The riddle asks: if you replace the head of your broom, then replace the handle, have you still got the broom you started with? So it is with M Ward and his relationship to American music in that period between Elvis leaving the army and the Beatles appearing on The Ed Sullivan Show. Ward’s music takes the shape of the declining years of rock’n’roll and of Brill Building pop, then removes its constituent parts and replaces them with newer versions: it’s not a retooling, so much as a careful restoration job designed to make it sound like something meant to last for ever. Is it still just early-60s pop, or is it something timeless and new? Ward’s seventh album finds him mixing up the country-blues picking of the title track with a rockabilly-noir portrayal of the musician’s life on Me and My Shadow. Ward’s partner in She & Him, Zooey Deschanel, duets on Sweetheart, but Ward’s voice, a little cracked, but also easy and beckoning, is the sweeter.
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2012 6 Apr.
Michael Hann on M. Ward and his „Wasteland Companion“
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2012 5 Apr.
Vijay Iyer Trio – Accelerando
Jochen Siemer | Filed under: Blog,Musik aus 2012 | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
Hat man einmal Zugang gefunden zu den Kompositionen und Interpretationen Vijay Iyers, die einem zunächst sperrig und gekünstelt erscheinen mögen, dann wird man reich belohnt. Iyer gehört zu jenen Jazzmusikern, die sich eingefahrenen Klischees widersetzten und neue Räume erforschen, wie das in jüngster Zeit auch Tim Berne (Snakeoil, Insomnia etc), Craig Taborn (Avenging Angel) und Masabumi Kikuchi (Sunrise) taten. Als Nachfolge des hochgelobten „Historicity“- Albums ist jetzt „Accelerando“ vom Vijay Iyer Trio zu hören. Das Spiel des Trios ist abwechslungsreich und anspruchsvoll, zuweilen rätselhaft.
Im Song „The Star of a Story“ spielt der Bassist einen merkwürdigen Groove, so als bewege er sich zeitgleich in einem ganz anderen Stück. Eine nicht entzifferbare Matrix scheint vielen dieser Kompositionen zugrundezuliegen. Fremdartige, konstruktivistische Elemente mischen sich mit eingängigem, swingendem Wohlklang. Mal ist es wie Musik für Oskar Schlemmers triadisches Ballett, dann wieder geht die Post ab wie beim rituellen Tanz ums Lagerfeuer. „Accelerando“ heißt ja schneller werdend – aber hektisch wird es nicht, es bleibt gebunden ans intellektuelle Kalkül. Und so hören wir hier interessante, hörenswerte Jazzmusik in neuer Spielart.
2012 3 Apr.
Inside the head of David Boulter (Tindersticks)
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
https://www.dustedmagazine.com/features/1035
Every Friday, Dusted Magazine publishes a series of music-related
lists determined by their favorite artists.
Nachdem ich David Boulters Gedanken zu einflussreichen Alben seines Lebens gelesen hatte, besorgte ich mir HOT BUTTERED SOUL von Isaac Hayes. Und es lohnte sich: immer etwas Besonderes alte Musik neu zu entdecken, zumal, wenn sie aus einer Ecke kommt (Soul in diesem Falle), die ein wenig abseits der eigenen Lieblingsmusik liegt. Sometimes things that are not your cup of tea will be exactly that: your cup of tea!
Er macht es noch einmal, und es steckt enorme Arbeit darin. Am Ende wirken seine Soloalben seltsam mühelos, doch all die Schichtungen zu gestalten, das Timing der Texturen, des Klanggewebes, erfordert Fantasie – und Genauigkeit! John Surmans neues Album erscheint Ende April bei ECM. Saltash ist ein Städtchen in Cornwell, im Süden, in der Nähe von Plymouth und dem River Tamar. Manchem wird jetzt ein anderes, vorzügliches Solowerk in den Sinn kommen: Road to St. Ives.
2012 2 Apr.
Russell Haswall: Falling Snow
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Eine CD, die ich für eine der letzten Klanghorizonte-Sendungen des Jahres (und überhaupt) suche. Chris Watson bemerkt dazu:
A single, album-length recording of falling snow recorded with a pair of hydrophones in the Suffolk countryside. Compelling and immersive with a strange narrative element. This is a very quiet recording of stunning clarity that encapsulates an event that happens all around us, yet one we hardly ever hear.
2012 1 Apr.
Gedanke beim Fahrradfahren
Jochen Siemer | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
„Logbuch des Lebens“ heißt ein Werk von John Steinbeck. Natürlich haben Seefahrer und Abenteurer mehr zu erzählen als etwa niedersächsische Mittfünfziger der Generation Golf – erst recht, wenn die dann nicht mal Golf spielen oder fahren. Aber trotz des Handicaps eines fehlenden Handicaps: ein Logbuch führen, das wärs doch – und ist viel reiz- und sinnvoller als Tagebuchschreiben, das sich ja zumeist nur um den eigenen Nabel dreht. Logbuch heißt ja: von unterwegs berichten, Fährtenkunde, Pfadfinderei, auf dem Laufenden sein, bewegen. Dann nennen wir es gleichmal B-Logbuch, also Blogbuch, Kurzform: Blog. Bem Vindo!
2012 31 März
Wenn ich mich an den Reisenden in einer Winternacht erinnere,
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
an diesen surrealen Roman von Italo Calvino, dem der Schriftsteller David Mitchell attestierte, heitere Avantgarde zu sein, denke ich an die vielen Romananfänge, die sich in diesem Erzählwerk aneinander reihen, unterbrochen von der zarten Liebesgeschichte zwischen einer Leserin und einem Leser. Das Schöne war, wie oft man in diesem Buch mit dem Versprechen eines neuen Anfangs geködert wurde, der dann stets in neue Welten, aber zugleich nirgendwohin führte. Etliche Jahre später habe ich dann die Lektion angewendet, die ich bei Calvino unbewusst gelernt hatte. Wenn dich ein Roman in ein uninteressantes Nirgendwo führt, statt, wie Calvino, in verführerische Nirgendwos, klappe das Buch zu, rasch! Dann wird es nie wieder passieren, dass du dich selbst austrickst und einem hochdekorierten Autor durch hanebüchenen Quatsch folgst. Bis zum bitteren Ende. In dieser Hinsicht (ich war so doof und habe es, einst, ganz gelesen) wird mir nie wieder das langweiligste Buch meines Lebens begegnen, denn ich müsste ja das ganze bleierne Werk durchkauen, um ein solches Urteil zu fällen. Und so thront einsam im Olymp des kulturell aufgeladenen Hoch-Blödsinns, Peter Handkes „Der Chinese des Schmerzes“, ein ganz und gar tumbes, gewiss virtuoses Deptessivum, ein Betroffenheisschinken sondergleichen, in dem ein großer Stilist pure Langeweile zelebriert (trotz Mord und Totschlag). Auch Calvinos postmoderne Romanze wirkt nach all den Jahren etwas altbacken. Aber manchmal denke ich an die Zeit der Lektüre zurück, wenn ich mal wieder in einem Buch gelandet bin, dass mich nicht, calvinoesk, mit einem Augenzwinkern und kurzem Genuss an die Luft setzt, bestens unerfüllt, sondern in einem, in das ich tiefer und tiefer eintauche, wie jetzt, in die Zeit der Staubstürme und der großen Depression der frühen 30er Jahre. Home was anywhere you hung your hat, and family was often whoever sat around your campfire, heißt es im Klappentext von Joe R. Lansdales neuem Roman ALL THE EARTH, THROWN TO THE SKY. Und das klingt doch, oder nicht, nach einem verlockenden Nirgendwo?!
2012 31 März
Garth Knox: Swirling across the centuries
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
The viola is emerging from the shadows: Garth Knox’s utterly original recital combines its dusky tones in new music – by Kaija Saariaho (with electronics) and Knox himself (a flash of moody Piazzolla) – with music for the larger viola d’amore and medieval fiddle. The repertory swirls across the centuries: eloquent, pared down arrangements of Dowland and Purcell songs for viola d’amore and cello, and a complete Vivaldi concerto reduced to its bare outline rub shoulders with vigorous folk dances and a flowing transition from Hildegard of Bingen to Machaut 200 years later, all unified by Knox’s clear-sighted vision and superb, earthy playing. (The Guardian)
2012 31 März
Enttäuschungen (5 Verrisse)
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Es ist ja fein, wenn Bruce Springsteen mal wieder den Arbeitskampf ausruft, und seinen E-Street-Rock mit irischer Folklore und Gospel-Flair aufbrezelt. Bei lauter vertrauten Posen bleibt die Musik seltsam formelhaft.
Die Shins waren jedermanns Darling. Nach fünf Jahren meldet sich Mr. Mercer mit einem zuckrigen Familienalbum, anderthalb guten Songs und reinen Mainstream zurück.
Burial hat wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben, kollektive Begeisterung stellt sich fast reflexhaft ein, doch höre ich mir die Mini-CD in Ruhe an, überfällt mich das grosse Gähnen. Monoton auf eine nicht sonderlich spannende Art, Sounds von der
Stange. Was findet man nur an diesem stillen Helden der britischen Elektronik-Szene? Mir ein Rätsel. Vor etlichen Jahren war es Aphex Twin, der mit Selected Ambient Works 2 wohl den Eindruck erwecken wollte, als waren die spirits von Brian Eno und Arvo Pärt gleichzeitig in sein Hirn gefahren: aber es waren nur geschmäcklerische Stereotypen, die viel zu viel Beifall ernteten. Und jetzt eben der zum Kult silisierte Dub-Step-Hero. Freund Henry K. hat schon Einspruch erhoben, er liebt Burial, und wird sich hier vielleicht noch äußern.
Richard Hawley greift nach seinem letzten, leisen, intensiven Meisterstück zur verzerrungsfreudigen E-Gitarre und verliert dabei allen Zauber. Rockt seltsam hohl.
Pathos der umangenehmen Sorte.
The Magnetic Fields greifen auf den Synthie-Pop früher Jahre zurück. Ist hier Langeweile der Antrieb? Kein Song zündet.
2012 30 März
Daydream Believer
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
https://www.youtube.com/watch?v=3BKt07B3A6U&feature=related
R.I.P. (Davy Jones)
Immer wieder geht einer aus dem Bild.
Die Zeit verging langsamer, damals. Und die Monkees hatten so viel Gegenwart um sich geschart, so viel schönen Blödsinn, und ein paar herrliche Songs. Marokko wohnte eine Zechensiedlung weiter. Wir sahen bei ihm die Fernsehserie mit den Monkees, und später (Minuten, nicht Jahre) legte er Miles Davis Live at Fillmore East auf den Plattenspieler. Der elektrische Miles war das, und er haute uns aus den Socken. Dieser unbekannte Schwarze existierte in einer kleinen grossen Welt, gemeinsam mit Tri Top, den Kinks, ersten Zungenküssen, Soft Machine, Kulenkampf, Disco, Charles Baudelaire und Kommissaren, die das Wort Marihuana ziemlich lustig aussprachen.
…einmal wollte ich ein wunderbares liebesgedicht schreiben, die worte flogen mir durch den kopf wie ein schwarm verrückter bienen. Ich geriet ins stolpern, als ich den bildern hinterher jagte. da liess ich alle worte gut sein und sang sugar sugar von den archies…