Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Autoren-Archiv:

2016 6 Dez

Favoriten 2016

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01 Brian Eno: The Ship
02 Vangelis: Rosetta
03 Tigran Hamasyan – Arve Henriksen – Eivind Aarset – Jan Bang: Atmosphères
04 Helene Grimaud: Water
05 Radiohead: A Moon Sharped Pool
06 Masabumi Kikuchi: Black Orpheus
07 Van Morrison: Keep Me Singing
08 Bosse: Engtanz
09 Martha Argerich · Daniel Barenboim – Live from Buenos Aires
10 Jon Balke: Warp

 

2016 16 Sep

Sechzehn Neun Sechzehn

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Musik ist vieles für viele Menschen, und vermutlich kann man ganze Regalwände mit Abhandlungen, die die Effekte von Musik auf den menschlichen Körper und Geist ausloten, füllen. Meine persönliche Hausapotheke wechselt; aktuell herrschen eher die besänftigenden, beruhigenden Töne vor. (Trifft „tröstende Töne“ es noch besser?)

Das neue Nick Cave Album Skeleton Tree wird, glaube ich, aktuell für länger in meinem CD Player eine Heimat finden; ich habe es in den letzten Tagen fast ausschließlich gehört: sehr gut! (Mit Caves Texten zum neuen Album werde ich mich noch etwas beschäftigen.)

Und gleichzeitig ist mir danach, eine akustische Mauer hochzuziehen – im Rahmen der Zimmerlautstärke, versteht sich. Dann greife ich zu dem gerade erschienenen neuen Livealbum Earth von Neil Young und bin beim Anhören dann ganz in seiner wall of Sound, die diesmal, angereichert mit Tierstimmen zwischen den Stücken, dafür sorgt, dass mich Telefonklingeln, der Anrufbeantworter, und ähnliche Störungen der Außenwelt, nicht erreichen.

Ich erinnere eine Episode mit dem Zeichentrickheld meiner Kindheit, dem Paulchen Panther, in der er von einer kleinen, grauen Wolke verfolgt wurde, die immer nur auf ihn und sonst niemanden hernieder regnete. There’ll be days like this … – und man fällt auf sich selbst zurück.

2016 14 Sep

Vierzehn Neun Sechzehn

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Jetzt, wo die Dornröschenranken um das Schloss durchschnitten sind, und uns die angekündigten Gewitterwolken in dieser Woche einen von mir lang ersehnten Temperatursturz bescheren werden, wird deutlich: der Herbst ist da.

Noch ist nicht die Zeit, wie Herr Geiser (in „Der Mensch erscheint im Holozän“ von Max Frisch) schreibend gegen den Verlust der eigenen Welt mit Schreiben und Erinnern anzukämpfen. (Von dieser Geschichte gibt es übrigens eine sehr gute Verfilmung unter der Regie von Manfred Eicher mit Erland Josephson in der Hauptrolle.) Was im Herbst bleibt, sind die Erinnerungen an (vermeintlich?) bessere, schöne Tage, an summer wine etwa, und eine leichte Melancholie stellt sich ein.

Da kommt mir die Doppel-CD „Classics And Collectables“ von Scott Walker gerade recht. Zugegeben: mit seiner Gesangstimme im Spätwerk, also allem, was nach „Climate Of Hunter“ kam, konnte ich mich nie so recht anfreunden; aber hier sind alle Perlen aus seinen früheren Soloalben versammelt, zum Schwelgen und Versunkensein. And all I’ve said was just instead / of coming back to you.

2016 8 Aug

Acht Acht Sechzehn

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Die Tage werden wieder kürzer, und abends um Viertel nach 9 Uhr grüsst die Nacht schon von Nahem. Da erinnern wir uns gerne an sonnige Sommertage, auch wenn man diese nicht in ausländischen Gefilden verbracht hat. Wie die Pusteblume, die Stefano Bollani als Coverbild für sein neues Album „Napoli Trip“ gewählt hat, wehen vertraute und auch unvertraute Klänge herüber und zeichnen uns sein Bild, seine Assoziationen von Neapel. Und es ist interessant festzustellen, wie alles zusammenpasst: italienische Folkloreklänge, electronics und his kind of jazz, natürlich. Manu Katche ist mit dabei; aber auch Jan Bang (mit einem im Punkt Studio in Kristiansand aufgenommenen Stück) und Arve Henriksen. So dauert das summer feeling noch ein bißchen an.

2016 4 Jun

Vier Sechs Sechzehn

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Was Empfehlungen angeht: sehr empfehlenswert ist die „All Things Must Pass“ Dokumentation ueber die TOWER RECORDS Kette, deren Aufstieg und Fall von den 1970iger Jahren bis in die Gegenwart. Viele Zeitzeugen kommen neben den Angestellten und Konzernoberen zu Wort, Musikbusinessmenschen wie David Geffen zum Beispiel und später selbst Musikschaffende wie David Grohl, Bruce Springsteen und Elton John, fuer den TOWER RECORDS dann ab und an auch schon einmal früher öffnete. Ausserdem das „Cuong Vu Trio Meets Pat Metheny“ Album, das den für seine ECM Veröffentlichungen auch hier gemochten Gitarristen soeben in einer frischen Produktion als sideman zeigt, weitab von seinem vielfach zelebrierten Säuselton. Bitte unbedingt einmal hineinhören – und das zeitgleich veröffentlichte „The Unity Sessions“ verschmähen, weil: auf diesem Album gibt es dann wieder die altbekannten Ideen in keineswegs frischen Variationen.

 
 
 


 

2016 23 Mai

Dreiundzwanzig Fuenf Sechzehn

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Und als ich wieder aufschaute waren vierzehn Tage vergangen. Ich blinzelte verbluefft. War das moeglich? Eben hatte ich doch noch im Schatten gesessen, einen Stapel Buecher neben mir. Dann schwang das Wetter um, „after the heat“. Und abends, alleine auf dem Zimmer, waren drei Alben bei mir: die neue CD von Brian Eno, „The Ship“, das dankenswerterweise neu aufgelegte „Cyborg“ Album von Klaus Schulze und „MG“ von Martin L. Gore. Ruhige Tage des Innehaltens waren es; die Musik dieser drei Alben lief ausschliesslich und trug mich mit sich: zu lang verschuetteten Erinnerungsfetzen, Begegnungen und neuen, diffusen Gedanken.

 
 
 

 

2016 28 Apr

Lesezeichen # 15

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Lese ich gerade. Hochinteressante Materie, von der man als Laie ja nur kleine Details versteht. Und ich bin auch etwas vorbelastet: Ein guter Freund von mir hatte einen Hirntumor; vor einigen Jahren war er fuer eine noch notwendige OP in Hannover in einer Spezialklinik, und ich habe ihn dort besucht. Und ein zweiter guter Freund starb vor einigen Jahren an einem Aneurysma … – so lernen wir alle frueher oder spaeter, wie zerbrechlich alles ist. Wie es ist, ein Hirnchirurg zu sein, von schwierigen Entscheidungen, die Risiken der OP, den Risiken des Verschiebens einer OP, von alldem erzaehlt dieses Buch in nuechternem, aber mitfuehlendem Ton.

2016 28 Apr

In High Esteem # 7

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Ein Film aus einer Zeit, als die Kinofilme noch in Technicolor waren; und die Kindheitserinnerungen gleich mit. Eine ferne und maerchenhafte Welt, aus tausendundeiner Nacht entstiegen, wurde hier praesentiert; die Guten und die Boesen klar verteilt, und auch ein Happy End war vorgesehen. Fuer die damalige Zeit recht eindrucksvolle Effekte und Trickdarstellungen (der Geist aus der Flasche!), die, so will mir scheinen, schoener als mancher technische gimmick aus der Neuzeit, in der Forrest Gump  Praesident Kennedy die Hand gibt, oder John Lennon begegnet. Ich habe diesen Film lange nicht mehr gesehen und vermutlich sollte es auch so bleiben; die Erinnerungen an frueher heissgeliebte Fernsehnachmittage – und das damit einhergehende Vermoegen zu staunen – sind zu oft schoener als die Wiederbegegnung mit den Augen des Erwachsenen.

2016 27 Apr

Siebenundzwanzig Vier Sechzehn

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Lieber Michael,

 

kurzzeitig aus meinem 9 to 5 auftauchend sehe ich, dass Du nach Lieblingsplatten des Reggae gefragt hast. Ich muss hier zugeben, dass es meine Plattensammlung nie ueber Exodous von Bob Marley & The Wailers, einer „Best of“ von eben diesem in Sachen Reggae hinausgewachsen ist.

Vermutlich waren die 1970iger, als all die Protagonisten wie Jimmy Cliff, Peter Tosh und auch Bob Marley ihre Fruehwerke vorlegten, die Bluetezeit – aber da sass ich auf einem kleinen Stuehlchen in der Schule und spaeter hat mich mein Interesse nicht mehr an Reggae herangefuehrt; von den ganzen Unterarten wie „Dub“ ganz zu schweigen. Alan Bangs hat in seinem BFBS Nightflight im Sommer (der idealen Sendezeit dafuer) viele Sendungen mit Reggae und Dub bestritten; aber diese Sendungen waren dann nicht so ganz meins.

Ich kann da also leider keine entlegene 7″ oder 12″ B-Seite nennen bei denen der Kenner dann heftig nickend Zustimmung signalisiert.

 

Etwas anders sieht es bei der World Music aus. Erinnere da einen ganz hervorragenden Auftritt von „King Sunny Ade and his African Beats“ im Rockpalast; vor ihm Kevin Rowland und Joe Jackson.

King Sunny Ade and his African Beats: das war in den 1980igern und dererlei Musik noch relativ selten im Fernsehen und Radio; das WOMAD Festival gab es noch nicht; und Charlie Gillett bei der BBC fuer mich nicht empfangbar.

Ach ja, und letztens habe ich mir eine DCD mit einer sehr guten Zusammenstellung von Fela Kuti gekauft und bin da sehr sehr fasziniert. (Brian Eno hat uebrigens von Fela Kuti eine Vinylbox kuratiert ueber die mir viel Gutes berichtet wurde; aber die kennst Du sicherlich!)

Soviel fuer jetzt. Lass Dich bei deinen Spaziergaengen mit Hund nicht allzu nass regnen !

 

Bis die Tage,

Uwe

Was ich zunehmend als Phantasielosigkeit empfinde: dass nun jede, aber auch wirklich jede Lebensgeschichte eines prominenten Menschen verfilmt werden muss! Michael Douglas ist dann Liberace, Daniel Bruehl ist dann z.B. Niki Lauda, und Jamie Foxx ist Ray Charles. Niki Lauda lebt noch, gottseidank, aber es faellt schon auf, dass zumeist nicht mehr lebende Prominente ausgesucht werden; die koennen dann auch wenig Einspruch gegen eine Verfilmung geltend machen.

Demnaechst erwartet uns die Verfilmung, wie Miles Davis (der Ende Mai 2016 neunzig Jahre alt geworden waere) in den 1970iger Jahren „so war“. Selbstredend war niemand, der das Drehbuch geschrieben hat, seinerzeit mit dabei und berichtet somit aus erster Hand; man kann da nur hoffen, dass vielleicht etwaige Interviewsegmente im Film dann etwas erhellender sind als die hinlaenglich bekannten, dem flow des Films Rechnung tragende, mit erfundenen Dialogen angereicherten, Spielszenen, in denen entsprechend optisch zurechtgemachte Schauspieler prominente Musiker darstellen.

Das zum Film erscheinende Soundtrackalbum heisst dann auch „Everything’s Beautiful“ (oh irony!) und die Amazonen verkuenden dazu, dass „verschiedene von Miles inspirierte Künstler dessen Tracks interpretieren, in ihren eigenen einzigartigen Versionen, unter anderem Erykah Badu, Stevie Wonder, Hiatus Kaiyote, Laura Mvula, Bilal, Phonte, Ledisi, John Scofield“. Und diese neuen Versionen braucht „man“ natuerlich, unbedingt, verstehe.

Mir scheint, um Miles Davis zu feiern, wird es (immer, nicht nur an runden Geburtstagen!) reichen, seine Alben zu hoeren, seine eigene Biographie – die ja auch etwas geschoent war – zu lesen. Immerhin vermittelt diese eher ein nachzulesenden Bild, wie er sich und seine Zeit sah.


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