Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2022 8 Juni

Floating into the night

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Zu welchen Soundtracks kehren wir immer wieder gerne zurück, als wäre in ihnen immer noch etwas Unerhörtes enthalten? Da hat jeder eigenen Erinnerungen, Bilder und Klänge – Vangelis, Delerue, Cooder, Rota, Karaindrou, und all die anderen – und manche führen zur einer alten Fernsehserie, die 1989 in heimische Wohnzimmer strömte und eine neue Art der Unheimlichkeit verbreitete. Und in der Bar sang Julee Cruise.  She‘s gone now.

Excalibur Sound war der dunkelste, schäbigste Ort, den man sich vorstellen kann„, sagt Angelo Badalamenti und erinnert sich an das Studio in Manhattan, in dem er und David Lynch einen Großteil der Musik produzierten. „Die Lichter flackerten, der Strom ging ein und aus, wie in einem David-Lynch-Film. Als wir uns den Film ansahen, roch es in dem Raum fürchterlich. Es war winzig, die Mäuse liefen sogar bucklig herum. Aber David liebte es – er sagte: ‚Dieser Ort schafft eine so schöne Stimmung für uns, Angelo, nicht wahr?‘ Ich sagte: ‚Nun, ich denke schon…'“ Aus dieser bescheidenen Umgebung stammt eine Fülle schöner und düsterer Musik, sowohl für Julee Cruises Dream-Pop-Meisterwerk Floating Into The Night als auch für Twin Peaks.

2022 4 Juni

Inselpost aus dem Norden

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Hallo, allerseits!

Ich bin ein alter, besser, neuer Bekannter eures chronischen Syltreisenden, der hier mal Roger Eno-Kompositionen auf einem Bösendorfer serviert bekam, neben Krabbenbrötchen.  Vielen Dank, Micha, an dieser Stelle, für das kleine Plattenpaket mit einem Schätzchen des Keith Jarrett Quartet, „Shades“. Ja, eine kleine humorvolle Truppe hatte sich da eingefunden, beim letzten Beisammensein hier  in  Sichtweite unserer Heide. Michael erzählte von dem Manafonistentreffen im Seepferdchen, und ich vernahm, wie die geschätzte Lajla, deren Nachname so kompliziert klingt, vom speziellen Grün der Dünenlandschaften schwärmte, ich kann das nur bestätigen. Und was für ein feines Buch ist das von Geoff Dyer, da wünscht man sich mehr intelektuelle Briten auf der Insel. Bei einem anderen Autor könnte Dyers Neigung, ums eigene Leben zu kreisen leicht ermüdend wirken. Aber die Kleinigkeiten, die er zur Schau stellt – die kostenlose Anmeldung beim Tennis, die Entnahme von Shampoo aus Hotels im industriellen Maßstab – klingen verdammt lebensnah. Und, ja, traumhaft, wie alles beginnt mit den zwei Kapiteln zu „Endspielen“ der besonderen Art, zwei Liedern von den Doors und Bob Dylan! (A propos Musik, was für eine tolle Entdeckung ist diese alte Jarrett-Scheibe!)

 


Aber zurück zum Thema. Diese Offenheit für die Dinge ist es, die einen dazu ermutigt, Geoff Dyer zu vertrauen, und ihm bei seinen gelegentlich etwas obskuren Streifzügen zu folgen, wie etwa Nietzsches Vorstellung von der ewigen Wiederkehr. Auch ist da stets ein feiner Humor im Spiel,  und das Gefühl, dass er genau hingesehen – und über die Dinge nachgedacht hat. Er könnte anmerken, dass bei jeder Dichterlesung, „wie angenehm sie auch sein mag, die Worte, auf die wir uns am meisten freuen, immer dieselben sind: ‚Ich lese noch zwei Gedichte.'“ Dennoch ist sein Buch durchdrungen von einer tiefen Auseinandersetzung mit Lyrik von Larkin bis Tennyson, Milton, Louise Glück und anderen. Das dürfte auch Frau Weber  nahegehen.

 

 


Der gute Herr Dyer räumt ein, dass er sich immer weniger von der militärgeschichtlichen Abteilung der Buchhandlungen entfernt, die sich zunehmend stärker auf den Zweiten Weltkrieg konzentriert. Die Zeiten sind dunkel, keine Frage. Aber er ist auch jemand, der in Joshua Tree immer noch kompliziert choreografierte halluzinogene Drogen konsumiert, buchstäblich davon träumt, Fußball zu spielen („meine besten Träume des Jahres„), und mit dem offensichtlichen Elan eines Achtjährigen Fahrrad fährt. Herr Siemer kann ein Lied davon singen. Das Alter hat ihn eingeholt, aber die Jugend ist noch da. Kniestützen an beiden Beinen halten ihn jetzt auf dem Tennisplatz, aber wie sein Titelheld Roger Federer ist es eine Reserve an Fingerspitzengefühl, Gefühl, Timing und einem scharfen Auge, die ihn im Spiel hält. Was für ein tolles Buch: immer vor dem Einschlafen ein Kapitel langsam lesen, das ist die ideale Dosierung. Geoff Dyers „The Last Days of Roger Federer – And Other Endings“ ist grosse Kunst, locker serviert.

 

 

Da hier auf dem Blog auch immer wieder  Filme besprochen werden, möchte ich gerne noch den jüngsten von Herrn Almodovar ans Herz legen – „Parallele Mütter“. Wunderbares Alterswerk mit einem Hauch von Hitchcock. Auch psychoanalytisch eine Wonne!

Inselgruss von Dr. Br.

2022 2 Juni

A little masterpiece of Pedro Almodovar (1989)

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2022 2 Juni

Everything must go

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It’s high time for a walk on the real side
Let’s admit the bastards beat us
I move to dissolve the corporation
In a pool of margaritas
So let’s switch off all the lights
Light up all the Luckies
Crankin‘ up the afterglow
‚Cause we’re goin‘ out of business
Everything must go

 

 

Was für ein wunderbarer Auftakt, die erste Strophe des Titelsongs dieses fantastischen Steely Dan-Albums. Die Uhren werden verkauft, die Zeitungen sind alle von gestern, und die Gesellschaft wird aufgelöst in einem Pool von Magaritas. Es gibt einen Song aus Leonard Cohens Turm der Lieder mit einem ähnlichen Thema: „Closing Time“. Natürlich wird hier gar nichts geschlossen, das Fest geht weiter, und, in Zeiten wie diesen, hat die Sinnlichkeit tausend Gesichter. (m.e.)

 

2022 1 Juni

Af Ursin: Trois Memoires Discrètes

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Auf diese unfassbare und unfassbar verführerische Schallplatte kam ich durch „Mr. Stunning“ von „45rpm audiophile“. Es finden sich nur wenige Echos darauf im Netz, ein Werk  aus dem Jahre 2012, das die Grenzen von Musik, Nicht-Musik, und Stille auslotet – und dabei durchweg fasziniert. Eines dieser wundervollen Stücke Musik, die unter dem Radar des Angrsagten ihr ganz besonderes Niemandsland erkunden. Klanghorizonte pur. Oder sowas wie „Obscure Records No. 11“.  (m.e.)

 

Timo van Luijk, ein Spezialist für ruhige Töne, legt zum 10-jährigen Jubiläum eine Neuauflage seines introspektiven, kammermusikalischen Meisterwerks „Trois Mémoires Discrètes“ vor. Die halb beleuchteten Nocturnes, gespielt von Flöte, Blechbläsern, Orgel und kaum wahrnehmbaren Concrète-Bearbeitungen, gehören zu den mühelosesten Stücken in seinem geschätzten Katalog. Dies ist ein ganz besonderes Album. In eine Art Nebel gehüllt, gelingt es Van Luijk im Laufe der 40 Minuten, ein Gefühl von verlorener Weite zu erwecken, das die Augenlider auf Halbmast stellt. Wenn man es zum ersten Mal seit Jahren wieder anhört, fühlt es sich an, als würde man in einen halb vergessenen Traum zurückkehren, mit einer Mischung aus instrumentaler Haptik (Englischhorn, Flöte, Schlagzeug, Kontrabass, Hammond-Orgel) und elektroakustischer Zauberei, die die Lichtverhältnisse im Hörraum wie in  barometrischer Alchemie neu austariert.  Aufgeführt, abgemischt und aufgenommen zwischen 2010 und 2012, befindet sich das Album mit seiner exquisiten Ausgewogenheit an dem Punkt, an dem klassische und zeitgenössische Kreise in ihre eigene Form einfließen. Vielleicht ist es die schlichte Einfachheit der Aufnahme – das umwerfende, natürlich hallende Englischhorn im 18-minütigen Opener „Sylphide“ zum Beispiel oder die nackte Flöte, die „Taciturne“ prägt -, die mit gerade genug Umgebungsdruck behandelt wird, um das Geschehen mit einem tiefen Gefühl der Unsicherheit zu durchdringen. Wo-bin-ich-Musik. Die Kompositionen sind eindringliche Szenen für sich, geschickt durchdrungen von einer Schauer der Materialität. Die rauchigen Hörner und das lyrische Organ haben uns – wenn auch nur für einen Moment – in einen Raum geistiger Stille versetzt, wie wir ihn schon lange nicht mehr erlebt haben.

(Boomkat HQ)

2022 31 Mai

Wenn Gedankenfutter 20 wird

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The Books spielte ich rauf und runter in den Klanghorizonten. Alle vier Alben. Gut, das vierte nicht mehr so, da war das Pulver weitgehend verschossen, und die beiden vertrugen sich auch nicht mehr gut.  Brian Eno brachte ich nach Berlin mal ihre CD mit dem grünen Cover mit, „Lost And Safe“, und es wurde eines seiner Lieblingsalben der spoken word music. Irgendwie schaffen es The Books, aus einfachen Elementen (found voices, folk guitar, etc.) etwas Berührendes, Skurriles und Tiefgründiges zu machen. Die Tatsache, dass Vokal-Samples hier wieder neu klingen, ist schlichtweg erstaunlich. Die ungewöhnliche Menge an leerem Raum ist Teil des Betriebsgeheimnisses dieser atmenden, lebendigen Musik, und des Sinnlichen im Zerebralen.

(m.e.)

 

 „Die Musik von The Books ist ruhig und zerebral, mit einer Palette von locker zusammengestellten akustischen Instrumenten, gefundenen Klängen und fremdartigen elektronischen Bearbeitungen. Es scheint passend, dass sich The Books während ihres Live-Auftritts hingesetzt haben, so studiert und überlegt wirken sie. Selbst der Altersunterschied (zehn Jahre) zwischen den Bandmitgliedern scheint nicht ins Gewicht zu fallen. Bands tun gut daran, ähnlich auszusehen, als wären sie Teil einer Gang (siehe The Libertines, The Spice Girls, Black Rebel Motorcycle Club und so weiter), aber The Books schienen davon abgekommen zu sein. Auf dem typischen Pressefoto einer Band aus den Nullerjahren sieht man The So-and-so’s zusammengedrängt, grimmig in die Linse blickend, während The Books in verschiedene Richtungen blicken, verschiedene Dinge mit ihren Händen tun, leicht voneinander entfernt, als wäre es ihnen peinlich, zusammen zu sein. Trotz ihrer inhärenten Verstrickungen haben Zammuto und de Jong es geschafft, eines der einzigartigsten Klangformate seit Suicide zu erschaffen – jenem anderen New Yorker Duo mit einem merklichen Altersunterschied, das sich stark auf die Möglichkeiten von Maschinen verlässt und in der Lage ist, einige ernsthafte Atmosphären zu schaffen; wenn die Musik von Suicide jedoch an die späten 70er Jahre erinnert: rot beleuchtete Nachtclubs, Amphetamine und Alkohol, dann erinnern The Books an die frühen Nullerjahre: Tagesfernsehen, Diätpillen und Tee für den flachen Bauch.*“

(Will Ainsley, TheQuietus) 

 

* Und  doch bieten sie Abenteuermusik der besonderen Sorte. (m.e.)

 

Brest, finally. But the past is a strange companion. Before the long drive I found a photo in my mail. Thanks, Gudrun, looks like a guy to steal horses with,  and fighting windmills! And, well, a strand of green ended up in my hair, which was then dyed over again. A lot of things fell apart back then, slightly crazy prunes thought I was a womanizer with hypnotic powers, but my heart was a clean slate, in the right place, and I loved H (a woman, not heroin) without any doubts or double bottoms. Now, a few winters later, I travel to Brittany with an old beret and a lust for life like a thousand dime novels. (m.e.)

 

2022 27 Mai

The Last Days Of Roger Federer

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Tennis, Jazz, Dylan, Filme, Drogen, Nietzsche, Beethoven. Warum also lache ich? Weil Geoff Dyer wieder einmal Kommentare und Beobachtungen mit Intellekt und Witz verbindet. Dyer, der zwischen Kritik und Memoiren hin und her springt, ist einer der wenigen Autoren, deren Absätze ich sofort wieder lesen kann, um mehr daraus zu ziehen. Die Wendungen und Vergnügungen sind zahlreich, und wenn man das Buch schließlich zur Seite legt, denkt man: „Oh ja, so schlau war ich schon immer, nicht wahr?“

(Steve Martin)

„Mehr als der Titel vermuten lässt, ist The Last Days of Roger Federer eine fesselnde Serie von Meditationen über geistige und körperliche Sonnenuntergänge im Leben von Malern, Musikern, Philosophen, Dichtern, Boxern und natürlich Tennisspielern. Der Stilist Dyer ist hier auf der Höhe seines Könnens und serviert Rätsel, Paradoxien, logische Verknüpfungen und andere zerebrale Genüsse. Sogar seine Syntax ist witzig. Dieses großzügige Angebot von Dyers aufschlussreichen, oft urkomischen Betrachtungen über Kunst, Leben und Sport ist ein Fest für seine Leser.“

(Billy Collins)

Ich habe Geoff Dyer einmal in London besucht. Er hatte mit seiner Partnerin so ein Zen-Ding laufen, und es ging nur barfuss in sein Wohnzimmer. Wir sprachen über sein berühmtestes essayistisches Werk „But Beautiful“, das viel mit Jazz zu tun hat. Mein Favorit ist sein Buch über Tarkowskis Meisterwerk „Stalker“, dem er Szene für Szene nachstellt, und dem ohnehin nicht gerade temporeichen Film noch eine andere Form von Langsamkeit an die Seite stellt. Ich  bin ein Fan seiner „non-fiction“-Bücher, auch wenn er einst einen meiner liebsten polnischen Kinofilme, “Ein kurzer Film über die Liebe“, seltsam humorlos verrissen hat. Interessant. Am Ende unseres Treffens waren wir uns einig, dass in den späteren Jahren des Keith Jarrett Trios,  seit den gross dokumentierten Abende  im Village Vanguard, die trance-induzierenden Groovestücke ohnegleichen waren. Ich freue mich auf sein neues Buch, von dem ich die ersten zehn Texte mit einem inneren Lächeln gelesen habe. Das zweite Kapitel – und das Buch ist voller endlos kurzer Texte – erzählt etwas über Bob Dylans Song „Tangled Up In Blue“. Gewitzt, klug, keineswegs neunmalklug – wie lautet das englische Wort dafür? „Sophisticated“. Nach Oliver Burkemans „4000 Wochen – Das Leben ist zu kurz für Zeitmanagement“ das nächste vielersprechende Buch über, nun ja, Endzeiten, Endspiele – mit, zumeist aber ohne, Roger Federer.“

(Michael E.)

 

„Geoff, das ist dein achtes Buch, seit Du das letzte Mal einen Roman geschrieben hast. Hast du  aufgehört, Romane zu schreiben?

Ja, so ziemlich. Ich habe all diese Bücher mit einer beträchtlichen Bandbreite an Themen geschrieben, aber meine Romane lassen sich in ein paar Sätzen zusammenfassen: Ein Mann geht auf eine Party, trifft ein Mädchen mit einer Gruppe von Freunden und verliebt sich. Das ist alles, was ich hatte. Als Nächstes möchte ich eine englische Version von Annie Ernaux‘ „The Years“ schreiben, um einige Aspekte meiner ganz gewöhnlichen Kindheit in den 1960er Jahren in der englischen Arbeiterklasse und der halb-ländlichen Welt festzuhalten, die mich geprägt hat, und die verschwunden zu sein scheint.

 

1 – Simon Fisher Turner hat eine Reihe unvergesslicher Alben gemacht. Das Problem ist, nicht so viele Menschen haben sie kennengelernt, und dann ist das mit der „Unvergesslichkeit“ ein Problem. Einige Zusammenarbeiten mit dem radikalen Filmemacher Derek Jarman sind dabei, und ich spielte oft seine Musik in der Nacht, zu der es Stories zu erzählen gab. Zum Beispiel „Blue“, den Soundtrack zum gleichnamigen Film von Derek Jarman … Zuletzt  ging es um  sein Projekt mit Edmund De Waal, und die CD „A Quiet Corner In Time“.

Hier gleich seine Geschichte mit „Abbey Road“, und die erzählt er selbst (man findet sie im Original auf The Quietus, in der Reihe, „Bakers Dozen“) – link in comment 1 – und äusserst interessant, was er da so erzählt über (und an den Werke sieht man, wie gut er in meine Nachtshow passte) Arvo Pärts „Tabula Rasa“, Holger Czukay‘ „Rome Remains Rome“, Talking Heads‘ „More Songs About Buildings And Food“, David Bowies „Dark Star“, sowie Platten von Scott Walker und Al Green. Übrigens: SFT war mal Teenie-Star im Britischen Fernsehen, und es reichte auch mal für eine kleine Rolle in einem Film mit Robert Mitchum. (m.e.)

 

2 „Die Beatles haben mich auf so vielen Ebenen angesprochen. Rubber Soul war das erste Album, das ich von ihnen kaufte, es war in Stereo, aber wir hatten nur eine Dansette, also schimpfte meine Mutter mit mir. Sie kamen nach Plymouth, um die Magical Mystery Tour zu filmen, und es war unglaublich: Die Beatles kamen nach Cornwall!

Ich kaufte Abbey Road, als es herauskam. Ich war noch in der Schule und fragte die Musiklehrerin an der Ballettschule, ob ich sie mitbringen dürfe – ich wollte Tänzer werden, die Schauspielerei kam mit dem Ballett dazu, da die Schule einen Agenten hatte, und ich fing an, fürs Radio zu arbeiten, und dann fürs Fernsehen. Da waren richtig schlechte Rollen dabei, aber es machte Spass: man kann sich verkleiden und wird bezahlt!

Und dann kannst du dir ein Motorrad kaufen, obwohl deine Mutter sagt, dass du das nicht darfst, aber ich konnte das schwere Gefährt nie richtig hochhalten. Ich habe Glück, dass ich noch lebe, ich hatte ein paar dumme Streiche gespielt – einmal wurde ich zwischen zwei Lastwagen eingeklemmt, die in entgegengesetzte Richtungen fuhren, das war furchtbar.

Meine Kinder setzen sich nie hin und hören Musik, aber damals habe ich die ganze Klasse dazu gebracht, sich Abbey Road anzuhören, und danach haben wir darüber gesprochen. Es ist immer noch fantastisch avantgardistisch, es ist verblüffend. Ich bin froh, dass ich eines Abends vor Jahren George Martin getroffen habe, ich war auf einer Party und er war da, sah unglaublich alt aus, und ich musste einfach hingehen und mich bedanken, weil er so ein erstaunlicher Arrangeur war. Die Kombination aus seiner Arbeit und diesen Jungs war einfach magisch.

Es gibt so viele Dinge, die ich in meinem Leben mit Abbey Road verbinde. Es ist eine sehr private Platte für mich, ich habe sie immer mit Kopfhörern gehört und war in meiner eigenen Welt, und sie konnte mich entführen. Wenn ich so darüber nachdenke, bin ich mir nicht sicher, ob ich als Kind in London wirklich glücklich war, wenn ich allein war.“

 

 


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