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2012 24 Mrz

Masabumi Kikuchi Trio: Sunrise (ECM)

von: Manafonistas Abgelegt unter: Blog,Musik aus 2012 | TB | Tags: , Kommentare geschlossen

 

 
 
 
Sunrise
 

Der japanische Pianist Masabumi Kikuchi hat sich die Fähigkeit bewahrt, sein durchaus romantisches Klangempfinden vor jedem Übermass an Schöngeisterei zu schützen. Auf dem am kommenden Freitag erscheinenden Album „Sunrise“ zelebriert der 1939 in Tokyo geborene Musiker eine so asketische wie ekstatische Musik; an Kikuchis Seite beeindruckt der Bassist Thomas Morgan mit einem ökonomischen Spiel, das jeden einzelnen Ton auf seine Notwendigkeit zu prüfen scheint. Und ohne viel „hineinzugeheimnissen“ in eine der letzten Studioaufnahmen des im November 2011 verstorbenen Schlagzeugers Paul Motian: was dieser einst u.a. in den Gruppen von Bill Evans und Keith Jarrett berühmt gewordene Drummer hier an Reduktion, Klang- und Geräuschfarben sowie Augenblickserfindungen realisiert, scheint eine Qualität jener „letzten Werke“ zu bezeugen, in denen Musiker ihrer ureigenen Expressivität ganz nahe kommen. Die Fähigkeit des Trios, die Musik zwischen meditativer Einkehr und ungebändigter Energie stets neu zu verankern, neu zu entfesseln, bringt einige nie alternde Visionen des Pianisten Paul Bley in Erinnerung, etwa sein Gespür für das Atemholen der Klänge, und für das melodische Potential des Free Jazz. In dieser Hinsicht spricht das Coverbild Bände, mit seinen fein gemaserten, lichtflirrenden, fast blendenden Gelbtönen … Dynamiksprünge, Tempoverwirbelungen, ein nostalgieferner Sound: die Musik folgt durchweg unwägbaren, mitunter fiebrigen Erregungskurven. Wenn einem das Abstrakte auf einmal sehr sinnlich, sinnenfroh erscheint, und das Sinnliche von einem Moment zum andern seltsam abstrakt, kaum greifbar, sind Hörabenteuer garantiert! (M.E)

 
 

Out of Bounds
A Portrait of Masabumi Kikuchi
 

Wer ist eigentlich Masabumi Kikuchi? Das kurze, fragmentarisch anmutende Filmporträt Out of Bounds mit seinem etwas drolligen Interviewer gibt interessante Einblicke und weist auf Umstände hin, die über die Kunst der Freien Improvisation hinaus ihre Gültigkeit haben … (J.S)
 

„You said, you´re much better now than you´ve ever been, and you´re getting better?“
„Because I´m free.“
„What do you mean?“
„Free! Freedom of Choice. I can go anywhere. Because I started believing in myself.“

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 24. März 2012 und wurde abgelegt unter "Blog, Musik aus 2012". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

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