Manafonistas

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Archives: Januar 2015

2015 10 Jan.

Das Nashorn und andere Fluchttiere

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Der Sturm ging um in Dortmund. Die Böen waren heftig. Das Nashorn fiel einfach um, als ihn ein heftiger Windstoss erwischte, und er ist aus massivem Stein. Nun, er fiel recht weich in seinem runden Erdenfleck: wäre es doch wenigstens ein keltischer Steinkreis! Keiner zeigte sich sonderlich überrascht. Es ist wie im „richtigen Leben“. Menschen träumen gerne vom „Anderen“, vom Einbruch des Unerwarteten, Phantastischen in ihren Alltag, aber wenn es soweit ist, und sie die Wahl haben zwischen „Heimatschnulze“ und „Abenteuerfilm“, wählen die meisten das vertraute Revier. Da kennen sie die Fluchtwege. Ein umgestürztes Nashorn ist dann auch nur „Lokalkolorit“, und keiner Rede wert. Bob Dylan covert Sinatra-Songs, soweit ist es gekommen. Es ist tatsächlich Zeit für die erste grosse Abenteuermusik des Jahres. Ein Kandidat ist das Kammerflimmer Kollektief: DESAROI erscheint im Februar bei Staubgold.

2015 10 Jan.

Moment mal …

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Es gibt Albummomente und Songmomente. Zu Ersteren gehört das Album Momentum von Joshua Redman, das sich auch als Begleitmusik für das Fitnesstraining eignet. Ins Deutsche übersetzt wird es deutlich: Schwung, Impuls, Drehmoment, Stoßkraft, in Fahrt kommen, … Brian Blade und Jeff Ballard spielen hier Schlagzeug. Zuweilen erinnert das Ganze an Weather Report. Und an die quirligen Ionen in der Quantendynamik. Auch anspruchsvolle Musik lässt sich also für Zwecke gebrauchen, die nicht immer in die hehren Höhen der Geisteswelt führen, sie klingt auch dort gut, wo der Körper ins Schwitzen gerät.

Beliebige Launen bestimmen jene Songmomente, die ein Lied kurzzeitig in den Fokus des Interesses rücken. Leider verfolgt einen das dann in der hässlichen Maske eines hartnäckigen Ohrwurmes. Wo Droge ist und Medizin, sind halt auch die Nebenwirkungen – in der Verpackungsbeilage meist kleingedruckt. Ein Gegengift bei allzu schöner Melodie heisst: Free Jazz oder all das, was man dafür halten könnte. Solche freieren Formen der Musik bilden den erlösenden Kontrapunkt. Momentan wurmt im Ohr: „Call It A Loan“ von Jackson Browne. Moment mal eben, wo sind denn jetzt meine Tim Berne CDs hin!?

2015 10 Jan.

„The World‘s in Town“

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2015 10 Jan.

Too Much Of One Thing

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Nothing in my life is numbered
In my life nothing is planned
You might think you see purpose
When what you’re seeing is a band
A thin line like from a spider
Upon which I dance
 
Nothing in these days is constant
Come home to chance
In the distance Is a bridge
And on the bridge a rail
I have known a hundred women
And part of me loves to fail
 
But then again I have broken
The expectations of a King
And through the mist and the armour
Too Much Of One Thing
Some rise in the morning
Their milk upon the sill
 
The last time I saw sunrise
It had a dream to kill
Breath low my scented lover
Bottles and vials, potions and pills
I could carve you from memory
Then carry you through these hills
 
Behind my back is a curtain
In my eyes there is love
Two sides to this story
The great divide makes it tough
There are those that despise me
Lead me round on a ring
 
But I’ve always been a target
Too Much Of One Thing
When I rise in the morning
It’s as if I’ve walked a hundred miles
What I once did so easy
Now comes in a hundred styles
 
Hundred styles in a magazine
The same summer to spring
What I need is persistence
Too Much Of One Thing
 

Michael Engelbrecht: Ihr alter Weggefährte bei den Go-Betweens, Grant McLennan,  war ja noch an drei Songs mitbeteiligt. Gab es da nur  Melodien – und Sie schrieben die Lyrik!? Was machten Sie mit diesem Material?
 
Robert Forster: Alles, was seinen Anteil an diesen drei Liedern betrifft, habe ich im  dem beiligenden Textheft genau notiert. Bei dem Song „Demon Days“ stammen die ersten fünf Zeilen von ihm, ich habe den Text weiter geschrieben. Wenn Grant in den letzten Jahren an Songs arbeitete, schrieb er die Texte immer am Ende. Er liebte Refrains und Melodien – dieser Rohstoff beflügelte seine Arbeit an den Texten. Nach seinem Tod stieß ich auf sein Notizbuch   es fanden sich keine Texte darin, ausser diesen fünf Zeilen von „Demon Days“.
 
Gerade in diesem Song ist Ihr Gesang so sanft, wie ich ihn in der Form noch nicht gehört habe bei Ihnen. Im ersten moment hatte ich eine Assoziation an die Art, wie Neil Young auf „On The Beach“ singt, einem seiner Klassiker aus den 70er Jahren. Das Album handelte ja auch u.a. von  der Einsamkeit nach dem Tod guter Freunde.
 
Das ist ein großes Kompliment, weil „On The Beach“ mein Lieblingsalbum von Neil Young ist. Tatsächlich hörte ich mir Seite zwei des Albums noch vor einer Woche an. Ich habe wohl bislang kaum in dieser Art gesungen, weil die Melodie nicht von mir stammt.  Grants Melodie hat meine Stimme verändert. Und natürlich etablierten seine Zeilen eine Grundstimmung, der ich zu folgen hatte.
 
Das Album beginnt mit einem sehr leisen langgezogen Sound, und es dauert eine ganze Weile, bis die ersten Worte fallen in dem Song „If It Rains“.  Ich empfinde das  als eine exzellenten Anfang, diese Meditation über den Regen. 
 
Meditation ist ein gutes Wort. Und da spielt etwas hinein, was Brian Eno einmal sagte. Sein Gedanke ging in die Richtung, daß auf bestimmte Weise ein Album in das nächste übergeht. Da war das Ende des allerletzten Liedes der Go-Betweens auf  „Oceans Apart“; und dann passierte das Schreckliche: Grant starb. Ich wollte,  das der erste Song von „The Evangelist“ eine Art Meditation sei sollte. Das Album durfte nicht normal beginnen. Ich wollte nicht mit einem Song beginnen, sondern mit einem Sound, der übrigens von einem alten Casio-Keyboard stammt. Ich wollte daß Menschen, die diese neue Cd hören und  wissen, was in der Zwischenzeit passiert war, diesen Nullpunkt hören, dieses Fast-Nichts, dieses „Shhhhhhh“. Dann erst beginnen sich die Dinge zu entwickeln. Es wäre falsch gewesen, hier mit einem netten Pop-Song zu starten a la „da da bam bam ba“. Die CD musste einfach ganz langsam beginnen!
 
 
 
 

 
 
 
 
Lieder wie „Pandanus“ oder „A Place To Hide Away“ scheinen eine Sehnsucht zu beschrieben nach stillen Plätzen, wo man Ruhe finden kann. Eine Vorliebe für späte Nachmittage am Meer, und andere einsame Orte.  Ich glaube , diese Songs sind autobiographisch, und Sie als Sänger sind hier eins mit der Figur der Songs…
 
Das hat wohl mit dem Älterwerden zu tun. Auch damit, Kinder zu haben in einer verrückten, einer wahnsinnigen Welt. Ich träume öfter von solchen Rückzugsorten. In Italien finde ich solche Gegenden, und einen  ganz traumhaft abgelegenen Ort haben meine Familie und ich einen Monat vor dem Beginn der Londoner Aufnahmen im Bayersichen Wald aufgesucht. Zwei Wochen verbrachten wir da ein er einer kleinen Hütte. Wir waren in einem kleinen Ort namens Brennberg, nahe Wörth a. d. Donau, und kurz vor Falkenstein. Es ist wohl ganz am Anfang des Bayerischen Waldes – für mich öffnet sich da eine ganz andere Welt!
 
 Viele Songs von „The Evangelist“ sind sehr akustisch, sehr nackt. Aber in einigen Stücken gibt es fast so einen Phil Spector-artigen „wall of sound“, sehr untypisch für Ihre Soloalaben oder die Go-Betweens. Warum haben Sie sich da für solche fast monumentale Momente entschieden? 
 
Das kam von dem Produzenten Marc Wallis. Ich hatte bei dieser Arbeit eine sehr klare Vorstellung von dem Sound des Ganzen. Ich sprach mit Marc mehr als ich je zuvor mit ihm gesprochen habe.  Ich wollte dieses Nackte und Karge! Marc liebt es, mit einer  ganzen  Menge  von Sounds  umzugehen.  Ich wollte aber einfache akustische Gitarren, Gitarren mit Nylon-Saiten, einen Kontrabass, ganz natürliche Klavierklänge, eine Orgel – und  viel Gesang. Bei Songs wie „The Evangelist“ oder “Don´t  Touch Anything“ kam der Input von Marc –  er hatte da eine Phantasie  von ganz dichten  Sounds. Und das gefiel mir. Er nahm sich eigentlich total zurück; die Musik wurde insgesamt  sparsam inszeniert, aber in bestimmten Momenten  wollte er speziellen Klangideen folgen. Für mich entstand da ein interessanter Kontrast!
 
 Dieser von Ihnen und Grant entwickelte Song „It Ain´t Easy“ kommt wie ein Porträt daher. Grant McLennans  Liebe für Filme, für Melodien taucht da auf. Und trotzdem ist da auch, unter dieser beschwingten Leichtigkeit eine Spur Melancholie heraushören.
 
Ganz sicher, aber ich wollte diesen melancholischen Unterton gegen die Melodie ausspielen. Von allen Songs war dieser Text – neben  „Ghost Town“ – am schwierigsten zu schreiben. Einige Texte  enstanden übrigens in dieser  Hütte im Bayerischen Wald.  Es war der letzte Song von Grant, an den ich mich heranmachte. Da gibt es diesen Refrain „It ain´t easy when your love is blue“ und all das. Die Frage war: wo sollte das hinführen?  Die Melodie von „It Ain´t Easy“  ist ja treibend und schwebend. ich mochte dieses unbeschwerte Qualität. Anstatt eine tottraurige  Hommage zu entwickeln, warf ich all diese Worte und  Bilder, die mir zu ihm einfielen, in einen  schnellen Song hinein. Grant liebte diese Art von Pop –  zugleich ist es ein Porträt!
 
Und letztlich führt alles zu dem Song „Ghost Town“, so bewegend und dunkel  wie „Demon Days“, ein Schattenreich. Vielen Dank für das Gespräch! 

 
Jazzities entwickelt sich richtig quizzig … Da passt dann schön dieses Schuhbidu rein. Es sind ja nicht nur die charakteristischen Schuhe dieses (deutschen) Jazzmusikers, es ist vor allem auch der dazugehörige Shuffle!
 
 
 

 
 
 
Jeder Tonlauf ist vorwärtsgestrecktem Haupt und passendem Schritt verbunden. Die Schuhe passen wunderbar zu dem Instrument dieses Musikers. Es ist einfach alles so charakteristisch,dass man nicht mehr zu sagen braucht (und auch nicht kann).
 
 
 

 
 
 
Das Verrückte ist, dass man bei jüngeren Musikern aus seinem Umfeld (unbewusste) Varianten dieses Shuffle sehen kann. Der Musiker gehörte zu einem Trio mit wiederum charakteristischen deutschen Namen, das einst als Inbegriff und Hoffnungsträger deutschen Jazz(es(-:) galt und gehandelt wurde (und an dessen Wiege ein amerikanischer Schlagzeuger stand).
 
 
 

 
 
 
Dieser Schuhträger ist aus dem Trio raus und es ist auch sonst irgendwie damit aus. Aus der Hochzeit des Trios erinnere ich mich an ein Konzert, in dem die drei Musiker es fertigbrachten, das Ausziehen ihrer Jackets als emphatische Note vollkommen in den Fluss der Musik einzubauen. Ungeplant und nicht inszeniert natürlich.
 
 
 

 
 
 
Es war ein wahrhaft charakteristisches deutsches Trio mit Valentinschen Zügen, das dann an widerstreitenden deutschen Tugenden und Ambitionen zerbrach. Es geht hier aber um den Schuhträger, der einer der umtriebigsten deutschen Jazzmusiker auf einem für ihn charakteristischen Instrument ist. Einem Instrument, das andere Bläser meistens nur „nebenher“ spielen. So, mehr geht nicht.
 
 
 

 
 
 
Und weil wir schon mal bei Schuhen sind: dieser Schlagzeuger hat sich vor dem Auftritt deutlich seiner Galoschen entledigt. Scheint aber aus einem eher kälteren Land zu kommen.
 
 
 

 
 
 
Ist ein noch junger Schlagzeuger, der zu einem hochkarätigen skandinavischen Trio gehört …
 
 
©FoBo_HenningBolte
 

„… Isserley, a female driver who scouts the Scottish Highlands for male hitchhikers with big muscles. She herself is tiny-like a kid peering up over the steering wheel. Scarred and awkward, yet strangely erotic and threatening,  Isserley listens to her passengers as they open up to her, revealing clues about who might miss them should they disappear-and then she strikes. What happens to her victims next is only part of a terrifying reality …“

 

Under the skin is mostly told with images. You don`t get much of the story just by listening to the soundtrack. Quite the opposite with Locke – where you would get the complete story just by listening to the one-sided dialogues he has on his phone.

What do these two films have in common? They are centered around a person driving a car. In Locke it is a man. In Under the skin a woman. Or more precise: an alien in the guise of a woman. Locke is driving all the movie, except for a short stop towards the end. Isserley is continuing her voyage as she leaves the car and walks, runs, takes a bus, goes deeper into the forrest until she …
 
Female Voice: [with a mechanical buzz over shadowy morphing orbs] T- D, S- Z- Th, B- T- V, H- T- D- K- G, S- Z- P- B, Ba-Ba- T- T, K- Kuh- Ch, Th- V- Th, Zzz- Sss- Bzz- Ch, B-B-Buh- V-V-Vuh, G-G-Guh D-D-Duh.

Female Voice: [now over a shiney white torus, slowly morphing] B-B-Buh- B-B-Buh, B-B-Beh, B-B-Beh, Bah, N-N-Nuh- N-N-Nuh, N-N-Nuh- No. N-N-Nuh, F- Feel- Field, Fill- Filled- Filts, Foil- Failed- Fell, Felds- Pill- Pills, Pall- Nall.

Female Voice:  [now over a watery chestnut-brown eye] Foal- Foals, Fold- Fold, Pool- Pool, Sell- Se…

 

Fascinated by the film I decided to pick up the audio-book of Under my skin – and listen as I  listen to books, every sequence three times.

That makes a book of 9 hours turn into a book of 27 hours. As I listen to each chapter three times before moving on, letting details sink in, getting to know the storytelling style of the author. Not only what he is telling, but also how he is telling it.

And I am not only listening to the story, but also to my listening itself. How it changes as I hears the chapter for the first time, the second time and third time.

To listen to how I listen as much as what I listen to sharpens my senses, sharpens my ears, sharpens the images, makes them clearer in my minds eye, makes me go behind the words.

It takes more time, but i am not in a hurry.

 

Female: You’re not from here? Where are you from?

Camper: I’m from Czech Republic.

Female: Why are you in Scotland?

Camper: I just … wanted to get away from it all.

Female: Yeah? Why here?

Camper: Because it’s … It’s nowhere.

 

The book lets me inside Isserley and her thoughts. Gradually I get to know her backstory and the people surrounding her, elements which were left out of the film. Just seeing the film is like only getting the skin of the story. To listen the book is to go under the skin.

This is one of the films where I think you might as well see it first – because the book will reveal so much anyway that is unfilmable.

„Isserley always drove straight past a hitch-hiker when she first saw him, to give herself time to size him up. She was looking for big muscles: a hunk on legs. Puny, scrawny specimens were no use to her.“

I have been hitchhiking in Scotland – and I have been picked up by women in cars. And occasionally when I look back I see myself as one of the hitchhikers being picked up. Not having told anyone back home my plans, not having anyone waiting for me – would have made me a suitable victim. The only hope I could have had was that she found me to skinny to be worth the hassle.

„In the end, though, vodsels couldn’t do any of the things that really defined a human being. They couldn’t siuwil, they couldn’t mesnishtil, they had no concept of slan.“

Bon appétit.

 

Interview with Jonatan Glazer

Interview with Michel Faber

Essay about „Under the skin“

Audiobook „Under the skin“ 

 

2015 9 Jan.

tJa, Chet …

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Tja Chet Baker … Chesney Henry Baker (1929-1988), für mich jemand, den man im guten Moment, im guten Kontext hören muss … Ich mochte und mag die gängige Baker-Ikonologie, die Mythologisiererei um Baker herum nicht besonders! Der Widerstand dagegen bleibt schon dadurch lebendig, dass ich recht häufig beim Gang in die Stadt die Stelle passiere, an der er im Mai 1988 aus dem Hotelfenster fiel. Eher Absteige als Hotel, direkt am Bahnhof, da, wo der Zeedijk beginnt.

Ich habe 3 Alben von CB und eines davon mag ich richtig. Es ist hier immer griffbereit (und kann wärmstens empfohlen werden). Es ist die letzte Studiosession von CB. Im Februar 1988 in Paris. Mit Philip Catherine, dem Pianisten Egil Kapstad, dem Bassisten Terje Venaas UND … dem norwegischen Dichter Jan Erik Vold. Das Album, Telemark Blue, beginnt mit der Melodie des norwegischen Lieds Blåman, Blåman … Irgendwie schloss sich ein Kreis: Baker ist mütterlicherseits norwegischer Abstammung.
 
 
 

 
 
 
Auch bei der Session zugegen: Randi Hultin (1926-2000), in deren Buch Born Under The Sign Of Jazz (1998) man einiges an Aufschlussreichem zum Jazz-Life in Oslo der 60er, 70er und 80er Jahre erfahren kann. Auch zu CB.

“Three weeks earlier, bass player Terje Venaas drove at top speed over the mountains, all the way from the Norwegian west coast, just to do a one-night gig with Chet Baker in Sandvika, just outside Oslo. Only a temporary teacher’s job prevented him from joining Chet on his tour right away. Venaas had played with Chet Baker in Norway many times before (featured on the Baker album The Improviser, 1983).

Egil Kapstad had shaken hands with Chet Baker previously, but – oddly enough – had never played with him. Along with his poet friend, Kapstad had found a number of melodies to choose from in Paris: jazz standards, his own compositions – and at the top of the sheets, “Blåmann, Blåmann,” a beloved folk tune and children’s song, so full of Telemarkian beauty that my young son didn’t want to hear it too often: “Daddy, it’s so sad!” “
 
 
 

 
 
 
Bleibt noch zu sagen, dass Jan Erik Vold einer der wunderbarsten Vortragenden zu Musik dieser Art ist. Ich habe ihn 2010 im norwegischen Kongsberg bei einem (mir unvergesslichen) Konzert zusammen mit Bill Frisell und Arild Andersen kennengelernt.
 
 
 

 
 

©FoBo_HenningBolte
 

Neujahr, der Himmel grau zumeist, die Schneepracht längst weggetaut, überall liegen noch verstreut die verkohlten Reste der Raketennacht herum und ich stehe vor meinem Plattenschrank: was passt jetzt, womit das neue Jahr begrüßen? Welche Musik wäre für diese ruhige, gedämpfte, leicht depressive, aber doch erwartungsvolle Stimmung geeignet. Mir fällt ein Musiker ein, von dem ich jahrelang keine Platte mehr gehört habe, aber doch einen ganzes Plattenpaket von ihm mein eigen nennen darf: Chet Baker. Zunächst entscheide ich mich für eine alte Riverside-Platte aus dem Jahre 1959: „Chet Baker Plays Best of Lerner & Loewe“. Chet Baker spielt hier mit Herbie Man, Zoot Sims, Pepper Adams und Clifford Jarvis, Bob Corwin, Earl May und mit dem unglaublichen Bill Evans. Meine Wahl ist genau richtig, diese jahrelang nicht mehr gehörte Platte haut mich richtig um, tolle Musik, herrliche Balladen, z.B. `On the Street where you live` aus `My Fair Lady´, mit einem wunderbaren Solo von Pepper Adams oder das dunkle `I Talk to The Trees´, ein zartes Zusammenspiel mit Bill Evans und Chet Baker.

 

 

 

 
Beim Hören dieser Platte erinnere ich mich daran, einen Band über Chet Baker in Europe zu besitzen, ein hervorragendes Buch aus dem Nieswand Verlag, herausgegeben von Ingo Wulff. Beim Blättern in diesem Buch weiß ich, was als nächstes aufgelegt werden muss: „Chet Baker: The Last Great Concert“, eine Liveaufnahme aus dem Funkhaus Hannover. Hier spielte der Meister zusammen mit der NDR Bigband und dem Rundfunkorchester Hannover sein letztes Konzert, zwei Wochen später sollte er sterben. Lothar Lewin schreibt in seinem Buch Chet Baker Blue Notes – Engel mit gebrochenen Flügeln – Eine Hommage: „Das Konzert fand statt am Donnerstag, dem 28.April 1988, im Funkhaus Hannover.

 

 

 

 

Zur Probe konnte Chet nicht erscheinen, weil ihn die Pförtner nicht ins Haus hineingelassen hatten, schreibt der Produzent auf einer der beiden Platten, die das wunderbare Konzert dokumentieren. Chet spielt an diesem Abend geradezu überirdisch schön, mit einem reinen,sanften Ton voll tiefer Magie … Es war als hätte sich Chet Baker mit diesem großen, außergewöhnlichen Konzert selbst verabschieden wollen.“ Ich höre `My Funny Valentine´, `Summertime´, auch `I Fall In Love Too Easily´ und bin, was vielleicht daran liegt, dass ich zuvor Chet Baker aus dem Jahre 1959 gehört habe, wieder einmal nicht so begeistert von dieser Musik wie viele Kritiker und eben auch Lothar Lewin. Für mich sind da zu viele Streicher, zu süßlich das alles…

 

 

 

 

Es wird also Zeit noch etwas ganz anderes zu hören. Um in Hannover, dieser wunderbaren Stadt, zu bleiben, lege ich Oscar Peterson auf. Peterson war mit seinem Trio – Sam Jones und Bobby Durham – wie Baker live im Funkhaus am Maschsee am 23.Oktober 1967 zu hören und hatte als Gast auch noch Coleman Hawkins mitgebracht. Diese Platte, sie ist inzwischen wieder als CD zu haben (Titel: „The Oscar Peterson Trio Meets Coleman Hawkins – Live In Hannover 1967“), bringt jetzt wirklich frische Luft, meine Güte, wie fetzig, wie mitreißend der Meister auf dieser Platte sein Piano spielt…

2015 9 Jan.

Sky-Hole & Diesel

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Essex winter before sunrise & mild. Isolated birdcall, strange song I never heard before. Two roads leave inparallel, one West, one East, both into the sky. Sitting in cabs, listening to drivers recall every detail of the last time they went where I’m going – at the same time, sitting in my car alone, engine off, listening to the rain. I could sleep here all day, curl up, radio turned barely on. Down there, where sound goes straight into the blood, turns my skinny jeans to skin, steam fixes this uniform familiar to my body, wakes me up smelling of milk & biscuit dreams. Now we’re leaving, widening the circle, this connection, this fruit of the seed of our union. The person you need to be you’ll find on the rails of California thrift stores, as mine waits for me on the streets of Berlin. You leave through the sky-hole, I fill the tank again with diesel. Did you see me looking up, laughing beneath the floodlights? (from K. Hyde’s diary, awesome!)


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