What an expensive and slightly deranged hotel near St. Pancras, the wonderful old station with that giant clock and its old Roman numbers. On this journey, three records only are on discreet rotation in my oldfashioned discman, from Lucinda, Marianne and Scott. He’s called „Walker“, but the music of SOUSED is best played in silent corners of the town, on old wooden benches. Her name is Williams, and DOWN WHERE THE SPIRIT MEETS THE BONE is good for long walks in Highgate Cemetery and Hampstead Heath. Faithfull: nomen est omen, and this record is something to dance to invisibly, a quiet rave anywhere between London Bridge, the Docklands and Trafalgar Square. GIVE MY LOVE TO LONDON, for all the sentimental reasons, one being Mr. Eno singing 13 seconds in a Cohen cover. Somebody asked me if I would be excited or nervous to meet „The Walker“ tomorrow. Not really. I even decided to not play any „smart Alec“-game. No Gertrude Stein questions! :) I read two recent interviews, I have three central questions in the back of my mind and will be improvising the rest. And then, in the evening, my first long visit in a church since 1978. There they play, on a possibly fantastic sound system (old Jamaican?), the music of SOUSED. That’ll be something.
Archives: Oktober 2014
Drei neue CDs zu Hause warten darauf angehoert zu werden.
Kann mich nicht erinnern, wann zuvor ein Albumtitel allein mich neugierig genug gemacht hat, eine CD nach Hause zu tragen: „Joy In Spite Of Everything“ heisst das Album und stammt von Stefano Bollani. Ein schoenes Motto fuer ein Album und vielleicht etwas, was man ebenso als reminder ueber die vor uns liegenden Herbsttage haengen kann ?
Anyway. Ausserdem neu: „Lullaby and … the Ceaseless Roar“ von Robert Plant; auch da bin ich einmal sehr gespannt. (Wird vermutlich interessanter als die „Led Zeppelin“ Remaster sein. Die Wiederveroeffentlichung der „Led Zeppelin“ Klassiker gehen gerade in die zweite Runde !)
Dazu das neue Album von Medeski, Scofield, Martin & Wood, das – zumindest was die Besetzung angeht – an das „A Go-Go“ Album anknuepft.
Schon jetzt, wo ich von den drei Alben noch keinen einzigen Ton gehoert habe, wirkt auf mich eher abschreckend, dass die neue CD von Medeski, Scofield, Martin & Wood, „Juice“ betitelt, 3 Coverversionen aufweist: „Light my Fire“, „Sunshine of your love“ und „The times they are a-changin’“ …
Wer haette gedacht, dass uns John Scofield einmal mit Eigeninterpretationen dieser doch mehr als altbekannten – moechte fast sagen: bereits zu Tode gecoverten – Songs aufwarten wuerde ?
Aber ja, ich verstehe schon: man soll erst anhoeren und dann urteilen – und diese drei Songs waren dem Quartet immer schon eine Herzensangelegenheit: man musste diese Titel fuer das Album einfach einspielen. Schon klar, jaja.
Und mir wird auch gerade sehr klar, dass das Anhoeren der drei Alben mit der Bollani CD beginnt. Genau so.
2014 13 Okt.
Some essential music 1
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Bimhuis | 2 Comments
2014 12 Okt.
Das heitere Parallellesen von “Bleeding Edge” (2)
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 6 Comments

Auch mal schön, wenn man bei Google etwas eingibt und nur einen Treffer erhält und nicht wieder Millionen, mit denen nichts anzufangen ist – www.hwmhcuhw.com führt einen nur auf das Buch Bleeding Edge, dessen zweiter Teil des heiteren Parallellesens heute ansteht. Auf jeden Fall ist unsere Heldin, Maxine, auf dem Weg, diese eigentlich in Konkurs geratene Firma hwmhcuhw.com zu besuchen. Um dorthin zu gelangen, muss man „durch die labyrinthischen, sinistren Kloaken der Gier“, die unter sämtlichen Immobiliengeschäften in dieser Stadt verlaufen, hindurch. In den fast leeren Räumen der Firma angekommen, vernimmt Maxine eine Neunziger-Jahre-Hymne – „sinnnfreien Gedaddels am Arbeitsplatz“. Es handelt sich um Korobuschka – oh, never heard this music.
Bei Spotify bekomme ich sieben Versionen dieses russischen Folksongs aufgetischt, von André Krylov bis Helene Fischer. Es scheint eine Verfolgungsjagd zu beginnen, dessen Zielperson Maxine ist, so, mehr wird vom Verlauf der Handlung nicht verraten. Auf einer Fahrt durch die Stadt wird Maxine übel „bei dem Gedanken, es könnte irgendeinen verblödeten Konsens darüber geben, wie das Leben zu sein hat, und dieser könnte sich der ganzen Stadt gnadenlos bemächtigen, eine immer engere Schlinge des Schreckens aus Multiplexen, Shoppingcenters und riesigen Geschäften, wo man nur einkauft, wenn man einen Wagen und ein Haus im Vorort mit Einfahrt und Garage hat.“
Wie recht Pynchon hat mit dem, was er seiner Protagonistin hier sagen lässt. Mir wird auch immer kotzübel, wenn ich mich zum Beispiel in Frankreich genötigt sehe, in einen dieser E.Leclercs, Hyper Us, Super Us, Intermarchés, Carrefours, Auchans & Co zu gehen. Allein schon die palast- und tempelhaften Architektur dieser Märkte, in die die Menschen mit riesigen Einkaufswagen hineinströmen und turmhoch bepackt wieder herauskommen. Wie ausgestorben dagegen die Einkaufsstraßen mittelgroßer Städte, hier das kleine Fischgeschäft mit dem netten Verkäufer, der grinsend mein stockendes Französisch kommentiert, geschlossen nun, dicht auch der Gemüseladen … aber das ist eine andere Geschichte.
Auf Seite 89 bekommt der Leser ein weiteres Mal Einblick in die Musikwelt des Autors, das Handy eines gewisssen Rocky läutet mit dem Klingelton von „Una furtiva lagrima“, von diesem Giacomo-Puccini-Stücke gibt es Versionen ohne Zahl, welche Rocky ausgewählt hat, erfahren wir nicht. Im Kapitel sieben begleiten wir Maxine bei ihrem ersten Besuch im von Justin und Lucas entwickeltem DeepArcher: Kein Spiel, kein Spurenhinterlassen, jeder macht mit und verschwindet sogleich …
„Justin wollte in der Zeit zurückreisen in ein Kalifornien, das es nie gegeben hatte: ungefährlich und mit stets blauem Himmel, wo es nur Abend wurde, wenn jemand einen romatischen Sonnenuntergang sehen wollte. Lucas dagegen schwebte etwas, man könnte sagen Dunkleres vor, ein Ort, wo es viel regnete und Perioden von großer, von den Kräften der Zerstörung erfüllter Stille hereinbrachen wie der Wind. Die Synthese von beidem war DeepArcher.“
Und ab geht’s in die Tiefe.
(Gregor M.)
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Maxine Tarnow beherrscht ihren Job als Betrugsermittlerin so gut, dass sie insgeheim weiss: wenn man zu den Guten zählt, zahlt man am Ende drauf – da hilft es auch wenig, sich in einer virtuellen Lounge rumzutreiben, wo man seltsam vertrauten Gesichtern begegnet. Die verblüffendsten Spukhäuser trifft sie sowieso vis-a-vis. Und in der gepenstischen Leere reicht es durchaus, wenn ein anderes weibliches Wesen „Scheisse“ ruft. Da ist man gleich per Du. Die Dot-Com-Blase platzt, aber einige der ganz schlimmen Gierschlünde machen immer noch Profit: wenn man „Gabriel Ice“ heisst, steht man fast schon unter Unartenschutz.
Und so gerät man auch zwischen den Seiten 57 und 107 weiter in den typischen Pynchon-Sog: reale Historie wird einem da farbig um die Ohren gehauen, und wenn man liest, wie dieser elende Hochkulturtempel, das Lincoln Center, auch nur entstehen konnte, nachdem man 7000 Boricua-Familien vertrieben hatte und ein ganzes Viertel abgerissen – da wird man dann doch wieder etwas sauer auf diesen reaktionören Jazzschwafelkopf Wynton Marsalis, und möchte ihn in eine Zeitschleife schicken, und als Roadie die Koffer tragen lassen vom „elektrischen Miles“ (und insgeheim hoffen, dass Elektroschocktherapie doch etwas Gutes haben könnte).
Ich mag Maxine, und bin ihr jetzt erst mal bis in die Zentrale von Deep Archer gefolgt: eine perfekte Form von Samsara und schönem Schein. Another Multi-Coloured World? Im Grau des Netzes verschwindet alles. Das ist in langen Zeitläuften und „sozialen Netzen“ alter Schule auch so. Wahrscheinlich lösen sich deshalb manche Protagonisten bei Pynchon mitunter einfach in Luft auf, um dann vielleicht nach dreihundert Seiten oder vier Bücher später wieder aufzutauchen.
(Michael E.)
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Es ist gar nicht so einfach, genügend Selbstdisziplin aufzubringen, und nicht über die Seite 107 hinaus weiter zu lesen – zumal der Roman allmählich Fahrt aufnimmt.
Wie gesagt: allmählich! Spannung erhöhende Szenenwechsel und kunstvoll verwobene Handlungsstränge – wie z.B. bei Tom Wolfe – sind offensichtlich nicht Pynchons Anliegen. Für witzige Nebensächlichkeiten und skurrile Szenen ist er jederzeit bereit, Tempo und Stringenz zu opfern. Situationen wie die folgende sind völlig unwichtig; man ist trotzdem dankbar dafür, weil es einfach zu komisch ist, wie Maxines Besuch bei einer Venture-Capital-Gesellschaft beginnt:
„Ahh! Wolle Sie was-e zum Es-sen? Wie wär-se mit-e diese Paprika-Ei-Sandewitsch?“
„Danke, aber ich habe gerade -„
„Paprika-Ei-Sandewitsch von meine Mama.“
„… Meinen Sie: nach dem Rezept Ihrer Mutter? Oder ist es ihr, wie soll ich sagen, persönliches Paprika-Ei-Sandwich, das sie auf die Anrichte da gelegt hat anstatt in den Kühlschrank, wo es hingehört?“
Nebensächlich – wie die Beschreibung einer besonders enzymreichen Gesichtsmaske aus dem Fleisch frisch geschlachteter Hähnchen oder die Diskussion über Jennifer Anistons Haarsträhnchen. Es sind diese Nebensächlichkeiten, die das Buch zu einer Enzyklopädie der Pop-Kultur (wo habe ich das nur gelesen?) machen. Ansonsten würde ich es heute mit Gewissheit einem Genre zuordnen: rückblickend auf die Millenniumszeit geschrieben liest sich die Reise in das jugendliche Internet und den Cyberspace wie ein Science-Fiction, der freilich die gegenwärtige Realität nicht mehr einzuholen vermag.
(Wolfram G.)
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Diese ewigen Verweise, die doppelten Böden, die Vergleiche – manchmal nervt mich das zwischen den Zeilen verpackte Wissen auch. Geschmunzelt habe ich zum Beispiel über die „Gumbas des Webdesigns, man muss sie in den Boden stampfen, sobald sie irgendwo auftauchen …“, gemeint sind Pop-Up Fenster. Genauso über enzyklopädische Dialoge, zum Teil in Songzeilen („Auch wenn hashslingrz Leute anheuert als wär’s 1999″) – „Spaß ohne Ende“.
Ich erinnere mich jedoch, was mich bei meinen bisherigen Pynchon Versuchen gestört hat: mich berührt das alles eher wenig. Die Personen sind mir momentan ein bisschen zu ausgedacht, die Handlung ist so im Verweisdickicht versteckt, dass sie mich kalt lässt. Zum Glück gibt es lustige Szenen ( „Heute mal unsere Frischfleischmaske, Miss Loeffler?“ (laut gelacht!) ), das Buch ist gut geschrieben. Und: irgendwie mag ich dieses ganze Verweisgewitter, die Wissensangeberei, das Klugscheißertum. Es macht mich leicht schwindlig – vielleicht ja auch gar nicht so schlecht für einen Roman.
Pynchon selbst weiß genau was er tut: „Sich konstruktiv zu verirren ist Teil der Erfahrung“, versichert eine Dialogbox in der DeepArcher Lounge. „Es ist ein unsichtbarer, sich selbst verschlüsselnder Pfad, der nicht zurückverfolgt werden kann.“ heißt es an anderer Stelle – so wie das ganze Buch ?!
(Olaf W.)
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Der Rahmen ist gesetzt, die Sam-Spade-schnodderige Maxine beginnt mit ihren Ermittlungen gegen das IT-Sicherheitsunternehmen hashslingrz und dessen CEO Gabriel Ice. Pynchon lässt uns eintauchen in die Welt der Techies, Hacker und Nerds, die er erstaunlich detailgenau schildert. Wer sich an 56K-Modems („awesome speed“), den Microsoft LAN-Manager, Tetris, „gigantic“ 17-Zoll-LCDs mit 256 Farben und die ersten virtuellen Welten mit Avataren erinnern kann, bekommt garantiert nostalgische Gefühle.
Es geht jedoch nicht nur um Technik, es geht auch um New York, den „rästelhaften Verdächtigen“ („enigmatic suspect“), der im Motto von Bleeding Edge erwähnt wird. Mit knappen, aber harschen Worten beschreibt Pynchon die Disneysierung New Yorks, die GESTAPO-Methoden, die bei der „Entmietung“ maroder Wohnblocks im Stadtzentrum angewendet wurden, um Platz für Luxuswohnungen und Kulturstätten zu schaffen, und die bigotte Rolle der Kulturschaffenden („Culture, I’m sorry, Hermann Göring was right, every time you hear the word, check your sidearm. Culture attracts the worst impulses of the moneyed, it has no honor, it begs to be suburbanized and corrupted.“).
Was mich immer wieder beeindruckt, sind Pynchons dichte Sprache und der Detailreichtum seiner Schilderungen (der zumindest nicht-technikaffine Leser abstoßen könnte). Dabei sind auch diese Kapitel von Bleeding Edge immer vor allem eins: äußerst vergnüglich zu lesen! Pynchon ist gewitzt und überrascht immer wieder mit Perspektiv- und Ortswechseln und abstrusen Informationen. So kann ich gar nicht glauben, dass es ein „Meat Facial“ gibt, eine Methode zur Straffung der Gesichtshaut, bei der frisches Hühnerfleisch aufgelegt wird. Frisch bedeutet dabei im Nebenzimmer geschlachtet!
(Thomas S.)
2014 11 Okt.
Gregor hält den Plattenschrank fast geschlossen
Gregor Mundt | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 2 Comments
Eigentlich bemühe ich mich, alle vierzehn Tage einen neuen Beitrag unter der Rubrik „Gregor öffnet seinen Plattenschrank“ zu schreiben, leider muss ich diese Tradition nun unterbrechen. Thomas Pynchon geht vor! Das gemeinsame Leseprojekt lässt mir keine Zeit mehr, auch noch „den Plattenschrank zu öffnen“. Ein wenig bleibt er freilich geöffnet, schließlich möchte ich ja nebenher die eine oder andere Platte hören. Gerade kam Post aus Georgsmarienhütte und brachte die neue CD von Bill Frisell: Guitar in the Space Age und David Virelles: Mboko. Na, da bin ich mal gespannt. Ein anderes Mal mehr.

2014 10 Okt.
Tous les garcons et les filles, de la belle fille Francoise Hardy
Lajla Nizinski | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 6 Comments
In Chaville, dem Wohnort von Handke, wartete ich einmal einen halben Nachmittag auf ihn. Ich setzte mich an den hinteren Tisch der trostlosen Bahnhofskneipe und wartete vergebens. Modiano laesst seine Verlorenen oft in Cafes, Bars, Hotels, Kneipen ausruhen, um an diesen Orten in schattiger Stille darueber nachdenken zu koennen: Wie gehts jetzt weiter? Und der implizierten Antwort: es geht nicht weiter. Deswegen der Literaturnobelpreis auch fuer diese Melancholiker.
Ich habe drei Buecher von Modiano gelesen:
Aus tiefstem Vergessen
Eine Jugend
Im Cafe der verlorenen Jugend
Mich interessieren seine Buecher ueber das Vergessen, das Juedische nicht. Mich machten seine Buecher auch nicht suechtig. Aber wer in den spaeten 60ern am Rive gauche war, dort herumlungerte, an der Seine sich verliebte und tagelang nach den blauen Augen und dem Provoohring suchte, der weiss, um was es in Modianos Buechern geht. Es sind Liebesgeschichten, die ein romatisches deja-vu erlauben, die einem erneut auf die Suche nach dem weissgekleideten Amsterdamer schicken und nach Aufklaerung verlangen, die man nie bekommen soll.
Diese drei Buecher sind eine Wiederholung der immer gleichen Befindlichkeiten [ wie Hardy sie besingt], gewissermassen „Stiluebungen“ wie Queneau sie an der Geschichte mit dem Autobus S ausprobiert und wie sie Handke nie schreiben koennte, weil Modiano eine sehr kurze klare Sprache pflegt.
„Sept cent millions de chinois
et moi et moi et moi …“
„J’y pense et puis j oublie
c’est la c’est la vie …“
(Jacques Dutronc)
In Wien muesste man wohnen ! Denn dort kuratiert Peter Handke morgen beginnend fuer das METRO Kinokulturhaus eine Reihe mit fuer ihn wichtigen Kinofilmen, u.a. „How Green Was My Valley“ und „The Man Who Shot Liberty Valance“ – beide von John Ford. Aber auch „The Soul Of A Man“ von Wim Wenders; „Cluny Brown“ von Ernst Lubitsch und „Mouchette“ von Robert Bresson.
Was an den Zauber und Faszination von Kinofilmen erinnert bevor die Action-, 3D- und duemmlich-suesslichen Teenagerkomoedien die Ueberhand nahmen.
2014 10 Okt.
„Und wer ist nun dieser Patrick Modanio?“
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 5 Comments
Das fragte gestern im Mittagsradio der brennend interessierte Moderator, der im Zuge erster Begeisterung resp. dezenten Nachfragens selbst von Kennern wie Lajla und Neugierigen wie Martina als „Mondiano“ bezeichnet wurde. Die Literaturexpertin korrigierte den Fragesteller nicht direkt, aber sagte den Namen dann extra oft, als Wink mit dem Zaunpfahl. Und der Moderator sagte trotzdem weiter Modanio, Modanio, Modanio. Ein Erinnerungskünstler sei Modiano, sagte die Expertin, und bei den Manafonistas haben gewiss Gregor und Lajla (dann komme ich) die meisten Bücher des Pariser Flaneurs gelesen, der, mit skizzenhaftem, beiläufigem, schwebendem Ton arbeitet. So könne man diesem Modanio also näherkommen, sagte der wissbegierige Moderator, der hierzulande im Hanser Verlag seit Jahrzehnten verlegt wird. Rezensenten sprechen seit Jahr und Tag auch vom „Modiano-Sound“, weil seine Sprache nach wenigen Sätzen so erkennbar ist wie die von Thomas Ponchyn. Piet-Patrick Mondriano, das ist der vollständige Name dieses alles anderen als mondänen Autors, der immer nur kurze Bücher schreibt, weil er so viele Sätze streicht. Und der nachfragende und am Schluss den Namen einmal (!) richtig aussprechende Moderator wird sich heute bestimmt einen kleinen Band des Wortmalers mit den streng kolorierten Vierecken besorgen.
2014 10 Okt.
LES BES 5
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Belgien, Belgium, Berlinde Deman, Brügge, Flat Earth Society | 2 Comments
Les Belges … paff 5
FLAT EARTH SOCIETY

VIDEO
Song on Il Duce: Too sublime in sin – Kennedy Center (2011)

solo: Berlinde Deman, tuba

Photo Deman ©FoBo_HenningBolte




