Archives: Oktober 2013
2013 4 Okt.
Robert Wyatt’s buried treasure
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
„Seven days“ was all she wrote, a kind of ultimatum note … – so beginnt ein Song im Fünfvierteltakt aus dem Album Ten Summoner´s Tales von Sting. Dem wird eine Frist gesetzt, in der er sich entscheiden soll. Denn da ist eine Frau, die einen Heiratsantrag erwartet und da ist auch ein Konkurrent, mit weniger IQ als der Ex-Policeman zwar, doch von beeindruckend muskulöser und testosteron-hormoneller Präsenz. Ein Song, der von den Leiden der Liebe handelt, aber auch von einer ganz anderen Obsession: die drohende deadline verursacht Unbehagen und hat eine Kaskade von Ersatzhandlungen zur Folge, mit dem Zweck, den erforderlichen Abschlüssen und Entscheidungen aus dem Weg zu gehen.
„Monday, I could wait till Tuesday,
If I make up my mind,
Wednesday would be fine, Thursday’s on my mind,
Friday’d give me time, Saturday could wait,
But Sunday’d be too late …“Montag – ich könnte auch bis Dienstag warten.
Wenn ich mir´s so recht überlege,
wäre Mittwoch gut. Donnerstag kommt mir in den Sinn,
Freitag würde mir noch Zeit geben. Samstag fällt aus –
doch Sonntag wäre schon zu spät.
2013 3 Okt.
Tracklist für ein unwiderstehliches Mixtape
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
Miese Geschäfte. Es ist ein fahles Licht hier im Deutschlandfunk, nachts um 3.35 Uhr. Miese Geschäfte, so der Titel des neu übersetzten Spenser-Romans von Robert B. Parker. „Ihr Name, Sir?“ „Johnny Weismüller.“ Nichts geht über Diskretion. Mit einem starken Kaffee und Spenser an meiner Seite verfliegt die Zeit. Es gibt keine Jukebox im Sender, ich hätte jetzt so einen schönen Nachtschmarren gedrückt, „Nights In White Satin“. Aber gleich, wenn ich „on air“ bin (75 days to go), beginnt alles mit dunklem Schmelz, Scott Walkers „Boy Child“. Schwankende Wirklichkeiten. Da kündete sich schon „Climate of Hunter“ an. Blicke ich zurück auf die „Klanghorizonte“, die ich seit 1990 mitgestaltet habe, fällt mir der Titel der Roger Eno-Compilation ein, die im November erscheinen wird. LITTLE THINGS LEFT BEHIND. So wird es immer sein.
2013 2 Okt.
Eno and Co. Drifting Backwards
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Brian Eno, Harold Budd, Lataaji, Roger Eno | Comments off
Warp Records vertieft seine Zusammenarbeit mit der Produzentenlegende Brian Eno. So wird der Katalog dessen 1991 gegründeten Labels All Saints, auf dem elektronische Werke von Künstlern wie John Cale, Roger Eno, Laraaji, Kate St John, Harold Budd, Jon Hassell und natürlich von Brian Eno selbst erschienen sind, nun in sorgfältiger und liebevoller Kleinarbeit wiederveröffentlicht. Es erscheinen aufgewertete Re-Issues sowie neue retrospektive Kollektionen und Boxsets. Das Packaging ist entsprechend den Massstäben beider Labels exklusiv und hochwertig, die limitierten Vinylauflagen erscheinen oftmals coloriert und sind stets mit einem zusätzlichen Downloadcode versehen. Anfang November 2013 erscheint ein erster Schub mit Werken des legendären Electronica-Mystikers Laraaji (selbiger ist vor Weihnachten bei Michael Engelbrecht in den Klanghorizonten zu hören, in einer Sendung, die eine besondere sein wird) und des Multiinstrumentalisten Roger Eno, der zweite Schub Ende November ist dem Ausnahmemusiker Harold Budd gewidmet. 2014 beginnt mit Werken von Jon Hassell und John Cale, bevor es im Verlauf des Jahres zu Reissues von Brian Eno kommt. Die erste Veröffentlichung wird eine Kollektion von Laraaji sein. ‚Celestial Music 1978-2011‘ erscheint am 1. November und enthält Werke seiner gesamten Karriere auf einer Doppel-CD und Kassette. Mit dabei sind Raritäten aus privaten Releasen und Kollaborationen mit Brian Eno, Bill Laswell und Blues Control. Musikalisch geht des hier über hypnotische indische Ragas über Synth-Glücksseligkeiten hin zu Klangexperimenten. Eine Woche später, am 8.11., erscheint mit ‚Little Things Left Behind 1988-1998‘ eine Doppel-CD-Kollektion von Roger Eno mit einigen seiner besten Arbeiten, darunter aus nicht mehr erhältlichen Klassikeralben wie „Between Tides“ und „The Flatlands“. Satie-eskes Piano trifft auf Kammermusik, Folksphären und mehr. Roger Eno startete seine Karriere mit einer Zusammenarbeit mit seinem Bruder Brian auf dessen legendärem „Apollo“-Album (1983) und entwickelte sich dann zum erfolgreichen Filmkomponisten („Dune“, „9 1/2 Wochen“,“Trainspotting“). Ausführliches Booklet mit raren Fotos von Cecile Eno und Sleevenotes von Mark Prendergast, Autor der Enzyklopädie „The Ambient Century“. Für Ende November kündigen sich noch Werkschauen, Raritäten und Re-Issues von Harold Budd an.

Was wird Joey zur neuen Platte seines Lieblingssaxofonisten Tim Berne kundtun? Was wird zu vernehmen sein, wenn Gregor seinen Plattenschrank wieder öffnet? Der Herr der Maultaschen scheint jedenfalls mit Dennis Johnsons NOVEMBER seine Platte des Jahres gefunden zu haben, und dann ist es gleich eine dunkelblaue Box. Welchen jazzigen Sound wird Henning uns demnächst eröffnen, was hat seine Ohren zuletzt gross wie Scheunentore werden lassen. Michaels Daumen geht nach oben, wenn man ihn auf das bald erscheinende Werk der Necks, OPEN, anspricht. Weiter geht es mit seiner launigen Befragung zu Bill Callahans neuen Songs. Schon am 1. November postet er seine Top 20 des Jahres. Uwe ist der neue wachsame Geist der Runde, der Michaels Begeisterung für Frau Pessls neuen Roman voll und ganz teilt. Was hört Bob zur Zeit, kommt er überhaupt dazu vor lauter Arbeit in good old London? Ian und Martina sind derzeit fern der manafonistischen Schwingungen, wir erwarten dennoch ihr Comeback vor Weihnachten.
Seventyseven days to go till the end of the show.
So, let the good times roll one more time.
Here he comes, the man with the guitar
(not the hammer, thanks for that)
And he will play that old tune from 67
One of our jukebox hits
The neighbourhood is well and alive
Lee comes along and J.J. and Jason Molina
(Ya remember, on the last song of his last album,
Marley was alone with his raspy voice, his acoustic 6-string,
No Rastaman Vibration, but a desperate call
From the tower of song.)
