Manafonistas

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Archives: März 2015

2015 16 März

Behind The Fade In Time

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2015 15 März

Filmtipp: NORTE, HANGGANAN NG KASAYSAYAN

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Die Revolutionen seien alle vorbei, die einzig wirkliche Revolution sei sowieso die der Beatles: All you need is love. Das behaupten junge Jurastudenten am Anfang des Films, den ich gestern Abend gesehen habe. Vier Stunden lang.

 

Titel: Norte, das Ende der Geschichte,
Regie: Lav Diaz
Filmort: Noerdliche Philippinen
Filmjahr: 2013
Dauer: 250 Min.


 
Ein psychisch gestoerter, hochintelligenter Jurastudent begeht aus Ungerechtigkeitsgruenden und -gefuehlen einen Doppelmord und eine Vergewaltigung. Den Kopf dafuer muss ein Familienvater hinhalten, der deswegen zu Unrecht ins schlimmste Gefaengnis kommt. Seine Frau versucht sich und die Kinder mit Verkauf von Gemuese durchzubringen.

Ja, es ist ein Sozialdrama, alles hoert sich nach Kevin Coyne´s „The world is full of fools“ an und man geht aus dem langen Drama mit seinem zuletzt gesungenen Satz: “ But it doesn’t make me a bad person.“

Was fuer ein grosses Erzaehlkino da mit den erst gewechselten Worten unter Intellektuellen beginnt, Rudi Dutschke haengt am Treppenabsatz , Hannah Arendt wacht am Gelaender und Nietzsche wird verwirklicht. Es geht um die grossen Fragen: Gibt es Gerechtigkeit? Was ist die Wahrheit?

Schnell werden die harten Lebensbedingungen der Kinder klar, deren Eltern entweder ausgewandert sind und sie ohne Liebe zurueckliessen und der Kinder, deren Eltern ums Ueberleben ringen und ihnen alle Liebe der Welt zuteilkommen lassen. Dass man ganz nah an die kleinen Lebensbiografien rankommt, verdankt man der langen Einstellung und der ruhigen Kamerafuehrung. Manchmal lebt man geradezu in der Szene mit, es wird meist sehr wenig gesprochen, man fuehlt die Zeit, die Problematik, die Luft.

Und doch wird man durch den grellen Lichtwechsel regelrecht hinausgeworfen, ab in die neue Geschichte und dieses Mal in eine Aufnahme von einer Gefaengniszelle, die kaum surrealer sein kann. Da sitzt ein Affe neben einem Gefaengnisinsassen, da spielt einer Gitarre mit dem herzzerreissenden Liedtext: „Lieb mich, es schmerzt so sehr …“

Das ist grosses slow cinema. Aber keine Einladung, auf die Philippinen zu fahren.

2015 15 März

There‘s a quiet riot going on …

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„The new album’s impressive layering can be attributed to the band piecing Riot together entirely in the studio, rather than composing and rehearsing songs beforehand—cobbling it together from scraps of leftover recordings and adding parts one at a time, sometimes months in between. It’s similar to how the group has worked on film music, Kaplan has said, and indeed, there’s a real “imaginary soundtrack” feel to much of Riot, with long stretches of pure tone interspersed between the pop songs. (In “Shortwave,” a beat-less, glassily pretty drone that sits somewhere between Julianna Barwick and Stars Of The Lid, it even yields arguably Yo La Tengo’s first purely ambient track.) There’s also plenty of evidence it was mostly written on a computer: Shambling, snapped-to-grid drum loops, watery fluctuations, choral swells, field sound samples, and other digital tricks abound. Songs don’t end so much as dissolve, lingering just a hair longer than expected, which gives the whole thing a slightly haunted feel. Still, it hangs together organically, united by its sustained, melancholically dreamy mood.“ (Sean O‘Neal)

2015 15 März

There‘s a riot going on

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My name is Jenna Mohammed, hello! Bringing the real world into the music world, veterans of indie rock Yo La Tengo release their 15th full-length album. Tomorrow. Haunting, soft, and dreamy from beginning to end, this album explores a multitude of sounds, leaving an impression of escaping to an altered reality.

Starting the album off with the sprawling instrumental track „You Are Here,“ the electric guitars and hazy drones set the tone for the next 14 songs. Tracks like „Out of the Pool“ and „Ashes“ mix their shoegaze sound with a style of funk similar to the album’s namesake, Sly and the Family Stone’s 1971 record There’s a Riot Goin‘ On.

Apart from the bouncier tracks, There’s a Riot Going On is worthy of being the ultimate late-night album. Appropriately titled „Dream Dream Away“ does just that. Playing with psychedelic elements of ample guitar riffs and Ira Kaplan’s winsome vocals leaves chills down your spine, giving us the sense of being left in a liminal space.

The more wistful tracks, such as „For You Too“ and „Shades of Blue,“ offer listeners an aural remedy for the heavy-hearted. Georgia Hubley mulls over heartbreak and isolation as she hypnotically sings: „Painting my room to reflect my mood / Facing my feelings, a life without you.“ By the time you get lost in their powerful sound, these lyrically abstract songs transmit warmth and healing. Best, Jenna!

2015 14 März

personal songbook (14.3.16)

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POP CLASSICS

  • „Little Wing“ – The Corrs
  • „Layla“ – Eric Clapton (Unplugged)
  • „Stairway To Heaven“ – Led Zeppelin
  • „Hotel California“ – The Eagles

LATIN

  • „Roma“ – Vicente Amigo
  • „La Concha (Decimas del Folklore Venezolano)“ – trad. / Violetta Para
  • „De Cara A La Pared“ – Lhasa de Sela
  • „Don Quixote“ – Milton Nascimento

SERIAL SOUNDTRACKS

JOHN MARTYN

  • „The Man in the Station“

JONI MITCHELL

  • „Cherokee Louise“
  • „A Strange Boy“

JAMES TAYLOR

LADIES OF THE CANCION

  • „Taxi Ride“ – Tori Amos
  • „Sunrise, Sunrise“ – Norah Jones
  • „Luka“ – Suzanne Vega

THE DISCO TIMES

  • „Ain´t Nobody“ – Chaka Khan
  • „Boys of Summer“ – Don Henley
  • „Sexual Healing“ – Marvin Gaye
  • „Sign o the Times“ – Prince

STEELY DAN

  • „Upside Looking Down“ (Walter Becker)
  • „Peg“
  • „Haitian Divorce“

THE BEATLES

  • „Penny Lane“
  • „She Came In Throuht The Bathroom Window“
  • „Come Together“
  • „A Day In Life“

ALANIS MORISETTE

BRILLIANT COVERVERSIONS

STANDARDS

  • „Fly Me To The Moon“
  • „You Don´t Know What Love Is“

Die letzte Single, die ich mir kaufte, war „Wonderful World“ von Black. Single-Charts sind musikalisch schon lange uninteressant geworden; meine großen Singles-Zeiten waren die Teenagerjahre, als Radio Caroline, Europawelle Saar, Radio Luxemburg und BFBS (Top Twenty) dauernd kleine Feuerwerke entfachten.

Wenn man bei Gregor die Jukebox anwirft, ist man plötzlich wieder 17, man möchte die zwei knapp bemessenen Minuten von „Summer in the City“ davon überzeugen, nie vom Plattenteller zu verschwinden, man möchte mit Ray Davies durch die damals schon abgefuckte Carnaby Street laufen und seinem Bruder, diesem „Dedicated Follower of Fashion“, zusehen, wie er sich abgedrehte Klamotten kauft.

Man möchte dem schönsten Girl der Strasse (die leider immer mit einem andern knutschte) die eigene Single-Sammlung zeigen, und sie davon überzeugen, dass bei langsamen Stücken (keine Hemmungen bei „Nights in White Satin“) die Küsse besonders intensiv sind. Transistorradiozeiten, heimliches Hören spät abends, als die Luft unter der Bettdecke oft knapp wurde!

ABBA wurde damals von uns Junghippies verschmäht, galten sie doch nie als Teil der Gegenkultur. Und doch, heimlich musste man sich eingestehen, die hatten was, und heimlich habe ich sie auch genossen, nicht gerade „Waterloo“, aber andere Songs umso mehr. „The Winner Takes It All“ ist genial und tief traurig. Wie bemerkte Jan doch jüngst: „ABBA faszinieren mich tatsächlich immer noch und immer wieder. Keine der beiden Sängerinnen hat für sich genommen eine besonders bemerkenswerte Stimme, aber die beiden Stimmen zusammen können eine Tresortür knacken. Und man muss immer wieder mal zum Kopfhörer greifen, um zu hören, wie raffiniert die Gesangsarrangements und die Abmischungen tatsächlich sind. Dass die es dann noch schaffen, die Texte exakt syllabisch auszunotieren und für den Refrain immer eine Zeile zu finden, die man selbst dann versteht, wenn man kein Englisch kann, und dass das Ganze ins Herz trifft (jedenfalls meistens) – das ist die hohe Schule des Popsongs. Das konnten so perfekt sonst nur noch die Brill-Building-Leute.“

Wie gut, dass es auch anno 2011 immer noch Songs gab, die einen durch Zeit und Raum fliegen lassen, auch wenn sie nicht mehr in kleinen Papierhüllen stecken, und keine Jukebox mit ihnen gefüttert wurde. Killersong Nr.1 meiner damaligen Jahres-Top-10 ist der Titelsong des herrlichen Kate Bush-Albums: manche der 50 Wörter für Schnee wirken so skurril, als hätte Thomas Pynchon daran mitgearbeitet.

 
 
 

 
 
 

Jedenfalls höre ich diese Songs immer noch mit einer ähnlichen Begeisterung wie einst „Haha Said The Clown“ oder „Sunny Afternoon“. Gerade kam der Postbote und brachte Sam Lees neues Album „The Fade In Time“. „Folk full of drama and surprise“ (see comment 2). Fehlt nur noch ein Heimsieg von Borussia Dortmund, und die täglichen Dosenöffner und „Regressionen im Dienste des Ichs“ (Groddeck, alter Psychoanalytiker) wären perfekt. 

 
 

1) Kate Bush: 50 Words for Snow
2) Brian Eno and the words of Rick Holland: Cloud 4
3) Wilco: One Sunday Morning (Song for Jane Smiley’s Boyfriend)
4) Jeffrey Lewis: Kongru Green Slime
5) The Mountain Goats: Sourdoire Valley Song
6) Bill Callahan: Riding for the Feeling
7) Bon Iver: Michicant
8) Giovanna Pessi / Susanna Wallumrod: Who by Fire
9) Jayhawks: Tiny Arrows
10) Wire: Clay      

 

 

„To the long player, then. It holds up remarkably well over 30 years later – somehow the passing time has vindicated Hollander’s eclecticism and sense of fun. (…) What strikes this reviewer most in retrospect is that Un Peu De L’Ame Des Bandits represents what drove the Western European avant-garde back then – how diffuse and open it was for new ideas, and how interconnected many local scenes were at ground level. And how this record encompasses the spirit of adventure and arch ‘art-for-art’s-sake’ spirit of squat acts like Amsterdam’s Gulf Pressure Ais, André De Saint-Obin or The Young Lions with sonic signals of what later became monetised as ‘world music’. It’s no surprise that I was also reminded of the brilliant Hector Zazou’s work (Kenis was co-producer on two of Zazou’s LPs), which reflected the same Western European dreamy spirit and sense of adventure. As Hollander stated at the time, Brussels was a melting pot for ideas with clubs like Plan B and labels like Sandwich Records – a city with a strong multicultural sense, and a meeting point for many passing through on the alternative circuit, from luminaries from Factory or then-unknown Israeli band Minimal Compact. And Un Peu De L’Ame Des Bandits is a great, still-giving testament to that time. Get it.

(Richard Foster, The Quietus)

 

1) Polar Bear: Same As You (das nächste beeindruckende Jazzalbum der Gruppe um Drummer Sebastian Rochford)

DIETRICH RAUSCHTENBERGER: TROMBECK (Michael Kuhlmann hat das Buch über die „Erfindung“ des Free Jazz in Wuppertal gelesen und wahrscheinlich viel Spass dabei gehabt)

2) Detail feat. Frode Gjerstad (Free Jazz-Ausgrabung von Rune Grammofon mit dem legendären britischen Schlagzeuger John Stevens)

3) Paolo Fresu – Daniele Di Bonaventura (Trompete und Bandoneon, eine Aufnahme aus Lugano, exzellente Klangreise)

10. NEUER DEUTSCHER JAZZPREIS (ALTE FEUERWACHE, Karsten Mützelfeldt berichtet von der Veranstaltung, bei der Kenny Garrett eine besondere Rolle zukommt)

4)Loderbauer/Puntin/Rohrer: Ambiq (jenseits der leicht zu ziehenden Schubladen, eine Freude, hier, im weiten Feld eines Modularsynthesizers und anderer Soundgeräte, Spuren des Jazz ausfindig zu machen)

5) Matthias Eick (der Trompeter Matthias Eick ist ein weiterer Wanderer zwischen den Welten und legt sein bislang bestes Album vor)

JAZZ IN POLISH CINEMA 1957-1968 (Polen-Insider Bert Noglik hat sich die ganze Box angehört, die beiliegenden Texte gelesen und in seinem Interviewarchiv gewühlt)

6) Polar Bear schliesst den Kreis der Stunde mit einer weiteren Passage des Albums, das in einem Studio in Südkalifornien abgemischt wurde


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