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Archiv: John Abercrombie

Now this will always stick in memory. Once upon a time, in March 1982, the month of its release, ON LAND found its way to my little house in deep Bavaria, on a hillside, a quite desolate no-man’s land for a townie, but fitting well to the haunting atmospheres of the album. It has been a companion of awe and wonder ever since then, and I really installed this ambient speaker system in my living room. Though it was definitely a tiny, ugly and cheap third speaker, I loved that experience. Now we live in different times, and surround systems are no longer that expensive. Thus a quad or 5:1-mix would be easy going, and, for a record like ON LAND, a perfect option. But here we go, with the half-speed vinyl remaster that in fact sounds beautiful, opening up even more depths. At least that’s what I’m feeling, I’m surely not painstakingly comparing it with old pressings. And everybody who has the 2005 cd remaster can happily live forever with that one. Brian had worked on the album quite a while during his New York years, and I was living literally at the end of a world, in Bergeinöden (the name of the village, no pun intended), with great music (Jazz by Post had been my favourite dealer), hot love, drama, Neil Young in concert, weekend travels to Schwabing, my first Go-Betweens record, Cortazar books, my salad days of volleyball,  and no happy endings. But it was worth the trip, at least that‘s what I keep telling myself. Scary Monsters were all around, but somehow I  managed to remain in light. (m.e.)

 

 

 

 

I regard this music as environmental: to be experienced from the inside. Accordingly I considered releasing a quadrophonic version of it, an idea I abandoned upon realising that very few people (myself included) own quadrophonic systems.

However, I have for many years been using a three-way speaker system that is both simple to install and inexpensive, and which seems to work very well on any music with a broad stereo image. The effect is subtle but definite – it opens out the music and seems to enlarge the room acoustically.

In addition to a normal stereo hifi system all that is required is one extra loudspeaker and some speaker cable. The usage of this speaker in the three-way system is such that it will not be required to handle very low frequencies: therefore a small or „mini“ speaker will be adequate.

As shown in the diagram, the two terminals of the new speaker are connected to the two positive (red) speaker connectors on the amplifier. This speaker is located somewhere behind the listener – at the apex of a triangle whose base is formed by the original loudspeaker set-up. One of the unexpected benefits of this system is an increase in the usable listening area – almost any point in the room will yield good (although not necessarily „accurate“) stereo sound.

I arrived at this system by accident, and I don’t really know why it works. What seems to happen is that the third speaker reproduces any sound that is not common to both sides of the stereo – i.e., everything that is not located centrally in the stereo image – and I assume that this is because the common information is put out of phase with itself and cancels out.

More technically, the lower the impedance of the added speaker, the louder it will sound. If it is found to be too loud (although this rarely seems to happen), you can either insert a potentiometer (6-12 ohms, at least 10 watts) into the circuit, or move the speaker further away.

 

 

 

Das Jahr 2018 hat einige beeindruckende Dokumentarfilme mit musikalischen Biografien und Momentaufnahmen abgeliefert, etwa den Auftritt der jungen Joni Mitchell auf dem legendären Isle of Wight-Festival 1970, die Chronik der Go-Betweens („Right Here“, auf DVD ab 16. November), oder die einfühlsam aufbereitete Geschichte des Jazzgitarristen John Abercrombie. Warum der Film „Open Land“ heisst, macht auch das obige  Bild sinnfällig. John Abercrombies Vita ist eng mit seiner Jahrzehnte währenden ECM-Historie verbandelt, und so innig die Aufnahmen aus einem Jazzclub sind, in dem er eine verwandelte Form von „Ralph‘s Piano Waltz“ zum besten gibt – leichthin treibt seine Musik in weite Räume hinein, und das gilt nicht nur für sein berühmtes, psychedelisch schwingendes, Album „Timeless“, dessen Titelstück zum Ende des Films, in voller Länge, und subtilem Sensurround-Sound, ertönt. Als er gerade bei ECM das Klassealbum „Class Trip“ abgeliefert hatte (ich sage ohne Übertreibung, dass mich sein Zusammenspiel mit dem Violinisten Mark Feldman genauso faszinierte, wie einst, im Mahavishnu Orchestra, die entfesselten Dialoge von E-Gitarre und Geige, natürlich auf intimere Art, und ohne dass der alte Onkel Zeitgeist die grosse Welle machte), begleitete ich die Vier (also auch Marc Johnson und Joey Baron) zu dem „Türken“ in der Münsterstrasse. John war kein bisschen anders als im Film, vollkommen allürenfrei, und ich habe so gut wie keine Erinnerungen an die eine oder andere Story, die Jazzmusiker ja immerzu parat haben (ich konnte, das weiss ich noch, Mr. Abercrombie von Kuzu Saç Kavurma überzeugen, einer köstlich zubereiteten Lammfleischpfanne). Den Job mit den „Stories“ erledigte dann die Musik, und da spürte ich ihn wieder, den unaufhörlichen Auftrieb in den offenen Raum.

 

 

 

 

 

Tatsächlich dachte ich, weil man oft auch zu schnelle Schlüsse zieht, Class Trip sei das letzte grossartige Album von John Abercrombie gewesen, aber dann, als ich die DVD Open Land sah, bekam ich Lust, seine letzten Alben neu zu hören, in aller Ruhe, bald, denn auf einmal wurde mir klar, dass selbst seine Liebe zum alten Jazz keineswegs zum Gediegenen führte, sondern unentwegt dazu, im „offenen Land“ besonderen Texturen nachzuspüren, feinsten Schwingungen, und öfter wanderte der Blick zu dem grossen Bild in seinem Musikzimmer, ein vergrössertes, fast farbberauschtes Cover eines seiner Alben, wohl tief gelagert in viel zu blassen Erinnerungen, ich ahne es, zum Glück auch in meinem Archiv, das ich nie alphabetisch betreibe, vielmehr als Ansammlung guter Verstecke sehe.

 

1

 

Es war in Münster, im Kunstmuseum, ich hatte einen ultraschweren Schinken von Edmund Husserl gelesen, und beschlossen, dass die Philosophie mich nur weiter bringt, wenn sie mit Lust betrieben wird. Da liefen auch zuviele Kantianer rum, dann lieber später, in Würzburg, ein paar durchgeknallte Bhagwans, und wohldosierte Analytikerinnen.

Zur Bekämpfung leichter Ungleichgewichte von „body & mind“ kamen die drei Gentlemen gerade richtig, Mitte der Siebziger Jahre – und als sie auf einer Empore den Raum betraten, brandete der Applaus auf. „Gateway“ war ein trefflicher Name für das Trio, das der guten alten Tante Powertrio tatsächlich neue Töne beibrachte. Nach Jimi Hendrix war die Messe noch nicht gelesen. Da waren auf alten Holzstühlen und geschrubbtem Boden viele Zuhörer versammelt, die seitdem gewiss ihre ECM-Plattensammlung stetig vergrössert haben. Eine versprengte Wahlverwandtschaft, und etliche auch schon tot.

Ganz gleich, welche Historie Abercrombie, Holland und DeJohnette mitbrachten (zwei hatten danken Miles D. und Charles L. schon Legendenstatus, und Abercrombie fabrizierte, rückblickend weiss man es, in jenem Jahrzehnt diverse Meilensteine, oder gestaltete sie mit, ich sage nur Timeless, ich sage nur Sargasso Sea, ich sage nur Gateway, ich sage nur Mountainscapes, ich sage nur Grazing Dreams, ich sage nur Deer Wan, ich sage nur Eventyr) – sie waren damals Underground, und sie prägten eine Sprache, a living thing.

John Abercrombie strebte nach Transparenz, und konnte dieses Spielideal, in nachfolgenden Jahrzehnten, mit einem besonderen lyrischen Kammerjazz realisieren. Meine letzte Lieblingsplatte, Class Trip. Time is a hunter. Thank you for the music, John!

 
 
2
 

Es war bewegend, gestern Abend, nach zwanzig Jahren, mein altes Portrait erneut zu hören, das anlässlich des Todes von John Abercrombie im Deutschlandfunk wiederholt wurde. (Sie können die ganze Sendung, incl. der einleitenden und abschliessenden Worte von Harald Rehmann,  unter „comment 1“ nachhören.) Es kam mir gelegentlich so vor, als würde der sehr bescheidene, zugleich beredte Gitarrist einzelne meiner „Sternstunden“-Erinnerungen mit seiner Sicht der Dinge pulverisieren – sehr interessant zudem  die Passagen, in denen er von der Zusammenarbeit mit Manfred Eicher erzählt – da wird einmal mehr deutlich, dass die Siebziger eine grosse Zeit des Experimentierens waren, in denen auch Zweifel und ständiges Hinterfragen zum kreativen Prozess gehören konnten. Es gab keine fertigen Rezepturen für „sound and vision“.

Die Alben, die John  Abercrombie als  „Sammlerstücke“ erwähnt, sind schon längere Zeit wieder erhältlich, so etwa „The First Quartet“, drei CD’s in einer weissen Box, mit dem eingangs gespielten Stück „Madagascar“, sowie „Five Years Later“, sein zweites Duo-Album mit Ralph Towner. Letzteres ist sicher auch ein „Klassiker“, und es sollte mich wundern, hätten wir es in der Jazzredaktion nicht schon in der Reihe „Milestones“ gewürdigt.


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