Es muss ja nicht gleich ein „Stairway to Heaven“ sein für das erste Freiluft- und „indoors“-Treffen der Manafonistas im kommenden Mai. Obwohl Jimmy Page schon zeigte, was eine Harke ist, als er den ehemaligen Wohnsitz des irren Satanisten Alistair Crowley erstand, und ausgerechnet dort, vor dem Hintergrund eines Kaminfeuers, und mit Blick in die Ferne, seinen Edelromantikdauerbrenner komponierte. Hier in der Bräderuper Heide, finden sich allerlei Ausblicke auf verschwiegene, abseits von jedem Trubel befindliche Häuser mit altem Reeddach. Als ich das letzte Mal die Treppe hinter mir liess, und mich am Rande der Heide in grosser Hitze bewegte, erschall aus einem offenen Fenster „Bobby Brown“ von Frank Zappa. Ein wunderbar pornographischer Song. Hier ist scheinbar richtig was los, schlafen können Sie auf Amrum!
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2014 8 Aug.
Sylter Treppe für die Manafonistas
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
2014 7 Aug.
gaga di bling blong, auf „magnetischen Feldern“
Lajla Nizinski | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Exsurrealisten | 1 Comment
Ja als die Surrealisten doch Recht hatten, ging es zumindest in der Sprache noch phantasievoll zu. In einem sehr ordentlich sortierten Musikladen in Montpellier fand ich eine CD mit Aufnahmen von 6 surrealistischen Künstlern, die ich mir sofort kaufte. Gedichte von Poeten, Malern, Schriftstellern, Bildhauern, einfach alle Künste versammelt und gesungen von Bernard Ascal, der wiederum auch Maler, Musiker: Komponist und Sänger ist, sind darauf zu finden.
Michel Leiris
Joyce Mansour
Benjamin Peret
Raymond Queneau
Philippe Soupault
Auch von Jean Arp, ja unserem Hans Arp, von dem ich hier ein Dada Sommergedicht einstelle, das alle Schwerkraft vergessen lässt.
ICH BIN EIN PFERD
ich fahre in einem Zug / der überfüllt ist /in meinem Abteil / ist jeder Platz von einer Frau besetzt / der ein Mann auf dem Schoss sitzt / die Luft ist unerträglich tropisch ./ alle Reisenden / haben einen riesigen Hunger /und essen unaufhörlich / plötzlich fangen die Männer / zu wimmern an / und verlangen nach der Mutterbrust. / sie knüpfen den Frauen die Kleider auf / und saugen nach Herzenslust frische Milch. / nur ich sauge nicht / und werde nicht gesäugt. / es sitzt mir niemand auf dem Schoss / und ich sitze niemandem auf dem Schoss / denn ich bin ein Pferd. / ich sitze aufrecht und gross / mit meinen Hinterbeinen auf der Eisenbahnbank /und stütze mich bequem / mit den Vorderbeinen auf. / ich wiehere laut hii hii. / an meiner Brust funkeln / die Sex Knöpfe des Sexappeals / schön aufgereiht / wie die funkelnden Knöpfe einer Uniform / o Sommerszeit. / o weite weite Welt
2014 7 Aug.
For anyone thinking about Palestine: three letters written by Brian Eno and Peter Schwartz
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 1 Comment
see comment 1 …
well, i certainly feel older than i am … but i hope i´m not too „old“ just yet! i think anyone who is passionate about music would feel similarly; that music pretty much becomes a way of life. it´s not just simply listening to music all the time but putting many aspects of your life into the musical context. whether it´s my „day job“ as a mastering engineer, or running the label, or writing music, reading about music, buying musical equipment, talking to friends about sound, listening carefully to my environment, photographing for music, the list goes on. i even equate cooking with writing music. the ideas of music can be applied to so many things in life. [reviews.headphonecommute.com]
Taylor Deupree and his label 12k (finally on our blogroll) are one topic in the next edition of Klanghorizonte, Deutschlandfunk, on August 16th. As an entry into his musical world, I can appreciate several records, his solo work FAINT might be a good point of departure. Highly recommended for sleepy summer mornings, with open windows and steaming tea. And, yes, it’s for all four seasons. (me)
2014 6 Aug.
Hilarious Heisen
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: YLVIS | Comments off
Eine alltägliche Szene: man kommt an einem unbekannten Ort an und will sich eine Karte für den öffentlichen Nahverkehr kaufen. Meistens steht eine Reihe vor den Automaten. Man sollte sich den den Automaten aussuchen, vor dem die wenigsten Touristen stehen, sonst läuft man nämlich Gefahr, Zeuge längerer Trial-Error-Ketten mit entsprechenden Unterhaltungen dazu zu werden. Es gibt Unterschiede in der Nachvollziehbarkeit der Algorithmen, denen man bei der Bedienung der Automaten folgen muss. Und wenn man dabei einen Fehler macht oder nichts das richtige Bezahlungsmittel zur Hand hat, darf man alles nochmals durchlaufen. In den Anfangsphasen dieser Automatisierung waren die Automaten vielerorts noch bemannt oder befraut, was inzwischen aber eine Seltenheit geworden ist. Wie oft denkt man nicht: wieso kapiert dieser dämliche Apparat nicht, dass ich nur eine einfache Karte kaufen will. Der Schritt zur Imaginierung eines gedanken- lesenden Automaten ist dann klein, die Folgen wären enorm, eingreifend.
HILARIOUS HEISEN ist herrliches Automatisierungstheater. Kann man den Tag mit anlachen, durchlachen, ablachen …
Erst aber ihre Geheimzahl bitte!
???
Einfach nur ins Bild schauen!
Danke. Sie sind akzeptiert!

Heisen ist Fahrstuhl auf norwegisch. Kleiner Hinweis: das Chinesisch, das gesprochen wird, ist echt. Der junge Mann will in den fünften Stock. Fahren Sie mit und klicken Sie H I E R
Fuer die Musikindustrie naht bereits der Herbst; der Presseblaetterwald rauscht schon um Neuveroeffentlichungen und — wie mir scheint — vorrangig Neuzusammenstellung von Altbekannten mit Dreingaben in den altbekannten deluxe editions anzupreisen.
Und auch die herbstliche Konzertsaison hat das eine oder andere Highlight parat ! – Merke mir gerade den 30.10.14 vor: das John Scofield Trio (feat. Steve Swallow & Bill Stewart) spielt im Rahmen der 21. Jazztage im DOMICIL in Dortmund. (Weitere Tourtermine, u.a. Rotterdam, auf Scofield’s Homepage).
2014 6 Aug.
Gregor öffnet seinen Plattenschrank (78)
Gregor Mundt | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 6 Comments
„Aber selbstverständlich ist es auch identitätsstiftend, Gregor, den Musikgeschmack aus der Vergangenheit kritisch unter die Lupe zu nehmen und das nicht Passende (vielleicht sogar: das noch nie Passende oder mindestens: das nicht hinreichend Passende) beiseite zu legen.“ Das schrieb Martina in ihrem vierten Beitrag zum Thema Martina sortiert ihren Plattenschrank und sie hat ja so recht, keine Frage. Ich habe meine zahllosen Umzüge – es dürften bald zwanzig sein – gerne zum Anlass genommen, Dinge zu sortieren, auch auszusortieren, zu verkaufen, zu verschenken, ja, auch wegzuwerfen. Auch Tonbänder, Kassetten, und CDs, sogar Bücher waren dabei. Und, wenn Peter Handke in seinen Aufzeichnungen Gestern unterwegs: „Laß. laß, laß, laß …“: Lebens- wie Sterbegebet, ausruft, hat er sicher etwas unbedingt Richtiges geschrieben.

Dennoch: ich halte meine Bandmaschinen in Ordnung, verfüge über ein umfangreiches Ersatzteillager, schaue, dass meine Röhrenradios funktionieren, halte Ersatzröhren bereit, habe mehrere richtig gute Kassettenrecorder, um for ever meine ungefähr 1500 Kassetten genießen zu können, pflege die Arabella Musiktruhe von Nordmende und natürlich die Musikbox … und das ist gut so und passt so! Zurecht wird von Besuchern meiner Wohnung gerne von einem Museum gesprochen. Okay, ich stehe dazu. Von manchen Platten habe ich mich aus Geldmangel getrennt, um dafür lang ersehnte andere Scheiben kaufen zu können. Oft habe ich dies bereut, denn es war Musik dabei, die vielleicht zum damaligen Musikgeschmack nicht mehr gepasst hat, aber für den heutigen doch von Interesse ist. Ich weiß, ich kenne Musikbegeisterte, die nur die besten Platten und CDs aufheben, den Rest zum Kauf anbieten. Hat ja auch was!

Ein Beispiel: ich hatte mal eine Phase, in der ich sehr gerne Folkfestivals besuchte und ohne Ende Gitarren-Musik gehört habe. Platten von Tucker Zimmermann, David Qualey, Sammy Vomácka, Hermann van Veen, Victor Jara, Werner Lämmerhirt und anderen zeugen von dieser Zeit. Keine diese Platten habe ich je in den letzten etwa 15 Jahren gehört, aber ich werde es jetzt tun, der Grund? Jochen Arntz schrieb im SZ-Magazin einen längeren Artikel über den vor einem Jahr mit 69 Jahren verstorbenen Gitarristen Dale Miller (SZ-Magazin Nr.30 vom 25.07.2014 S.25-29: Zeitmaschine). Das Lesen des Artikels führte zwangsläufig zum Hören alter Platten von Miller, auch entdeckte ich, dass es durchaus hörenswerte neuere Platten dieses Musikers gibt, etwas Time goes by von 2008 (schöne Interpretationen alter Beatles-Titel finden sich auf dieses CD). Nun werde ich ich natürlich auch wieder die alten Platten aus den siebziger Jahren auflegen und mich daran erfreuen. Wichtig scheint mir allerdings, dass man nicht in der Vergoldung vergangener Zeiten verharrt, sondern sich offen hält für Neues, kein Problem für mich, dafür bin ich viel zu neugierig.

2014 6 Aug.
Musikschreiberei #1
Henning Bolte | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: Charles Lloyd, Food, Jamie Baum | 6 Comments

Morgens (durch)kämmen
Morgens ein paar Webmagazine checken. Ein Artikel über eine Aufführung des Roaratorio von John Cage in einer Höhle in Irland als Teil eines Beckett-Festivals. Das Roaratorio ist in der Tat ein grossartiges Stück, das man sehen sollte. Im Bericht darüber werden die üblichen Ketten genannt oder heruntergebetet: James Joyce, Samuel Beckett, Finnegans Wake, John Cage. Aha! So wird Grösse indiziert und werden Kulturbestände für die Erinnerung aufbereitet. Damit was haften bleibt, muss es möglichst oft möglichst formelhaft wiederholt werden. Es ist eine viel (aus)geübte Kolportagepraxis. Ich habe gerade in diesem Zusammenhang noch nie das Gefühl gehabt, dass die Schreibenden auch nur eine Zeile von Finnegans Wake gelesen oder – von Joyce selbst vorgelesen – gehört haben (leicht auf Internet zu finden). Idem dito in bezug auf Beckett.
Das deutsche Jazzinstitut in Darmstadt forstet alle wichtigen Tageszeitungen etc. der westlichen Hemisphäre durch und siebt dann alle jazzbezogenen Sachen heraus. Ist schon ein bunter Reigen jedesmal. Diesmal blieb natürlich das satirisch gemeinte Stück im New Yorker im Netz hängen, in dem so getan wird als ob Sonny Rollins sich zum mieserigsten Jazzbasher gewandelt hat. Das Ding hat ja einen Sturm ausgelöst, in dem der Meister einen Redestrom produziert, der ebenso ausdauernd wie seine Instrumental- improvisationen ist (auf Internet leicht zu finden). Einiges von dem Jazzbash blitzte auch kurz auf Manafonistas im Zusammenhang mit Robert Crumb auf. Sommerloch, wo eine Menge Unterschwelliges Raum gewinnt?
Krautschuss
Beim Lesen stösst man natürlich auch auf die Blüten, Unarten und den Krautschuss der Zunft. Man möchte dann so einiges archivieren, um es weiter aufzubereiten, kann oder will sich dann aber für solche Metapraxis nicht die Zeit nehmen.
Hier nur eine Probe des Tages aus der Frankfurter Rundschau:
“Nichts wirkt formelhaft, obgleich sie sich nicht einen Millimeter über ein schon um das Jahr 1970 herum jazzhistorisch ausformuliertes Koordinatensystem hinaus bewegt, mit Miles Davis als stilbildendem Übervater und einem steten musikalischen Fluss als strukturellem Prinzip.”
Wieder die Ketten. Und die Selbstdementierung in Sachen Formelhaftigkeit. Und wenn man über Jazz schreibt, ist offensichtlich die Hauptfrage, wie man Miles Davis erwähnt kriegt. So wie hier z.B.. Eine verblüffende starke Figur ist aber zweifellos der stete musikalische Fluss als strukturelles Prinzip. Ein markantes Merkmal, in der Tat!
Ja, und so arbeitet man sich dann weiter durch noch andere Gehölzer. Jetzt keine Aufzählung oder Nennung der Magazine.
Kochen, Essen
Musikschreiberei hat ja gewisse Ähnlichkeiten mit Kochen. Man muss vieles ausprobieren, wissen wo man gute Ingredienten bekommen kann, man muss einkaufen gehen, Zutaten gut bewahren und dann alles vor- und zubereiten, bevor es in die Pfannen geht. Die Zeit und Energie, die da hinein geht, ist eine ganz andere als die beim Aufessen. Wenn’s schmeckt merkt’s der Esser und machmal bringt er/sie’s auch zum Ausdruck. Beim Essen ist es so, dass man’s auch sehen kann. Nun, eine Menge Parallelitäten mit Musikschreiberei und Musikleserei. Von der es inzwischen so viel gibt, dass niemand mehr erfahren kann, was es heisst, wenn’s fehlt oder Schmalhans der Koch ist. Fastfood und Fuzzyküche und Schladderamm regieren. Nun, in andere Zeiten gab es weniger Kritiker. Einige schrieben durchgängig Scheiss, andere wurden mit voll Spannung und tiefem Ernst gelesen.
Und sonst?
In der Werkstatt wird ja immer an verschiedenen Sachen gebaut. Einem Artikel über Dorothy Darrs wunderbarem Portrait von Charles Lloyd, Arrows Into Infinity, Liner Notes zu einem neuen Album von Lucian Ban, Mat Maneri und Albrecht Maurer, einem Artikel über den norwegischen Schlagzeuger Gard Nilssen. Eine ganz Menge Fertiges ist die letzten zehn Tage rausgegangen, hat das Licht der Leserwelt gesehen oder wird es im Laufe der nächsten zwei Monate sehen. Auch in den Nebenräumen tut sich eine Menge. Ja, und viel Zeit verbringt man im Magazin auf der Suche nach abgelegtem Material. Interviewaufnahmen, alte Artikel, Notizen, Photos. Manchmal weitet sich die Suchaktion zu einer Aufräumaktion aus, was dann immer mehr Zeit erfordert. Dabei träumt man dann von einem Supersystem, in dem alles im Handumdrehen gefunden und verbunden werden kann. Wenn man das bauen würde, hätte man allerdings keine Zeit mehr übrig für dasjenige, dem es dienen soll. Charles Lloyd erstmal dann. Aus der Erinnerung an etliche Treffen und Gespräche schöpfen. Treffen, die man auch einfach nicht vergisst.
Besprochenes
Vor der Besprechungsauswahl ist ordnen, checken und anhören angesagt. Und hier das Besprochene. Einiges zu einigen später vielleicht auch noch auf Manafonistas! Ein ganz besonders Album ist Jamie Baums In This Life. HIER ist bereits einiges von mir dazu zu finden. Ihre Musik ist auch als RADIO ON DEMAND jederzeit mit einem MausKLICK zum Anhören verfügbar.
Angles 9 – Injuries. Clean Feed
Antoine Berjeaut Wasteland feat. Mike Ladd. Fresh Sound New Talent.
Henry Butler/Steven Bernstein And The Hot 9 – Viper’s Drag. Impulse
Jamie Baum– In This Life. Sunnyside
Sylvie Courvoisier Trio – Double Windsor. Tzadik
Andy Emler/Claude Tchamitchian/Eric Echampard – Sad And Beautiful
La Buisonne
Hess/AC/Hess – Spacelab. Gateway
KUU! – Sex gegen Essen. Shoebill
Hans Lüdemann Trio Ivoire – Timbuktu. Intuition
Håkon Thelin/Stefano Scodanibbio – a Stefano Scodanibbio. Atterklang
[Abbildung: Giorgio Manganelli von T. Pericoli ]
Sometime ago, some manafonistas discussed the phenomenon of „guilty pleasures“, their love for some songs that are in general regarded as quite uncool. Now the on-line magazine „thequietus“ has posted fifty guilty pleasures, calling them, well, „guilt free pleasures“… right so, no reason to blame oneself for being like everybody else, so to speak.
To be honest, some of it is really awful, haha!, but everybody has this special love for certain kitschy, ultranormal, middle of the road and trivial songs – the magic is working inside, well hidden or not there at all , maybe only connected to a special memory. There is one description I totally agree with, and this is related to Rod Stewart’s version of „You Keep Me Hangin‘ On“. Might take you back to the winter 77/78. And, in case I’d have had to contribute to that selection, my choice would have been Terry Jacks‘ „Seasons in the Sun“. (me)
Taken from 1977’s Footloose & Fancy Free, one of those Rod Stewart records you’ll see clogging up boxes at charity stores – the one where he’s got a blonde mullet and his collar is turned up against a Californian sunset, and the one with ‚Hot Legs‘ on it, too, which hardly helps – Stewart’s cover of the Holland-Dozier-Holland classic is a truly magnificent, overegged work of ridiculous extravagance. The song may have only first made its mark on the public a decade earlier when performed by The Supremes, but this seven and a half minute long opener to side two of his eighth solo album found Stewart sounding like he was absolutely convinced that he could completely eclipse their interpretation.
Consequently, this no-holds-barred flight of fancy employs every trick in the book: gently psychedelic organs to lull us at its start, a battery of drums and guitar riffs, theatrical breakdowns, and the distinctive sound of Rod The Mod, his voice comically plaintive, his spirit so worn down that he can barely even utter the words „Why don’t you, babe?” before, minutes later, he’s doing his best, full-throated, Janis Joplin impression. Seemingly fearful that he’s still not stamped his identity on the song, he then introduces an orchestra, before the kind of solos for which air guitar was invented kick in for the finale. Absurdly bombastic, it is, frankly, a total pantomime, with Stewart as Cinderella, and all the better for it. -Wyndham Wallace
Das Kaffeegrauen ereilte mich in einem vielgelobten vegetarischen Restaurant in Düsseldorf. Das Büffet sah exquisit aus, nur hatte ich keinen Hunger, und obwohl fernab der vegetarischen Bruderschaft, verstehe ich nicht, wieso man eindeutig fleischlose Gerichte „Paprikagoulasch“ nennen muss. Sei’s drum. Ich wollte nur einen Cappuccino mit fair gehandeltem Kaffee, und wurde dann vor die Wahl diverser Milchsorten gestellt. Gibt es keine richtige Milch in vegetarischen Restaurants, alles nur Soja und lactosefreies Surrogat? Kein Ausdruck aus dem Mund der freundlichen Vegetarierin hinter der Theke lachte mich wirklich an – ich sagte mit minimal angestrengter Freundlichkeit das Zauberwort: „Haselnussmilch“. Mir fielen sofort tödliche Haselnussallergien ein. Der dünne Schaum liess seine zahllosen Bläschen platzen, als sei eine Portion Pril in der Tasse gelandet, oder ein Milchrührer von 1956 im Einsatz gewesen. Die Temperatur lau zu nennen, ist eine freundliche Umschreibung, kalter Kaffee wäre ein Glücksfall gewesen angesichts dieses sommerregenpfützenwarmen, haselnussfarbenen Mischgetränks. Der Geschmack des Gesamtkunstwerks kam mir vor wie eine Neuschöpfung von Bayer Leverkusen für die Zielgruppe asexueller Yuppies, bei denen jedes hunderste Wort „Nachhaltigkeit“ lautet, und die einfach nicht merken, dass, wenn sie sich diesen Kaffee zu Gemüte führen, das Nirvana in Gestalt von reinem nussigen Nichts seine Aufwartung macht.
