Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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„Manchmal braucht es nur einen einzigen Ton, und schon ist man drin in der Erinnerung, in einem Moment aus längst vergangener Zeit. Man riecht, was man damals gerochen hat, spürt, was man damals gespürt hat, fühlt, was man damals gefühlt hat. Melancholie. Wehmut. Hoffnung? Mit dem ersten Tastenschlag von Owen Palletts neuem Album „Island“ ist man wieder da, in diesem schwülen, verschwitzten Sommer Anfang der Nullerjahre. Es ist später Abend, die Luft schmeckt salzig, über den Bildschirm des großen dunkelgrauen Röhrenfernsehers flimmert Sebastian Schippers „Absolute Giganten“ auf Videokassette. Ein Film über Freundschaft und Verlust, über das Ende der Kindheit auch. Da ist diese Szene, kurz vor Schluss: Frank Gierings Floyd erzählt während der stillen Fahrt im Ford Granada von der ersten Sache, an die er sich erinnern kann. Im Hintergrund läuft Sophias „Reprise / Cresdendo“, und auch das beginnt mit so einem alles entrückenden Tastenschlag. Woran haben wir uns damals wohl erinnert?“

2020 5 Jun

„Out of the Ashes“

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Out of the Ashes: A Benefit Album for Minneapolis is out today exclusively via bandcamp. The album features newly recorded tracks by Steve Tibbetts, Charlie Parr, Paul Metzger and more, compiled by local guitarist Matt Sowell. 100% of the proceeds from this album will benefit two organizations in Minneapolis:

MIGIZI acts as a circle of support that nurtures the development of Native American youth in order to unleash their creativity and dreams. Migizi’s building was destroyed by fire on May 28th. / Association for Black Economic Power is partnering with PIMENTO to provide black businesses without insurance relief after white supremacists set them on fire during the protests.

 

2020 4 Jun

„A Bloody Morning“

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v i d e o

 
 

 

 

https://www.theguardian.com/music/2020/jun/25/bandcamp-music-streaming-ethan-diamond-online-royalties?utm_term=RWRpdG9yaWFsX1NsZWV2ZU5vdGVzLTIwMDYyNg%3D%3D&utm_source=esp&utm_medium=Email&CMP=sleevenotes_email&utm_campaign=SleeveNotes

BERLIN 1945 –  Tagebuch einer Großstadt

 

Musik: Ulrike Haage
 
 

Heute Abend in ARTE um 20.15 Uhr, und hernach in der Mediathek. Oder hier auf den Filmtitel klicken. Diese Filmerzählung zeigt das Jahr 1945 durch Tagebücher und Aufzeichnungen von (internationalen) Zeitzeugen, seltenen Fundstücken und Augenzeugenberichten, aber auch ganz neuem Bildmaterial. Die Geschichte wird neu geschrieben, neu gesehen und neu gehört. „Erzählen auf Augenhöhe, mit dem Horizont der Schreibenden“ (Volker Heise). Auch der Schnitt und die enge Zusammenarbeit mit der musikalisch klanglichen Ebene sind ungewöhnlich und intensiv. Ulrike: „Für mich ist der Film ein geschichtlich wichtiges Kunstwerk, das zutiefst emotional berührt.

 

Ulrike Haage hat jüngst ein faszinierendes Solo-Piano-Album veröffentlicht, „Himmelsbaum“, aus dem ich einige Stücke vorstelle, in den Klanghorizonten am 20. Juni. Sie wird in der Radionacht auch selbst einiges dazu erzählen. Nicht nur in der Abteilung der Neuerscheinungen, auch in der Themenstunde, mit dem Titel „Die etwas andere Klavierstunde“. Natürlich wird dabei Rosato im Hintergrund aktiv sein.  (me)

 
 

Was ist der Name deines Lieblings-Podcasts? Wenn Du derzeit einen Teil des Tages damit verbringst, Coronavirus-bezogene Inhalte zu lesen und zu hören, ist Tiefenentspannung nicht so naheliegend. Etwas rumort, und abschalten ist nicht so leicht. Gib GABA ein – eine seltsame, aber fesselnde Mischung aus Klanglandschaften, gesprochenem Wort und Meditation.

Glücklicherweise gelingt es der Show, dem weit verbreiteten Popular-Kitsch dieser drei Bestandteile zu entkommen. Moderator Adam Martin textet in Richtung einer Erzählung, indem er Szenen und Gefühle poetisch beschreibt, während sich Samples aus Filmen, Nachrichtenaufnahmen, Interviews und alten Liedern ein- und ausschlängeln. Es ist nicht immer so beruhigend, aber GABA wird dich in seine Welt entführen, wo auch immer Du liegst oder sitzt (in meinem Fall ist es gerade ein Strandkorb am roten Kliff, ein idealer Ort für Meditatives, wenn alles konventionelle Strandleben erloschen ist. Heute wird allerdings der erste Schritt „back to normal“ geprobt, die Zweitwohnungsbesitzer dürfen zurück in ihre Behausungen.)

Es ist eine Meditation für Menschen, die es nicht mögen, wenn man ihnen sagt, dass sie ihren „glücklichen Ort“ besuchen sollen, oder wenn sie die Art von Hintergrundmusik hören, die Sie in Ihrem örtlichen Heilbad erwarten würden. Es gibt viele Episoden, die man sich kostenfrei anhören kann,  und es gibt kein Flüstern von Panflöten. Meine Journalistenkollegin Madeleine Finlay beklagt allein „eine ernsthafte Überbeanspruchung des Vogelgesangs – obwohl das vielleicht von außerhalb meiner Kopfhörer kommt.“ Damit habe ich als Hobbyornithologe auf Sylt gar keine Probleme, und werde mich heute eine Weile im „Sylter Urwald“, der Vogelkoje bei Kampen, umtun.

Wenn ich ein kleines Problem habe, mit diesen hervorragend produzierten Collagen, ist es, neben dem leicht beknackten Bilderlogo, der spirituelle „vibe“, die Neigung, kleine, positive Affirmationen zum Ich, zum Leben, zur Annahme von allen Yin und Yangs unserer Existenz einzubinden. Auf der anderen Seite ist dieser dezent kalifornische New Age-Faktor auch nicht weiter wild, weil man ihn in dezent holistische Privatphilosophien verwandeln kann – die hochinteressante Fusion diverser Texttypen ist herrlich trancefördernd und, spät abends, „Baldrian for the soul“. Zudem sind die Soundtracks der Episoden durchdacht, und Horizonte öffnend. Die Autoren nennen ihre besinnlichen Trips „next generation meditation that unfolds like a beautiful dream.“ 

 

geschrieben & remixt von M.F. und M.E. 

Who would like to work on a film with ambient musical explorers Roger and Brian Eno? Lockdown may just give you that chance. The pair are looking for video material to accompany music from their recent, 15-years-in-the-making, first album as a duo, Mixing Colours (on the prestigious Deutsche Grammophon label). Fans are invited to submit three-to-five minute videos, preferably in slow-motion, “of their post-lockdown world” to the website mixing-colours.com. As they put it, “We want to ask people in the next few weeks to take a single shot of a quiet scene, at home, or out the window, or in their garden. Clouds passing, rustling tree leaves, a bird nesting, people conducting activities in the house: quiet moments that we are all enjoying, together, in isolation.” The pick of these short films will be used to accompany the duo’s contemplative music.

2020 1 Mai

Cosmic Dancer

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Nick Cave – Cosmic Dancer (Official Trailer)

 

Die letzte Produktion von Covid-19-Opfer Hal Wilner. Erscheint später im Jahr. Den Liedern von T Rex und Marc Bolan gewidmet. Wieder mal ein All Star-Aufgebot, was leicht pathetisch und over the top werden kann. Aber Hal Wilner hatte ein Händchen für sowas. U2 with Elton John, bei der Vorstellung gruselt es mich leicht, aber wahrscheinlich bekam der Produzent das auch hin. Ich bin gespannt auf die Versionen von Lucinda Williams, Father John Misty, Marc Almond und vielen anderen. Nick Caves Interpretation meines Lieblingsliedes von Marc Bolan ist beeindruckend. Wie die Bilder dazu. (m.e.)

 

Rosemary Sutcliffs glorreiche Trilogie Adler der Neunten Legion, die im römischen Britannien spielt, bietet drei zum Preis von einem. Warum finde ich die Trilogie erbaulich? Erstens war Sutcliff eine großartiger Schriftstellerin mit dem Gespür eines Klassizisten für die Epoche, dem Auge einer Dichterin für die Natur und einem teuflischen Sinn für die Handlung. Diese immergrüne Fiktion kann nicht umhin, für Aufmunterung zu sorgen. Zweitens feiert die Trilogie das Überleben gegen harte Widerstände. Sutcliff benutzte einen Rollstuhl, und ihre Helden kommen mit Beeinträchtigungen, die ihre Siege umso epischer machen. Drittens: In der Antike angesiedelte Bücher stellen mein Vertrauen in das menschliche Kontinuum wieder her. Pandemien, Knappheit, Rechtsverdreher auf dem Thron und die Angst, dass die Sonne morgen nicht aufgeht, sind nichts Neues. Und doch geht die Sonne immer auf. Wenn Covid-19 in der Vergangenheit liegt, können Sie ins Lesemuseum gehen und den bronzenen „Silchester Eagle“ besuchen, der diese meisterhaften Bücher inspiriert hat. Er ist aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. erhalten geblieben. Durchhaltevermögen.

 

Mit der Ausnahme von „Remain In Light“, das in einer gesonderten Besprechung bei Pitchfork zu finden ist, hat die Internetseite heute die im folgenden gelisteten Alben der Band Revue passieren lassen. Keine Vollständigkeit beabsichtigt. Ich habe die chronologische Abfolge berücksichtigt. Meine Liebe zu den ersten vier Alben der Gruppe hat nie nachgelassen. Und der Konzertfilm von Jonathan Demme ist immer noch unglaublich gut. Mein Rating zuerst, dann die Herren von der „Tongabel“. Von den Manas könnte unser Mann aus Pittsburgh noch nachlegen. Sonst hat eher keiner die Band aus New York annähernd so intensiv verfolgt, glaube ich. Ich irre mich hoffentlich. (Die ratings von Ingo,  Uli und Jan wurden nachgetragen.)

(m.e.)

 

Talking Heads: Talking Heads 77 (8.8 / 8.6 / 9 / 8 / 8)

Talking Heads: More Songs About …  (10.0 / 8.8 / 10 / 9 / 9)

Talking Heads: Fear of Music (9.8 / 10.0 / 10 / 10 / 10)

Talking Heads: Remain in Light (10.0 / 10.0 / 10 / 10 / 9)

Talking Heads: Speaking in Tongues (8.0 / 8.5 / 8 / 8 / 9) 

Talking Heads: Little Creatures (7.6 / 8.0 / 9 / 8 / 8)

 

 

This is a photo shot in my electric cinema. I’ve been listening (some might recognize fragments of the cover) to the Eno-produced MORE SONGS ABOUT BUILDINGS AND FOOD from the salad days of the TALKING HEADS, some fucking moons ago, and this, dear Ian from Glasgow, was a life-changer. A „lifer“ like few others. This record is anti-matter and remedy at the same time. Gimme hard times, I turn it on, LOUD, gimme happy times, and I turn it in on, LOUD, gimme happy-sad times, and I turn it on, LOUD. I was listening to it on a cheap cassette recorder when it came out, and I‘m listening to it on a surround-mix today. This record kills me, and makes my life new, every time I listen to it. This is what I call magic. I believe in white magic. I‘m a pagean. When I was a teenager T Rex‘s ELECTRIC WARRIOR has had a similar effect on me. Multiple effects. Stay hungry. Plan is: in my very last radio show, I will play music from this album, at the very end, and call it a day, a night, an epiphany. I know what an epiphany is. Even pageans can know that. And, by the way, dear readers, these lines are an exercise in understatement. (m.e.)

 


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