Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

„You win a while and then it’s doneYour little winning streakAnd summoned now to dealWith your invincible defeatYou live your life as if it’s realA thousand kisses deep“ 
Sss
–  L. Cohen
Hjkl
klä

Leonard Cohens Roman „Das Lieblingsspiel“ hat mich lange nicht so berührt wie seine Songalben, aber es gab eine Passage, da sinnierte er über die Transformation der Frau im Orgasmus, und wie jede einzelne Liebes- oder Bettgefährtin sich in der Exstase in ein anderes Wesen verwandelte. Ein Hang zur dezenten  Übertreibung, aber mit wahrem Kern allemal. Joni Mitchell beklagte sich mal, rückblickend und mit einem Lächeln, dass Leonard kaum ihr Schlaflager verlassen wollte und unersättlich war, liebestrunken, zumindest sextrunken. Ich konnte das mit den „Verwandlungen“ im Laufe der Jahre bestätigen (war ja auch ein so hoffnungsvoller wie hoffnungsloser Romantiker), und nur zu gerne begab ich mich auf die Erforschung dieser anderen Seite. Seltsamerweise kann ich mich an den Orgasmus einer meiner ganz grossen Lieben nur sehr fragmentiert erinnern, obwohl wir oft über Stunden das Kopfkissen teilten und es in einer Badewanne, unter Linden, einmal sogar auf einem Ameisenhügel trieben. Unser Sex war allerdings anders als der mit Erika keine Forschungsstätte rarer Stellungen und Praktiken, sondern ein kreatürlicher Akt ohne Design, Rollenspiel, und kleine Gerätschaften, es war auf elementare Weise natürlich, sie war keine „Göttin“, keine stilisierte Figur, aber so unfassbar „alles“ (in meinen sehenden, blinden Augen), dass ich in jede Falle ihrer Schönheit zu tappen bereit war, bis sie mich am Ende eines Jahres noch dreimal hintereinander hart vögelte und aus dem Paradies warf. Um wieder zu Sinnen zu kommen, um wieder „vernünftig“ zu werden. Sie war gewiss mein „Urtyp“ –  und damit ohne weitere Vorrede auf zur Transkription von Erikas Trancearbeit, meine „Farbenfrau“ betreffend, meinen „Urtyp aller Urtypen“. Die aufgezeichneten Details der Tranceinduktion (obwohl an Erickson geschult, machte sie es mit einem Pendel) lasse ich aussen vor.

 

 

 

 

 

Blue-eyed woman is a healer to me(Blue-eyed woman)If I lose that woman I’m history(Blue-eyed woman)


Neil Young

 

ERIKA: Woran merktest du, dass die Sache mit der Farbenfrau etwas Besonderes  war in deinen Träumen?  MICHAEL:  Sie kam immer wieder, oft mehrmals in der Woche. ERIKA: Wie alt bist du da? MICHAEL: Fünf, sechs, sieben Jahre alt. Ich liege in meinem Bett im Weissdornweg Nummer 9 in Hombruch, und sie kommt immer in frühen Morgenstunden. ERIKA: Wieso weisst du, dass es früh am Morgen isr? MICHAEL: Wenn sie wieder fort ist, öffne ich die Augen und blinzele ins  Licht. ERIKA: Ist der Ort, zu dem die Farbenfrau kam, immer der gleiche, und wenn ja, beschreibe ihn. MICHAEL:  Ein warmer Ort. Tropisch. Ich sitze am Rand eines Swimminpools. Meine Füsse spüren die Wärme des Wassers. Das Wasser hat die Farbe von Kakao. Es duftet sehr angenehm. ERIKA: Kannst du sehen, was hinter der Schwimmhalle ist? MICHAEL: Ein grosses Fenster, ein Blick auf eine Wiese,  einen Wald. ERIKA: Wieviele Menschen siehst du in der Halle, und draussen? MICHAEL: Da ist niemand, nur ich. Bis die Farbenfrau kommt. ERIKA: Beschreibe noch einmal deine genaue Position im Raum! MICHAEL: Ich sitze  in der Mitte der langen Seite des Swimmingpools. Manchmal berühren die Füsse das Wasser. Ich bin glücklich. ERIKA: Glücklich? MICHAEL: Geborgen. ERIKA: Woran merkst du, dass die Farbenfrau den Raum betritt?  MICHAEL: ich höre eine Geräusch von hinten, wie eine Schwingtür, ich höre ihre Fussschritte, als würde sie über kleine Wasserpfützen gehen. ERIKA: Und dann? MICHAEL: Sie setzt sich hinter mich, manchmal hockt sie sich hinter mich. Wenn sie ihre Beine neben meinen baumeln lösst, sehe ich, wie lang und schlank sie sind, tiefes Braun. Die Haut glänzt. Die Augen blau. Unendliches Blau. ERIKA:  Wie gross, glaubst du, ist sie?  MICHAEL: Sie überragt mich mit ihrem Kopf und ihren dunkelbraunen, nein, schwarzen… glänzenden… Haaren, ich habe sie nie stehen gesehen…nur schemenhaft aus dem Rückraum auftauchend… ERIKA: Rate ihre Grösse! Michael: 1 Meter 90? ERIKA: Was macht sie, wenn sie hinter dich hockt, oder sich auf dem Boden niederlässt? MICHAEL: Umschlingen…sie umschlingt mich…mit ihren Händen…und Armen…ihre Hände fahren über meine Brust…langsam…meine Oberschenkel…ich bin berauscht. ERIKA: Woran spürst du, dass du berauscht bist? MICHAEL: Da ist dieses Lustgefühl.. Lust strömt durch mich hindurch…überallhin…sie berührt mich…jede Berührung schickt Schauer… ERIKA: Streichelt sie deinen Schwanz, masturbiert sie ihn? MICHAEL: Nein. ERIKA: Hast du im Laufe ihrer Berührungen einen Orgasmus? MICHAEL: Nein…sie berührt mich aber dort, legt ihre Hand auf…himmlische Lust…ich spüre, ihre Nacktheit, wenn sie ihren Oberkörper gegen meinen presst… ERIKA: Wie lange berührt sie dich? MICHAEL: Sehr lange…dann steht sie auf und geht…ich bin nicht traurig…ich weiss, die Farbenfrau kommt wieder. ERIKA: Und du nennst sie im Traum Farbenfrau? MICHAEL: Nein, nie. Hinterher, wenn ich mich erinnere. Sie spricht nicht…ich spreche nicht…gebe nur Laute von mir. Und ich liebe dem Duft und das Geräusch ihres Atems…ERIKA: Später, als die Zeit dieses Serientraums vorüber war, hast du sie dann auch immer noch Farbenfrau genannt? MICHAEL: Ja, oder Amazone. Oder Indianerin. ERIKA: Hat sie je vor Lust gestöhnt? MICHAEL: Nein, ich erinnere ihr warmes Lächeln, wenn ich meinen Kopf nach hinten drehe, ihre grossen Augen… ich gehörte ihr.

Singing in her very own language (free of semantics and any oldfashioned business of message) she is the greatest female shaman of the northern atmosphere, and  the experimental guitarist at her side knows how to paint a landscape for a voice. A wild, wild world. („Quick shot review“ of a Rune Granmofon highlight by m.e.; drawing by H.B.)

 

 

 
 

(May 2015, Deutschlandfunk). Timing is part of every radio production, even in live broadcasts. And that’s where it got interesting last night: I realised half an hour before the start that I had far too much text, and it was important to me to play the final track of the night show from start to end, one of those stunning pieces from „Didimoy Dreams“ by Sidsel Endresen and Stian Westerhuis. Not giving it a fucking fast fade-out. So I proceeded like a berserker, throwing out sentence after sentence, a lively deletion of whole passages, adding a new short thought or sentence here and there to re-establish lost context. My favourite technician behind the glass and I had a lot of fun, and in the end, after a longer piece from the ECM album  „Dream Logic“ (with those other Punkt Festival pioneers Jan and Eivnd), and before „Didimoy Dreams“, the seconds merciless proceeding, I improvised freely into the microphone because I couldn’t read my own scrawl. And, interesting, I even surprised myself with what I said on Sidsel‘s singing. It was much more personal than intended, but, then again, no reasons for „academics“ when you follow a voice you love, in dimmed studio lights. (m.e.)

 

In 2015, I did catch the „remix crew“ of Jan Bang and Erik Honoré with the eminence of Norwegian vocalist, Sidsel Endresen. It is hard to say what is the difference between experiencing Sidsel Endresen for the first, the fifth or tenth time. You will never be (really) prepared for what is coming. The performance again proved how abstraction can get utterly concrete and cut deep. 

Generically speaking she is not just producing plosives and stuttering guttural sounds, playing around, nor is she imitating instruments. Her expression moves with basic vocalizations combined in a non-arbitrary way, to syllables freed of conventional meaning placed and articulated with great urge, driven by a deep musical intuition. She digs deep into the essence of the human voice and creates a strong visceral coherence. Melody is always in the air (or triggered vaguely in listeners‘ minds), sometimes touched upon or even fully articulated. She is one of the most extraordinary post-bop vocalists and the source for younger Norwegian jazz and improv singers.

 
 

 


Fellow musicians have to listen carefully and take quick and effective action to achieve this coherence and strength of expression. Bang and Honoré know exactly how to and they know each other so well they can go into any direction with each other. Armed with her voice and just a microphone flanked by two electronic wizards, she cut her way through the electronic shades, the spume, threw it into abysses and led the music to a higher plane. It was breathtaking and relieving. You could almost forget about the O-performance that was recognizable still. Thus the remix lead even deeper into the forest.

 

– Henning Bolte (text, drawing)

2022 19 Aug.

Better watch twice

von | Kategorie: Blog | | 4 Comments

 

 

In die neue Serienwelt stieg ich relativ spät ein, dank der ersten Staffel von Mad Men, die Micha mir damals schickte und die ich zunächst verwarf. Ich hatte mir extra einen DVD-Player dafür gekauft, schob die erste Scheibe ein und dachte: „Kettenrauchende, tagsüber schon Whiskey trinkende Typen in sterilen Büros der Hochhäuser von Manhattan, umgeben von Nierentischen und Tussies mit hochgesteckten Frisuren in Fünziger-Jahre-Röcken? So einen Sch… schaue ich mir nicht an!“ Wie man sich doch täuschen kann. Als ich dann in die Serie Breaking Bad einstieg, war das schon eine alte Kamelle, längst allbekannt, nur mir mal wieder nicht. Gestern beendete ich die letzte Staffel von Better Call Saul und eine wenig Wemut kam auf. Als dieser unmögliche Anwalt, dieses labernde Windei in schlechten Anzügen das erste Mal bei Breaking Bad auftauchte, dachte ich: „Nein, bitte nicht, der Typ verdirbt alles.“ Zwei Jahre, nachdem Breaking Bad zu Ende gegangen war, bekam genau der seine eigene Serie, als Prequel. Wie bitte soll das gehen? Nun, es funktionierte, und viele meinen: sogar besser als der Vorläufer. Denn die Zeit bleibt nicht stehen und auch bildtechnisch wurde vieles noch verfeinert. Geblieben ist der unglaubliche Witz, diese Mischung aus Drama, Crime, Komödie und, ja: grosser Kunst. Es werden teilweise banale Alltagstätigkeiten so raffiniert aufgenommen, dass man schon ein Erleuchtungserlebnis dabei hat, wenn jemand eine Zahnpastatube ausdrückt. „Verrückt“ – genau das wäre auch mein Prädikat dieser epischen Gesamterzählung, mit ihrem Kern in Albuquerque und den wüsten Geschichten drumrum, in der Wüste. Und mit einer Spannweite von dreizehn Jahren: Walter Whites Irrsinn begann 2009 hierzulande auszustrahlen, nun gerade endete der nachfolgende Vorläufer. Da kann man schon ein bisschen melancholisch werden. Für keine andere Serie gilt sosehr wie hier: the venue was the star. Das verzaubernde Licht von New Mexico. Und Schauspieler Bob Odenkirk ist ein Grosser, in einem grossen Gesamtensemble. Eines vorweg, ohne zuviel zu verraten: Zeitreisen spielen eine Rolle in der allerletzten Episode. What you loved – and what you regret.

 

„Our paths may cross again in some crowded bar
We feel a little lost ‚cause we’ve drifted away so far
Hoping to find the right words to say
We joke a little and then go on our way“

– Lucinda Williams

 

Einmal klopfte Erika an meine Tür, das war etliche Jahre, bevor sie die Assistenzstelle im Schlaflabor erhalten sollte, und von Kommilitonen vorzugsweise mit Dr. Kuntz angeredet wurde. Sie schenkte mir eine Rose, sagte, dass sie sich in Ellen Rabner verguckt habe (wir waren alle das gleiche Semester, und Ellens Spitzname war, unter den Jungs, „die Zehn“), wir jetzt noch ein letztes Mal vögeln würden, aber dann Geschichte wären, „aber ne gute Geschichte“, fügte sie hinzu. Und dann legte sie mich flach (ihr Lieblingssatz, oft aus dem Nichts abgefeuert: „Ich leg dich jetzt flach“, ein Tausch der Erwartungen, mehr als der Hauch einer Bestimmerin.) Die Geschichte melancholischer letzter Ficks wurde jedenfalls um ein Kapitel reicher (aber auch das sollte sich als nicht ganz richtig rausstellen.) Zwei Monate erfüllte Erotik (an der Grenze von verknallt und rattenscharf), mit viel zu frühem Sonneneinfall, durchgeschwitzten Laken, und einer Ära, in der meine Mathematik (nach langweiligen Statistikseminaren) hauptsächlich aus Knaus Ogino bestand (meine kurze Karriere als Frauenversteher), hinterlässt auch zwanzig Jahre später ein paar Spuren, und so begann alles mit einem herzhaften Lachanfall ihrerseits, als ich nach einer halben Ewigkeit an Erikas Tür klopfte und ihr Hochglanzbüro mit Blick zur Ulmenallee betrat. – Was, so ganz ohne Anmeldung, Micha!? Wir schauten uns einfach nur an, sie lachte, brachte nur diesen einen Satz zustande in fünf Minuten. Oh, wir konnten zusammen gut schweigen und still sein, wie damals, als uns nach den Orgasmen besseres einfiel als ein dezenter Erschöpfungsschlaf. Nachdem wir uns gesammelt hatten, tauschten wir unsere Historie aus: ihre Zeit mit Ellen habe zwei Sommer gedauert, und sie selbst sei ein etwas unsteter „Hopper“ (ihr Ausdruck) zwischen den Geschlechtern geworden, Karriere, ja, Kids, nein. Ich erzählte von meinem Melodram im Nördlichen Bayerischen Wald, und dass ich jetzt an einer Volkshochschule eine Forschungsarbeit durchführe, „Neue Konzepte in der Gesundheitsbildung“. Die Fachsimpelei und das kleine ABC der Amouren war schnell abgehakt, und sie fragte mich nach dem Grund meines unerwarteten Auftauchens. – Die gute alte Tante Hypnose, sagte ich. Ich schreibe für ein englisches Magazin eine kleine Serie über, bingo, Serienträume, und du sollst mich in Trance versetzen und alles aufzeichnen. Zu meinem Serientraum mit der „Farbenfrau“. Da kommt dann vielleicht mehr ans Licht, als die Geschichte, die ich schon so oft erzählt habe. Ich meine, Erika, ich war damals fünf oder sechs Jahr alt. Sie war die Erste unseres Jahrgangs, die eine Hypnoseausbildung machte, und wir liesssen uns gerne von ihr hypnotisch bespassen, vergassen für Augenblicke unsere Namen, befolgten absurde posthypnotische Suggestionen, und erkannten dennoch das grosse Potential des kreativen Unbewussten. – Micha, Micha, Micha, das können wir gerne machen. Aber dann  muss ich dich ja schon wieder flachlegen. Ihr Humor war über die Jahrzehnte intakt geblieben, auch wenn wir beide wohl spürten, dass das alte Feuer beinah, ich will‘s ja nicht übertreiben, wehmütigen Erinnerungen gewichen war. Was denn auch sonst? Das alte Studentenwohnheim. Always crashing in the same car. Schön, kurz und heftig, erste Fesselung ever – nun so weit entfernt wie das Blättern in einer Fotokladde auf dem Dachspeicher.

2022 19 Aug.

Neil Young zwischen Erntemond und Eldorado

von | Kategorie: Blog | | Comments off

Etwas Zeit vergangen, seit ich meine Nase 1971 oder 72 an einem Plattenladen in Paignton plattdrückte, und „After The Goldrush“ mein Einstieg in die Welt von Neil Young wurde. Wie Joey und Steely Dan, wie Martina und Pan American, wie Brian und Oregon, wie Ingo und Radiohead, wie Olaf und Lee Perry, wie Jan und Kraftwerk, wie Lajla und die Kinks, wie Uschi und Bob Dylan, wurden wir ein unzertrennliches Paar.

Und ähnlich wie bei Brian Eno Songs und Ambient Music zwei Pole seines noch   viel verzweigteren  Schaffens darstellen, so gibt es den Neil von „Harvest Moon“ und den Neil von „Eldorado“, die sanfte akustische Seite, und den „mad, guitar- and feedback driven rock“. Und so findet sich in der Diskografie des gebürtigen Kanadiers, manchmal auf einer einzigen Schallplatte (z.B. „Rust Never Sleeps“), jene Unberechenbarkeit, von der Jeff Tweedy von Wilco spricht, wenn er  ein Spätwerk der Beatles sein „platonisches Ideal“ nennt:

 

 

Die heftige  Seite von Neil Young brach besonders in den Achtzigern vehement durch und bescherte uns u.a.  jene magische E.P. namens „Eldorado“, die Ende 1989 nur in Japan erschien und hier als teurer Import gehandelt wurde. Seit Freitag gibt es das furios-lärmende Opus als Vinyl, und ich hörte die Scheibe zum ersten Mal. Explosives in audiophiler Qualität – schöner klang „noise“ noch nie. Nur nicht erschrecken. Ganz im Sinne des „white album“ schimmert des öfteren der zartbesaitete Young durch, in Momenten des Atemholens, einer wie selbstverloren wirkenden Songzeile, und in der Stille zwischen zwei Krachern, „on dead quiet vinyl“.

Danach  bekam ich Lust, wieder das jüngstaufgetauchte  „Toast“ aufzulegen, eine Zauberplatte, sowie das allseits unterschätzte Album „Reactor“, letzteres natürlich auch aus den Achtzigern, mit der grossartig minimalistischen Hymne an „mashed potatoes“, und einem jener Sehnsuchtslieder, die er wohl ewig, wenn nötig, nachts, aus den Ärmeln schütteln kann. 1982 in Bergeinöden „on heavy rotation“. Am Ende der Welt braucht man halt ein „Survival Package“, und Neil Young gehörte eindeutig dazu. Wie auch der Holundersekt von Hansjörg. Und Julio Cortazars „Rayuela“.

2022 18 Aug.

The art of understatement

von | Kategorie: Blog | Tags: , , , | | Comments off

Many inspired jazz recordings come out of combinations of instrumentalists – usually the more unexpected, the better. What’s most fascinating are the ways players adapt to each other’s emotions and inventiveness. This pairing, which is exactly the kind of fusion that has made ECM such a distinct entity lo these many years, was likely inspired by ECM founder and inspirational presence Manfred Eicher. American pianist Hersch, who can do wistful as well as he does sprightly and is as strong melodically as rhythmically, is easily one of the finest pianists in jazz today. Italy’s Rava, who debuted on ECM with 1975’s ‘The Pilgrim and the Stars’ and who began as a bopper before falling under the sway of free jazz, has mellowed into a trumpet master with astonishing range, able to command nearly every permutation in jazz, from avant-garde to soul jazz. Both men are sentimentalists in the best sense, and both are lyrical players, which is what makes their pairing in ‘The Song Is You’ so captivating. […] The sound here is breathtaking: spacious, natural, impeccably balanced, with glorious resonance and just enough of the sound of the room to add presence. It is – as is the standard with ECM – an audible tutorial on recording done right. Thoroughly enjoyable and instantly essential.

Robert Baird, Stereophile

Während ich noch darüber nachdenke, ob die Kunsthalle Wolfsburg einen Besuch wert ist und das Planetarium schon von meiner Liste gestrichen habe, nehme ich mir den Disk-Man vor, den ich vor einigen Monaten geschenkt bekommen habe und der so alt ist, dass man so ein Produkt wahrscheinlich nichtmal mehr gebraucht erwerben kann. Ich lege die CD II aus Steve Tibbetts Hellbound Train ein und verliere nach wenigen Minuten das Gefühl für Raum und Zeit. Schöner kann es im Planetarium nicht sein. Chandogra, Climbing, Black Mountain Side, Start. Night Again. And Again.

 
 

 

Vor der Aufnahme von „The Bible“ hast du über deine Möglichkeiten als Musiker nachgedacht. Warst du irgendwann kurz davor, aufzuhören?

 

Es gibt einen Punkt, an dem viele von uns ihr Leben in Frage stellen und sich fragen, wo wir inmitten von Widrigkeiten und überwältigenden Umständen, die sich unserer Kontrolle entziehen, stehen. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich aufhören würde, Dinge zu machen, sondern eher versuchen würde, einen Weg zu finden, dies im Rahmen meiner Möglichkeiten weiterhin zu tun, da ich in eine Altersgruppe eintrete, die nicht gerade für ihre kreativen Durchbrüche bekannt ist.

 

Hattest du ein Ziel, ähem, eine Mission, als du mit dieser Platte angefangen hast?

 

Ich hatte die Idee, dass Spiritualität, wie die Kunst selbst, etwas ist, das uns allen innewohnt. Sie hilft uns, die Welt aus unserer Perspektive zu betrachten und damit umzugehen, dass wir ein Teil von ihr sind. Wenn wir außerhalb der organisierten Religion leben, schließt das nicht aus, dass wir diese spirituelle Erfahrung durch unseren Ausdruck machen. Dies und die Idee, dass das Album einen vielfältigen Ansatz für die Songs haben sollte und die Zusammenarbeit mit Ryan und Andrew, die Teil des Schreibprozesses und der Produktion waren, widerspiegeln sollte.

 

Wenn dies ein Album ist, das viele Fragen aufwirft, habt ihr dann irgendwelche großen Antworten gefunden?

 

In gewisser Weise ist das Finden von  Antworten nicht immer der Punkt. Es geht um die Betrachtung, das Hinterfragen der eigenen Existenz, und darum, die Dinge ins rechte Licht zu rücken. Wenn ich etwas mitnehme, dann ist es die Tatsache, dass es mir immer noch möglich ist, etwas zu machen, das sich anfühlt wie der frische Atem eines Säuglings, der in eine neue Decke eingewickelt ist, wenn er seine Augen für einen neuen Tag öffnet.

 

Was bedeutet diese Platte für dich?

 

Da fällt mir die Überraschung ein. Dass noch Leben in dem alten Hund ist. Und auch, dass es immer noch unglaubliche Künstler da draußen gibt, die bereit sind zu sehen, was passiert, wenn wir etwas zusammen machen. Es ist wirklich eine Freude und ein fröhlicher Lärm, den wir zusammen gemacht haben.

 

Es muss nicht unbedingt Kalifornien, Paris, die isländische Wildnis oder Amsterdam sein. Ich bin für ein paar Tage an einen unspektakulären Ort gereist. Ich habe hier jedoch einige Eindrücke gefunden, die ich nicht erwartet hätte. Wer findet heraus, wo die Bilder entstanden sind? Bitte mit Begründung. Es gelten die üblichen Bedingungen für manafonistische Rätsel.

 
 


 
 

 
 

 


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