Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: September 2023

 

Die aktuelle Ausstellung im Warhol Museum: The Scepter Studio Sessions, die Aufnahme der LP The Velvet Underground & Nico.

 

 

Außer einigen Filmen und Fotos ist allerdings nicht viel zu sehen. Immerhin aber die originalen Tonbänder — selbstverständlich, wie sich’s gehört, in Mono, plus die dazugehörigen Schachteln und zwei originale Blätter von Lou Reed mit Gitarrengriffen.

 

 
 

 
 

 

Und natürlich das Cover in allen möglichen Varianten,

 

 

und ein bisschen Kitsch drumherum:

 

 

Die Ausstellung in Pittsburgh läuft noch bis Mitte September.

 

Die Freiheit, frei zu sein

Hannah Arendt

 
 

Ich stehe am Ufer vom Plattensee, genauer in Balatonalmadi, da wo die Lehrstuhlnachfolgerin von Hannah Arendt, Agnès Heller, ins Wasser ging und vom Schwimmen nicht mehr zurückkehrte. 2019, Sie war 90 Jahre alt. Diese Philosophin war eine laute Stimme gegen Viktor Orban, den sie furchtlos der Lügen bezichtigte. Ich hörte dieser energischen Frau sehr gern zu. Solche kämpferischen Stimmen bräuchte es dringend.

Hier am Balaton bin ich aber nicht wegen der Philosophie, sondern wegen des Balkan:Most Projektes. Es findet in Veszprem statt. Das Städtchen (50000 Einwohner) ist u.a. zur europäischen Kulturhauptstadt ausgezeichnet worden. In Veszprem treffen sich natürlich hauptsächlich die Völker der Balkanländer, aber auch Kulturinteressierte aus dem Westen sind hier. Veczprem ist der Hammer! Die Stadt liegt nur 2,5 Stunden Bahnfahrt südwestlich von Budapest entfernt. Sie erstreckt sich auf 5 Hügeln in grüner Landschaft. Im Festivalprogramm steht, man soll zur Burg hinaufgehen, wenn man auch die dritte Bühne der Balkan:Most mitnehmen will. Aber da gibt es keine Burg, dafür einen Augenschmaus an Barock und Jugendstil. So, forget the castle

 
 
 


 
 
 

Natürlich ist es ein sinnliches Erlebnis, hier in Ungarn Balkanmusik zu hören. Hier treten die besten Musiker aus Ungarn, Rumänien, Serbien, Mazedonien, Albanien, also hier rollt/rockt der gesamte Balkanmusikexpress. Auf den Konzerten ist ausgelassene Stimmung. Alle Konzerte sind frei. Das tolle Wetter auch.

 
 
 


 
 
 

Ich habe hier alte, vergessene Lieder aus Albanien gehört von DINA E MEL. Stolze Mazedonier Loblieder auf ihre Stadt Skopje gehört von der Band BAKLAVA. Ein feines Duo aus den bulgarischen Bergen. Die FYING NOMADS verwenden in ihren Kompositionen Geräusche aus der Natur. Eine einzige Hommage an Mother Earth.Die serbische Band NAKED versetzt das Publikum in emotionale Wechselbäder. Von tieftraurig bis fröhlich ist alles dabei. Neben den südosteuropäischen Musikern treten auch Bands aus dem Westen auf. Gestern Abend brachte die französische Band LA CARAVANE PASSE das Städtchen zum Wackeln. Alle tanzten.

Heute Abend spielt zum Abschied MANU CHAO. Auf ihn freue ich mich sehr. Hoffentlich überrascht er mich nicht so wie DANIELE SEPE, den ich noch als neapolitanischen Protestsänger in Erinnerung habe. Er spielte ausschließlich am Saxophon. Aber au net schlecht.

Das Balkan:Most Projekt wird von Womex unterstützt, was ja für die Musiker vom Balkan eine tolle Gelegenheit ist, sich neu zu vernetzen. Die Konzerte sind wie gesagt frei, auch die Bahn ist für Ältere umsonst. Von den Leuten, mit denen ich gesprochen habe, erfuhr ich, dass sie Ungarn lieber verlassen würden. „Orban ist ein Diktator, aber Ungarn ist keine Diktatur“, sagte Agnès Heller über ihr Land.

Next Stop: … da wo die wilden Donau-Schwaben wohnen …

 

2023 9 Sep.

Mister Teflon

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Man soll die Früchte ernten, bevor sie fallen – das gilt auch für alles, was so unter den Nägeln brennt, bevor dem dann der innere Zensor mittels Schreibhemmung den Garaus macht. Gestern also kurz vorm Zubettgehen noch in eine Talkshow getappt: da sitzt ein junger Mann, über dessen Testosteronspiegel man sich keine Sorgen machen muss, in Papageien-buntem Anzug in seinen besten Jahren und gibt redundant zum Besten, was er meint: dass Wissen wichtig sei für Bildung und man deshalb Fakten gründlich recherchieren müsse. Die ehrenwerte Elke Heidenreich auf dem Platz neben ihm wirft ein, Bildung sei nicht identisch mit Fakten-Wissen, es gehe auch um das eigenständige Verknüpfen von Zusammenhängen. Unsere schillernde, mit Teflon bespickte Testosteronfigur versteht nicht, redet unbehelligt weiter. So geht kein Dialog, denke ich, sondern rabiate Selbstdarstellung. Frau Heidenreich schaut schweigend-pikiert ins Leere und ich schaue mit ihr. Die ebenso anwesende Milliardärsgattin und Schauspielerin Veronica Ferres legt bekräftigend nach und wirft das Stichwort „Herzensbildung“ in die illustre Runde. Mister Teflon scheint jeden ergänzenden Einwand als Angriff zu sehen (Pawlowscher Reflex), hat wohl auch kein Gespür für die Lebenserfahrung älterer Generationen und unsereins schaltet fluchtartig das Gerät ab. Ein kurzer Moment nur, in dem viel passiert ist und etwas unangenehm aufflackerte: mittlerweile darin geschult, sich blutspritzende Tarantino-Filme oder Not-Operationen von Dr. House serienweise anzuschauen (hier wirkt mein Teflon), so wirken doch solche Peinlichkeiten auf mich unverdaulich, fast wie Gewalt.

 

2023 8 Sep.

Turn your radio on (2)

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Popsongs in der Gegenwartsliteratur gibt es eine ganze Menge. Und man sollte die Songs kennen, weil sie eine weitere Interpretationsebene bieten können. Gerade habe ich die Besprechung eines Prosatextes vorbereitet, der mit einem Song beginnt, der im Radio läuft: Sommer of ’69 von Bryan Adams.

 

2023 7 Sep.

Turn your radio on

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Neues von der improvisierten Musik

 

Eine rundum vergnügliche Stunde habe ich gestern Abend am Radio verlebt. Besonders angetan hat es mir die Musik Wolfgang Muthspiel – die LP ist praktisch schon gekauft – und der immer sympathische Alabaster DePlume. Sehr dicht wurde es dann in dem Beitrag über Keith Jarretts Bremen / Lausanne Album: deep listening in der Struktur der Magie. Der Tribut an Jon Hassell von Jan Bang und Eivind Aarset war dann ein perfekter Ausklang.

 

2023 6 Sep.

Frühabend

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Durch einen freundlichen Zufall bin ich auf der Seite des Radiohörers auf das Hörspiel Peyote Dance von und mit Werner Herzog, Patti Smith und dem Soundwalk Collective gestoßen. Während ich mit drei zu spät geernteten Tomaten, zwei Zwiebeln, Knoblauch, einer Chilischote und Reis schnell etwas zu essen machte, waberten Soundscapes und die beiden hypnotischen Stimmen durch mein Bewusstsein, dazu Texte über Bardo & Electroschocks, Einzelzellen, Peyote Pilze, schwarzer Magie, das Exkrement des göttlichen Leids und die unheilige Mutter. Hm. Vielleicht hätte ich nicht nebenbei kochen sollen, oder vielleicht hätte ich besser „The Elements“ von Joe Henderson hören sollen, die doch schon auf dem Plattenteller bereit lag. Jedenfalls fiel mir dann noch ein, dass ich doch diesen Film sehen wollte, zu dem Soundwalk Collective den Soundtrack gemacht haben, wie hieß der doch gleich, drei mal geclickt und festgestellt, dass es sich dabei um All The Beauty And The Bloodshed handelt, der nun über Amazon Prime verfügbar ist und den ich mir dann demnächst anschaue – mal sehen, ob noch vor oder erst nach Jackie Brown.

 

Auch wenn der Drogenfahnder Ray Nicolette die Eigenschaften, die ihren Status als Benachteiligte ausmachen, klar benennt – sie ist eine Frau, ihre Hautfarbe ist schwarz, sie ist schon 44 Jahre alt und sie verdient als Stewardess einer kleinen mexikanischen Fluggesellschaft nur 16.000 Dollar im Jahr – Jackie Brown lässt sich nicht beirren. Im Jahr 1997 war es noch nicht üblich, dass das Flugpersonal in den USA sein Gepäck beim Sicherheitscheck durchleuchten lassen musste. Noch vor dem 9/11 wird Jackie Brown von Quentin Tarantino diese Praxis geändert haben.

Die Songs spielen hier eine große Rolle. Across 110th Street von Bobby Womack steht für den Wunsch, das Ghetto hinter sich zu lassen. Das bildet den Rahmen eines Films, in dem mehrmals Handfeuerwaffen zum Einsatz kommen, das Töten aber nicht so abstoßend dargestellt wird wie beispielsweise in Pulp Fiction.

Die schönste Szene spielt in Jackie Browns Wohnung, nachdem sie aus der U-Haft entlassen wurde, gegen eine Kaution, für die der Kautionsmakler Max Cherry verantwortlich ist, der sie am Vortag abgeholt und nach Hause gebracht hat. Wir befinden uns im Jahr 1997. Es geht hier nicht um den Austausch über Musik. Es geht darum, einen Bezug zueinander aufzubauen, einander zu vertrauen. Die Worte sind nur das eine. Die Gesten, die Stimmen, die Haltung der Körper sind es, die erzählen. Und die Gesichter. Entscheidungen werden in diesem Film binnen Bruchteilen von Sekunden getroffen, vor allem weichenstellende Entscheidungen. Wird etwas bereut, am Ende des Film? Sehen Sie in die Gesichter. Jackie Brown ist ein Kultfilm.

 
 

 
 
Der Film funktioniert nur im englischen Original. Hier ein Auszug aus einem Dialog:

Ordell: That shit works my nerves, you and that motherfucker being so buddy-buddy.

Jackie: Hey, if I wasn’t so buddy-buddy with that motherfucker, this wouldn’t work.

2023 5 Sep.

Zwei Maler

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In der frühherbstlichen Stimmung der letzten Woche gemütlich eingelümmelt vor dem Bildschirm folgte ich spätabends mal wieder den Spuren der Kunst (Prägung, Interesse und permanente Witterungsaufnahme sind hier irreversibel). Zwei Maler waren es, die unterschiedlicher nicht sein könnten und anhand derer man einen Zwiespalt ausmachen kann: Markus Lüpertz und Wolfgang Beltracchi. Wenn nämlich Letzterer sagt, man müsse für das, was sich heute Kunst nenne und sich weder auf Tradition noch auf handwerkliches Können („Vermögen“) stütze, sondern Betätigung sei im Sinne von kreativer Entfaltung und Ego-Performance, einen neuen Namen finden. Beltracchi, der Kopist und Maler ohne Eigenschaften: es sei ein genetischer Defekt, dass er in der Lage sei, sich in die Haut und in die Zeit eines jeden Künstlers hineinzuversetzen. Er berichtet von Zeitreisen in die Historie und ich bekomme eine Gänsehaut. In gelenkten Träumen nachts gehe er auf Wanderschaft, aber lustig sei das nicht: sehr laut und überall üble Gerüche. Ich freue mich jetzt schon auf die geplante Netflix-Serie dieses spannenden Lebensweges. Was der Kunst-Kopist aber nicht abdeckt, hat Kollege Lüpertz um so mehr drauf: sich abrackern in einem schöpferischen, mühevollen und authentischen Findungsprozess, mittlerweile am Stock humpelnd, weil keine Zeit und Lust für eine Knie-OP. Die Kraft des Kunst-Schaffens scheint so gross, dass selbst ein kaputtes Knie zur Nebensache wird. Insofern könnte man jede Hypochondrie auch als Mangel an Lebenssinn interpretieren. Eindrucksvoll auch der Einblick in Lüpertz‘ Malklasse, wo der Meister die Versuche seiner SchülerInnen unter die Lupe nimmt. Ein Deja-Vu, weil: habe ich selbst erlebt als Student. Diese Sicherheit, zu erkennen, was nicht stimmt, wo der Holzweg ist, wo man sich was vormacht. Wie sagte mal ein Prof zu mir: „Wie’s kömmt, so’s frömmt.“ Aus Narzissmus und Idealismus heraus ist noch nie ein gutes Bild entstanden. Ohne eine gewaltige Passage von Frustrationen wird niemand jemals Bildender Künstler. Wenn ich Lüpertz sehe, kriege ich aber wieder Bock zu malen: Wucht, Farbklang, Formkraft. Wen wundert’s: der Mann ist auch gut in Schrift und Wort, zudem musiziert er am Flügel öffentlich mit professionellen Jazzern wie Manfred Schoof („Der direkteste Weg zum Glück“). Und Belzebub Beltracchi, Kunstfälscher im Ruhestand, signiert nun mit eigenem Namen, nach reumütiger Knast-Erfahrung. Gefragt, was er verdiene: er mache ja nicht mehr viel, höchstens fünfzehn Bilder im Jahr. Und? Hunderttausend bis eine Million. Pro Jahr? Nee, schon pro Werk.

 

 
 

One day Donald Trump was sitting at his office desk in Mar-a-Lago when he sensed a strange presence. He looked up to find a middle-aged man wearing a dull grey business suit and a fedora, holding an official-looking clipboard.

“Mr. Donald J Trump?”

“How the hell did you manage to get here?” Trump fumed. He had been sorting through dismal reports on yet another failed business venture and had no time for this nonsense.

“Sorry to disturb you, sir, but we have business to attend to.”

Trump looked the man up and down. What a loser, he thought.

 “What business would that be? And where did you get that cheap suit, from the rack at Men’s Wearhouse? Who are you anyway?”

“I am known by many names, sir. The Grim Reaper. Thanatos. Hades. But I prefer Death.”

“Now I’ve heard everything. Who the hell are you really?”

Death stuck out a bony finger and touched the only living thing (besides Donald Trump) in the room—a single white orchid in full bloom. The minute he touched its delicate petals, they withered.

“Nice trick, mister, but no more BS. Who the hell are you?”

“I already told you, sir. I am here to inform you that your time has run out.”

“No, that can’t be right. My doc just informed that I’m in excellent health. Of course I pay him a lot of money to tell me that.”

Death smiled and said, “It doesn’t matter, sir. When it’s your time, it’s your time. There’s really nothing you can do about it.”

Trump stared at the man in the grey suit and reached for his phone. “Hey security, we’ve got an intruder here. Get up here immediately and get him off my goddamn property.”

By the time the security men showed up, Death had vanished. “Did you guys see him? This creep barged into my office and threatened to kill me!”

“President Trump. Our people checked the perimeters of the property. Alarms and security cameras didn’t alert us of an intruder.”

“But he was just here! You idiots better double check.”

The security guards looked at one another, the same question in their eyes: Was the big guy finally losing it? 

“If you’d like, we’ll post two security officers in front of your office while we check this out.” Trump nodded and went back to his tasks.

The moment they left, Death reappeared. He was looking at his watch. “Mr. Trump, we really haven’t got all day. I’m on a pretty tight schedule here. I suggest you prepare yourself for your Great Transition.”

“Great Transition, my ass. I have things to do, elections to win, opponents to crush, deals to be made. How about leaving and coming back for me in, say, 20 years?”

 “It doesn’t work like that, sir. You see, each day I check my docket and there’s a list of those I need to take. You came up this morning. Yes, see.” Death turned his clipboard toward Trump and placed his index finger next to the heavy print: 8:47 a.m. Pick up Donald J. Trump. Cause of death: cardiac arrest.

 “What a crock. You’re a whack job. My heart is perfect.  It’s beautiful. You can’t just come barging into my office and tell me that’s it, that it’s all over.”

“I’m just doing my job, sir. I understand. It’s not always easy to accept.”

“Easy to accept? Are you kidding me? There’s nothing to accept! I have a lot to do here, so how about you just leave me to it?”

“I can’t do that, sir. This is my job. Indeed my very purpose.”

Death’s silent eyes fixed on Trump.

“Wait just a minute, won’t you?” Unruffled, Trump reached underneath his desk and unlocked a drawer. He rifled through a pile of documents, some labeled “Top Secret.”“Hmm,” he muttered to himself, “forgot about these…” Finally, after a few minutes he found what he was looking for.

“Ahem, Mr. um, Death, I have a legal document here I would like to show you. I think you’ll find it…very interesting.” He broke a red wax seal and unrolled a long scroll of yellowed parchment paper decorated with ornate calligraphy. Slowly standing up, he handed it over his desk to Death.

“You see, I have a contract, a prior agreement with Satan, to whom I had sold my soul in exchange for a 100-year lifespan. He’s a great friend of mine, so he kindly threw in lifetime legal protection.”

“Hmm, and how has that worked out?” asked Death, taking the scroll in his hand.

He took in a quick breath, his eyes widening, as he glanced down at the contract. This was certainly a first.

“I wonder why I wasn’t apprised of this prior agreement, “

“Bureaucracies,” said Trump, widening his stance. “It’s the same everywhere. Besides, we had an NDA.”

Death peered over the parchment. “You don’t say?”

“I had my people look over this document over first before I signed it. They said it appeared to be legal and binding. Before you think about refusing to honor it, you should know that I’ve got a team of the best lawyers in the world. And if necessary, I will sue you to hell and back again.”

Death reached into his pocket and drew out a monocle, placed it over his right eye and began to read the contract. By the time he had finished, he couldn’t help but giggle.

“What’s so funny?” Trump blurted out, his face twisted.

“Well, you see, this document wasn’t signed by Satan himself. It’s a forgery. I have a younger sibling, Pestilence. He likes to think of himself as Satan, but actually he’s only a low-ranking demon. He has always had a predilection for pulling pranks. I’m afraid you’ve been had, sir.”

Trump groaned. Then all at once, he brightened.

 “Let me ask you something.” He leaned towards Death. “You look like a man who could use a little R ‘n R. I have a beautiful ocean front property in Lantana, a luxury seaside villa that I would be willing to sell you cheap. It’s fantastic – it’s terrific.”

Death looked up, nonplussed.

Trump decided to sweeten the offer. “Hey, I’ll tell you what,” Trump pushed on,  “I’ll gift it to you. Just think: lying on a comfortable chaise lounge, while being lulled by the ocean waves. You could relax and just take it easy. No more reaping, sowing—whatever it is you do. No more having to break the bad news to another victim. Just a peaceful stress-free life with no hassles. And just because I like you, I’ll throw in a few beautiful women. You’ve never seen women like these, all of ’em beauty queens. You’ll have your own pool, a private chef, and an on-call massage therapist. She’s a great friend of mine. Totally gorgeous. I think you’ll like her. Her name is…”

“Sir,” Death interrupted, “I have no use for worldly things. This appearance you see before you is ethereal. I have no physical body and thus have no need for a villa, nor can I enjoy the earthly pleasures you so vividly describe.”

“Hey, buddy, that sounds like a horrible, terrible job. And what do they pay you to do this horrible job that no one else wants?”

“They don’t pay me anything, sir. It’s simply how I was made and what I do. My purpose and my existence are literally one and the same.”

Trump shrugged.

“Look, all I’m saying is you’ve got a bad deal there. I can offer you a much, much better one.”

Death let out a hiss of astral air. It was the closest he could come to a sigh. It sounded like an ancient steam heater about to give up the ghost. Suddenly, a chill came over the room.

“Sorry Mr. Trump, I’m afraid there is simply no wriggle room here.”

Trump furrowed his bushy brows. Then his face lit up.

“Ok, I get it. You have to take someone, but hey, couldn’t we exchange my soul for someone else’s? Look, I know this guy, Mike Pence. You’d like him. He’s a very pious guy, a nice guy, always going to church. A very religious man. Why not take him instead?”

Death was silent for a moment and then responded in an even tone: “Because it doesn’t work that way, sir. And besides, it’s not his time.”

“What about someone else? One of my sons maybe. What about Don Jr.? Almost the same name; no one would notice. And if your boss catches on, you can just say it was a clerical error. Blame it on your secretary, or maybe someone upstairs. That’s what I do all the time. It’s always worked for me.”

Death paused. He knew something of earthly affairs and was familiar enough with Don, Jr. to be tempted to take him, instead. But Death took his job seriously and knew he had to stick to protocol.

“Sorry, sir, but my assignment requires me to retrieve your soul and not your son’s, or anyone else’s for that matter.”

Trump began to feel a sense of dread. Up until now, there had always been a way out of a difficult situation, a deal that could be made, someone to pin the blame on. But this guy— he was impenetrable, incorruptible.

 “I’ll tell you what, and I don’t say this lightly. You may have heard I’m running for president again next year. How would you like to be my running mate? It’s quite an honor you know. Not much to the job really. Most of the time you have your days to yourself. And you can still keep your day job. Once in a while you have to make a public appearance or meet a few dignitaries. You sit behind me and nod in agreement when I give my State of the Union address. You get a lot of perks and free health care. What do you say to that?”

Death was tempted. He had always admired the earnestness of earthly politics, the winner-takes-all jousting and political theater, the human drama at its most excessive. After all, being an eternal entity dreaded by all he came in contact with was somewhat depressing at times. He could use a hobby.

 “Someone once said power is the ultimate aphrodisiac” Death mused out loud. “Perhaps we can work something out.”

Trump clasped his small hands together and gave death his most winning smile.

“So, we have a deal then?’ He extended his hand.

Death took Trump’s hand in his and shook it. Suddenly, Trump clutched his heart and gasping for air, he fell to the floor. Death took his True Form and swept Trump’s soul into a small wicker basket hidden beneath his dark cloak. Death’s empty, black eyes peered out of his skeletal face and looked into the basket, shutting the lid tightly. “What a tiny soul.” he muttered to himself.  And with that, he became transparent and wispy, and while still clutching the basket, his form grew indistinct, and in an ever-tightening vortex of whirling shadows, he disappeared.

 

 
 

Geht’s noch?

Nein, es geht nicht, ging noch nie, irgendwie. Bei Lars von Trier geht’s, bei Fassbinder ging’s noch nie so gut. Ich habe also nachgeladen: Teil 2 über Regisseure, die ich nicht mag. Dann besteht die Gefahr, dass man ihre Filme auch nicht mag oder gar nicht erst versteht oder sich gar nicht drum bemüht. Auch wieder schade, aber mach was dran!

Lars von Trier und Fassbinder sind beide Antipathen, aber bei letzterem fällt mir Verschiedenes schwerer auszuhalten, die Portion Selbstmitleid und Weinerlichkeit ohne jegliche ironische Brechung, der Versuch Klischees darzustellen und dabei selbst in gesellschaftskritisch sein sollende Klischees zu verfallen und vor allem die mangelnde selbstreflexive  Distanz; das Bespeien der Nachkriegsgesellschaft aus dem Abgrund der eigenen Kraterpersönlichkeit heraus und das Dauergejammer nach Liebe (Warum läuft Herr R. Amok?), mit der er letztlich nichts anfangen konnte, obwohl sie ihm von vielen zugetragen wurde. Er lebte zeitlebens mit der Mama in der Wohnung und Mama kreuzte auch am Drehort mit der Gulaschkanone auf, um das Team durchzufüttern, eine Magensonde im Dauerbetrieb. Der Freigeist war in Wirklichkeit ein unabgelöster Käfigtiger und mit Muttersöhnen muss frau vorsichtig sein – eine wirklich glückliche Beziehung hat er nicht gebacken bekommen, darüber mährte er sich in einem überdauernden Es-geht-nicht (das sich bei vielen Muttersöhnen findet) in seinen Filmen aus, die er im Halbjahrestakt auf das Publikum abschoss. Manchmal geht’s halt eben doch, bei ihm eben nicht, irgendwann sollte man das auch mal einsehen. Wie Elvis Presley (der den ersten Song seiner Mama widmete – Thats alright Mama, everything you do) endete er als Sack, ernährte sich von Pillen und verstarb in den hellen Dreissigern. Seine sogenannten Frauenfilme waren ein Anbiedern an die Frauenbewegung, das war damals comme il faut, ohne das ging’s nicht, (die Revoluzzerzeit hatte genauso strenge Regeln wie diejenigen, gegen die sie revoltierte, man muss sich nur einmal die Szeneklamotten anschauen – da findet man das grösste Uniformlager der Welt mit Jeans, Khaki-Parkas, US-Schlafsäcken und Palästinensertüchern. Als ich mal im Dirndl 1975 in die Uni ging, machte man sich ernsthaft Sorgen um meine seelische Gesundheit. Alte Jeans, T- Shirts und Turnschuhe, im Sommer vielleicht noch’n Herrenunterhemd, aber nur für die Mädels, sonst warste draussen in der Szene). Soviel zum Sprengen aller Grenzen und Freiheit für alle. I wasn’t born to follow …

In Wirklichkeit konnte er mit Frauen nichts anfangen und wenn er sie im Fang hatte, quälte er sie wie der schlimmste 50-er-Jahre-Familienmacho, den er dann in seinen Filmen wieder projektiv verprügeln konnte. Dabei hatte der Bursche durchaus Talent zu erzählen und in Bilder und Tableaus umzusetzen, Narrative gelangen ihm besser als Satiren, Parabeln und Gesellschaftskritik, Berlin Alexanderplatz war ein guter Wurf, ebenso Die Ehe der Maria Braun, wobei die Differenziertheit der Figurenzeichnung immer etwas zu wünschen übrig lässt. Effie Briest kann sich auch sehen lassen, wobei man der „Gullaschy“, wie wir sie immer nennen, öfter ein „Hallo wach!“ zurufen möchte. Oder einen Espresso hinstellen. Die Kälte des Menschen und die Kälte der Welt konnte er gut darstellen, weil sie auch in ihm selbst wohnte, darunter brodelte es. Die Filme waren die Überdruckventile für den eigenen Dampfkessel, da gab es eine Not loszuwerden – eine Form der Affektabfuhr in einer unverarbeiteten Form, die ich bei LvT so nicht finde. Der hat seine Sachen durchgearbeitet, vorverdaut und in verarbeiteter Form von sich gegeben, hat sich selbst weitgehend verstanden und die nötige professionelle Distanz zu Protagonist und Geschehen. LvT stellt dar und schildert, Fassbinder übergibt sich. Bei wenigen Filmen – wozu ich Alexanderplatz zähle, war ihm anscheinend gerade mal nicht schlecht. Bei Angst essen Seele auf übergibt sich dann auch noch der Zuschauer.

 


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