Thriller für Gregor

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Ein Pferdekrimi, fragte mich der Mann, der einst nächtelang in Finnegan’s Wake abtauchte und gerade eine Dürrenmatt-Biographie gelesen hat. Ja, aber anders als die Pferdekrimis von Dick Francis. Francis war Jockey, und dann der Autor sehr britischer Krimis, die rund um Rennbahnen spielten. Nebenbei ein feiner Stilist. Der Roman von Bernard Minier ist in einer weitaus düsteren Kulisse angesiedelt, in den verschneiten Pyrenäen, in einem alten Wasserkraftwerk und einer psychiatrischen Klinik für Psychopathen. Commandant Servaz ist verärgert, dass er wegen eines geköpften Pferdes ermitteln soll. Das ist natürlich erst der Anfang. SCHWARZER SCHMETTERLING ist ein düsteres Epos, das eine buchstäblich wahnsinnige Geschichte erzählt, viel zu doppelbödig, um sich in Schockeffekten zu verlieren. Die erste Musik, die man zu hören bekommt, stammt aus Mahlers 5. Symphonie.

2012 23 März

Brave old jazz critic John Fordham on EST: 301

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Posthumously released albums can be little more than opportunistic outtake-trawling, but not this one. Eighteen months before the Swedish pianist and composer Esbjörn Svensson’s accidental death in 2008, his trio recorded nine hours of material in Sydney’s 301 Studio – some of which was released as the apparently final EST album, Leucocyte. 301 is a selection from the rest. With its extended group jams, expanded electronics and reduction of solos, the set consolidates Leucocyte’s shift to a sound-texture feel more like that of Australian improv trio the Necks. It’s a must for EST fans – if only for new examples of the ways Svensson’s fluid, Brad Mehldau-like figures mesh with the sound of Magnus Öström’s rumbling drums and Dan Berglund’s dramatic bass. But it’s also a thoughtfully assembled balance of elements – minimalist drones, fiercely metallic fuzz-bass noise explorations, rock thrashings in which Berglund’s basslines eerily recall Cream’s Jack Bruce – and a real enhancement of the EST story. (The Guardian)

Hello Michael – lovely to hear from you. Your wish is my command.

 

West Bay —
A home without the memories.
Where waves replace nostalgia
and welcome back the thinker
with every shift in shingle.

Imagine! Alone, on this island,
with only the stones
their timpani and shoots of thoughts
just germinated, free to die
or swim away to grey horizon.
Except you are not alone
near a troop of watching seabird
resting in the day.

 

story of this poem and this piece of music

I have never had a home town, and I was a very restless young man – still am to a degree – who made friends very easily but also walked away very easily. Buried deep in me was a sadness that became severe in my early twenties, a detachment rooted in my very young experience that was playing itself out in destructive ways as I charged around London and between people without being able to verbalise my pain.

My only confidante in those days was writing, and I used to search for moments of significance like a junky for a fix. This rootlessness and searching would only ever really stop in inebriation, temporarily, or when confronted with the sea. The beach that led me to write this poem is actually not called ‚West Bay‘ but ‚West Bay‘ sounded better than it’s real name, and is a beach further down the Jurassic coast in Dorset from the one about which this was written.

I hope the joy of communing with the sea and with birds – I become fascinated by birds more and more – overrides the melancholy that is undoubtedly underneath the writing. I imagine germinating thoughts wriggling out to join a greater scheme when I read it now, typing it out, and the regal looking gull is still the same power that it was then, while I do not feel the pain of the young man anymore. I would hope listening to it is an oasis of sorts.

We recorded this track initially with Brian reading, the sequence he had written was so heartbreaking and with his reading, the piece was just too sad. We recruited Bronagh and she took the feeling to a different place.

Best wishes and good luck for the show

Rick

 

 


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