Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2021 28 Dez.

„Sit Around The Fire“

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Jon Hopkins‘ new album is a quiet stunner, with the most breathtaking, „breathgiving“ final piece, Sit Around The Fire. Though Ram Dass (the voice speaking) is known as a spiritual teacher, his words reach beyond the space of preaching to the converted. It is easy to absorb them in their deeply human, existential, even „existentialist“ dimension. Martina Weber will mention „Music For Psychedelic Therapy“ in an interview she did with me the other day. And, another theme entering there, is the sphere of friendship and love in regards to Neil Young’s „Barn“, a late work with the incredible „Crazy Horse“. Apart from two outstanding songs there is a short little hymn at the end.

(m.e.)


Everybody looks at Neil with Crazy Horse and thinks Cinnamon Girl or Down By The River or Like A Hurricane. Y’know, 20-minute, bombastic, 120-decibel assaults. No one gives them credit for the times they’re teared-up and crying and dumping their guts behind the lyric. Like the last song on Barn, Don’t Forget Love. I mean, it rips my heart out. And I mixed it. I’ve heard it 1000 times. When they did it, they were all thinking about the lyric. They were all singing ‘don’t forget love’ and what it meant to them. There wasn’t a dry eye in the [recording] truck. That’s what you get that’s different. They don’t do parts. They do emotions. With Crazy Horse, you’re not recording individual instruments, you’re recording a combined soul.”

(Niko Bolas, producer on and off, since Landing on Water)

2021 26 Dez.

„Dune“ (2021)

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„Villeneuve versteht es meisterhaft, das kolossale Spektakel mit dem intimen Herannahen der Gefahr und einer geheimnisvollen dramatischen Sprache zu verbinden, die die Fremdartigkeit jeder Textur und Oberfläche hervorhebt. Vielleicht noch mehr als in seinem vorherigen Film, Blade Runner 2049 (eine weitere kühne Neuerfindung), ist das Sounddesign und die Musik dieses Films überzeugend: Es pocht, knirscht und flüstert durch das Kino.“



„Wie eine Figur selbstbewusst sagt: „Das Mysterium des Lebens ist kein Problem, das es zu lösen gilt, sondern eine Realität, die es zu erfahren gilt.“ Was uns Dune bietet, ist nicht ganz das, eher eine Unwirklichkeit, eine gigantische Variante des Universums, mit eigener Kultur, Gesellschaft, Ritualen, Physik und Chemie. Eine Erfahrung ist es auf jeden Fall.“

 

“Das war ein Schuss in den Ofen, aber ich erinnere mich trotzdem noch genau, wie ich an einem heissen Sommertag die Brücktrasse in Dortmund entlangging, das Kino betrat („Film-Casino“ hiess ein anderes, ich komme nicht auf den Namen dieses Kichtspieltheaters, vielleicht „Capitol“), und „Dune“ in der Verfilmung von David Lynch sah. Wahrscheinlich funktioniert meine Erinnerung so gut, weil ich nach „Der Elefantenmensch“ einfach Grandioses erwartete, mit einer Komposition von Eno garniert: die Langeweile, die mir dieser Film bescherte, war kaum zu überbieten, ausser durch die meisten Rainer Werner Fassbinder-Filme jener Jahre, und ich verliess das Kino lange vor dem Ende, fast fluchtartig. Eine halbe Ewigkeit später wurde ich dann doch in die Story hineingezogen, von Denis Villeneuves Verfilmung. Es gibt zwar hier nach wie vor das Opulente, aber eben auch den „menschlichen Faktor“, in dem Detailverliebtheit und Effektfülle Momente von Intimität keineswegs unter Riesensandwürmern begraben, sondern wundersam hervortreten lassen: solche Schauer der Innerlichkeit sind selten in Epen, die das grosse Besteck benutzen. Einige Szenen bleiben unvergesslich, und ich freue mich auf das zweite Sehen, und den zweiten Teil. Ohne je ein bekennender Sci-fi-Fan gewesen zu sein. 

 

Träume sind gute Geschichten„, sagt Jason Momoas Duncan Idaho, „aber alles Wichtige passiert, wenn wir wach sind.“ Das ist ein Satz, der in einem Film, der trotz seiner unheimlichen Aussichten erstaunlich viel Sinn ergibt, einen Nerv trifft. Ob das so bleibt, wird sich zeigen – es liegen noch gewaltige erzählerische Hürden vor uns – aber im Moment reitet Villeneuve den sehnigen Wurm von Herberts heiligem Text mit Bravour.

 

Texte von Mark Kermode, Michael Engelbrecht und Peter Bradshaw, die, in der Reihenfolge ihrer Nennung, dieser Neuverfilmung eines weltberühmten Science-Fiction-Epos, vier, vier, sowie fünf Sterne geben.

2021 24 Dez.

Ladies and gentlemen, The Pogues!

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Once upon a time a band set out to make a Christmas song. Not about snow or sleigh rides or mistletoe or miracles, but lost youth and ruined dreams. A song in which Christmas is as much the problem as it is the solution. A kind of anti-Christmas song that ended up being, for a generation, the Christmas song. That song, Fairytale of New York by the Pogues, has just been reissued to mark its 25th anniversary; it has already re-entered the Top 20 every December since 2005, and shows no sign of losing its appeal. It is loved because it feels more emotionally „real“ than the homesick sentimentality of White Christmas or the bullish bonhomie of Merry Xmas Everybody, but it contains elements of both and the story it tells is an unreal fantasy of 1940s New York dreamed up in 1980s London.“ 

(Dorian Lynskey)

 

2021 22 Dez.

Demnächst in diesem Theater:

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Radio nach Mitternacht – ein Interview von Martina Weber 

 


Ricky Lee Jones: Showbiz Kids

Angelo Badalamenti: Twin Peaks Theme

 

„Natürlich, Angelo Badalamentis berühmte Melodie von Twin Peaks. Ich sehe Agent Cooper vor mir, wie er einen Doughnut bestellt und mit seinen, auf ein Diktaphon gesprochenen Gedanken, Licht ins Dunkel einer Mordgeschichte bringen will. Die Erste Staffel lief vor etwas mehr als drei Jahrzehnten im Fernsehen, und „30 Jahre Klanghorizonte“ ist der Obertitel der folgenden fünf Stunden, und dazu begrüsst sie Michael Engelbrecht.

Sie hören Klanghorizonte-Evergreens, Raritäten, Entdeckungen – wir springen zwischen Jahrzehnten hin und her. Der Auftakt – ein Song von Steely Dan, SHOWBIZ KIDS, wunderbar interpretiert von Rickie Lee Jones.

Die einzelnen „Mixtapes“ für diese Stunden zusammenzustellen, das war für mich wie das Stöbern in alten und neuen Fotosammlungen: zuweilen ergibt sich aus Einzelstücken, wie bei einem Puzzle, eine sinnliche Form, die im Idealfall auch noch Sinn macht.

Die Reise hat schon begonnen. Hier Jon Balkes ECM-Produktion WARP aus dem Jahre 2016. Das Piano lässt die Geräusche der Welt hinein.“ 

video


Lieber Michael Engelbrecht, 
ich freue mich auf das Finale, auch ohne die Ton-Lichter aus New York. 3 Jahrzehnte des Organisierens des Aufnehmens von Klanghorizonten gehen zuende, schnüff. Die Stimme von Micha Engelbrecht und die seltenen Klänge bleiben in einigen Konserven erhalten, und manche Nacht, wo ich  die Nacht dann doch bis zum Morgen anhörte, bleibt Erinnerung. Ich danke herzlich für die Reisen in die Welt, die ich in meinem Zimmerchen mit den Klanghorizonten erleben durfte! Danke! sagt Ullrich Christ

 

Jon Hassell pushed beyond the boundaries to change the way we experience sound. As the originator of Fourth World music, the trumpet player and composer conjured shapeshifting sonic forms that floated at the edge of consciousness. His nuanced, dreamlike landscapes were sacred spaces where sensuality reigned supreme and the ear served as a path to the beating heart.

Jon Hassell passed from this earthly plane on June 26, 2021 but his music resonates in the recorded body of work he left behind and echoes through output of the many artists he influenced. Jon was always supportive of dublab and we are honored to pay tribute to his radiant spirit through offerings of remembrance by his family, friends, collaborators and admirers in this radio program produced by Frosty.

 

Contributors in order of appearance:

Brian Eno
Adam Rudolph
Jeff Rona
Taska Cleveland
Spencer Doran (Visible Cloaks)
Matt Werth (RVNG Intl.)
Arnaud Mercier
Rick Cox
Terry Riley
Jan Bang
Alexis Georgopoulos (Arp)
Jung Hee Choi
La Monte Young
Hugh Marsh
Matthew Jones (Ndeya Records)
Frosty
 
 

2021 8 Dez.

Richards fahrende Musikbox

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Ich finde, das Auto ist ein guter Ort, um Musik zu hören. Meines ist alt genug, um einen CD-Spieler zu haben, und ich höre viel Neues in einem sehr zufriedenstellenden Klangkörper. Aber etwas Lustiges ist passiert, als ich das neue King-Crimson-Album einlegte, ein „offizielles Bootleg“ mit zwei CDs von der Rückkehr der Band auf ihre Tournee durch die USA zwischen Juli und September dieses Jahres. Während ich fuhr und der Musik lauschte, hörte ich Geräusche, die mich glauben ließen, dass etwas mit dem Auto passiert war: vielleicht war ein Kolben geplatzt oder die Hinterradaufhängung war zusammengebrochen.

Falsch gedacht. Es war das Geklapper der drei Schlagzeuger, die derzeit fast die Hälfte der aktuellen King Crimson ausmachen und deren synchrones, aber manchmal recht abstruses Spiel gelegentlich den Eindruck einer komplexen Maschine vermittelt, die ihre eigenen Entscheidungen trifft.

 

Alles weitere erzählt Mr. Williams auf seinem Blog The Blue Moment.

Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger. Chris am Mikrofon. Cicely. Ein Rentier auf der Strasse. Seine Radiostation am Ende der Welt. Ed schaut vorbei. Und ich auch, ein kleiner Gastauftritt. Chris wollte mal ein richtiges Interview machen. Meinen zweiten Auftritt bei „Chris in the Morning“ hatte ich in der vorletzten Staffel, da redeten wir darüber, was wir an manchen Büchern von Richard Brautigan so lieben, und zudem las ich noch Richards kurze Kurzgeschichte „Pazifisches Radiofeuer“, was ich eine kleine Ewigkeit später nochmal machte, beim Punktfestival in Kristiansand. 

 

 

Chris: What are your favourite Jackson Browne records?

Michael: Late For The Sky and Running On Empty.

Chris: When did you listen to them recently?

Michael: Not recently. I think maybe 10 years ago.

Chris: What happened?

Michael: Nothing. Time. But I really love them.

Chris: What is so great about them?

Michael: One is about being late for the sky. If you are in misery, Late For The Sky  calms you down, kind of. Makes misery sound uplifting. Like slow-motion surfing on a long wave. Jackson Browne loves surfing, by the way.

Chris: And the other one? Running On Empty …

Michael: That one crosses different scenarios, spaces, atmospheres. It is deeper than most road sagas partly because Browne had the brilliant notion of recording on the fly … It also works because he tapped the culture’s circa-1977 sense that it was running on empty, feeling like a trashed Holiday Inn room. Empty is about something larger than the misery of room service.

Chris: What is the greatest American blues rock album ever?

Michael: The Allman Brothers Band Live At Fillmore East.

 

2021 26 Nov.

„Monument“

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„„Monument“ ist keine Überraschung, wenn man sich den gesamten Katalog des Portico Quartetts ansieht. Die Gruppe hat sich einen Namen damit gemacht, die Grenzen zwischen den Genres zu verwischen und verschiedene Ideen zu einer luftigen Textur verschmelzen zu lassen, und dieses Album folgt diesem Beispiel. Aber es sind die Spannungsbögen, die anschwellende Melancholie und die subtilen Melodien, in denen Monument am überzeugendsten wirkt. Hier wird die Musik des Portico Quartetts größer als schillernde Landschaften und himmlische Stille. In diesen kurzen Momenten der Ungewissheit und der Auflösung findet die größte Katharsis statt.“

(The Quietus)


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