Manafonistas

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2022 29 Nov.

Miraculous Layers #1

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Mysterious Layers #1

(c)FoBo_

 

2022 29 Nov.

Juste Janulyte – Huddersfield

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Juste Janulyte is one of my favourite contemporary composers. Here is a magic piece for 8 trumpets, 8 the digit of an endless curve: „Unanime“ for 8 trumpets performed by The Monochrome Project and recorded in the wonderful acoustics of the St Paul at the HCMF – Huddersfield Contemporary Music Festival.

The piece is introduced at 1:14 by Janulyte herself and starts at 1:17:03. You can hear it on BBC HERE

 

Noch bis zum 8. Dezember ist die sechsstündige ARD Radionacht zum Jazzfest Berlin 2022 abrufbar. Konzerte oder Ausschnitte wechseln ab mit Einleitungen und Gesprächen, moderiert von Julia Neupert vom SWR und Ulrich Habersetzer vom BR. Die Radionacht wird immer von allen ARD Radiosendern verbreitet:

 

ARD RADIONACHT JAZZFEST BERLIN 2022

 

Die drei Hauptfelder, Hauptlinien, Pioniere europäischer Freejazz Befreiung, Chicago Spirit und Folktraditionen flossen, wie hier auf Manafonistas schon angemerkt, im Konzert von Peter Brötzmann, Majid Bekkas und Hamid Drake in großartiger Weise zusammen. Wirklich grandios war das Abschlusskonzert von dem 19köpfigen GARD NILSSEN SUPERSONIC ORCHESTRA mit drei Schlagzeugern, drei Kontrabässen und zahlreichen Bläsern. Ein Hammeraufgebot von superguten Musikern. Ich war skeptisch, fühle mich dem schieren „Die Masse macht’s“ nicht unbedingt verbunden. Hier aber gestaltete es sich grandios, um nicht zu sagen, triumphal! Auf einmal war sogar das Solieren wieder großartig, weil es aus einer mitreißenden Dynamik einsetzte, diese aufrecht erhielt oder sogar noch weiter anheizte. Endlich mal wieder so, klassisch und durchweg erstaunlich, umwerfend und berauschend, speziell das Solo von Petter Eldh, diesem rührigen Musiker aus der Berliner Szene. All das dann auch dank guter Kompositionen als Vehikel und einer gründlichen Vorbereitung.

 

Dann die Sache mit den Folktraditionen. Es hat mich erstaunt, welches Verständnis über Folk oder auf Deutsch, Volksmusik, besteht und wie wenig doch noch bewusst ist, dass diese Musik letztlich die Quelle ALLER Genres ist. Folk Music, Volksmusik, klingt in der britischen Pop- und Rockmusik vielfach durch. Und was wären die Stones ohne die Chicagoer Bluesmusiker oder Robert Johnson! Was wäre Bach ohne die Volkstänze! Oder Tchaikowski oder Mahler ohne eine ganze Reihe regionaler Volksmusiktraditionen. Und in der Moderne kommt die Volksmusik nicht nur bei Bartók, Kodaly und Berio wieder nachdrücklich ins Spiel. Viel Musik aus dem Hardbop war arabisch eingefärbt und im Freejazz geht’s weiter mit der Durchsetzung mit noch mehr Folk-Traditionen, ganz zu schweigen von der Durchtränkung skandinavischen Jazz mit Folkquellen.

 

Ob es nun implizit oder explizit geschieht, es ist allgegenwärtig. Scheinbar ist das Bewusstsein davon im Zuge musikalischer Revolutionen, Umwälzungen und Genreeinteilungen etwas abhanden gekommen und mit ‚Folk‘ wird ein bestimmtes Klangbild assoziiert, das ‚Folk‘ von den Königsdisziplinen in der Wahrnehmung dissoziiert. Jazz wird auch als eine solche Königsdisziplin verstanden, die sich längst von den volkstümlichen Niederungen, wo das Altüberlieferte, ‚Traditionelle‘ ruht. Dabei können Musiker diesen wirkenden Quellen kaum entgehen und klingen sie gewollt oder ungewollt durch. Die Beispiele sind Legion: Carla Bleys „Utvikklingssang“ oder Ornette Colemans „Una Muy Bonita“, um nur zwei Beispiele zu nennen.

 

Video   Carla Bley – Utvikklingssang Trioversion

 

Video   Carla Bley – Utvikklingssang Ensembleversion 80er Jahre

 

Video   Ornette Coleman – Una Muy Bonita

 

Fängt man erstmal an, wächst die Reihe von Beispielen schnell an. Hierzu ein Gespräch zwischen Julia Neupert und mir in der Jazzfest Radionacht:

 

JFB22_ARDJazznacht_Gespräch Henning Bolte

 

Beim diesjährigen Jazzfest lag aus guten (aktuellen) Gründen ein Fokus auf Folk Traditionen im osteuropäischen Raum mit einer spezifischen Ausrichtung. Nicht einfach nur ‚Jazz aus Polen‘, ‚Jazz aus Rumänien‘ wie häufig üblich bei Jazzfestivals. Statt der nationalen Sicht wurde auf die regionale Sicht gesetzt und wurden Musiker mit ukrainischem, polnischen, rumänischen, türkischem, bulgarischen aber auch französischem und belgischem Hintergrund zusammengebracht, die sich aus verschiedenen Motiven mit Folktraditionen auseinandersetzen und mit diesen Quellen eine Magie des Jetzt erschaffen, was sich von den üblichen Entlehnungen, Vereinnahmungen und Verwurstungen unterscheidet, und eine neue Qualität von Ost-West-Begegnung initiiert.

 

Ausgangspunkt war das Auftragswerk KOMPOUSSULA / KOMPASS für den losen Verbund von zehn Musikern, das sich dann im Programm in Auftritte festerer Einzelgruppen auffächerte wie BLACK SEA SONGS, LUMPEKS, SHADOWS OF FORGOTTEN ANCESTORS, TRANSYVANIAN FOLK SONGS, GURDJIEFF ENSEMBLE, CANTI DI GUERRA DI LAVORO E D’AMORE, CAMILLE EMAILLE’S OTTO mit bulgarisch-französischer Besetzung, wo die Auseinandersetzung mit Folktraditionen in verschiedenen Formen im ProzeB des Spielens aufscheint und neue Hörqualitäten vermittelt. Das war sicherlich eine erhebliche Herausforderung für Besucher/Zuhörer, die in festen GröBen denken und wahrnehmen – auch für manche Kritiker. Es war schon eine aussergewöhnliche Wahrnehmung, gestandene Freejazzer in KOMPOUSSULA a capella singen zu sehen oder türkische Songs in polnische und ukrainische übergehend zu erleben. Das lag natürlich ausserhalb der ‚Wir-Haben-Fertig‘ Kategorie und entsprechenden Erwartungshaltungen und Wahrnehmungsweisen.

 

2022 29 Nov.

Die Magie der Dinge

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Das Alter spricht eine Sprache, auch alte Dinge sprechen ihre Sprache – Binsenweisheit, klar, aber immer wieder schön. Lajlas Bilder haben mich inspiriert.

Es war 1951, ich war drei Jahre alt und mit Mama auf dem Oktoberfest, stand traurig vor einer Schiessbude mit ihren herrlichen glitzernden roten Krepppapierrosen, die mich auch heute noch unwiderstehlich anziehen. Mamas konnten damals im Gegensatz zu den Papas, die es allzu gut verstanden hatten, leider nicht schiessen; ich selbst habe es später gelernt, ausschliesslich wegen der Schiessbuden und ihrer Rosen; meine jeweiligen Begleiter bekamen dann immer eine Rose geschossen. Man wollte ja emanzipiert sein. Leider gabs dann später nur noch nichtglitzernde Plastikrosen, aber es reichte um Begleiter zu beeindrucken.

An die wunderbaren Stofftiere und Püppchen in der oberen Reihe wagte ich damals gar nicht zu denken. Plötzlich wuchs neben mir etwas in Violett empor, fast genauso gross wie ich, darüber schwebte ein dunkles Gesicht mit strahlend weissen Zähnen, dazu gutturale Laute in einer fremden Sprache. Ein farbiger Besatzungssoldat hatte mein Sehnen beobachtet und mir rasch einen lila Teddy geschossen. Und hatte keineswegs vor mit meiner Mutter anzubändeln – dergleichen kannte ich zu gut, berechnende Männerfreundlichkeit – sondern verschwand gleich wieder. Seither liebte ich Besatzungssoldaten, vor allem farbige.

Mein Brummi erzählt eine Geschichte von Versagung, Wünschen, Vaterlosigkeit, Soldaten, Kinderglück und Krieg. Und dass Schiessen nicht immer Töten bedeutet. Und neulich habe ich ihn restaurieren lassen und einen neuen Arm im alten Stil anpassen – im konservativen Salzburg, in dem es sogar noch sowas wie eine Puppenklinik gibt, eine aussterbende Spezies.

Und jetzt nehme ich endlich das Buch „Die Macht der Dinge“ zur Hand (Verfasser ist mir grad entfallen), steht schon lange auf der Agenda. Das Richtige für die Rauhnächte …

 

2022 29 Nov.

er_kennt_nis

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Erkenntnis

(c)FoBo_

2022 28 Nov.

Meeting Mundane Magic, with Sandra Cross

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„Während einer Zeit, in der ich manchmal zweimal pro Woche von London nach Leicester fuhr, faszinierten mich die Ansagen in den Buffetwagen, von denen ich 2006-7 viele aufnahm. Obwohl die Liste der angebotenen Erfrischungen bei jeder Fahrt in etwa gleich war, gab es individuelle Abweichungen, und auf diese habe ich geachtet. Die Variante schien eine Art und Weise zu sein, in der eine Person ihre Andersartigkeit auf dieselbe Weise ausdrückte wie der Tonfall oder die Lautstärke ihrer Stimme. Unbemerkt klangen manche Arbeitnehmer, als würden sie für eine andere Rolle im Leben vorsprechen. Einige waren ein wenig zurückhaltend, andere offener. Das Essen wurde zweitrangig. Die Aufnahmen wurden zunächst von William English in seiner Sendung „Wavelength“ auf Resonance 104.4 FM gespielt. Während einer Wiederholung der Sendung hörte Jonny Trunk von Trunk Records die Aufnahmen und meinte, er würde gerne eine limitierte Auflage der dreißigminütigen Aufnahmen auf Vinyl herausbringen, was er auch tat. Es folgte eine Cd-Version, ebenfalls für Trunk Records. Als Michael auf diese Aufnahmen stiess, Jahre später, waren seine nächtlichen Klanghorizonte bereits Geschichte, und er schrieb mir, sollte ihm für seine Abendausgabe der „Klanghorizonte“ Ende März 2023 irgendein interessante neues Album, in dem ein englischer Zug eine Rolle spiele, in die Hände fallen, wären meine „MM Bar Recordings“ definitiv Teil der Reise. Schliesslich waren, fügte er hinzu, seine ultimativen „field recordings“ in all den Jahrzehnten, „Trains By Night“ gewesen, made in Britain. Der Sound der Dampflokomotiven 1963-4 in tiefer Dämmerung.“

2022 28 Nov.

Der Sound der Jahre

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Und so begab ich mich nach einem denkwürdigen Wiedersehen in Furth i. W. Anfang Mai 2022,  auf eine Zeitreise in die Jahre des  Solisten Robert Fripp zwischen  1977 und 1982: da spielte er seine Frippertronics in Pizzerias, Plattenläden, an sakralen Orten, erholte sich von der ersten Regentschaft in der Maske des King Crimson, übte den „lateralen Drift“ frei nach Robert Pirsigs „Zen oder die Kunst, ein Motorrad zu warten“, brachte diverse Musikproduktionen auf den Weg, widmete sich diszipliniert (ein Schlüsselwort seines Credos), einer von Gurdjieff-Nachfahren befeuerten Schule der Spiritualität, und pflegte seine Freundschaft zu dem bekennenden Atheisten Brian Eno, den er stets „Captain“ nannte. In September 1982 erlebte ich die neu formierte Band in Nürnberg, und die Geschichte nahm ihren Lauf. Die ganze „Weihnachtsstory“ (ohne Tannenbaum, aber voller Wildnächte und gifts of love) findet sich, einen Click entfernt, im ersten Kommentar. Let The Power Fall.

 


 
 

 

2022 27 Nov.

A Taste of the BIM-thing

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Ich hab’s ja gut hier in Amsterdam. Das BIMhuis, sprich /bimhöis/, liegt 20-25 Minuten (je nach Fähre) mit dem Fahrrad entfernt. Ein toller Ort, um Freunde aus aller Welt zu treffen und Musik aus aller Welt zu erleben. BIM ist das Ding und schon der Name klingt. Der Name ist die Abkürzung der Musikergewerkschaft, die sich in den 70er Jahren gründete und diesen Club betrieb = Bond Improviserende Musici. Inzwischen ist beides organisatorisch voneinander getrennt.

 

Ein kleiner Einblick, ein Beispiel dafür, was einem in kurzem Zeitraum begegnen kann, wenn man will und sich Zeit dafür nehmen kann, ist HIER zu finden.

2022 27 Nov.

Dritter Stein

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Er wurde vor 80 Jahren geboren und segnete das Zeitliche nach 28 Jahren. Mich erstaunt seine Musik jedes Mal aufs Neue und weit darüber hinaus. Sie ist ein Segen und wächst noch immer. Er operierte bereits 1967 vom afrofuturistischen All aus. Ich nehme an, wir wissen, worauf sich das unwiderstehliche, kosmische „Third Stone From The Sun“ bezieht.

 
 


 
 

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