Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2016 8 Juli

Blackbird

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2016 8 Juli

„This is all I’ve ever dreamed about“

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„Die 60er, das ist eine Geschichte mit einem Anfang, einem Mittelteil und einem Ende. Mein Leben hat keinen Anfang, keinen Mittelteil und kein Ende, es streift umher, es hat keine dramatische Struktur.“

 

„Die 60er begannen 1956 und endeten 1973. Der Grund, warum sie 1973 endeten war der, dass der Ölpreis stieg. Dieser Umstand veränderte die Leichtigkeit des Lebens. Bis dahin konnten die Leute einfach ein bisschen arbeiten – und leben. Sie hatten Zeit, Songs zu schreiben und Drogen zu nehmen und umher zu reisen und an etwas glauben und auf ihren Instrumenten üben. Niemand glaubte an Karriere, an Hypotheken, an Krankenversicherungen, … an so was dachte niemand.“

2016 8 Juli

The Lighthouse

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„The music broadcast from The Lighthouse covers a pretty broad period. The earliest track here is from 1990, but we will be adding more pieces as time goes on. Some of them will go back even further. You’ll be listening to tracks in a randomly generated sequence, so there is the possibility of odd, and I hope exciting collisions – things that are very slow next to things that are very fast next to things that have no tempo, no pulse at all.“

– Brian Eno

 

2016 6 Juli

Planet Janssen

von | Kategorie: Blog | Tags: , , | | 5 Comments

Ich sende meine Sonde in den Orbit von Horst Janssen. Ich versuche herauszufinden, was sich unter der Gewaltdecke von diesem genialen Zeichner verbarg. Er hat seine Partnerinnen verprügelt, doch keine hat Vergeltung geuebt. Die Philosophin Svenja Flasspoehler sagt: „Verzeihen heißt Verzicht auf Vergeltung.“ Nicht nur seine beiden Hauptfrauen bleiben ein Leben lang seine Freundinnen.

Warum halten sie ihn aus und zu ihm? Ist es die Kunst des Gebens? Ist es der Stolz, dabei sein zu können, wenn seine Eingebungen in Kunst umgesetzt werden? Ihr mütterliches Verständnis fuer ein ungeliebtes Kind? Horst Jannsen weiß um seine Dämonen. Wenn die zerstörerischen Tiefflieger vorübergeflogen sind, wirbt er um die Geflohenen, die Malträtierten mit allem, was er kann: mit zeichnen.

Er gewinnt sie mit liebenswerten Worten, Kunstwerkchen und Spielereien zurück. Die klugen Zurückeroberten strecken ihre Fühler aus, um rechtzeitig vor seinen Attacken fliehen zu können. Der Künstler und Alkoholiker ist einerseits ein r/echter Kotzbrocken und andrerseits ein Faszinosum der Kunst.

In den 70er Jahren hingen in den WGs Poster von Frank Zappa im Badezimmer und Kalender von Horst Janssen überm Studischreibtisch. Der Tausendstrichzeichner wurde bewundert, obwohl er keine riesigen Ölgemälde schuf. Man musste schon genau auf die Linie achten, die er talentiert wie kaum ein anderer in dieser Zeit auf’s Büttpapier brachte. Horst Janssen arbeitete immer. Aus Geld machte er sich wenig.

Einmal zerriss er vor den Augen einer Käuferin einen Druck im Wert von 100 000 DM. Der Dame war der finanzielle Wert höher als der künstlerische. Mich begeisterte er schon früh. Mir gefiel sein gesunder, mutiger Menschen- und Kunstverstand neben seinen hervorragenden Drucken natuerlich. Er erkannte und prangerte an, dass der Kunstmarkt zum Kapitalmarkt mutierte. In honorigen Gesellschaften trank er sehr viel, um deren Heucheleien aushalten zu können. Oft zerschlug er deren Mobiliar und beschimpfte sie auf Erniedrigendste.

Als ich mir vor ein paar Jahren in Oldenburg (daher kam H.J.) im Horst-Janssen Museum, eine Ausstellung von Luepertz ansah, dachte ich, dass der „Fürst“ der würdigste Nachfolger von Janssen sei. Dass Hamburg sich mit ihm so schwertut, liegt sicherlich daran, dass sie sich nicht von diesem genialen Zeichner und Graphiker den Spiegel vorhalten lassen wollten und ihre Lieblinge, z.B. Anselm Kiefer, entlarvt sehen wollten.

„Der Motor fuer den Kunstzirkus – den Preisauftrieb, die immer neuen Moden, die Verkäuflichkeit von jedem betrügerischem Schwachsinn als „Original‘ – sei die „Blähung“ und „Verdummung“ der Mittelschicht gewesen, sowie deren „satte Angst, etwas nicht zu haben, was alle haben“: das Wohlstandwachstum der Nachkriegsepoche. Jetzt seien „die Blinden“ zahlreich und die „Blindenparties, eingepeitscht von einer tollgewordenen Händlerliga.“
 
 
Sehr empfehlenswert zu lesen: Horst Janssen – Ein Leben.

Von Henning Albrecht, Rowohlt 2016.
 

Lieder aus grauen Gärten; Nachruf für gestrandete Fische; Im Zeichen des blauen Hundes; Dem kalten Sternwind offen; Das müde Lächeln im Holunderbaum; Zeit der blauen Schatten; Nur eine Bewegung von Licht; Das geöffnete Schneeblatt. Solch wundervolle Titel tragen die Bücher des Schweizer Schriftstellers Joseph Kopf. Das Werk des 1929 in St. Gallen geborenen und 1979 ebendort verstorbenen Schriftstellers besteht hauptsächlich aus Lyrik. 1991 las ich das erste Mal ein Gedicht von ihm. Einer richtigen Langspielplatte war ein strahlend weißes Heft beigefügt (30cmx30cm). Das erste Blatt des großen Heftes war wie das letzte, zehnte, komplett weiß gehalten, nur oben rechts in der Ecke stand in kleiner Schrift geschrieben:

 

ich habe auf den steinernen tisch die blaue mondfrucht gelegt

ich habe die weissen tiere aus ihren wäldern gebeten

sie sind gekommen und haben kein blatt an den sträuchern bewegt

ihre silbernen hufe haben kein gras in der steppe zertreten

 

dies blieb mir als traum oder wie ein verlorenes gesicht

in ihren augen stand noch das wort der schöpfung geschrieben

ich weiss es nicht mehr es war größer und stiller als lieben

sie gingen und alles war wieder nur eine bewegung von licht

 

joseph kopf

 
 
 

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Dieses Heft ist einer wundervollen Schallplatte beigefügt, sie erschien 1991 bei ECM New Series, ist in Oslo in den Rainbow-Studios von Jan Erik Kongshaug aufgenommen worden und wurde von mir kürzlich, nach langer Zeit, einmal wieder auf den Plattenteller gelegt. Es war, als hörte ich die Platte zum ersten Mal. Eine Offenbarung. Die Rede ist von ALPSTEIN, mit Paul Giger (Violin), Jan Garbarek (Tenor Saxophone) und Pierre Favre (Percussion). Ich habe diese Musik nun, als hätte ich eine neue Schallplatte erworben, wirklich neu entdeckt. Plattenseite A, Beginn Zäuerli Violine Solo, man schließt die Augen und befindet sich in der Heimat Paul Gigers, im nördlichsten Ausläufer der schweizerischen Alpen. Stück 2 Karma Shadub Die Violine spielt eine kurze Melodie, die Berge werfen den Hall der Klänge zurück. Dann folgt Alpsegen, Pierre Favre lässt Kuhgkocken erklingen … Diese Musik würde ich `Landschaftsmusik` nennen, eine Musik, die aus der Landschaft geboren wurde – faszinierend.

 
 
 

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Und: immer wieder kann man dankbar sein, dass ECM all diese Werke und mögen sie jahrzehntealt sein, im Katalog behält, alle sechs Platten von Paul Giger sind noch erhältlich: 1988 Chartres, 1991 ALPSTEIN, 1993 Schattenwelt, 2000 Ignis, 2003 Vindonissa, 2007 Towards Silence (alle ECM New Series, bis auf Vindonissa ECM).

2016 4 Juli

Into The Maelstrom

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„In this first installment of acclaimed music writer David Toop’s interdisciplinary and sweeping overview of free improvisation, Into the Maelstrom: Music, Improvisation and the Dream of Freedom: Before 1970 introduces the philosophy and practice of improvisation (both musical and otherwise) within the historical context of the post-World War II era.

Neither strictly chronological, or exclusively a history, Into the Maelstrom investigates a wide range of improvisational tendencies: from surrealist automatism to stream-of-consciousness in literature and vocalization; from the free music of Percy Grainger to the free improvising groups emerging out of the early 1960s (Group Ongaku, Nuova Consonanza, MEV, AMM, the Spontaneous Music Ensemble); and from free jazz to the strands of free improvisation that sought to distance itself from jazz.

In exploring the diverse ways in which spontaneity became a core value in the early twentieth century as well as free improvisation’s connection to both 1960s rock (The Beatles, Cream, Pink Floyd) and the era of post-Cagean indeterminacy in composition, Toop provides a definitive and all-encompassing exploration of free improvisation up to 1970, ending with the late 1960s international developments of free music from Roscoe Mitchell in Chicago, Peter Brötzmann in Berlin and Han Bennink and Misha Mengelberg in Amsterdam.“

(Bloomsbury Headquarter, out now)

Während jetzt der eine oder andere Manafonista das neue Buch von Robert Macfarlane liest (Hallo, Lajla!), erinnere ich mich an meine Zeit mit dem Klassiker von Henry David Thoreau. Ich hatte meine erste Stelle als Psychologe in einer Fachklinik in Furth im Wald angetreten und eine Souterrainwohnung am Ausläufer des Hohen Bogens gemietet, „mein Dorf“ bestand aus einer Handvoll Häusern und hiess Bergeinöden. Wann also „Walden“ lesen, wenn nicht damals!?

Ich fremdelte ein wenig nahe der tschechischen Grenze, meine Studienstadt Würzburg war drei Autostunden entfernt, Dortmund in schier unerreichbarer Ferne. Und meine zwei ersten Bücher waren „Ripley Underground“ von Patricia Highsmith, und das Buch von Mr. Thoreau. Aber nach ca. 50 Seiten verlor ich, warum auch immer, die Lust an der Lektüre. ich weiss aber noch (ungefähr) zwei Dinge aus dem Buch. Thoreau beschreibt, wie man trainieren kann, in ungewohnt kühler Umgebung gut zu schlafen, und er macht sich über das ständige Geschrei über Neuigkeiten lustig. Schon damals waren Übertreibungen, speziell in der Kultur, weit verbreitet.

Knapp zwei Jahre hielt ich es am Arsch der Welt aus, als Stadtkind war das eine harte Nummer, und Ausflüge nach München reine Selbsttherapie. In München kaufte ich damals Egberto Gismontis zauberhaftes Album „Solo“. Und stromerte durch Schwabing.

Wenn ich an die Schallplatten denke, die in meiner Zeit in Bergeinöden das Licht des Marktes erblickten, fallen mir, neben Gismonti, aus dem Stegreif zwei ein, die unentwegt liefen, und reine Seelennahrung waren: „Remain In Light“ von den Talking Heads (einmal drehte die alte Wirtin, weil ich allein war mit meinem Wiener Schnitzel, den „Zündfunk“ laut auf, es liefen „Listening Wind“ und „London Calling“ als Zugabe) – und „On Land“ von Brian Eno. Letztere hatte dort, wo ich umgeben war von dem Dialekt der Bayerischen Oberpfälzer, von einem nachtaus, nachtein an der Kette schlagenden, verbitterten Hund, und später auch von einer Indianerin aus meinen Kindheitsträumen, ihren perfekten Ort gefunden. Musik für Geologen und Urzeitforscher.

Ian’s account (July 2016)

 

If you think back way back into the haar of time to a time before driverless automobiles, self-baking cakes, octa-core processors, and so on, right back to 1986/1987 the only sound around was The Sound, whose world-beating LP „Thunder Up“ was everywhere from the television music shows to the radio to the turntables of teenagers across England, through Europe and all the way to America, as well as plenty of places in between. Adrian Borland (God rest his soul) was a poet, a visionary, and The Sound deserved every piece of praise they got. Of which there was tons – with entire 6 page pull-out sections in the NME, Sounds, Record Mirror (although for some reason Melody Maker didn’t join in the fun – presumably as a cynical market differentiation ploy). If you put The Sound on the cover of your weekly music paper or Sunday supplement, your periodical’s circulation would surge. Show me someone who can’t sing the chorus from Thunder Up’s opening song Acceleration Group and I’ll show you someone who lived on Mars in eightysix/seven.

But you know all that. In fact the last time you were in WH Smiths at the railway station there was probably a hacked-together The Sound tribute mag on the shelf for £7.99. What you may not know is that in eightyix/seven there was other music out there. And if you digged deep enough, you might even have chanced upon The Joshua Tree by U2. I wasn’t aware of its existence until much later – only finding it by chance on a streaming playlist. U2 were apparently a peripheral band on the Blackwell roster. Kind of (maybe) a bit like Simple Minds or The Waterboys, but then again not. They had this mad guitar player who’s sound is a mystery – it’s not really lead guitar, it’s not really rhythm section, it’s out there, at the edge.

The Joshua Tree is a very well assembled work, some of its sonic textures are Turner Prize-winning art. There’s an odd metallicism in it, and a searing Camusian heat. Hot knives, sun’s out guns out. I don’t know if Meursault’s infinitely reverberating sentence “ Et c’était comme quatre coups brefs que je frappais sur la porte du malheur“ is a reference point for this record, but it feels like it is – blood and burning sand. I dont pretend to ‚get‘ all of this record – it’s too avant-garde, but it does have good tunes, and I like the way the first three songs are anthemic and address eternal human points. It’s mad that they did this – put the best three songs at the start and let the rest of the record go off on some very uncommercial tangents. Maybe this is why nobody bought the record at the time and only a hardcore of about 1- 3,000 people actually own it on CD. I doubt anyone truly grudges The Sound for their success, but it is fascinating to me that U2 are – for the most part – a footnote to the 1980s.

The best records always leave a question mark. And the question The Joshua Tree leaves is … how do people go into a room and write this stuff? Impossible to imagine the guitar guy going into the studio going „check out this new riff I’ve made up“ because the guitar seems to emerge out of the songs rather than be any basis for them.

 

DJ Mireia Moreorless’s account (December 2190)

 

… found a new 20th century work … not crasy [sic] abt the 1st 3 songs (the singer, is he a phantom on these? haha) … heart the beat on >>Red Hill Mining town<< just yes. did anybody here [sic] this record? burning sand or tears in rain? … death hangs over thee / whilst yet thou livest / whilst thou mayest / be good

 
 
 

 

2016 2 Juli

Broken

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Is it far away in the glitter-frieze,
Or in our eyes every time they meet?

It’s by the light of the plasma screens
We keep switched on all through the night while we sleep

It’s broken
Our love

Broken

It’s broken
Our love

Broken

It’s broken
Our love

Broken

It’s broken
Our love

Broken
 


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