Manafonistas

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Archiv: Juni 2018

2018 25 Jun

David Sylvian says …

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That‘s interesting. In fact, The Punkt People wanted to book Steve Tibbetts for this year‘s festival, but Steve is heavily working on a wild album in the last months of his beloved studio in St. Paul, before it‘s closing its doors forever. But, 2019, probably! So, on one of his rare public statements David S. answers the classic Mojo questionaire. The reason for that: his two, old close-to-classic ambient albums get a re-release on Groenland Records. (m.e.)

 

 

 

Man denkt leicht, ACROSS THE UNIVERSE wäre vor allem George Harrisons spiritueller Suche entsprungen, doch weit gefehlt: zum grossen Teil geht der Song auf die Kappe von John Lennon. Der Kult um die Transzendentale Meditation (TM) und ihren Oberguru war schon damals ein zweischneidiges Schwert, aber solange solche feinen Texte zwischen surrealer Alltagsverarbeitung und Erlösungssehnsucht herauskommen … die Melodie geht mir durch den Kopf, halb schlaftrunken, hier, dreieinhalb Stunden entfernt vom Zielort am Atlantik. 

 

 

 
 

Und wenn du mich suchst,

bin ich irgendwo hinter dem Meer,

stell mir vor, wie’s dort ist, hinter dem Meer …

(Tim Bendzko)

 

Sloterdijk fragte sich einst, wie’s dort wohl ist, hinter dem Jenseits …

Wenn das Typhon das Startsignal gibt und der Wind aus dem SW nicht stärker als 3-4 bläst, dann ist im Jenseits und auf der Kieler Förde alles ahoi. Der Star der diesjährigen Windjammerparade ist die „Sedov“ aus Russland. Mir gefällt die „Albert Johannes“ am besten. Ein edler Kahn, der meine Fantasie beflügelt: er sieht aus wie selbstgebastelt, klein für die Flasche, so nehme ich ihn mit von der Windjammerparade auf der Kieler Innenförde.
 
 
 

 
 

Seit ich Frauen singen hörte, vergaß ich der Vöglein ganz …

(Götterdämmerung)

 
Auf der Jazz Baltica traten renommierte Altherren auf:
 

  • Jan Garbarek (Sax.) + Trilok Guru (Perc.) + Rainer Brüninghaus (Piano).
  • Top Gitarrist Ulf Wakenius mit seinem Sohn
  • Im Jazz Café am Timmendorfer Strand spielte das Preisträger Quartett von David Grabowski und das Frauen TRIO SASKYA.

 
Die anderen „Vögelchen“ möchte ich nur namentlich erwähnen:
 

  • Eva Kruse
  • Henrik Enzian Quartett
  • Maria Baptist Trio

 
 
Nun zu den herausragenden drei hübschen, jungen Deern, die eine mächtige Fangemeinde aus Hamburg mitgebracht haben, von der ich weiß, dass die drei Musikerinnen im „Oberhafen Halle 424“ auftreten.

Aus dem Programmheft: Jung, innovativ und Spielfreude kommt die Musik von SASKYA daher. Obleich erst in den Zwanzigern, sind die beteiligten Jazzerinnen doch in aller Munde. Allen voran Anna-Lena Schnabel, die 2017 mit dem ECHO JAZZ als beste Newcomer ausgezeichnet wurde. Zuvor erhielt sie bei JAZZ Baltica den IB.SH-JazzAward, ebenso wie Lisa Wulff und Clara Habercamp vor ihr. Letztere erschaffen mit ihrem Gesang ganz außergewöhnliche klangfarbliche Synergien mit dem instrumentalen Ausdruck und der Saxophonstimme Schnabels.

Mich haben die jungen Musikerinnen begeistert. Lisa vibrierte in ihrem schwarzen Outfit, das lediglich von einer Goldstraps zusammengehalten wurde, am Bass. Sirenenhaft sang sie zur Ostsee hinüber. Clara saß prinzessinnenhaft am Piano und sang mit Lisa im klaren Nachtigallenduett.

Anna-Lena stand verstockt, fast rebellisch mit ihrem Altsaxophon an der Front. Wie schafft sie es mit ihren schmalen Fingern auf die Tasten zu hauen? Woher nimmt sie die Luft für ihr Instrument, das sie so virtuos bespielt?

Ich habe einmal auf Manafonistas die Frage gestellt: Wo sind die jungen Jazzmusiker und vor allem Jazzmusikerinnen? Hier, am Timmendorfer Strand spielen sie auf der JAZZ Baltica unter dem Motto: ALLES UND MEER.

Ich dachte immer, die Alben des Jahres werden am Todestag des Nikolaus von Myra verkündet. Aber ich habe mich schon oft getäuscht – und wenn schon! Dass ich in norwegischer Stimmung bin, liegt an diesem Zufall: im „Baukasten“ für die Klanghorizonte vom 16. Juni 2018 – man suche den 23. April auf – ist doch angekündigt, dass der Hardangerfiedel eine Stunde gewidmet würde. Diese kleine Anmerkung veranlasste mich, in meinen Plattenschrank zu greifen und eine vor sehr vielen Jahren zuletzt gehörte CD aus dem Archivschlaf zu reißen und mich in sie und das Thema zu vertiefen wie nie zuvor. So wäre der 6. Dezember ein Tag der Unzeit, denn jetzt sind die Eindrücke und Entdeckungen frisch.

 
Zu klären und zu erklären ist nun, was „Alben 2018“ eigentlich sind. Handelt es sich um Alben, die erstmals im Jahr 2018 erschienen sind, oder sind es Alben, die erstmals MIR im Jahr 2018 erschienen respektive wieder erschienen sind? Für mich ist letztere Definition die bedeutsamere.

 
 
01 Edvard Grieg – Slåtter Op.72

Das Album ist bereits 1988 erschienen. Es ist jenes aus meinem Plattenschrank, mit dem alles begann.

02 Christian Wallumrød Ensemble ‎– A Year From Easter

Dieses 2005 bei ECM veröffentlichte Album ist mir bei der Suche nach Aufnahmen mit Nils Økland aufgefallen. Die heitere, gelassene Melancholie dieser Musik hat mich beeindruckt wie wenige Alben in letzter Zeit.

 
03 Nils Økland Band – Lysning
 
04 Erlend Apneseth Trio – Åra

Diese beiden Alben sind 2017 bei HUBRO erschienen und zusammen mit Knut Hamre & Steve Tibbetts ‎– Å der Beginn einer wunderbaren Reise, Ende offen …

Der Eisblock schmilzt, langsam, aber stetig. Und wenn graue Wolken deinen Himmel verhangen zeigen, Gespräche wirken, als würde einem ein Eimer Eiswasser ins Gesicht gekippt, dann zieh‘ Dir deine Jacke an, es bleiben Dir die altbekannten Wege, die ausgetrampelten Pfade hinunter zum Fluss an den grünen Weiden entlang. Und das Cello Album von David Darling als Begleiter auf den Ohren. Empfehlung: anhören! Tröstend und ganz weit entfernt von den doch manchmal harschen, durchdringend „sägenden“ Cellotönen, die man aus den Streichquartetten in der Klassik kennt. — Kommst du anders von deinem Spaziergang wieder? Nein, aber der Kopf ist doch etwas freier. Bis der Abend kommt, und die Gedanken zurückkehren.

2018 22 Jun

The longest day

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01 Sonar w. David Torn – Vortex
02 Christjan Randalu – Absence
03 Andy Sheppard Quartet – Romaria
04 Jakob Bro – Returnings
05 Nik Bärtsch – Awase
06 Dave Holland – Uncharted Territories
07 Bobo Stenson Trio – Contra La Indecisión
08 Dave Liebman – Fire
09 Shinya Fukumori Trio – For 2 Akis
10 Mathias Eick – Ravensburg

 

Am 29.Juni erscheint eine Platte, die wahrscheinlich meine Top 10 des Jahres 2018 nochmals richtig durchschütteln wird. Gerade habe ich über FIRST LISTEN auf npr.org Charles Lloyd & the Marvels + Lucinda Williams mit ihrer Platte Vanished Gardens gehört. Wer hätte das gedacht, Charles Lloyd mit Lucinda Williams? Auch Bill Frisell ist mit dabei. Unbedingt anhören, eine wunderbare Platte.

 
 
 

 
 
 
Und noch etwas:

Interessant und richtig gut auch Graham Nash, Over The Years …  kommt ebenfalls am 29.6. in die Läden. Man kann die Platte gerade auf npr.org anhören und kann sofort in die 60er Jahre eintauchen. Tom Moon schreibt u.a. „The collection of demos on Nash’s songwriting anthology Over The Years suggests something else: Despite the endlessly documented distractions of the period, Nash was remarkably disciplined when it came time to work. He crafted clear, tidy, neatly-stitched songs; some of them („Chicago“, „Immigration Man“) were about big ideas and some („Our House“) were small, soothingly domestic parlor songs. He heard them whole, as finished creations: A surprising number of these recordings contain specific ideas (about phrasing, emphasis, etc.) that carried over to (and became endearing traits of) the finished versions.“

 
 
 

 

Wenn ich mich am Ende eines Jahres nach meinen Lieblingsplatten frage, wird es für mich immer sehr schwierig, die wirklich besten und für mich bedeutendsten Schallplatten herauszusuchen. 1967 stellte ich meine erste Hitparade für mich zusammen. Auch das war damals schon nicht einfach, obwohl ich wöchentlich mit dem neben mir sitzenden Schulkameraden Hitlisten ausgetauscht habe, und somit einen guten Überblick hatte.

Damals waren die Top 5 des Jahres:

 
 

1. The Flower Pot Man: „Lets go to San Francisco“

2. Jimi Hendrix: „Hey Joe“

3. The Four Tops: „Bernadette“

4. The Turtles: „Happy Together“

5. The Kinks: „Susannah`s Still Alive“

 
 

Nun, dachte ich, vielleicht wird es einfacher, wenn ich einmal eine Halbjahresbilanz ziehe würde. Leider nicht, auch jetzt fiel die Auswahl schwer. Gerne hätte ich etwa Chantal Acad & Bill Frisell mit der Platte Live at Middelheim aufgenommen, aber welche Platte dafür entfernen? Und dann kommt auch noch am 29.6.18 von John Coltrane Both Directions At Once – The Lost Album heraus. Bisher wurde nur ein Titel dieser bisher vollkommen unbekannten Platte veröffentlicht und der hatte es schon in sich (siehe Süddeutsche Zeitung vom 16. Juni). Hilde Marie Holsen mit Lazuli ist natürlich die Überraschung überhaupt, ich schrieb darüber im Plattenschrank 164. Das Duo Gazzana war schon einmal in einer Jahres-Top-Twenty vertreten, auch die neue CD fasziniert, besonders natürlich Messiaen mit Thème et Variations. Eine letzte Bemerkung: Die Plätze 11 bis 20 sind in etwa gleichwertig, hier gibt es keine Rangordnung mehr. Nun also die Top Twenty des ersten Halbjahres 2018:

 
 
 

 
 
 

01. Brian Eno: Music for Installations

02. Hilde Marie Holsen: Lazuli

03. Jakob Bro: Returnings

04. Duo Gazzana: Ravel, Franck, Ligeti, Messiaen

05. Steve Tibbetts: The Life Of

06. Nils Frahm: All Melody

07. The National Jazz Trio Of Scotland: Standards Vol.4

08. Andy Sheppard Quartet: Romaria

09. Father John Misty: God´s Favorite Customer

10. Ray Davis Our Country: Americana Act 2

 
 
 

 
 
 

11. Marisa Anderson: Cloud Corner

12. Kristjan Randalu: Absence

13. Kit Downes: Obsidian

14. Ketil Björnstad & Anneli Drecker: A Suite Of Poems

15. Norma Winstone Trio: Descansado

16. Shinya Fukumori Trio: For 2 Akis

17. Sly and Robbie with Nils Petter Molvaer: Nordub

18. Venetian Snares & Daniel Lanois: Venetian Snares X Daniel Lanois

19. Frode Haltli: Avant Folk

20. Bobo Stenson Trio: Contra La Indecisión

 

1
 

The last radio show, for example: the check-up routines for the two record-players, and, in a night that was full of untold angst, untold sadness (Susanne, please, no reason to die, if we simply had been able to  freeze a single day!), „Across The Universe“ from the Mono Masters, seemed to stumble near the end, as if our Fab Four‘s spiritual utopia had been devoted to crash test driving.

You know what happens in movies when someone says she‘s / he‘s just going around the corner for a bottle of Merlot, a pack of cigarettes?! Going away has many discreet announcements in the way of „Nothing’s gonna change my world“, but then, you know …

 
 
 

 
 
 
2
 

Always returning is more tricky than most people think – old pain just reveals different colours with decades going by. Think of Ray Davies (nearly being killed in New Orleans) re-visiting his past one more time on „Our Country – Americana 2“. The Jayhawks are the most thrilling houseband he could imagine for his time travel enterprises, and for good reasons. They are simply able to wipe away the dust from every post-WW2 syle of American tapestries – just to let all those dust molecules fall back softly like brand-new memories.

A propos time-travel: when the late 60‘s had put psychedelic drugs on their agenda, it was only a matter of time when a mix of naivety (on the side of hippie romantics) and supression (the reactionary boomerangs) put the likes of LSD, mescaline and associates under constant suspicion. Times have changed (sometimes that really happens!), and famous culinary writer (!!!) Michael Pollan makes the transition from feeding your body to feeding your head. „How To Change Your Mind – What The New Science of Psychedelics Teaches Us About Consciousness, Dying, Addiction, Depression, Transcendence“ is a book with stunning insights, simple as that.

„Words are flowing out like endless rain into a paper cup / They slither while they pass, they slip away across the universe“. Sean Duffy is such a refreshing mind when it comes to music, he could easily sing  along with that old Beatles track and leave some dry remarks. But, being a detective in his real, fictional life, he certainly has different things going on in his mind on the first pages of Adrian McKinty’s new thriller. Things can go terribly wrong, oh, yes, they can! Though this is another book of the famous McDuffy series, it can be read as a stand-alone novel, and no one should hesitate because of the simple German (!) title, „Dirty Cops“, leaving out the wit of the original, „Police at the Station and They Don’t Look Friendly“. A historic crime novel of sheer dark brilliance!

What‘s your favourite flute player since the salad days of Rahsaan Roland Kirk and Herbie Mann? Still whispering along „Memphis Underground“? Early Jeremy Steig? The fabulous Chris Hinze – oh, you never heard his „Mission Suite“ on MPS?! Maybe it‘s a good time to meet a French wizard of the flute, yes, the early  70‘s again, a sometime collaborator of Jacques Rivette. So, be ready for two buried treasures finally brought to daylight by the fine French label „Souffle Inconnu“. Jean Cohen-Solal studied the flute from all angles, he knows about the far away horizons, as he does about the electro-acoustic school of sound. „Flutes Libres“ maybe the perfect starting point, a record that knows how to escape well-trodden roads.

Small roads, tiny villages and rainy coastlines: you get all of this and much more in „Shetland, season 4“. Based on the novels by Ann Cleeves, the British TV-series is slow and quiet, very slow, very quiet, luckily it’s convincing, too, in every way. If you want to know why Patti Smith has a knack for English crime series, enter the world of DI Jimmy Perez (aka Douglas Henshell), and you will be drawn into a landscape that has a hundred different words for grey.

All our recommendations for July are definitely not about entertainment, they are about the old question: what is this life all about? Well, serious questions can produce funny answers: „Images of broken light which dance before me like a million eyes / They call me on and on across the universe / Thoughts meander like a restless wind / Inside a letter box they / Stumble blindly as they make their way / Across the universe“.

 
 
3
 
No smartness required.

Just a little break.

I will go for a Merlot.

Don‘t wait.

Just put the needle on the record.
 


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