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VIDEO retroprospektiv – und zum PROGRAMM 2015
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Archives: Juni 2015
2015 11 Juni
PUNKT für PUNKT
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Punkt Festival 2015 | 2 Comments
2015 11 Juni
Die Jazzfakten im Deutschlandfunk am Donnerstag, dem 11. Juni um 21.05 Uhr
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
Es war eine angenehme Arbeit, heute morgen die Jazzfakten für den Abend zu produzieren. Der Tontechniker meines Vertrauens hatte ein gutes Gespür für Pausen, Blenden und Klangteppiche, und mein Ziel war es, in einer ständig sich wandelnden Szenerie der Töne, einmal das Feld der Generationen zwischen 8 und 80 ins Spiel zu bringen. Am Jazzspiel dürfen sich ja alle beteiligen, und die Konflikte mit den Altvorderen sind lang beigelegt.
Was im Frühjahr auffiel, war zudem eine Reihe von Soloaufnahmen der Extraklasse, und dazu zählte ich bislang David Torn (unsere „cd of the month“) genauso wie Keith Jarretts „Creation“ – und nun auch die beiden in dieser Sendung vorgestellten Piano- und Altsaxofonsoloscheiben von Achim Kaufmann und Matana Roberts.
Ich habe lang kein deutsches Soloalbum gehört, das mich so rundum gefesselt hat wie Achim Kaufmanns Streifzug durch ferne Vergangenheiten und nahe Gegenwarten. Wo manch einer etwas gespreizt und bildungsbelastet von der einen zur nächsten Schöngeisterei schreitet, liefert Achim Kaufmann den magischen Mehrwert ab, den ich in solcher Musik stets suche – und finden muss, sonst überfällt mich leicht kolossale Müdigkeit. Vielen Dank, lieber Achim Kaufmann (wir sind uns nie persönlich begegnet!), für die kleinen Anmerkungen zum Album, die jeder Leser dieser Zeilen sich nun, als Einstimmung sozusagen, anhören kann (s.u.).
Dass mich zudem ein reines Altsaxofonsolowerk dermassen vom ersten bis zum letzten Ton gefangen nimmt (und eigentlich keine Gefangenen macht), hätte ich fast nicht mehr für möglich gehalten. Matana Roberts, chapeau! Aber genug der Vorrede. Es gibt da noch viel mehr zu hören, aus der Bronx, aus einer alten norwegischen Steinkirche. P.S.: Diese Sendung wird nicht in unserem Blog als „podcast“ abgelegt, also überlegen Sie sich gut, was Sie heute Abend machen.
1) Christoph Irniger Trio: Octopus (Intakt Records)
2) Gary Peacock Trio: Now This (ECM)
Misha Mengelberg ist 80 geworden (Bert Noglik)
3) Nils Okland Band: KJOLVATN (ECM)
4) Achim Kaufmann: LATER (Pirouet)
5) Matana Roberts: ALWAYS (Relative Pitch Records)
„Bundesbegegnung Jugend Jazzt“ (Karsten Mützelfeldt)
6) Ingrid Laubrock Anti-House: ROULETTE OF THE CRADLE (Intakt Records)
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Kommentar von Achim Kaufmann zum Album Later
2015 10 Juni
Der Rand der grünen Welt, und andere tiefe Fälle (Bücher für Balkonien und den Strand)
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Der Sinn des Lebens besteht aus nichts anderem als dem fortgesetzten Bemühen, sich wohnlich einzurichten. Einigermassen. Solche Eingebungen finden sich nicht in einem neuen Feng-Shui-Beratungsbuch, sondern in dem soeben als Taschenbuchausgabe erschienenen Das blaue Haus von Ernst Augustin. Von Grevesmühlen bis zur Südsee geht die Reise, in der ein alternder Robinson seinen Freitag sucht, und dem Tod ein Schnippchen schlagen möchte. Als hätte die Literaturredaktion der SZ heute den Manafonisten Narrenfreiheit eingeräumt, werden dort reihenweise neue Taschenbücher abgehandelt, die allein den Stoff des zweiten Manafonistastreffens ausmachen könnten. Sollte es jemanden geben, der sich noch nicht ergötzt hat an der erstaunlichsten Geschichtensammlung aus der Urzeit des Universums, kann jetzt zuschlagen und sich das einst von Burkhard Kroeber herrlich übersetzte Buch Cosmicomics von Italo Calvino zulegen. Die Hauptfigur Qfxfq nimmt wahlweise die Gestalt eines Lurches, eines Moleküls und des letzten Dinosauriers an. (Parallel dazu empfiehlt sich die TV-Dokuserie Cosmos als bildgewaltiges Gegenstück zu Calvinos Skurrilitätenkabinett. Bom-bom-bombastisch.) Es kommt aber, fast, noch besser. 1874 erschien Thomas Hardys Fortsetzungsroman Am grünen Rand der Welt, in dem es u.a. um eine in letzter Sekunde vermasselte Hochzeit geht. Da fällt einem doch erst mal Die Reifeprüfung mit Dustin Hoffman ein, doch in diesem Sommer bekommt das klassische Filmmotiv Zuwachs, denn Thomas Vinterberg hat den Schmöker von Thomas Hardy (ein Vorläufer psychoanalytischer Seelensplitterungen!) fürs Kino inszeniert. Und dann, als letztendlicher Knalleffekt, kommt noch eine Frau daher, die ins diabolische Spannungsfeld zwischen Moriarty und Sherlock Holmes gerät. Der finstere Meisterverbrecher zwingt die Protagonistin, einen biologischen Kampfstoff zu entwickeln. Nicht gut. Annas Herz schlägt natürlich für Sherlock Holmes, aber Liebe allein ist eben keine Himmelsmacht. Tiefer Fall heisst der schräge Krimi von Annelie Wendeberg, die im realen Leben Naturwissenschaftlerin und Professorin in Uppsala ist. Aber was heisst schon reales Leben? Fragen Sie mal Ernst Augustin!
2015 9 Juni
Walandsiel – ein kleines Örtchen an der Nordsee: idyllische, nordische Weiten und eine beruhigende See?
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 16 Comments
Nein! Denn das, was das Meer verbirgt, lässt den Menschen erschauern und lockt ihn in dunkle Tiefen. Gregor war mal vor Ort, konnte aber keinen idealen Ort für seine Jukebox finden, man köderte ihn mit falschen Versprechungen, eine Horde von Heavy-Metal-Fans erwartete ihn, und die Hunde, die die Jungs dabei hatten, waren auch speziell. Und doch sollte man einen genaueren Blick riskieren, denn Walandsiel ist nicht nur ein Ort für Death Metal, humorlose Rentner, und einen Richard Wagner-Fanclub der besonders durchgeknallten Sorte, sondern auch das Heimatdorf von Knut Jansen: der Polizeichef von Walandsiel, ist Surfer, Basecap- und Westernstiefelträger – und vor allem Rock’n’Roller. Insofern den nostalgischen Neigungen einiger Manafonisten durchaus nah. Unser Countrygirl auf Malta würde sich freuen! Und Knut muss ran: Denn nach einer Sturmflut wird die Leiche eines jungen Mädchens am Strand gefunden – angespült, wie eine Kreatur aus dem Wasser. Die Meerestiere haben ihren Körper in Besitz genommen, und an ihrem Hals befinden sich Wunden, die wie Kiemen aussehen, die Füße sind abgetrennt – ein Albatros zieht einsame Kreise über der Küste. Und dann kommt auch noch Helen Henning zurück – eine Walandsielerin, die vor etlichen Jahren in die USA ging, dort Profilerin beim FBI wurde, bis ihr letzter Fall sie ein Bein kostete. Nun ist sie wieder da, eigentlich wegen familiärer Angelegenheiten, aber ihre Expertise kann Knut Jansen mehr als gut gebrauchen: denn kurz darauf wird eine zweite Mädchenleiche in den Fluten gefunden – und wieder fehlen ihre Füße. Und wehe, jetzt wittert wieder jemand einen Fake, Freunde des Nordens!
2015 9 Juni
Psychogeography and ghosthunting
Ian McCartney | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Newly-demolished buildings are full of ghosts. The sense of dispersal of mental static is palpable. Imposed geometries disimposed. From the draftsman’s table to the wrecking ball, time telescoped. Energy untrapped. No cathedral, just you or me or anyone’s days and days – folded into time now past. Under a calm, wide, blue cold summer sky.
Images playlist:
Cabaret Voltaire – Ghost Talk
Jerry Burns – Pale Red
The Blue Niile – Stay Close
John Foxx – Europe After The Rain
2015 8 Juni
Matana Roberts: Always (Relative Pitch Records)
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
Alto Saxophone: solo, no overdubs, it starts slowly, it sends you places. Comes along with pure understatement. First track, „untitled no. 1“, 33 minutes, the second one, „untitled no. 2“ shorter. Totally immersive listening. No wasted second. Entranced. Masterpiece. Btw, the recording quality is breathtaking, too.
Matana Roberts celebrates the release of this new solo recording of improvisations:
Wednesday, June 10, 8pm – Free and open to the public
Fridman Gallery – 287 Spring St, New York, New York 10013
2015 8 Juni
Stuffed: The Ulimate Comfort Cook Book
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Dan Whalen is a mad scientist of comfort food. Dan’s recipe takes a full-sized cheeseburger, stuffs it into a ravioli and calls it dinner. Another puts pineapple and bacon into jalapeno peppers to create a tasty, flavorful appetizer. With every recipe so fun and different, you’ll be able to make dishes that your family and friends have truly never seen before.
Dan is the fucking genius behind the popular blog, The Food in My Beard. During my stay in Boston I found some of his recipes in the Huffington Post. One was a, let’s say, controversial success: a great amount of blueberries (two pounds), mixed with marinated sardines, lots of Kurkuma and red lentils, all pushed through a mixer and then cooked in an oven with old Cheddar cheese.
Recipes in the book include Cheesesteak Stuffed Soft Pretzel Calzones, Chicken Stuffed Waffles, Cheddar Sriracha Stuffed Mushrooms and Cherry Pie Stuffed Chocolate Cake, so get ready to take the best comfort foods and stuff them with even more awesome flavor. It’s a book and concept that is highly evaluated in psychotherapy (esp. „Provocative Therapy“) to break old habits and open up new territories of experience. The only rule: if you don’t love from the start, throw it away immediately.
2015 8 Juni
Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge
Gregor Mundt | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
Gestern war um 18:20 Uhr im SWR das Hörspiel Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge nach dem gleichnamigen Roman von Rainer Maria Rilke zu hören. Dass die Musik von Thomas Weber – Kammerflimmer-Kollektiv – komponiert wurde, wäre doch ein Grund mehr dafür, es sich einmal anzuhören (noch bis Samstag auf der SWR-Hörspiel-Mediathek).
Der SWR schreibt dazu:
Rilkes „Brigge“, bereits 1910 erschienen, gilt heute neben Prousts Recherche und Joyces Ulysses als Wegbereiter des modernen Romans. Sein Thema: die Entwurzelung des Subjekts und seine Rettungsversuche nicht zuletzt durch die Kunst in einer aus den Fugen geratenen Zeit. Die Erfahrung der Pariser Großstadt um die Jahrhundertwende dient dabei als Spiegel für eine Ästhetik des Hässlichen, der Krankheit und des Todes. Es gibt hier keine Handlung noch einen klassischen Erzähler: In der Form eines Tagebuches reiht sich assoziativ verknüpft eine Folge von Prosadichtungen, die zwischen Erinnerung, Beschreibung, Erzählung und Reflexion stehen. Aus ihnen schält sich schattenhaft die Figur eines 28-jährigen Dänen. Als letzter Spross eines alten Adelsgeschlechts versucht er, heimat- wie besitzlos, in Paris seine Existenz als Dichter zu begründen. Die Hörspielfassung arbeitet bewusst mit einem hohen Kürzungsfaktor. Im Zentrum stehen die Stadterfahrung und das sich in Sprache und Form auflösende Ich als Signatur moderner Erfahrung.
The book is going to start with its bilingual concept meaning 85/90: 10 (German vs. English). So, in this moment in time we’re nine from ten, one still thinking. To reduce the probability of failure (if we fail, then we’ll do it within a short amount of time), the first chapter will be our holographic test for the whole thing. The process can be read in the 3-part-excursion to a rainy part of Great Britain. Posted two days ago. So, the working title now is slightly more low key: „Ego Dumping in the Outer Hebrides – Das Buch der Manafonisten“. At least two or three Manafonistas will set their sails and dump their egos in that Northern wilderness.
„Thinking of a series of dreams
Where the time and the tempo drag,
And there’s no exit in any direction
‚Cept the one that you can’t see with your eyes.
Wasn’t making any great connections,
Wasn’t falling for any intricate schemes.
Nothing that would pass inspection,
Just thinking of a series of dreams.“(B.D.)




