Manafonistas

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Archiv: Oktober 2016

2016 24 Okt

Laurie’s excellence

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2016 24 Okt

Joseph Beuys in Edinburgh.

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Joseph Beuys and Edinburgh go way back.

Walk around Scotland’s capital city long enough and sooner or later, Beuys will appear. A real presence. The most recent encounter: a late afternoon Saturday, late October 2026 (or 2016, my DeLorean is ****ed these days). I was on my way someplace else, passing through Edinburgh’s north-west side on foot. And it was nearly evening and the gallery this poster belongs to was closed for business.

But it was great to see a friendly face. So great. A comfort. And if you play Psychogeography, the two things you don’t get are: 1. a map; 2. an itinerary. Is Joseph Beuys really dead though? Art never sleeps. Even when the gallery is shut and you’re off someplace else, there it is.

Dies ist ein Bild von Njamy Sitson. Er ist Mitglied des World Percussion Ensembles, das gestern Abend bei den Kulturwelten Helmbrechts aufgetreten ist.

 
 
 


 
 
 

Njami sang als Zugabe Johann Abraham Peter Schulz‘ wundervolle Melodie zur Kora, mit Worten einer mir unbekannten Sprache, rund und schön, begleitet von einem leisen Bordun und feiner Percussion, gespielt mit Jazzbesen auf Blättern von Papier.

 

 „Der Mond ist aufgegangen“ is a beautiful African folk tune, really!

 
 

 

Besänftigt vom milden Himmelslicht

Tessiner Winterlicht

adagiando la vita

Die Dichterin heisst Esther Ferrero (1951-

 

Sagen können:

Ich habe mich durchgefragt

Bis zu mir

Der Dichter heißt Klaus Merz (1945-

2016 22 Okt

Voodookind

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John erinnerte sich an das Candomblé-Fest in Salvador. Grit war vor dem Tempel stehengeblieben, nicht aus mangelndem Mut, sondern aus Respekt vor den Ritualen dieser afro-brasilianischen Religion – einer weissmagischen, christlich gefärbten Variante des Umbanda-Kultes, dem Voodoo verwandt. Man hörte dort Musik, die er nie vergessen würde: eine kleine Band, nur aus Perkussion und Bläsersatz bestehend, spielte mit geradezu animalischer Power. Ein bisschen mulmig war ihm schon zumute gewesen, als er inmitten der Teilnehmer Platz genommen hatte und bald darauf der erste Eingeweihte aus dem Tanzkreis in eine Trance verfiel und herausgetragen wurde. John fühlte sich zunächst sicher, bis dann aber die kleine Tochter eines amerikanischen Touristenpaares, das am Rande des Geschehens, im Eingang des Tempels stand (der Vater im Hawaiihemd und mit der Weitwinkelkamera vor dem Wohlstandsbauch), in wilde Zuckungen geriet. Und noch etwas geschah: der neben John sitzende schwarze, junge Brasilianer – wie alle anderen einheimischen Gemeindegäste feierlich in Weiss gekleidet – rutschte von seinem Sitz und ein schwarzes Loch, wie ein unendlich tiefer Brunnen, der mit seinem Sog ins Jenseits lockte, tat sich stattdessen auf. John hielt sich am Stuhl fest, konzentrierte sich auf die Kräfte des Guten, während Grit, von draussen durch ein Fenster in den terreiro blickend, nur verständnislos den Kopf schüttelte: Wie kannst du nur da drinnen bleiben! Es war wohl die Nähe zum Ungeheuren gewesen und ein Urvertrauen, das ihn begleiten würde durch diesen fremden Kontinent.

2016 22 Okt

Bon Iver – 33 „GOD“

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2016 21 Okt

Deux mots pour Alain

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Zwei Worte, ganz spontan? Eigentlich überlege ich lieber ein bisschen. Ich blickte ins Regal. „Rohstoff“. Das ist eins, das mir gefällt. Und sonst? „Begleiten“. Alain schrieb es in sein Notizbuch, mit Bleistift, darüber meinen Vornamen. Er war ganz in Weiß, wie eine Traumgestalt, weißes Haar, ein weißes Baumwollhemd, weiße weite Hosen, und an den nackten Füßen dunkle Ledersandalen. Mit dem Projekt hatte er auf einer Vernissage begonnen, in Brüssel, als ihm langweilig wurde. Vielleicht würde er eine philosophische Arbeit daraus entwickeln. Aber wie war die Frage nochmal genau? Ging es um die wichtigsten oder die schönsten Worte? Worte, oder Werte? Das ist nicht so wichtig, sagte Alain. Das sei die Unschärferelation. Er nimmt seine Sonnenbrille ab, er zeigt mir seine Notizen, er redet und lacht, und jetzt weiß ich, er erinnert mich an eine Figur aus einer Kurzgeschichte von James Salter. Die Gabe. Er war einige Jahrzehnte älter geworden. Sein Haar wäre zerwühlt, er hätte einen Bambusstock in der Hand, er würde um die Mittagszeit aufstehen. „Es war ein Talent, so zu leben, wie er es gerne hätte, fast ohne Sorge, als würde er das ersehnte Ziel auf die eine oder andere Art erreichen, ohne sich von dem behelligen zu lassen, was inzwischen vorfiel.“

 
 

 

 

Wenn der Tempo mit dem Jukebox-Man kommt …

 
 

Im Juni letzten Jahres war ich zuletzt in Henrys Kneipe, zurück nun also in Hörnum, in Henrys kleiner Wirtschaft am Rande des Hafens, direkt an der Nordsee gelegen. Nach Westen hin nur noch Sand, Dünen, weiter südwestlich ist Amrum zu sehen, im Norden, oberhalb der Gaststätte, der Leuchtturm. Es war ein wunderschöner Frühsommertag damals, als ich Henry die Wurlitzer gebracht hatte (Plattenschrank 95) … Immer wieder, was für ein Fest, einen komplett leeren Plattenkranz mit 100 Singles neu zu bestücken; die kleinen mit den Plattentiteln bedruckten Schildchen korrekt unter die jeweilige Nummer in die fast zu engen Plastikfächer zu schieben, und dann der Test: Nummer und Titel sollten jetzt stets übereinstimmen. Ich würde mir das nie verzeihen, wenn Henry A8 drückt und LOLA von den KINKS zu hören annimmt, aber TEARS OF A CLOWN von SOMKEY ROBINSON AND THE MIRACLES ertönen, das ist zwar auch eine fantastische Nummer, aber eben nicht LOLA, nee, also, das geht gar nicht.

 
 
 

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Michael Chabons Buch “Telegraph Avenue” (Köln 2014) hatte Henry damals gerade gelesen und gemeint, dass seine Ängste, was das Überleben seines Betriebs anginge, ihn an den kleinen Plattenladen in Michael Chobons Buch erinnerten. Ich wollte natürlich nun nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und sofort bei meiner Ankunft nach dem Wohlergehen des Ladens fragen und so machte ich mich nach einem Begrüßungsdrink an Henrys Bar zunächst einmal an die Arbeit und schaute nach der Box. Ein paar Kleinigkeiten gab es zu richten, aber ansonsten, so sagte mir Henry, laufe die Box wie geschmiert. „Das soll wohl so sein …“, meinte ich. Mitte Oktober, Gäste waren keine mehr ins Sicht und so sperrte Henry die Türe seiner kleinen Hafenkneipe etwas früher ab als sonst. Wenn noch jemand gekommen wäre, Henry hätte ihn nicht verdursten lassen. „Wie liefen die 100 Singles? Welche Musik mochten deine Gäste in den vergangen 15 Monaten? Gibt es Schwerpunkte?“, fragte ich. „Es sind die Jahre 1966 bis 1973, Sachen aus dieser Zeit laufen bestens und dann noch ein paar deiner Missionsplatten aus der Jetztzeit, ich schau gleich mal nach …“ Das Gespräch drehte sich um Musik, aber gerade als ich nach dem Geschäft fragen wollte, stand Henry auf und holte uns etwas zu essen: Leckerste Fischbrötchen und einen feinen, kühlen Weißwein.

 
 
 

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Was dann aber passierte, damit hätte ich nun wirklich nicht gerechnet. Henry verschwand hinter der Bar und holte einen Stapel CDs hervor, alle gleich an der Verpackung als ECM-CDs zu erkennen. „Das“, so meinte er, „ist meine Entspannung. Wenn der Laden leer ist, der letzte Gast den Weg zur Tür gefunden hat, dann schalte ich die Box ab und lege, während ich aufräume, spüle, die Tische hochstelle, einige dieser CDs auf. Ganz am Schluss, bevor ich gehe, setzte ich mich nochmal in Ruhe hin, trinke einen Bunnahabhain (Islay Single Malt Scotch Whisky) und höre ganz intensiv noch ein einziges Stück von einer ECM-Platte, die mir besonders gut gefällt. So, und weil du ein so guter Freund bist, hole ich jetzt die Flasche Bunnahabhain, und nenne dir meine Late-Night-Stücke der letzten zehn Tage. Ich nehme mal an, du kennst die Platten und wirst dann in der Lage sein, aus den zehn genannten Musiktiteln einen auszusuchen, mit dem wir diesen wunderbaren Abend beschließen.“ Er wählte zehn ECM-Platten aus dem Jahr 2016 aus und nannte von jeder Platte seinen Lieblingstitel:

 
 

Glauco Venier: Music for piano and percussion: Gunam

Andrew Cyrille Quartet: The Declaration of Musical Independence: Kaddisch

Tonu Krvits / Veljo Tormis: Mirror: The Last Ship

Avishai Cohen: Into The Silence: Life and Death

Jacob Bro: Streams: Full Moon Europa

Jack DeJohnette, Ravi Coltrane, Matthew Garrison: In Movement: In Movement

Jon Balke: Warp: This Is The Movie

Tigran Hamasyan, Arve Henriksen, Eivind Aaret, Jan Bang: Atmospheres: Traces 5

Rolf Lilevand: La Mascarade: Chaconne en la mineur

Tord Gustavsen: What was said: I Refuse

 
 

Ein Auslese feinster Art, diese Stücke und ich stellte mir bei jedem einzelnen Titel Henry vor, wie er die Kneipentür abgesperrt hat und nun alleine bei einem Lagavulin oder einem anderen edlem Malt sitzt und der Musik lauscht, ganz für sich allein.

Mit Henrys zwei Plattenwünschen aus dem letzten Jahr: Midnight Theme (Fraternity 1975) und Redbonin´, eine Platte, die es im Juli 1972 bis auf Platz 32 der R&B-Charts geschafft hatte, bin ich noch nicht erfolgreich gewesen, das nächste Mal vielleicht.

 
 
 

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2016 21 Okt

Bon Iver – 22 (OVER S∞∞N)

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