Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: November 2022

 


Singers & Players: War Of Words
Rockers All Stars: With The Help Of The Father
Rockers Allmighty Dub
Ras Michael: Love Thy Neighor
Niney & The Observer: Dubbing With The Observer
Morwell Unlimited: Dub Me
Militant Berry: Green Valley
Melodians: Pre Meditation
Jolly Brothers: Concious Man
Justin Hind & The Dominoes: Jezebel
Joe Higgs: Life Of Contradiction
Noel Ellis: Noel Ellis

 

2022 14 Nov.

Das Wort zum Montag

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Im Sommer des vorigen Jahres vor der Bundestagswahl erschienen mir plötzlich auch konservative Parteien wählbar zu sein, wähnte ich mich doch in einem Zustand gewonnener Reife. Ein gewisser Markus Söder, seines Zeichens Landesfürst der Bayern, erschien in medialer Flatrate als möglicher Bundeskanzler und umarmte sogar öffentlich Bäume. Dies umgarnte wohl auch einen grünen Stammwähler wie mich, neuerdings mit dem Vorsatz, parteiübergreifend sich allein an Sachargumenten zu orientieren. Nun bin ich diesem Herren aber auf die Schliche gekommen und ich werde den Eindruck nicht los, es ginge ihm hauptsächlich um das Einfangen von Wählerstimmen, nicht aber um die Lösung komplexer Sachverhalte im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Ökologie. Generell wird man ja im Laufe des Lebens konservativer, das liegt in der Natur der Sache und ist wohl auch der veränderten Konstitution eines Körpers zuzuschreiben, der auf Wildheiten zunehmend sensitiv reagiert und reflektiver Besonnenheit generell den Vorzug gibt. So weiche ich nicht ab vom Pfad permanenter Weiterbildung und rechne es mir hoch an, Gespräche zwischen Sachkundigen auch mal in einer Dauer von vier Stunden zu verfolgen und sich an einer Aufmerksamkeit zu erfreuen, die tadellos funktioniert, wenn sie denn ins richtige Fahrwasser gerät. Es geht nicht nur um die Inhalte, sondern auch um die Arten von Gesprächskulturen, die abseits etablierter Medien gedeihen. Keine leeren Worthülsen, kein stressiges Dazwischenquatschen, kein abgehalfterter Stammtisch, kein Obrigkeits-höriges Querdenken mit pathologischem Generalverdacht, keine Selbstinszenierung als Opfer: „Was weiss der kleine Mann denn schon, was die da oben im Geheimen treiben?“ Stattdessen mit „denen da Oben“ auf Augenhöhe sein. Hier empfehle ich nochmals Ulrike Herrmanns Buch Das Ende des Kapitalismus, dessen Titel die Autorin als faktische Zustandsbeschreibung verstanden wissen will und nicht als moralischen Imperativ. Sie schreibt ganz wunderbar und ist auch eine gute Geschichtenerzählerin. Und sie räumt auf mit dem Irrglauben, der Kapitalismus habe noch eine Zukunft. Die Zeit ist um, o’zapft is! Markus, sagst es dem verbalen Bruchpiloten Friedrich auch, gell!

 

 

„After the redemption and rebirth of 2017’s Adiós Señor Pussycat, Dear Scott once again found Michael Head documenting troubled lives, from the No 10 bus route in his native Liverpool to the Hollywood Hills. Produced by a simpático Bill Ryder-Jones, Dear Scott carried all the hallmarks of Head’s greatest moments: unfaltering melodies, a beautiful sense of forward motion, lyrics that conjure entire worlds.“

 

 

2022 13 Nov.

„Mana Classics“: Ian McCartney on „Low“ (1977)

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Notes: If Station to Station was like plate tectonics – plate to plate, stationary-stationary – then Low is the place it hinted at trying to get to but never quite found the coordinates for. It may feel like there has been an eternity since the last truly great David Bowie record in this post, but a quick look at the above text, the calendar and some magical arithmetic on a Casio calculator puts the distance at ten years. 1967 is the debut LP year, 1977 is Low. I’ve checked twice with the Casio and it does compute. Only 10 years passed between 1967 and 1977. The weave of time and space must have a central fuck up, or crack up, or a whole book of crack ups. How did we get here? Via Sell Me A Coat and the Immigrant Song high-register honk? Maybe. By the way, I saw a Blood Transfusion Service van driving up the street on Friday. Ordinarily this would be unremarkable, of course, but then I saw a horde of vampires running after it. The blood van stopped at the red light, and the vampires sprinted close, within kicking distance of its number plate. Saliva dripping from their fangs. A blood frenzy. Then the lights changed to amber and the transfusion service van was off at 30 miles per hour into that generalised granular dark concrete greyness that is typical of your usual UK street. A literal disappearance, an unplayful camouflage. The vampires ran on in vain, in the drizzle.

2022 12 Nov.

Jazzmadrid22

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Oumou Sangaré ist eine starke Frau aus Mali. Heute Abend trat sie mit ihrer Band im Cultur de la Villa in Madrid auf. Das Konzert war ausverkauft, viele Afrikaner gaben der großen Stimme vom schwarzen Kontinent die Ehre. Oumou bringt einen Saal zum Wackeln. Sie spricht auf Französisch über die Kriege in der Welt und insbesondere über den in Mali. Henning und ich träumten mal davon, nach Timbuktu zu reisen. 2012 wurden zahlreiche Kulturschätze in Timbuktu von Rebellen zerstört. Oumou nennt ihr Album „Timbuktu“. Sie singt drei Lieder daraus. Die Texte gehen über die Erhaltung der afrikanischen Kultur und den Reichtum, den Mali im Herzen trägt. Sie mobilisiert uns mit ihren Worten, ihrem Gesang, ihrer ausgezeichneten, internationalen Band und ihren tanzenden Töchtern. 100 Minuten lang waren die Probleme der Welt draußen vor der Tür.

 

esmadrid.com 

 


Einer unserer zahlreichen Leser namens Olaf hat das erste Album erkannt (wir beginnen hinten und arbeiten uns nach vorne, einfach zwischendurch aufs Foto klicken), das mit dem Wiesengrün und zwei dunklen Einschüben: Dead Can Dance und The Serpent‘s Egg. 
Das Album ist allemal eine Einladung erster Klasse, Dead Can Dance kennenzulernen, oder sich wieder mal, nach langer Zeit drauf einzulassen.

Es folgt, unschwer zu erkennen, ein Album aus der Reihe „Ambient 1-4“  von oder zumindest mit Brian Eno, in diesem Fall Laraajis „Days of Radiance“. Man erkennt die Reihe und das entsprechende Werk leicht an der durchgängigen Textur des Covermotivs (Landkartenmotive, undefinierte Topographien).

Das Album Nr. 3 stammt aus der Mitte der Achtziger Jahre, und wartet auf seine ultimative Wiederkehr. Michael Brooks „Hybrid“ (Michael Brook, guitar / Daniel Lanois, percussion / Brian Eno, piano, synthetizer & effects). Nicht nur Lorenz auf Leinfelden sollte es sich unbedingt, z.B. über Discogs, zulegen. Es folgt Album Nr. 4, das Cover wurde wie bei Michael Brook von Russell Mills gestaltet: David Sylvians „Gone To Earth“.

Seltsam schwer war es für manche, die Antwort auf das 5. Coverfragment zu machen: es stammt von dem vielleicht besten und bekanntesten Album von Prince: Sign o The Times. Es folgen die letzten drei Cover: Benjamin Lew: Nebka / Shankar: Who‘s To Know (ECM, grandiose Platte von 1981), und – von dem Cover ist das meiste sichtbar – SUNN O))): Pyroclasts. Sowie, klar, der Gedichtband, Matthew Sweeneys Vermächtnis: „Der Schatten der Eule“. Aus all dem, und in genau dieser Sequenz, liessen sich zwei luftige Stunden Nachtradio fabrizieren. Mit zwei, drei Gedichten von Mr. Sweeney, und „Der Eiswagen“ wäre natürlich auch dabei! 

 

2022 11 Nov.

Botanic Garden on Fire oder Wo einst Columbus stand

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2022 11 Nov.

Ach, Revolver!

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Es wird immer wieder zu den besten Alben alle Zeiten gezählt, aus fraglos guten Gründen – bei meiner privaten Beatles-Parade steht es nur auf Nummer 6: nach „Sgt. Pepper“, „White Album“, „Abbey Road“, „Rubber Soul“  und „A Hard Day‘s Night“. Letzteres eines der frühen Werke, auf denen das Studio noch nicht zum Instrument mutierte, und „Beatlemania“ und „Hitfabrik“ noch Hand in Hand gingen. Ich liebe nach wie vor die funkelnden alten Melodien, und gerade die Liebe zu den ersten Beatles-Alben gehört zu den kleinen Kunststücken, mittels derer wir humans fähig sind, Empfindungsräume der Kindheit / Jugend ins Erwachsenenalter zu transportieren, ohne frohgemut von Regression zu Regression zu stolpern. (Halten Sie eine Minute still, und rufen sich die Klangfolgen, die Melodielinien von „Girl“ ins Bewusstsein, egal wie fragmentarisch, und ohne Google – merken Sie was?! GUT!) Nun also ist meine Zuneigung zu „Revolver“ neu erwacht, durch wiederholtes Hören des Mono-Mixes, und der neuen, hochspannenden Stereo-Aufbereitung. „Revolver“ ist ein Sammelsurium von Stimmungen und Stilen: psychedelischer „Jangle“, orchestraler Pop, R&B-beeinflusster Rock und robuster Folk. Doch die LP repräsentiert auch den Beginn der Phase der Studiomagie – die schwindelerregenden Tonbandschleifen, die durch Tomorrow Never Knows wirbeln, sind so herrlich verwirrend wie eh und je – und die Umarmung von Nicht-Rock-Instrumenten; auf Love You To spielt George Harrison Sitar an der Seite des Gast-Tabla-Spielers Anil Bhagwat, während die sinkenden Figuren der Streichinstrumente Eleanor Rigby eine gewisse Schwere verleihen. Ich bin allein, ich drehe auf, ich tanze. Nummer 6 lebt!

 

 


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