Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: September 2017

 

 
 
 

Diese beiden Beistelltische habe ich auf einer Messe gesehen. Die Designerin heisst Paula Ellert. Ich möchte sie nachbauen, weiss aber nicht, welche meiner Singles und LPs „geopfert“ werden sollen.

Was meint Ihr?

 
Singles:
 

Christopher Cross: „Words of Wisdom“

Rod Stewart: „Ready Now“

The Regente Stars: „Lugano“

Frank Zappa: „Stick It Out“

 
 
LPs:

Audience: Nostalgie

The Dogs: Dogs‘ Life

Erich Ponto liest Wilhelm Busch

Tom Waits: Bounced Checks

 

2017 13 Sep.

Die Reise nach Mellrichstadt

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Dass die Rhön eine besondere Landschaft ist, konnte ich bei manchen Ausblicken mit Bodennebel und wie gemalten Hügelkämmen kaum übersehen. Aber ich war heute nicht auf Seitwärtstreiben und kleine Abstecher in herbstliches Niemandsland gepolt – mit der nötigen Ruhe hätte ich mich einer kleine Gruppe von Pilzsammlern anschliessen können, die ich an einem Waldrand traf, einer sah aus wie Peter Handke mit Tiroler Hut. Aber ich liess all die Dörfer und Wetterumschwünge durch mich hindurch rauschen und praktizierte zwischendurch eine kleine Pranayama Übung. Daniela Manger führte mich durch die Werkräume ihrer Lautsprechermanufaktur, und die beiden „magic boxes“ wurden hinten im Toyota verstaut. Durch einen selten dummen Bedienfehler meinerseits war eine kleine Reparatur an diesen faszinierenden Schätzchen nötig, über deren Historie und „Wirkungsgeschichten“ man sich auf der Homepage von „Manger Audio“ bestens kundig machen kann. Während dieser 856 Kilometer ging mir allerdings immer wieder ein kleines Problem durch den Kopf. Auf dem Rückweg, hinter einem Dorf mit einem Bilderbuchnamen, fuhr ich an einen weiteren Waldrand, pflanzte mich auf einen Baumstamm, und setzte das heilige Mantra des Tages ab, zwischen eine Reihe unbeirrt schweigender Buchen: „Fuck! Fuck! Fuck!“. So ragt eine Geschichte (die einer Reise) in eine ganz andere hinein, und man ahnt nicht, mit welch durchtriebener „Ironie des Zufalls“ sie zusammenhängen, Schicksalsgläubige könnten von einem „cosmic joke“ sprechen. Ich ziehe meine erste Trumpfkarte: guter Humor! Ich lege, während eines „Boxenstops“, meine zweite Trumpfkarte in den CD-Player meines Toyoten: „The Best of The Troggs“.

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2017 13 Sep.

Pocahontas on the Shetlands

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It’s interesting in retrospect that in his long career (if you don’t get me on the wrong track) Neil Young only released three pure solo albums, and not one of them before decades and decades have passed. Live at Massey Hall, Live at The Cellar Door, and Hitchhiker. All from the ’70s. Absolutely moving, raw works of intimacy, vision, and some weed in the mix. Oh, yes, I forgot the one he recorded, years ago, in an old time-travel booth (but even there, a distance of decades between the hour of recording and the time in mind). And, ahem, it may seem far-fetched and contrived, too clever to really get you hooked, but when I just listened to the stunning new album from the Danish String Quartet, Last Leaf (ECM New Series), full of ancient „Nordic Folk“ in a broad sense, reaching out to the Shetlands, I was suddenly dreaming of a magic radio hour where, in a constant give-and-take, the Danish Quartet and young Neil change places with each song. Second guess, it would work fine, suprise! Ah, we leave out the time-travel booth album in that strangely perfect sequence that would, soundwise, interrupt the flow.

 

2017 13 Sep.

Night tale with stormy weather and bass guitar

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In der Nacht von Freitag auf Samstag, am 19. August, tobte ein heftiges Unwetter über dem Münchner Raum. Bäume fielen auf Straßen, Bäume und Äste auf Gehwege, es gab vollgelaufene Keller, Pkws steckten in überschwemmten Straßenunterführungen – das sind nur einige der Einsatzstichworte für die Kräfte der Feuerwehr. Niemand nahm körperlich Schaden. Im ganzen Stadtgebiet waren die Einsatzkräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr unterwegs. Durch die Integrierte Leitstelle München wurden zusätzlich zu den Einsätzen im Stadtgebiet noch etwa 80 Einsätze für den Landkreis München disponiert. Das Unwetter beschädigte zudem eine Engelsfigur in Haidhausen. Die Feuerwehr sicherte die Figur auf dem 45-Meter hohen Kirchturm und seilte sie ab. In seinem Auto musste auch der Produzent Manfred Eicher ausharren, die Wassermassen zwangen ihn dazu, mehr als eine Stunde auf den Rettungsdienst zu warten. Immerhin funktionierte das Autoradio noch, und so schaltete er gegen 1.15 Uhr den Deutschlandfunk ein. Und so misslich seine Lage war, er musste wohl innerlich schmunzeln, als er rasch eine vertraute Radiostimme erkannte, und nur wenige Minuten vergingen, bis er, in den „Klanghorizonten“, der kleinen Premiere eines Musikstückes aus Björn Meyers exzellenter CD „Provenance“ lauschte, aus der von ihm in Lugano produzierten Aufnahme.

 

2017 12 Sep.

Barbara 1930 – 1997

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„Ihr Ungeheuer mit Namen Hans.“
 
„Ils savent mieux que nous, je pense, l’historie de nos rois de France.

Herman, Peter, Helga et Hans. À Göttingen“

 
Ganz und gar ohne „klammheimliche Freude“ für Henning und Gregor aus Göttingen.
 
Seit 20 Jahren ist sie verstummt. Die französischsprachigen Länder erinnern, sie verehrend, mit einem neuen Film und 4 Neuerscheinungen. In dem aktuellen Film von Mathieu Amalric, versucht seine Ex, Jeanne Balibar, die einzigartige französische Chansonsängerin Barbara, zu spielen – très difficile.  Ich habe den Film auf Französisch angesehen, so gut wie nichts verstanden, aber einige Zitate aus den Chansons von Jacques Brel waren erkennbar und gut in ihre Erinnerungsfotos, -auftritte, -gesten einzuordnen.

In ihrer Biografie erzählt Barbara kleine Geschichten von Begegnungen, Ereignissen, immer detailliert, sinnlich und taktvoll. In ihren sehr persönlichen Chansons erfährt man nur bedingt von schmerzlichen Beziehungen, wie zu ihrem Vater, der sie missbraucht, als sie 10 Jahre alt war, den sie deswegen hasst, aber trotzdem zu seiner Beerdigung nach Nantes fährt.
 
„Il pleut sur Nantes

Donne-moi la main

Le ciel de Nantes

Rend mon coeur chagrin“
 
Bei der eher depressiven  Lucinda Williams löst der Tod des Vaters Todessehnsucht aus. Als sie das Lied ankündigt, das sie für ihren toten Vater geschrieben hat, ist es totenstill im Konzertsaal. Sie singt es mit desolater Stimme:
 
„Open up the doors of heaven, let me in

I think I’m finally tired of living, let me in.“
 
Barbara dagegen schreibt in ihren Memoiren: „J’étais une femme heureuse.“ Ihr Wille zur Freiheit ist bewundernswert. Als ihr eifersüchtiger Partner von ihr die Aufgabe ihrer Musik verlangt, entscheidet sie sich für ihr schwarzes Klavier. Ihr Piano ist ihr lebenswichtig. Als in Göttingen das falsche auf der Bühne steht, müssen einige Studenten für ein anderes sorgen. Im Publikum saß damals Altbundeskanzler Gerhard Schröder, später zitierte er gern aus À Göttingen.
 
„Oh faites que jamais ne revienne

Le temps du sang et de la haine

Car il y a des gens que j’aime

A Göttingen,  à Göttingen“
 
Vor Kurzem hat ihr enger Freund Gérard Depardieu aus ihrer „Lily-Passion“ im Theater vorgetragen. Barbara’s Texte erscheinen zunächst einfach. Beim Singen gewinnen sie eine ungeheure Intensität. Ich kenne keine Chansonsängerin, die mich mit ihrer erzählenden Stimme, ihren mystischen Blicken, ihrem Wesen („La liberté est possible“), ihrer Zugewandtheit so erfasst wie Barbara.
 
„Dis, quand reviendras-tu?“

2017 10 Sep.

Here you get it all!

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Am 21., 28. und 31.Juli 2013 erschien hier die Erzählung Der Tag an dem Robert Wyatt im Briefkasten versank (Teil 1-3), eine wahre Geschichte. Im Prinzip ging es um einen Briefkasten in einer Ferienwohnung am Atlantik, zu dem der Schlüssel fehlte. Dieses Jahr hatten wir es in unserer Ferienwohnung mit einem Desaster gegenteiliger Art zu tun:

 
 
 

 

2017 8 Sep.

Gregor öffnet seinen Bücherschrank

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Der 1962 in Paris geborene Christophe Boltanski, Sohn des Soziologen Luc Boltanski, Neffe des Künstlers Christian Boltanski, hat 2015 in Frankreich den Roman La Cache und 2017 in Deutschland das Buch unter dem Titel Das Versteck herausgebracht. Das Versteck findet sich in einem Haus in der Rue de Grenelle in Paris. Der Autor lebte dort mit seinen Großeltern ab seinem dreizehnten Lebensjahr. Die Räume als Ausgangspunkt nehmend, erzählt Christophe Boltanski die Geschichte seiner Familie. Höhepunkt des autobiographischen Romans stellt natürlich der titelgebende Raum, der Zwischen-Raum, Das Versteck, dar. Während der deutschen Besatzungszeit in Frankreich des Dritten Reiches, als auch noch die letzten Juden den Nazis ausgeliefert wurden, verlässt der jüdische Großvater des Autors eines Tages, nachdem er sich zuvor offiziell von seiner Frau hat scheiden lassen, unter lautem Geschrei, Streit vortäuschend, die Wohnung und war zwanzig Monate nicht mehr gesehen. Heimlich in die Wohnung zurückgekehrt, verbrachte der Großvater diese Monate in einem winzigem Zwischen-Raum… „ohne Spaziergang, nicht einmal hinter Gittern. Nur ein paar Meter Zelle zum Laufen. Kein durch Gitterstäbe hindurch zu betrachtender Himmel. Abgesondert. Ohne Besuchszimmer. In der Stille eingemauert. Niemand, mit dem er sich austauschen könnte, außer seiner Frau, seinem Gegenstück, zu der er nachts zurückkehrt, sobald die Kinder eingeschlafen sind. …“. Ein großartiges Buch!

 
 
 

 
 
 

Franscoise Frenkel , geboren am 14.Juli 1889 in Polen (Piotrkòw), gestorben am 18.Januar 1975 in Frankreich (Nizza), flieht als polnische Jüdin 1939 aus Nazideutschland nach Frankreich, dort gelingt ihr 1943 die Flucht in die Schweiz. Hier schreibt sie sogleich ihre Erinnerungen nieder. Unter dem Titel Rien où poser sa tête erscheint das Buch 1945 in Paris und gerät in Vergessenheit. Vor ein paar Jahren tauchte auf einem Flohmarkt in Nizza ein Exemplar des Werkes auf und fand so 2015 den Weg zu einer Wiederveröffentlichung. Inzwischen wurde das Buch ins Deutsche übersetzt und ist unter dem Titel „Nichts, um sein Haupt zu betten“, um ein Vorwort von Patrick Modiano erweitert, im Hanser-Verlag erschienen. Die Autorin beschreibt zunächst, wie sie mit viel Elan und Begeisterung 1929 die erste französische Buchhandlung in Berlin eröffnet und erfolgreich führt. Ab 1939 geht dann nichts mehr, die Buchhändlerin muss fliehen, zunächst nach Frankreich, aber auch hier wird das Leben immer unsicherer, also versucht sie die Flucht in die Schweiz. Zweimal misslingt das Unterfangen, aber dann schafft sie es. Nach 1945 führt sie ihr Weg nach Nizza, wo sie dann auch 1975 stirbt. Über die Zeit zwischen der Veröffentlichung ihrer Erinnerungen und ihrem Todesdatum 1975 wissen wir so gut wie nichts, aber, was für ein Glück, dass ihr einziges Buch gefunden und wieder veröffentlicht wurde. Tief beeindruckt haben mich die zahllosen Erzählungen von selbstloser Hilfsbereitschaft, von denen Franscoise Frenkel zu berichten weiß. „Es ist Pflicht der Überlebenden, Zeugnis abzulegen, damit die Toten nicht vergessen, noch Hilfsbereitschaft und Aufopferung Unbekannter missachtet werden. Mögen diese Seiten“, schreibt die Autorin, „ein ehrenvolles Gedenken an jene wecken, die für immer verstummt sind, unterwegs vor Erschöpfung gestorben oder ermordet. Ich widme dieses Buch den MENSCHEN GUTEN WILLENS, die hochherzig, mit unermüdlicher Tapferkeit, ihren Willen der Gewalt entgegengestellt und Widerstand geleistet haben bis ans Ende.“

 
 
 

 
 
 

P.S. Und? Ja, endlich gelesen, mit größtem Interesse und Vergnügen: Das Cafè der Existenzialisten von Sarah Bakewell. Vor ziemlich genau einem Jahr wurde dieses wunderbare Buch hier vorgestellt, in diesem Sommer nun konnte ich es endlich lesen und kann es ebenfalls nur weiterempfehlen.

 

2017 8 Sep.

Holger (Reprise – RIP)

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„Der Griff ins Plattenregal, zu den Lieblingsplatten von Can und Holger Czukay, das ist dann auch eine Art, Abschied zu nehmen“ schrieb Micha vor ein paar Tagen nach der traurigen Nachricht von Tode, oder seltsamer: „aufgefunden werden“ von Holger Czukay. „On The Way To The Peak Of Normal“ war auch für mich eines seiner beeindruckendsten Werke, allein schon wegen des Titels, der ein Feuerwerk intrinsischer und extrinsischer Widersprüche darstellt wäre er schon ein Highlight, aber die Musik ist einfach exzellent.

Dennoch gab es von ihm ein Album, dass ich noch mehr liebte. Einfach weil es allegorisch fast alles vorwegnahm, was Holger Czukay später an Experimentellem, mit ungewöhnlichsten Klängen und Samples, an Rhythmischem und Ambientem entwickeln und ausreizen würde, aber auch seiner Zeit extrem weit voraus war und,  dann wie so oft, kaum Beachtung fand. Er nahm es 1968 kurz nach der Gründung von Can im Inner Space Studio auf und selbst fast 50 Jahre später hört es noch frisch und unverbraucht an: Canaxis. Archaisch und zugleich immer noch weit in der Zukunft. Rituell, komplex und voller Erfahrungen aus Stockhausens Studio für elektronische Musik. Ein Vorausgänger seiner Zeit und nun ist uns Holger Czukay erneut vorausgegangen und während ich den wunderbaren Boat-woman-song höre, sehe ich die schlichten vietnamesischen Sängerinnen im Morgengrauen seine Asche in einen Nebenfluss des Mekong streuen …

 
 
 

 

2017 6 Sep.

John

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Es ist lange her, als es in der taz gelegentlich eine ganze Seite gab, die der Lyrik gewidmet war. Vor allem Lyriker aus dem Ausland wurden da vorgestellt, mit Foto, Kurzvita, ein oder zwei Gedichten und deutscher Übersetzung. Einmal wurde diese Seite komplett John Ashbery gewidmet. Ich hatte damals noch nicht angefangen, mich wirklich auf die Lyrik einzulassen. Ich fand die Gedichte wahrscheinlich irgendwie interessant, habe sie aber erst Jahre später zu schätzen gelernt. Leider habe ich nicht die ganze Seite ausgeschnitten, aber immerhin drei Gedichte: „Brute Image“, „Forties Flick“ und „My Erotic Double“, alle brilliant übersetzt von Joachim Sartorius. Als mein erster Gedichtband zu etwa zwei Dritteln zusammengestellt war, suchte ich nach neuen Themen und Herangehensweisen und nahm mir die Lyrik von John Ashbery vor. Ich hatte das Gefühl, an einem Punkt angekommen zu sein, an dem ich meine Texte ziemlich verändern musste, damit es mir nicht langweilig würde. Ich wollte mehr über mich schreiben, aber auf eine versteckte, indirekte Art, vieldeutig, unberechenbar, und ich glaubte, dies würde auf mein Leben zurückwirken, was dann auch tatsächlich der Fall war. Natürlich kann man Gedichte von Ashbery einfach nur lesen. Die weit verbreitete Angst vor moderner, in diesem Fall postmoderner Lyrik ist unbegründet. Die Zauberformel besteht darin, sich von dem Anspruch zu lösen, Gedichte seien ein großes Rätsel, das zu erkunden wäre. Gedichte wollen oftmals nämlich nichts besonderes. Sie sind ein Angebot, an etwas teilzuhaben, und das ist manchmal nur ein Wort, ein Rhythmus, eine Zeile. Was Ashbery angeht, suchte ich nach Sekundärliteratur und fand einen ausgezeichneten Zugang in der Dissertation von Ulf Reichart aus dem Jahr 1991 (Innenansichten der Postmoderne. Zur Dichtung John Ashberys, A.R. Ammons´, Denise Levertovs und Adrienne Richs). Ein ganz charmant mit Schreibmaschine gedrucktes Buch. „Was ist Schreiben?“ fragt Ashbery in seinem Gedicht „Ode an Bill“ (in: Selbstportrait im konvexen Spiegel). „Nun, in meinem Fall ist es, nicht unbedingt Gedanken, / Aber Ideen aufs Papier zu bringen – vielleicht: / Ideen über Gedanken. Gedanken ist ein zu großes Wort. / Ideen ist besser, wenngleich nicht genau das was ich meine. / Irgendwann werde ich es erklären. Heute jedoch nicht.“ Am 4. September starb John Ashbery im Alter von 90 Jahren. In der us-amerikanischen Lyrik hat er eine ganze Epoche geprägt.

Dies ist der Anfang seines Langgedichtes „A Wave“ / „Eine Welle“, im Original und in der Übersetzung von Joachim Sartorius:

 
 

To pass through pain and not know it,

A car door slamming in the night.

To emerge on an invisible terrain.

 

Durch Schmerzen gehen und es nicht wissen,

eine Wagentür, die in der Nacht zuschlägt.

Auftauchen in unsichtbarem Gelände.

 


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