Manafonistas

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Archiv: Paris

Sobald Menschen spüren, dass sie beobachtet oder gar fotografiert werden, verändern sie sich.

Street photography ist ein Versuch, Personen im öffentlichen Raum unbefangen aufzunehmen. Letztlich finden sich hier alle Facetten einer Stadt.

Die Ferienwohnung lag im obersten Stock mit Blick auf eine einigermaßen belebte, aber nicht allzu touristische Straße, Giebeldächer und einen weiten Blick auf die Stadt, bis zum Horizont. Der winzige Balkon erwies sich als günstiger Standort für ungekünstelte Aufnahmen.

Drei der folgenden Fotos habe ich vom Balkon aus aufgenommen: die beiden Männer vorm Bistro, den Mann mit der Mütze neben der gelben Tüte und die Touristenführerin. Die Schachspieler habe ich irgendwo unterwegs entdeckt und für das Foto ohne Menschen habe ich den Wecker gegen halb fünf klingeln lassen. Die Stimmung in einer Stadt, bevor sie erwacht.
 
 
 
 



 
 
 
 



 
 
 
 



 
 
 
 



 
 
 
 



 
 

2012 14 Jan

Tim Berne´s Bloodcount: The Paris Concert

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LOWLIFE – The Paris Concert I
POISONED MINDS – The Paris Concert II
MEMORY SELECT – The Paris Concert III

 

Es ist ein Wunder. Ich habe diese drei Platten (’scuse me for this old fashioned term)
nun schon so oft gehört und immer noch stellt sich der Effekt ein, daß mich diese Mitschnitte des legendären Paris-Konzertes in eine Art Trance bzw Clearing versetzen.
It’s hard to describe, but let’s try:

Zum einen ist der Gesamtklang dieses Ensembles auf fast heilsame Weise homogen.
Die Elemente der einzelnen Instrumente greifen ineinander wie ein Schweizer Uhrwerk
und ergänzen sich zu einem kongenialen Gesamtgefüge. Marc Ducret on guitar, Jim Black on drums, das ultra-knackige Baßspiel des Michael Formanek, das kontrapointierte Bläserduo Speed und Berne.

Die Mannschaftsleistung zählt. Dies ist das Konzept, liest man Meister Tim´s Stellungnahme zum Werk (dies ist nämlich, auch wenn es anders klingen mag, primär komponierte Musik). Aber es macht auch Spaß, den einzelnen Top-Class-Musikern auf ihrem jeweiligen Instrument zu folgen, und das nach dem x-ten Hören. Hinzu kommt: die Musik ist ein Amalgam aus fast allen Musikgattungen und entzieht sich gleichsam allen Schubladen.

Ich höre hier eine Weiterentwicklung der SURVIVOR’S SUITE; furthermore MANAFON-like passages of improv-music; teilweise klingt es kammermusikalisch; Chris Speed erinnert stellenweise an Evan Parkers Spiel. Ein Spektrum zwischen Dynamik (Jazzrock im besten Sinne) und absoluter Stille. Dann steht plötzlich in einer Ruhe nach dem Sturm
ein Saxophon-Ton im Raum. Wie eine Kobra aus dem Korb des Schlangenbeschwörers:
a perfect, but dangerous beauty!

Das gesamte Konzert erweckt den Eindruck eines würde- und spannungsvoll voran-schreitenden Prozessionszuges: eine achtsame Avant-Garde durchschreitet Etappen
von beeindruckender Vielfalt und Virtuosität, die man jeweils einzeln, aber auch als zusammengehöriges Ganzes erleben kann.

Dieses Musik-Ereignis, live aufgenommen im Herbst 1994, zunächst bei JMT, später dann bei Winter&Winter erschienen, es ist ein Meisterwerk; ein Glücksfall und zudem eine hohe Schule des Hörens. Kein Tor zu tausend Wüsten, nein: ein Schlüssel für die vielfältigen Räume moderner Musik. Mit einer Dosis Gift, die heilend wirkt für Poisened Minds und die das Gedächtnis selektiert. Nicht ganz harmlos – doch nur das Gefährliche hat Mana.
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