Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2019 20 Feb

February

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I could forget it all on evenings like this—

the names, addresses, even our relations.

Everything could be taken

by the lights of the town in this weather.

The process has something to do with the buildings,

their vernacular of flint and brick,

but there is also the matter of the people.

How many there are … do we know? Can we trust the data?

The dogs at the borders, lapping it up,

must surely just have their own reasons.

And there are dogs wherever a line is drawn.

The map on my phone tells me (not just location)

but that I am quarter of an hour from a drink.

And that is all the news I can handle.

 

written by Will Burns

„Take the title track of Rother’s solo debut Flammende Herzen (from 1977) as an example. As Rother keeps scaling the deceptively plain guitar melody ever upwards from its minimalist foundations, it’s difficult to think of another track that manages to combine humble intimacy with unabashedly epic grandeur with such grace and deeply affecting beauty.“

 


 

 

DIE RADIOSTUNDE

Die Taten von Lukic und seiner paramilitärischen Einheit wurden nicht erst durch die Ermittlungen des Haager Kriegsverbrechertribunals bekannt. Sie sind, basierend auf Zeugenaussagen, bereits der Gegenstand des von Handke kritisierten Artikels gewesen. Es handelt sich um eine Reportage des Journalisten Chris Hedges (Foto), die am 25. März 1996 in der „New York Times“ erschienen ist.

 
 
 

 
 
 

Im Gegensatz zu Handkes Unterstellung nennt Hedges den vollen Namen, die Herkunft und den Aufenthaltsort der meisten seiner Gesprächspartner, und er nennt auch den Namen von Milan Lukic. Zu den von Hedges befragten Personen gehört eine traumatisierte Frau, die mitansehen musste, wie Lukic und seine Männer ihre Mutter und ihre Schwester erschossen und lachend in den Fluss warfen. Handkes Erzähler will von alledem nicht wissen und spottet über den „Schlussabsatz des nach Visegrad hinter die bosnischen Berge geheuerten Manhattan-Journalisten, worin er eine aus ihrer Stadt geflüchtete Zeugin, nächtens dabeigewesen beim Hinabgestoßenwerden von Mutter und Schwester von der Brücke, Tennessee-Williams-haft sagen lässt: The bridge. The bridge. The bridge.“

Handkes Erzähler, der die Tatsache leugnet, dass es die Massaker von Visegrad gegeben hat, trifft mit seiner Invektive nicht nur den Journalisten, der aufgrund seiner Recherchen zu einem anderen Ergebnis als Handke kommt. Seine Aussage über die „Tennessee-Williams-hafte“ Sprache trifft durch den Journalisten hindurch auch das Opfer, dem nicht nur Mutter und Schwester genommen wurden, sondern auch – durch Handke – die Möglichkeit, das real erfahrene Leid zu artikulieren.

Doch das ist nicht alles. Handkes Erzählung ist noch nicht zu Ende. Am nächsten Morgen taucht der Erzähler – es ist ein schwüler Tag – in den Fluten der Drina unter und kommentiert diesen Vorgang wie folgt: „Kein Wasser, siehe die Wasserleichengeschichten, in den Mund kommen lassen!“ Handke macht sich über die Opfer lustig, er verhöhnt sie. Und das ist wohl das Schlimmste, was man über einen Autor sagen kann, der ausgezogen ist, um mit den Mitteln der literarischen und poetischen Sprache Frieden zu stiften und zur Versöhnung der Völker beizutragen.

(Jürgen Brokoff, FAZ, 2010)

 

 

Das ist nur ein Ausschnitt eines sehr langen Artikels. Als ich ihn damals las, brachte er das Fass endgültig zum Überlaufen. Ich entsorgte alle Handke-Bücher im Müll, und staune nach wie vor, wie man jemanden, dessen Blickwinkel auf die Ereignisse damals so dreckverzerrt und menschenverachtend war, und das über Jahre hinweg, z. B. auf seinen Scheisspilzforschungen begleiten kann. Handke ist tatsächlich von der Vorstellung besessen, das poetische Wort könne zur Wahrheit durchdringen, während die „Meinungsmenschen“ sich von oberflächlichen Indizien ernähren, und diese sensationssüchtig unters Volk bringen würden. In der Art, wie der Österreicher historische Fakten permanent verzerrte und der Unglaubwürdigkeit preisgab und schlicht leugnete, steht er in einer erbärmlichen Reihe all jener, die politsche Wahrheiten und die Aufdeckung von Verbrechen als „fake news“ kompromittieren wollen, von Trump bis Infantino. Die Rollen in Jürgen Brokoffs genau recherchiertem Text sind klar verteilt: Chris Hedges ist der Chronist der Ereignisse, Milan Lukic der Mörder, und Peter Handke sein Geschichte fälschender Feld-, Wald- und Wiesendichter, oder, schlichter gesagt, eine erbärmliche Figur. (m.e.)

 

2019 15 Feb

The greater mystery

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Wenn man zurückdenkt, fallen einem auf Anhieb eine Handvoll Filme und ein paar mehr ein, welche die Geschichte des eigenen Lebens mitsamt ihren Löchern, Fehltritten, Kunststücken, Zufällen, Nichtigkeiten, Abenteuern und Erhabenheiten miterzählen, als unvergessliches Kinoerlebnis oder kleine Schule des Sehens, der Sehnsucht oder des Loslassens, als Traumspender oder Trauerbegleiter, oder weiss der Kuckuck was – dazu zählen bei mir Psycho, Emil und die Detektive, Die Reifeprüfung, Blue Velvet, Silverado, Sullivans Reisen, Herz aus Glas, Goldrausch, Die Mutter und die Hure, California Split, Nostalgia, Diva, The Long Goodbye, Paris, Texas, Der unsichtbare Dritte, Celine und Julie fahren Boot, und ganz sicher auch 24 Frames. Ich habe den Film heute zum ersten Mal gesehen, ich war von der ersten Sekunde an gebannt, er hat einen der grossartigsten „showdowns“ (nennen  wir es „showdown“), die ich je gesehen habe (ich weiss, wann ich nicht übertreiben darf) – und im altmodischen wie existenziellen Sinn bin ich restlos ergriffen.  (me)

 
 
 

 

 
 

 

2019 10 Feb

Fresh Zappa

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„Information is not knowledge.
Knowledge is not wisdom.
Wisdom is not truth.
Truth is not beauty.
Beauty is not love.
Love is not music.
Music is THE BEST.“

Frank Zappa (1940 – 1993)

 

v i d e o

 

Berklee College of Music and Boston Conservatory at Berklee students pay tribute to Frank Zappa performing a medley of „Waka/Jawaka“, „Inca Roads“, „Peaches en Regalia“ and „Zomby Woof“ at the Berklee Performance Center.

 

 

 
 

„There is a real sense of dramatic narration about this performance, which is highly considered, thoroughly idiomatic, and bursting with contained subtlety and enchantment. This feeling of being so close to life, and yet so elusive and unfathomable, is breathtaking. These are haunting melodies embroidered with Eleni Karaindrou’s finest pianistic tracery, a marvel of scintillating pianistic prowess, imagination and finesse.“

Jean-Keith Fagon, Hill Rag

2019 7 Feb

Sun of Goldfinger

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Teaser

 
 

2019 2 Feb

Meeting John Abercrombie

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