Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Damit es mit Herrn Tietchens in der chronologischen Reihenfolge weitergeht, hier die Musik aus der Grauzone von 1981. Eine C-60-Cassettenveröffentlichung, deren Auflage und genaues Veröffentlichungsdatum nicht mehr feststellbar ist, wahrscheinlich ist aber, dass sie zwischen Tietchens‘ ersten beiden Sky-Platten erschienen ist und wohl nur Eingeweihten überhaupt bekannt war.

Die Parallele zu frühen Cluster-Aufnahmen drängt sich auf, harsche Klangflächen beherrschen zunächst das akustische Bild. Rhythmus, wenn überhaupt vorhanden, wird durch die Verwendung eines Echogerätes erzeugt. Doch die akustischen Landschaften verändern sich langsam aber stetig, bis der Cluster-Eindruck am Ende verschwunden ist und ein eindeutiger Tietchens vorliegt. Hauptinstrument ist der Moog Sonic Six. Plattenknistern mischt sich in die Kulisse, unverständliche, teils elektronisch verzerrte Wortfetzen tauchen auf, ein sich überschreiendes Saxophon, dessen Herkunft ebenso unbestimmt bleibt wie das gelegentlich hineingehämmerte Klavierspiel. Das Ganze ist, obwohl in acht Stücke unterteilt, wohl als Einheit anzusehen und sollte in der vorgegebenen Reihenfolge gehört werden.

Musik aus der Grauzone ist insofern bemerkenswert, als es atmosphärisch komplett aus der Viererreihe der Sky-Alben herausfällt, was auf ein früheres Aufnahmedatum hinweisen könnte. Zudem ist die Cassette Teil einer eigenständigen Werkgruppe — schwer zu sagen allerdings, ob das von Anfang an so geplant war oder sich später ergeben hat. Dazu in späteren Posts mehr.
 
 
 

 
 
 
Musik aus der Grauzone
MC (C-60), Yorkhouse Records YHR 019 (1981)
Re-issue Auricle Music AMC 024 (1987)
 

 

 
 
 
Ein ziemlich ramponiertes Piano steht irgendwo auf einem Hügel bei Malibu. Über hunderte von Metern sind Drähte zwischen dem Piano und einigen Wassertanks in der Umgebung gespannt. Wer auf dem Klavier spielt, erlebt dadurch einen Sound, der nicht nur vom Instrument selbst stammt, sondern auch bestimmt wird durch den Hall in den Tanks, mitschwingende zeitverzögerte Resonanzen und den Wind, der den Draht ins Schwingen bringt.

Das ist die Eröffnungsszene von SCORE, einem Film über Filmmusik. Der CBS-Newsjournalist Matt Schrader startete das Projekt aus Spaß am Thema mit einer Handvoll interessierter Freunde, mittels Kickstarter sollten 40.000 Dollar beschafft werden, 120.000 kamen am Ende zusammen.

Schon die allerersten Stummfilme wurden nicht ohne Musikbegleitung gezeigt, vorrangig, um die Geräusche der Projektionsmaschine zu überdecken. Und schon wenig später, nachdem der Film aus den Jahrmarktszelten aus- und in Kinos eingezogen war, wurden phantastische Orgeln zur Begleitung gebaut. SCORE zeigt ein wunderschönes Exemplar — was mich mit einer Träne im Knopfloch daran erinnert, dass in Downtown Pittsburgh ein altes Kino existiert, welches zu einem Einkaufszentrum umgewidmet wurde, als solches pleite gegangen ist und nun seit vielen Jahren leersteht, das ein solches Instrument noch besitzen soll:
 
 
 

 
 
 
Ob es noch funktionsfähig wäre — wer weiß. Überprüfen kann man das leider nicht, das Gebäude ist nicht zugänglich.

Der erste voll orchestrierte Soundtrack für einen Tonfilm wird hier Max Steiner zugeschrieben: für King Kong von 1933. Das dürfte stimmen, auch wenn es orchestrale Soundtracks für Stummfilme ntürlich längst vorher gab; es sei hier nur an Gottfried Huppertz‘ phantastische Kompositionen für Fritz Langs Nibelungen und Metropolis erinnert, die als sinfonische Werke durchaus sogar für sich stehen könnten. Bekannte und weniger bekannte Filmkoponisten — Danny Elfman, John Williams, Howard Shore, Hans Zimmer, Alexandre Desplat u.a. — werden interviewt; mit vermutlich viel Mühe hat man sogar eine Komponistin gefunden, die mir leider völlig unbekannte Rachel Portman. Sie bestätigen sich gegenseitig, wie einmalig und wichtig sie sind, darüber hinaus verraten sie nicht viel. Viele andere Komponisten — Jerry Goldsmith, John Barry, Trent Reznor, Ennio Morricone, Bernard Herrman u.a.a. — werden anhand markanter, meist aber leider nur sehr kurzer Ausschnitte vorgestellt und ihre spezifischen Eigenheiten analysiert.

SCORE geht anhand dieser Komponisten diverse Aspekte der Filmkomposition systematisch durch, wobei auch Filmhistoriker (u.a. Leonard Maltin), eine Musikpsychologin (Siu-Lan Tan), die Regisseure James Cameron, Steven Spielberg, George Lucas, Garry Marshall und Christopher Nolan sowie Musiker wie Quincy Jones und Moby ihren Teil zum Gesamtbild beitragen. Sehr plastisch wird am Beispiel Lord of the Rings die Funktion von Leitmotiven gezeigt (die bei mir noch immer eine Gänsehaut auslösen), dazu werden verschiedene Orchestrierungsstile, Ensemblebesetzungen, ungewöhnliche Instrumentierungen, Popmusik, elektronische Klänge, Mickey Mousing (auch wenn es hier nicht so genannt wird) demonstriert. Gelegentlich wird das allerdings ein wenig platt. Hans Zimmers Dreh etwa, den gesamten Streicherapparat des Orchesters als Rhythmusgruppe einzusetzen, ist nun wirklich nicht neu, auch wenn er ihn exzellent beherrscht. Vielleicht würde man auch gern erfahren, weshalb bei John Williams seit Star Wars anscheinend jede Musik zur Marschmusik gerinnt (Ausnahme: Schindler’s List — die ist ihm wirklich gelungen), aber das erfahren wir nicht. Dafür werden andere Dinge gezeigt. Etwa, dass Filmmusiken ihre Wirkung auch daraus beziehen können, dass Instrumente eingesetzt werden, die eigentlich nicht in das Genre passen, etwa eine E-Gitarre in einem Western, das wird anhand von Ennio Morricones Musik zu The Good, the Bad and the Ugly demonstriert.  Wir erfahren auch, wie die Musik sogar steuern kann, welche Bildausschnitte der Zuschauer wahrnimmt und welche er ignoriert. Von Atmosphären natürlich nicht zu reden. Zimmers Schlussmusik in Inception lässt wirklich einen neuen Tag anbrechen,  E.T.’s Abschiedsmusik treibt einem selbst dann die Tränen in die Augen, wenn man den Film gar nicht kennt. Speziell interessant ist auch eine Szene in SCORE, die zeigt, wie eine Filmmusik (ich meine, sie stammt aus Titanic, bin mir aber nicht sicher) wirken kann, wenn sie aus dem Filmkontext herausgenommen wird: In voller Lautstärke im Anschluss an Barack Obamas Amtsantrittsrede ins Publikum gedonnert erzeugt sie eine Aufbruchstimmung, die fast schon zu Tränen rührt. Was seltsamerweise in SCORE fehlt, ist der Klassiker, den jeder Gemeinschaftskundelehrer draufhat: einen bestimmten Filmausschnitt mit verschiedenen Musiken zu zeigen

Aber auch scheinbare Nebengleise, etwa die Arbeits- und Denkweise der zumeist klassisch ausgebildeten Orchestermusiker in der Filmmusikproduktion werden vorgestellt — fast alle diese Leute sind „sightreading musicians“, sie können ohne Probe sofort vom Blatt spielen. Hans Zimmer äußert die wohl korrekte Vermutung, dass viele klassische Orchester nur noch existieren, weil sie für Filmmusiken eingesetzt werden. Nach wie vor spielen auch Arrangeure eine große Rolle, die jedes einzelne Orchesterinstrument genau kennen müssen. Auch die Aufnahmestudios werden noch immer nach ihren klanglichen Gegebenheiten ausgewählt (unter die Lupe genommen hier an den Londoner Beispielen A.I.R. und Abbey Road Studios). Und ein paar nette Anekdoten gibt es als Zugabe — etwa jene über Alfred Newman: Er schrieb eine Fanfare, die für MGM bestimmt war, von dieser Firma aber abgelehnt wurde. Newman reichte sie dann an 20th Century Fox weiter — und sie wurde das vermutlich bekannteste akustische Signet der Welt.

Was der Film nicht zeigt: wie Filmmusik komponiert wird. Darüber verraten die befragten Komponisten nichts. Aber wie sollten sie auch? Man kann die eigentliche Kompositionsarbeit nicht zeigen. Statt dessen wird die Bernard Herrman zugeschriebene Binse „There’s only one rule: There are no rules“ bemüht. Ansonsten nähert sich der Film dieser Frage durch die Interaktion mit den Regisseuren. Wie weit eigentlich heute Filmkomposition ins Sounddesign übergeht, und ob das eine gute Entwicklung ist, wird nicht angeschnitten. Auch das zunehmende Problem der Komponisten mit  sogenannten „Tempmusiken“ kommt nicht vor; mit Msiken also, die der Regisseur von CDs „vorläufig“ in den Film einbaut, um dem Komponisten zu zeigen, was er sich ungefähr vorstellt. Das Problem dabei ist, dass sich diese Musiken oft verselbständigen und der Komponist dann nur noch versuchen kann, dasselbe zu liefern, ohne zu klauen. Im guten Fall kann das allerdings auch dazu führen, dass die Tempmusik bleibt, weil sie sich als unschlagbar herausstellt — Beispiel: Stanley Kubricks 2001.

Bleibt noch darauf hinzuweisen, dass soeben auf DVD eine SCORE Vol. 2 veröffentlicht worden ist. Die DVD enthält einige der geführten Interviews in voller Länge. Außerdem gibt es die Interviews — in den USA jedenfalls — auch in Buchform.

Und blöderweise geht mir, seit ich gestern SCORE gesehen habe, dieses Signalmotiv aus Close Encounter of the Third Kind nicht mehr aus dem Kopf. Für Risiken und Nebenwirkungen kann also keine Verantwortung übernommen werden.

Es muss so um 1973 gewesen sein. Da sendete das dezidiert kleingeschriebene ZDF-Kulturmagazin „aspekte“ einen Beitrag über Rockmusik aus Deutschland. Zum ersten Mal sah ich dort Tangerine Dream mit in ihrem Proberaum improvisierten langaushallenden Orgelakkorden, die wohl einer Farfisa und einer Vox entstammten. Das gefiel mir, und so erstand ich am darauffolgenden Tag bei Govi das Album Alpha Centauri von 1971 – an dem Tag das einzige, das sie dort hatten. Das gefiel mir auch sehr gut. Mehr aber auch nicht. Ich habe die Band dann nicht weiter verfolgt und die Platte auch selten wieder gehört.

Aber dann, wohl um 1975, da hörte ich nachts im NDR den xten Teil einer Serie über, ich glaube, David Bowie (wenn mich nicht alles täuscht, war die von Heinz-Rudolf Kunze und nicht mal schlecht, auch wenn er lange auf Bowies angeblichem Hitlergruß herumritt, den es so nie gab). Danach war noch reichlich Zeit bis zu den Mitternachtsnachrichten, und die wurde genutzt für „Ricochet Part 2“ von Tangerine Dreams aktuellem Album Ricochet – und was soll ich sagen: Das hatte mit der Gruppe von 1971 nichts mehr zu tun. Selten hat mich ein Musikstück unvorbereitet derartig aus den Socken gehauen wie dieses, und einen Tag später hatte ich alles, was Tangerine Dream bis dahin gemacht hatten.

Danach hatte ich dann eine ungefähr zwei Jahre anhaltende Phase, in der ich „normale“ Musik kaum noch ertragen konnte. (Ich muss darüber immer noch schmunzeln, weil die von mir geschätzte und leider viel zu früh verstorbene Ingeborg Schober mir irgendwann mal erzählte, dass es ihr ebenso ergangen war; bei ihr war der Auslöser allerdings Eberhard Schoener gewesen.) Tangerine Dream sah ich live zum vierten oder fünften, auf jeden Fall letzten Mal live im Jahr 1982 auf ihrer „Logos“-Tour, bis zu ihrem Hyperborea-Album habe ich die Plattenveröffentlichungen noch verfolgt, dann habe ich das Interesse verloren. Die Band hatte sich inzwischen auf Filmmusik spezialisiert, und die empfand ich im wesentlichen als akustische Auslegeware.

Und nun hat also Edgar Froese seine Autobiografie geschrieben. Jedenfalls steht das so auf dem Cover; ich bin mir nicht sicher, ob ich das Buch so bezeichnet hätte. Froese hat die Arbeit an diesem Buch nicht abschließen können, da er unglücklicherweise mittendrin, im Januar 2015, seine kosmische Adresse wechselte. Zwei Jahre haben die Subskribenten letztlich warten müssen – die von Froese abgeschlossenen Kapitel mussten sortiert werden, dann tauchte plötzlich eine Festplatte mit weiteren Kapitelentwürfen auf, die bearbeitet und eingefügt werden mussten, dann gab es Probleme mit der Übersetzung (das Buch ist parallel in identischer Aufmachung in deutscher und englischer Sprache erschienen), auch Fotorechte waren nicht in allen Fällen einfach zu bekommen, und so wurde der Erscheinungstermin ein ums andere Mal verschoben.
 
 
 

 
 
 
Nun kann man sich darüber freuen, dass das Buch doch noch erschienen ist, aber man wird das Gefühl nicht los, dass es nicht dem entspricht, was Froese wohl vorschwebte. Die Kapitel in Force Majeure sind zwar einigermaßen chronologisch von 1967 bis ungefähr 2014 geordnet, eine zusammenhängende Chronologie bilden sie aber nicht. Eher haben wir es mit einer Sammlung von Einzelepisoden, Histörchen und Anekdoten zu tun. Etliche davon sind schrecklich banal und machen einen, mit Verlaub, hingehauenen Eindruck; ich bin mir ziemlich sicher, dass sie von der später aufgetauchten Harddrive stammen und in dieser Form gar nicht zur Veröffentlichung vorgesehen waren.

Durch fast das ganze Buch zieht sich ein Hauch von Freudlosigkeit. Immer wieder laufen die Schilderungen ins Leere und verlieren sich in endlosen, geschraubten Formulierungen, die Froese wahrscheinlich für eloquent und unterhaltsam hält, die einem aber irgendwann nur noch auf die Nerven gehen. Konzerte und Tourneen scheinen eine einzige Anhäufung von Widrigkeiten gewesen zu sein, ausgelöst zumeist durch dämliche Veranstalter, Gewerkschaftsidioten, stupide Hausmeister und verstärkt noch durch begriffsstutzige Journalisten, denen Froese vermutlich nicht mal einen Bleistift anvertraut haben würde. Wenn er von seinen Mitstreitern, Freunden oder Verhandlungspartnern berichtet, oder auch von David Bowie, der eine kurze Zeit sogar in Froeses Wohnung lebte, gelingt es ihm nicht, sie in ihrem Wesenskern zu erfassen und nachvollziehbar darzustellen. Selbst belanglose Zwischenfälle werden stets bis ins Hysterische hochgedreht, und man fragt sich, wie überhaupt je ein Konzert heil über die Bühne gehen konnte.

Seinen Mitmusikern stellt Froese Beurteilungen aus, die sich wie Kopfnoten im Schulzeugnis lesen — oft fehlt nur noch „er hat sich stets bemüht, die ihm zugeteilten Aufgaben zu unserer Zufriedenheit zu erfüllen“. Die jedem Fan bekannten Spannungen zwischen Froese und Christoph Franke zeigen sich im Buch nur darin, dass Froese ihn durchweg als „Franke“ bezeichnet, während andere immerhin einen Vornamen haben. Worin die Spannungen aber nun bestanden, das bleibt im Dunkeln. Über Johannes Schmölling erfahren wir im wesentlichen, dass er seine Selbstdrehzigaretten in der Tasche herstellen konnte. Immerhin auch eine Leistung; ich konnte das nicht. Interessant immerhin, wer im Buch nicht namentlich erwähnt wird – Rolf-Ulrich Kaiser beispielsweise, obwohl der immerhin die ersten vier Tangerine-Dream-Alben auf seinem Label veröffentlichte.

Dabei hätte Froese ja durchaus einiges zu berichten. Seine Erfahrungen mit der amerikanischen Filmmusikproduktion sind schon interessant (und desillusionierend). Die Vorkommnisse vor einem geplanten Konzert in Marseille lassen einen wirklich nach Luft schnappen (nein, ich verrate es hier nicht). Der Abschnitt über die deutsche Community in Florida, die von der Band Countryrock und Tanzmusik aus dem Kohlenpott erwartete, könnte wirklich witzig sein, wenn sich Froese nicht so endlos verquatschen würde. Am schrecklichsten wird es immer dann, wenn er sich an Dialogen versucht. Die sind so umständlich und so hölzern, dass man geradezu den Wurm darin ticken hört.

Edgar Froese war eine knorrige Eiche, trutzig in die feindliche Landschaft gestellt und vom Sturmgebraus zerzaust. Angenagt immer wieder von dahergelaufenen Würmern, die nichts anderes zu tun hatten als ihm das Leben schwer zu machen, umringt von Figuren, die irgendwo auf dem Weg zum Primaten hängengeblieben waren, so stand er da, er konnte nicht anders. Des Lebens Unbill lastete zentnerschwer auf seinen Schultern, der Mann stand mit Jean Cocteau auf und ging mit Schopenhauer schlafen. Seite für Seite spürt man sein Kopfschütteln über die Banalitäten, die ihm das Leben tagein, tagaus zumutete. (Dass Froese über Kants kategorischen Imperativ promoviert habe, ist ein Wikipedia-Märchen.)

Nur im letzten Viertel des Buches, da passiert ein spürbarer Sprung. Da spricht plötzlich ein persönlicher Froese. Da berichtet er plötzlich von seiner familiären Situation, vom Tod seiner Frau, von seiner neuen Liebe, vom Zoff mit seinem Sohn. Da reflektiert er plötzlich über Musik und Gesellschaft. Und dazu hat er wirklich etwas zu sagen. Wäre das gesamte Buch auf diesem Level, man könnte sich nicht beklagen. Literarische Meisterleistungen erwartet man ja eh nicht.

Force Majeure ist erschienen in Froeses / Tangerine Dreams eigener Vertriebsfirma Eastgate Music & Arts und kann auch nur dort bezogen werden. Obwohl das Buch nur Text und eine Fotostrecke ohne Großfotos enthält, hat man sich dafür entschieden, das 420 Seiten starke Buch im unhandlichen Coffeetable-Format zu veröffentlichen. Einen ersichtlichen Grund dafür gibt es nicht — die Kosten mögen eine Rolle gespielt haben. Auch einen professionellen Buchgestalter wollte man sich anscheinend sparen, und so verschwindet jetzt der jeweils innere Rand des zweispaltig layouteten Textes annähernd in der Bindung, wenn man die Seiten nicht ständig flachgedrückt hält. Die Fotostrecke ist auf besserem Papier gedruckt, leider aber – in meinem Exemplar jedenfalls – schief ins Buch eingebunden und schlägt Wellen.

 

Tangerine Dream — Force Majeure
Die Autobiografie, geschrieben und zusammengestellt von Edgar Froese,
Add-ons von Bianca Froese-Aquaye
Eastgate Music & Arts
ISBN 978-3-00-056524-3
Berlin 2017

2017 29 Dez

Medienphrasen 2017

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Alle Jahre wieder: Meine Blütenlese der albernsten Phrasen und abgenutztesten Metaphern in deutschen und amerikanischen Medien.

  • Sicherheitskonzept
  • in trockenen Tüchern
  • [sic!]
  • Exzellenzcluster
  • Gemengelage
  • Aktivist
  • Experte
  • Räume bespielen
  • Filterblase
  • Echokammer
  • Narrativ
  • artisanal
  • wertig
  • der große Teich
  • Vordenker
  • Leadership
  • Alphatier
  • abfackeln
  • gerät immer mehr unter Druck
  • scalable
  • grünes Licht
  • Sex-Täter
  • intrinsisch
  • newly renovated / neu renoviert
  • We’ll circle back to that
  • volle Härte
  • visionär / visionary
  • kreative Querdenker
  • offenes Geheimnis / open secret
  • Sustainability
  • der Berg kreißte und gebar eine Maus
  • ins Gelbe Trikot fahren
  • Game Changer 
  • angedacht haben
  • aus dem Nähkästchen plaudern
  • battle with cancer
  • Kasse klingelt
  • steile These
  • atmender Rahmen
  • befüllen
  • Rock-Röhre
  • im Raum stehen
  • Influencer
  • verhärtete Fronten
  • schallende Ohrfeige
  • hyperlocal
  • dystopisch/dystopic
  • bleibt abzuwarten
  • Schreckgespenst
  • zähes Ringen
  • wohl den Schuss nicht gehört haben
  • qualitätsvolle Inhalte
  • sei dahingestellt
  • gefühlt
  • Reich der Mitte
  • Impulsreferat
  • Zerreißprobe
 
Sollten Sie dieses Jahr den Schuss nicht gehört haben: 2018 bestimmt.

2017 3 Dez

Jans Alben 2017

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01. Kate Bush: Before the Dawn

02. Hans-Joachim Roedelius & Arnold Kasar: Einfluss

03. Dieter Moebius: Musik für Metropolis

04. Phew: Light Sleep

05. Peter Gordon w/ David Van Tieghem & Love of Life Orchestra: Condo (EP)

06. Lana Del Rey: Lust for Life

07. Six Organs of Admittance: Burning the Threshold

08. Yello: Live in Berlin

09. Various: Hans Zimmer — The Classics

10. Tangerine Dream: Quantum Gate

 
 
 
Kate Bush: Unvermeidlich — eigentlich zwar von 2016, erschien aber so spät im Dezember, dass sie nicht mehr für meine 2016-Liste berücksichtigt werden konnte, deswegen jetzt hier. Viel zu gut, um unter den Tisch zu fallen, aber auch ein bisschen anstrengend — das Thema der CD 2 ist ja schließlich keine Kleinigkeit.

Roedelius & Kasar: Ein rundes Album, an dem es einfach nichts auszusetzen gibt.

Moebius: Als Filmmusik für Metropolis eher nicht ideal, als eigenständiges Werk aber definitiv unterschätzt.

Phew: Dieselbe Phew aus Japan, die schon 1988 ein Album mit Holger Czukay und Jaki Liebezeit gemacht hat. Sperrig, aber lohnend.

Peter Gordon & Co: Was die Leute noch so alles in den Schubladen haben … Aber wenn David Van Tieghem dabei ist, bin ich immer neugierig.

Lana Del Rey: Dies scheint zunächst ein freundlicheres Album zu sein als die beiden Vorgänger, aber da darf man sich nicht täuschen lassen. Eine faszinierende Stimme allemal. Auf die Rap-Einlagen hätte ich trotzdem gut verzichten können.

Six Organs of Admittance: Ein schönes Album. Wenn die mir allerdings erzählen würden, sie hätten niemals Brainticket gehört, würde ich ihnen nicht glauben.

Yello: Das Schweizer Kraftwerk. Die 80er sind wieder da, diesmal aber mit zehnköpfiger Band inklusive fünf Bläsern, dazu ein Percussionist und die exzentrische Sängerin Fifi Rong aus Shanghai. Ansonsten überraschungsfrei, aber einfach gut gemacht. Dieter Meier bringt „Bostich“ ohne Versprecher über die Bühne — Respekt.

Hans Zimmer: Auch mir als bekennendem Zimmer-Fan ist nicht entgangen, dass sein Album Live in Prague total überproduziert ist, und selbst auf der CD hört man noch, dass dem Publikum die Ohren weggeflogen sein müssen. Hier auf The Classics aber werden Zimmers Kompositionen auf sehr unterschiedliche Weise von Leuten wie Lang Lang, Till Brönner, Maxim Vengerov, The Piano Guys, 2Cellos und anderen interpretiert, und das lässt sich hören.

Tangerine Dream: Der 2015 verstorbene Edgar Froese spielt hier selbst noch mit, wenn auch nur indirekt. Seine Mitstreiter Thorsten Quaeschning, Ulrich Schnauss und die Violinistin Hoshiko Yamane haben seine elektronisch für dieses Album hinterlassenen Skizzen vervollständigt. Herausgekommen ist dabei ein zwar überraschungsfreies, gleichwohl aber druckvolles Album, das an beste Hyperborea-Zeiten anknüpft.

 

Knapp nicht in meine Top 10 haben es geschafft:
 
The Beatles: Sgt. Pepper (50th Anniversary Edition); Cluster: Konzerte 1972/1977; Brian Eno: Reflection (fraglos eine schöne Platte, aber in dieser Musiksparte ist sein Thursday Afternoon einfach nicht zu toppen); Kraftwerk: 3-D The Catalogue (inzwischen Grammy-nominiert für die Acht-CD-Box selbst, desgleichen für Fritz Hilperts 3-D-Mix, für Fans interessant, aber letztlich eben doch kein neues Album); Jeff Lorber Fusion: Prototype (handwerklich erstklassig gespielter Fusion, aber irgendwie überzeugt mich das Ganze dann doch nicht — man hat diesen Stil einfach zu oft gehört); John Maus: Screen Memories (jedes Stück für sich genommen gut, insgesamt mir aber zu einförmig); Mike Oldfield: Return to Ommadawn (gut, aber etwas kühl geraten und kommt nicht an das ursprüngliche Ommadawn-Album heran); Hans-Joachim Roedelius, Christopher Chaplin, Andrew Heath: Triptych in Blue (auch sehr schön, aber Einfluss ist besser).

 

Wiederentdeckt:
 
Ry Cooder & Manuel Galban: Mambo Sinuendo (2003)

Chick Corea: Return to Forever (1976)

Bob Dylan: Street Legal (1978)

2017 29 Nov

The Stamp Thing

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Yesterday at the post office.
 

Me: Please, could you give me ten global stamps?

Lady behind the counter: Do you eat deer meat?

Me: Sorry, I didn’t understand …?

Lady behind the counter: Deer meat. Do you eat that?

Me: Deer meat? No. Do you have some leftovers you want to get rid of, or why do you ask?

Lady behind the counter: Where do you come from? Are you from England?

Me: No, I’m from Hamburg, Germany.

Lady behind the counter: You have an English accent.

Me: That’s fine. I need ten global stamps. Do you sell them here?

Lady behind the counter (to her colleage at the next counter): Do you have global stamps left?

Lady behind the next counter (rummages around a while and finally finds some. Hands them over.)

Lady behind the counter: Elevenfifty. Thanks. Have a great day!

Me: Same to you, thanks.

 
Must be American humor.

 

 
 
 
In Wirklichkeit heißt der Mann also Karlheinz. Zu Herrn Karl wurde er erst, als es darum ging, seinen Namen für die Kraftwerk-Bühne in Neonrohr zu biegen: Da ist Karl eben nur halb so teuer wie Karlheinz.

Wenn das alles wäre, was man aus der soeben vorgelegten Autobiografie des Musikers Karl Bartos erfahren würde, wären 600 Seiten ein bisschen viel. Aber man erfährt doch eine ganze Menge mehr. Um falschen Erwartungen vorzubeugen, sollte man sich zunächst klarmachen, dass dies die Autobiografie Karl Bartos‘ ist, nicht die Story von Kraftwerk — die nimmt zwar den größeren Teil des Buches ein, und sie klebt, wie er selbst sagt, wie ein Schatten an ihm, aber sie ist nicht sein ganzes Leben.

Karl Bartos, geboren in Berchtesgaden, aufgewachsen in Düsseldorf, heute in Hamburg lebend, ist ausgebildeter klassischer Perkussionist, der in Schlager- und Tanzbands ebenso gespielt hat wie im Opernorchester. Zur Abschlussprüfung spielte er Gary Burtons nur scheinbar unauffällige Solokomposition „The Sunset Bell“ — aber wer das Werk mal konzentriert gehört hat, wird ungefähr einordnen können, auf welchem spielerischen Niveau er sich bewegt. Kraftwerk war denn zunächst auch nicht mehr als ein Job unter diversen, bis ihn die Kraftwerker ultimativ aufforderten, exklusiv für sie zur Verfügung zu stehen (man könne schließlich nicht gleichzeitig für Mercedes und BMW arbeiten). Dass sie ihn damit zu einem Unternehmer machten, der nur einen einzigen Kunden haben durfte, fiel ihm wohl selbst erst später auf — dann allerdings umso unangenehmer, denn klare Absprachen oder Verträge gab es nie. Jahrelange Rechtsstreitigkeiten folgten auf dem Fuße.

Aber das ist ein Vorgriff. Bartos schildert zunächst mal seine Jahre mit Kraftwerk, die die Alben von Radioaktivität bis Electric Cafe umfasst. Man lernt Titel für Titel die Arbeitsweise der Gruppe kennen, die „Writing Sessions“, und seinen eigenen steigenden Anteil daran. Er war weit mehr als nur „der Drummer“. Wer Bartos‘ spätere Soloplatten kennt, kann seine Handschrift auch bei Kraftwerk ohne große Schwierigkeiten heraushören. Als Co-Autor genannt zu werden ist ihm schließlich gelungen; später sogar — was ich nicht wusste — haben ihn Ralf und Florian auch an den Plattenverkäufen beteiligt.

Man erfährt, dass das Radio-Aktivität-Album auf einer geliehenen Achtspurmaschine aufgenommen wurde und Trans Europa Express in den angesagtesten Studios der USA gemischt, die Mischung dann aber doch verworfen wurde, weil sie zu amerikanisch klang. Zu den interessantesten Teilen des Buches gehört das jahrelange Drama um das Electric Cafe-Album. Das begann schon damit, dass die EMI die Platte unabgesprochen angekündigt hatte und daraufhin überstürzt die „Tour de France“-Single veröffentlicht wurde. Dass das Album dann jahrelang nicht fertig wurde, lag daran, dass die Gruppe ihr Equipment auf digitale Technologie umstellte, was einen Umbau nicht nur des Studios bedingte, sondern — und das war der eigentliche Knackpunkt — die bis dahin praktizierte Arbeits- und Kompositionsweise unmöglich machte. Diese nämlich beruhte auf unmittelbarer Kommunikation im Studio. Durch die Digitaltechnik war plötzlich jeder der Musiker auf sich selbst bezogen, und die Band fand keinen Weg, damit umzugehen. Es stellte sich heraus, dass Musik nicht zwangsläufig dadurch besser wird, dass man das jeweils modernste Equipment verwendet. Es gibt wichtigere Faktoren, zu denen sie aber den Rückweg nicht mehr fanden.

Karl Bartos verließ die Band während der Arbeit am Mix-Album, weil er schlicht nichts mehr zu tun hatte. Bezeichnend ist das Unverständnis, das ihm dafür von Hütter und Schneider entgegenschlug. Und es spricht für ihn, dass er das Buch nie dazu nutzt, irgendwelche Schmutzwäsche zu waschen, obwohl der Frust nicht selten zwischen den Zeilen steht. Und auch viele Fans nahmen ihm seinen Weggang übel. Das zum Teil wirklich widerliche Bartos-Bashing jedenfalls, das in einigen Kraftwerk-Foren im Internet bis heute losbricht, wenn nur sein Name erwähnt wird, spricht Bände. Aber das ist nur ein Teil der Fans; die meisten wissen seinen Anteil an der Gruppe sehr wohl einzuordnen.

Nach seinem Weggang machte Bartos zunächst die unangenehme Erfahrung, dass etliche Türen, die ihm als Mitglied von Kraftwerk stets geöffnet worden waren, jetzt verschlossen blieben. Es ist interessant zu lesen, wie er sich dann doch irgendwie mit der Situation arrangierte, bis heute. Mehr erfahren hätte ich gern über seine Gastprofessur an der UdK in Berlin, aber da bleibt es bei wenigen Seiten.

Bartos ist kein professioneller Autor, dennoch liest sich das Buch gut und flüssig. Gelegentlich hätte man ihm ein besseres Lektorat gewünscht (falsch geschriebene Namen, gelegentliches Namedropping und die eine oder andere Stilblüte wären so vermeidbar gewesen), aber das ist Kleinkram. Ein kleines bisschen mehr analytische Tiefe hätte manchmal auch nicht geschadet, das Buch verbleibt doch stark auf der rein deskriptiven Ebene. Aber während die 1999 erschienene Autobiografie von Wolfgang Flür mir über weite Strecken eher „wishful thinking“ gewesen zu sein schien, liest man Bartos‘ Buch in jedem Fall mit Gewinn.

 

2017 10 Sep

Here you get it all!

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Gestern durch Zufall bei Youtube gefunden: Werner Penzels Dokumentarfilm Vagabundenkarawane von 1979 über die achtmonatige Reise der Gruppe EMBRYO mit drei ziemlich schrottreifen Bussen durch Griechenland, Türkei, Iran, Afghanistan, Pakistan und Indien – der Hippie-Trail im O-Ton sozusagen.

Lange Fahrten auf öden Straßen. Regenzeit. Brennende Sonne. Montezumas Rache. Und eine natürliche Geburt irgendwo am Ende der Straße in Afghanistan, aber auf eine Ärztin möchte man doch lieber nicht verzichten. Dazwischen Auftritte der Band, teils spontan und mit örtlichen Musikern, etwa dem Karnataka College of Percussion, aber auch mit z.B. einem lokalen Zauberer, der zum ersten Mal in seinem Leben auf einer elektrischen Orgel spielt. Andere, offizielle, Auftritte waren in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Goethe-Instituten organisiert.

Ich meine den Film 1979 oder 1980 in seiner Originalfassung im ZDF gesehen zu haben. Es gab ihn zeitweilig auch auf DVD, die aber sehr schnell zu Fantasiepreisen gehandelt wurde. Ich habe den Film deshalb seit damals nicht mehr wiedergesehen – und nun, zu meiner Überraschung, steht er plötzlich auf Youtube (jetzt mit zeitgemäßem Deppenleerzeichen: „Vagabunden Karawane“), anscheinend sogar auf einem „offiziellen“ Kanal, so dass man hoffen darf, dass er dort eine Weile bleiben wird. Der Film ist digital restauriert, dem Ton ist das gut bekommen, dem Bild nicht immer. Hauptproblem allerdings ist die Kürzung: Von den ursprünglich 115 Minuten sind jetzt nur noch 88 übrig. Man hat, wenn mich meine Erinnerung an die ZDF-Ausstrahlung nicht trügt, etliche Reisebilder weggelassen und weitgehend auf die erklärenden Kommentare verzichtet. Die fehlen dem Film jetzt. Man wollte sich offenkundig auf die Musik konzentrieren. Die allerdings, wenn wir mal ehrlich sind, ist nicht immer so mitreißend, dass sie den ganzen Film allein tragen kann. Ab etwa der sechzigsten Minute beginnt sich die Angelegenheit ein wenig zu ziehen.

Aber sehenswert ist die Vagabundenkarawane noch immer. Und die Musik dazu gibt es noch immer auf Doppel-LP oder einer leicht gekürzten CD – einer meiner Langzeitbegleiter auf dem MP3-Player:
 
 
 

 

 

 
 
 

Überraschungsarm, aber sehr angenehm und leise. So leise, dass man immer wieder einmal den Klavierhocker knarren hört. Auch andere Nebengeräusche fügen sich ins Klangbild, und man weiß nicht immer, ob sie beabsichtigter Teil der Musik oder akustischer Beifang sind.

Über Hans-Joachim Roedelius muss man nichts mehr sagen. Hier spielt er Klavier, ausschließlich, aufgenommen in seiner Wohnung in Baden bei Wien. Der schon durch den Anschlag sanfte Klavierklang wird noch zusätzlich abgedämpft, indem Roedelius‘ 30 Jahre jüngerer Mitstreiter Arnold Kasar die Saiten mit Filz präpariert hat.

Man kennt die weitgehend improvisierten melodischen Girlanden und impressionistischen Akkorde eigentlich seit vielen Jahren, aber Roedelius erschafft sie in immer neuen Wendungen und Variationen, und kaum jemals werden sie langweilig. Arnold Kasar, mit elektronischen Mitteln, stellt sie in den 19 Tracks in immer neue, nie aufdringliche, aber stets präsente akustische Umgebungen. Mehr passiert im Grunde auf der ganzen CD nicht, außer dass die Intensität des Spiels im Laufe der Platte zunimmt. Aber das genügt schon, um die 76 Minuten Spieldauer ohne Durchhänger auszufüllen.

Arnold Kasar hat mit der Abmischung der Stücke bereits während der Zugfahrt von Wien nach Berlin begonnen. Vielleicht ist das ein Fingerzeig darauf, dass Einfluss eine sehr kopfhöreraffine Platte geworden ist.

Für mich schon jetzt eine meiner Platten des Jahres. Und für Roedelius, da bin ich sicher, eine ihm keineswegs gleichgültige späte Anerkennung, dass die Scheibe beim Yellow Label der DG erschienen ist. Dort darf tatsächlich noch immer nicht jeder.


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