Manafonistas

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Archives: August 2021

Ich schrieb heute Sam und Joe und Will und Hannah (wunderbare Hannah) und Ellen (die natürlich auch wunderbar ist, aber nicht so atemberaubend – gut, ich bin verliebt) fünf Postkarten (ganz altmodisch mit der Golden Gate Bridge bei Sonnenuntergang). Sie kommen alle nach San Francisco, und für Hannah suche ich noch die schönste Blume für ihr Haar.

 


Wer von euch am 15. und 16. Juni Zeit hat, und wir haben doch Zeit ohne Ende, wird die Qual der Wahl haben, was Konzerte betrifft. Es ist nun Juni 1968, und wir haben das ganze verrückte Leben noch vor uns. Habt ihr nicht das Gefühl, in San Francisco pulsiert das Leben wie nie zuvor??!! Am Samstag, dem 15. Juni, spielt Arthur Brown im Fillmore. An diesem Abend treten The Charlatans im Straight Theatre auf. Am Sonntag sind dann  Big Brother zusammen mit der Steve Miller Blues Band auch in der Stadt, und der wunderbare Gitarrist Sandy Bull spielt mit Santana im Fillmore. An beiden Tagen spielt auch Booker T & the MG’s im Carousel Ballroom. Die Booker T Combo wird von den lokalen Stars It’s A Beautiful Day unterstützt. Der dritte im Bunde ist Tim Buckley, einige von euch kennen sein letztes Album Goodbye and Hello, das so viel aufregender als sein Titel ist. Und ich werde mit weder Sandy Bull noch Tim Buckley entgehen lassen. If paradise is half as nice!! Love and Peace, James!

2021 1 Aug.

A memory from Punkt 2015 (remix)

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„Dirty old river, must you keep rolling / Flowing into the night“. I enjoyed walking through the night of Kristiansand. The work was done, the music of Cyclobe a real surprise for me on that early September day. Ossian Brown, one of the bandleaders, had published a book of photographs years ago on „Halloween in England“, with lots of ancient pictures – children in the old days playing tricks on the horror.

I walk (a real „killer walk„) over well-kept, wooden harbour bridges, past huge fish warehouses, leave the tiny coastal park on the left, now I come to the edge of town, the road rises, from a student dormitory comes music by the Rolling Stones, an old record, I think it’s „Let It Bleed„, a good hour goes by, I pass a shop with an eternal ooomp-ooomp-goove of the crazy kind and the big kebab pizza (open till 4. 30 in the morning).

I sink into bed, my thoughts rotating, live-remixing my day, then falling out of these loops, just two or three still circling inside my brain, I get up once more, take a soft drink from the mini-bar, and put on a song on my virtual jukebox that, for reasons I know only too well, „Waterloo Sunset„, by the Kinks.

The „doom-folk“ and „drone specialists“ of Cyclobe come to mind again, with their synthesizers, hurdy-gurdy sounds and other historical sound equipment, like the Kinks, treasure hunters,  collecting traces from old and green England finally vanishing   – the steam engines, the working class, and some day, all the red busses of London will be gone in that city that once will be called „City of Red Dust“. 

From my Punkt  2019 review: „For someone who has a critical attitude towards the historical baggage of big church organs as being (amongst everything else) instruments of intimidation, I must confess: I liked his journey – turning the grey old pathos into a lovely playground, at least most of the time. A blue fade-out at the end would have been far better than his big „brumm brumm“, an all too simple crowd-pleaser for regular churchgoers. Anyway, Stale‘s church organ moods were quite light, and I could imagine, at one moment, a Bo Hansson tune from „Lord of the Rings“ shining around the corner. From the days of old.“

 

 

 

 

Es muss ja nicht immer „Discreet Music“ sein. Ohne grosse Vorankündigung, und in keiner weise geplant, findet derzeit ein kleines Parallellesen unter zwei Manafonisten statt. „Devil House“, vom Mastermind der Mountain Goats, erscheint allerdings erst Anfang kommenden Jahres, und ist eine falsche Fährte. Allerdings freue ich mich darauf schon. Nein, hier geht es nun um ein anderes Buch. Viel Musik, schräge Typen und eine schöne Frau, das passt doch ins Anforderungsprofil unserer männlichen Mitarbeiter mit leichtem Macho-Faktor, oder?! Kleiner Scherz, aber genau das kommt, flapsig sagt, in dem neuen Roman des niederländischen Schriftstellers Maarten ’t Haart vor, der, toll übersetzt, beim Piper Verlag erschienen ist, und von einer Liebe in einer kleinen Hafenstadt Mitte der 80er Jahre erzählt. Aber eben Maarten ‘t Hart-style. Sowohl Rosato wie ich lesen jeden Abend ein kleines Kapitel dieses Buchs, das er schon als Meisterwerk bezeichnet, und mich, zu meiner eigenen Überraschung, in seinen Bann zieht. Denn, bei aller Liebe zu zwei Romanen des Niederländers, die ich vor langer Zeit einmal las: eine Geschichte, in der es vor Kirchenorgel-Sounds  nur so wummert, kann bei meinen Erfahrungen mit der Orgeln in katholisch gepushter Kindheit eigentlich kaum Anklang finden. Ich habe mich getäuscht.

 

 

 

 

Zwar wird das Buch für unseren Freund der Klassischen Musik eine Seelenspeise ohnegleichen sein, mir fehlt da der  Bezug zu einem Grossteil der Töne, die mir da auf den ersten fünfzig Seiten orgelpfeifenselig unterkommen. Aber das macht überhaupt nichts, so wunderlich skurril sind die Figuren, und der Protagonisten des Romans ist mir sehr sympathisch, mit seinem leisen, aber scharfen Humor, und seiner Lust, calvinistisches Frömmeln in seine zweifelhaften Bestandteile zu zerlegen. Ja, in seiner Erzählweise füttert er eine alte Tradition meiner eigenen Geschichte als Leser, herrlich doppelbödige Schmöker, die sich durch einGespür für Urkomisches und  Absurdes und auch Romantisches auszeichnen, von E.T.A. Hoffmann bis Ernst Augustin, von H.C. Artmann bis Italo Calvino. Und was das Staunen über die Welt der Klänge angeht, das brauche ich im Soundtrack eines Buches keinen Eno und keinen Coltrane, keine Beatles, und keinen Miles Davis. So wie der fabulierende Niederländer erzählt, lass ich mich gerne, ohne grössere Widerstände, auf diese Story mit ihren ganz speziellen „drones“ ein, rund um das nächtliche Stimmen von Orgeln. Wer weiss, wohin das Buch mich noch führen wird… hinterher werde ich mir aber bestimmt keine Platten mit Orgelmusik anhören. Naja, einer Platte gebe ich nun tatsächlich eine zweite Chance: „Ghost Caravan“, Stale Storlokkens Solo-Orgel-Musik auf Hubro – dieser hervorragende Musiker hat schliesslich bei Supersilent und mit Terje Rypdal gespielt. Auf den  Roman werden wir hier auf jeden Fall zurückkommen.

 

 


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