Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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2023 26 Dez.

the picasso loop

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„ichsuchenichtichfinde“

 
 

[… warum der etwas hochtrabende titel? kurz erklärt: der basisloop war ein versehen, ein vertippen auf dem ditto looper. wollte es löschen, doch: halt stop – da wird was draus! es gibt dinge, die kann man nicht „planen“, man muss sie aufgreifen. catching faults like butterflies …]

 

2023 25 Dez.

anHAIMgefallen

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Seit langem höre ich kaum noch Jazz, das soll sich im nächsten Jahr ändern. Stattdessen laufen in Dauerschleife, allerdings mit Gitarre auf dem Schoss und über Kopfhörer ganz nah dran, viele Songs von Taylor Swift (meine Songreiterin des Jahres). Angetan hat es mir auch Haim, bestehend aus den drei Girls aus Los Angeles, die schon mit ihren Eltern zusammen eine Band hatten und die auch im Film Licorice Pizza zu bewundern sind (mein Filmvergnügen des Jahres). Im Wohnzimmer stand ein riesiges Drumset und im Haus herrschte Fernsehverbot. Denn was für Tennisstars gilt, ist ebenso für Musikerinnen angesagt: wer nicht übt, der wird auch nichts und die Glotze raubt kostbare Lebenszeit. Man hört es bei Haim am Gesang: dass ist so trickreich aufeinander abgestimmt, wie es wohl nur Schwestern können. So musste ich bislang bei „Falling“, meinem Lieblingssong der Gruppe, der live rüberkommt wie eine groovende Dampfwalze, bislang passen. Um den rhythmischen Stakkato-Refrain nachspielen zu können, müsste ich wohl so einige Fernsehabende ausfallen lassen und mittels des raffinierten Tools Best Practice, das Songs quasi im Zeitlupeneffekt langsamer abspielen kann, ohne dabei die originale Tonhöhe zu verändern – und auch Dauerschleifen zum Üben schwieriger Stellen ermöglicht – ein paar intensive Studien-Stunden einlegen. Das war in letzter Zeit schwer möglich, da in einer Dauerschleife in zwei Staffeln der Spionage-Serie The Americans eingebunden. Aber ich bleibe dran. Ein akustisches Vorab-Cover muss reichen. Wiederentdeckung des Jahres war übrigens Wandermüde von David Sylvian und Stephan Mathieu. But that’s another story.

 

2023 15 Dez.

Hippocampus-Training

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Bedeutet dies für Kant, dass die Mündigkeit nur den Gelehrten vorbehalten ist oder jenen, die man heutzutage als „Experten“ bezeichnen würde? Im Gegenteil. Möglichst alle sollen sich ihrer eigenen Urteilskraft bedienen lernen und auf diese Weise mehrheitlich die Mündigkeit erreichen.

Bernard Stiegler, Logik der Sorge. Verlust der Aufklärung

 

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Der Aufbau einer Versuchsanordnung beinhaltet immer auch deren Scheitern, wobei selbst Scheitern ja ein Gewinn von Erkenntnis wäre, die den nächsten Schritt einleitet: die Fortsetzungsordnung. Es kommt die Frage auf, ob und wieweit unter dem Druck einer Notlage bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs auf einen Grossteil der Versuchsanordnungen verzichtet wurde. Es gibt die in der Geschichte der Medizin bahnbrechende Etablierung der Doppelblindstudie. Hierbei wird einer Gruppe der Wirkstoff verabreicht, einer zweiten ein Placebo. Weder die Probanden noch die Forscher wissen, wer zu welcher Gruppe gehört. Man beobachtet, wertet aus. Das kostet Zeit. Dann wird „entblindet“ und ein Ergebnis wird sichtbar, völlig unabhängig von Erwartungen und Vorstellungen. Zeigt sich dann bei der Wirkstoffgruppe eine signifikante Verbesserung der Symptome, spricht man von Wirksamkeit. Auch Nebenwirkungen werden über einen langen Zeitraum untersucht. Dies alles ist aufwendig, kostspielig und nicht unbedingt im Interesse profitorientierter Pharmakonzerne. Man möchte den Prozess beschleunigen. Inwieweit spielten während der heissen Corona-Phase nicht nur Unwissenheit, sondern auch die Ungeduld hinsichtlich langwieriger Forschungsergebnisse eine Rolle? Es kommt ein Verdacht auf, es zeichnet sich ein Schatten ab, der auf das Impfen fällt. Wurden Geheimverträge abgehandelt, Firmen wie Pfizer jeglicher Verantwortung entbunden? Der Bestsellerautor Michael Nehls beschreibt skandalöse Zusammenhänge. Wenn man seinen Namen aber mit „Verschwörungstheorie“ googelt, findet man nichts. Wie denn auch: dieser Mann steckt mit seiner Expertise den verschrobenen Karl Lauterbach locker in die Tasche. Vor Jahren wurde ich mal auf sein Buch „Das Methusalem-Projekt“ aufmerksam, ging dem aber nicht weiter nach. Nun wurden mir per Algorithmus, wahrscheinlich aufgrund meiner Frage, ob das Internet ein Storykiller sei, seine aktuellen Bücher „Das erschöpfte Gehirn“ und „Das indoktrinierte Gehirn“ empfohlen. Sie zeichnen sich aus durch Wissenschaftskompetenz, philosophische und kulturelle Bezüge, persönliche Einblicke und kritisch aufklärerisches Denken. Alles in allem ein grundsympathischer Typ, der dazu noch bei einem Fahrradrennen quer durch Amerika (4800 km in 11 Tagen) einen der vorderen Plätze belegte. Jules Verne lässt grüssen. Neben der Wichtigkeit von sozialen Kontakten, Bewegung und ständigem Lernen (was auch die Fähigkeit zur Veränderung eingefahrener Muster beinhaltet) empfiehlt er für die adulte hippocampale Neurogenese (also die lebenslange Erneuerung von Gehirnzellen und die Aufrechterhaltung biografischer Gedächtnisinhalte) auch reichlich Omega-3-Fettsäuren und einen hohen Vitamin-D-Spiegel. Es gibt zahlreiche Untersuchungen, dass niemand mit hier ausreichendem Status an Corona verstorben sei. Wollten Lauterbach, Pfizer und die Pharmalobby das nicht wissen, denn das hätte ja den Impfstoff und all die Restriktionen obsolet gemacht? Fragen über Fragen, wir gehen dem weiterhin nach. Dies sei hier mal frei offeriert und stachelt gegebenenfalls zur kritischen Gegenmeinung an. Vielleicht hilft es ja zumindest dem Hippocampus dabei, auf Trab zu bleiben – denn Bewegung ist bekanntlich alles. Mir scheint in diesem Kontext auch das biografische Schreiben nützlich zu sein, wie es beispielsweise auf diesem Blog zu finden ist. Erinnerungen werden wachgerufen, in eine ansprechende und strukturierte textliche Form gebracht (nicht nur palaver palaver) und frisch gehalten. Mich zumindest spornt das an: ist es doch soviel mehr als reine Nabelschau.

 

2023 18 Nov.

song of the day

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The National – „Laugh Track“ (feat. Phoebe Bridgers)

 
 

2023 29 Okt.

flüchtig notiert

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2023 21 Okt.

Weiterträumen

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Es gab zwei Disziplinen des Kunstunterrichts in der Oberstufe, die mir besonders am Herzen lagen: Fotosequenzen und Kollagen. Letztere meist surrealistisch angehaucht, gemäss des damals grossen Vorbilds Max Ernst, dessen Einfluss mir letztendlich auch den Zugang zur Kunsthochschule verschaffte. Aber auch Erstere haben es in sich, verlangsamen sie doch die Wahrnehmung, vertiefen sie dadurch und schaffen Raum für Kontemplation. Beiden gemeinsam ist die Möglichkeit, sich durch das Hineinträumen in das Selbstgeschaffene in eine Parallelwelt zu katapultieren, einhergehend mit einem Training der eigenen Fantasie. Irgendwann in meinem Leben muss es den bis heute wirksamen Entschluss gegeben haben, nicht unbeträchtliche Anteile meines Ichs in Fantasiewelten auszusiedeln, weil sie in der sogenannten Realität nicht genügend Nährboden und Bestätigung finden. Die provokante Frage „Woran glaubst du eigentlich?“ würde ich also heute beantworten mit: „An Fiktion und Einbildungskraft.“ „Träum‘ weiter!“ wäre aus meiner Sicht kein Vorwurf, sondern positive Affirmation.

 

2023 16 Okt.

Homestory mit Haim

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Ein Film, eine Frau, eine Gegend. Bin ein bisschen verliebt in alle drei. Licorice Pizza heisst der Film mit Kultpotential („Lakritz-Pizza“ ist eine Umschreibung für die Vinylschallplatte). Die brünette junge Lady heisst Alana und man möchte ihr folgen, so wie der 15-jährige dickliche Schuljunge es tut auf einem Schulhof im Fernando Valley, unweit von Hollywood, in den Siebzigern. „Wie alt bist du, zwölf?“ „Geh mit mir essen, wir sind füreinander bestimmt.“ „Ganz gewiss nicht, du bist ein Kind!“ Sie kommt dann doch in die von ihm vorgeschlagene Location, setzt sich am Bartresen neben ihn, den Blick starr nach vorne gerichtet. Ihr Körper explosiv, mit dem Ausdruck Was-um-Himmelswillen-tue-ich-hier-überhaupt. „Starr mich nicht so an, hör auf zu atmen …“. Grinsend, locker und milchgesichtig bestellt er zwei Coke. Befürchte, ich werde mir diese Szene noch zigmal reinziehen, so gut ist das gespielt. Alana kommt mir merkwürdig bekannt vor, ein leichtes deja-vu. Freute mich nach dem Film, den ich in drei abendlichen Etappen auf Amazon Prime genossen hatte, auf die Hintergrund-Recherche, wie so oft. Zunächst hier auf dem Blog, wo er ja schon besprochen wurde, dann im Netz. Wollte alles wissen, dabei kommt es raus: die Attraktive ist Teil einer Band, mit ihren zwei Schwestern, die im Film eine Familie spielen, mit deren leibhaftigen Eltern. Vielleicht wirkt vieles deshalb so frisch, weil es aus dem echten Leben gegriffen ist. Das gesamte persönliche Umfeld der Darsteller und des Regisseurs Paul Thomas Anderson ist involviert: Freunde, Nachbarn, der kalifornische Lokal-Kolorit. Die Band jedenfalls heisst Haim, wie der Nachname der drei jewish siblings. Sie ist gerade mit Taylor Swift auf Welttournee und ein Video der Band auf Youtube verzeichnete mal eben 22 Millionen Klicks. Vor ein paar Jahren entdeckte ich ihren Song „Gasoline“, spielte auf Gitarre mit, weil er mir gefiel. Die Mädchen wirkten very tough. Daher also die Vertrautheit. Tief im Hippocampus war es abgespeichert: im Jahre 2012 haute mich kurz nach Mitternacht in der geliebten Harald Schmidt Show eine Frauenband vom Hocker, mit Alana an den Keyboards und der Gitarre. Den Film Licorice Pizza schaute ich nun nochmals an und von Haim ein paar Videos dazu. Old Sugardaddy auf Nabokovs Spuren? Vielleicht, aber die Musik ist wirklich gut, mit ganz viel Herzblut. Und wenn ich solche Filme sehe, dann bin ich gerne wieder zwanzig.“

 

2023 12 Okt.

Die digitale Zwischenwelt

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In Lichter des Toren schrieb Botho Strauss eindrücklich über die Vorzüge des Dummbleibens. Kleine prosaische Vignetten, die nicht lyrisch sind und doch etwas freischwebend Assoziatives beim Leser auslösen, das Interpretationen offen lässt. Auch hinsichtlich des Gebrauchs der Dienste Google und Wikipedia könnte dies eine Rolle spielen, weil nämlich die Gefahr besteht, dass sie einen aseptischen, sterilen Bildungshorizont eröffnen, der in ortloser, wegloser und geschichtsloser Weise darauf verzichtet, sich Wissen durch das Machen von Fehlern (eine aktive Handlung, kein Befingern auf der Screen) und das Sammeln von Erfahrung anzueignen. Niemals möchte ich auf all die szenischen Erinnerungen verzichten, wann und unter welchen Lebensumständen mir Entdeckungen oder Erkenntnisse zuflossen. Stattdessen steht nun ständig alles zur Verfügung, wie Billigramsch in einer Grabbelkiste, lädt ein zum Overload. Is the Internet a storykiller? Laut Rilke, um noch einen zweiten Dichter herbei zu zitieren, hat ein Jedes seine Zeit. Der digitale Kosmos hingegen eröffnet eine Unzeit, die Dinge zu Undingen (Byung-Chul Han) degradiert und durch die Aussparung von zeitgemässem Erfahrungswissen eine massive Indifferenz schafft. Alles ist gleich: Bomben schlagen in der Ukraine ein, Flüchtlingsboote kentern im Mittelmeer, während benachbarte Titelzeilen verkünden, dass Frau Krause aus Berlin ihren Hund abgöttisch liebt, oder dass man Nudeln am besten bissfest kocht. Der brandaktuelle Blogeintrag von gestern ist schon heute kalte Suppe und auf dem grossen Müllberg Instagram stapeln sich millionenfach die Fotos. Neulich googelte ich den mir unbekannten Begriff Abgleich, der bislang kein Bestandteil meines Wortschatzes war. Wenn beispielsweise jemand einen Kommentar oder eine Mail schreibt, dann findet kaum Abgleich statt: Klarstellungen und Korrekturen wie im persönlichen Gespräch, auch das instinktive Abtasten des Gesprächspartners fehlen. Was kann man sagen, was sollte man verschweigen? Die Worte kommen beim Gegenüber nicht eindeutig an, oft herrscht das Flaschenpost-Prinzip. Missverständnisse und Fehlinterpretationen wuchern, das Gesagte versinkt in einer wagen Zwischenwelt, einem Geisterraum oder um ein biblisches Motiv zu bemühen: im medialen Fegefeuer. Ein Strohfeuer, das sich zum Flächenbrand ausbreitet. Es wundert nicht, wenn einen zuweilen die Lust befällt, ins analog gesicherte Diesseits zu entfliehen, diese neue Gartenzwerg-Idylle. Wer erinnert sich noch an diesen erlösenden Ort, wo wir einen Körper haben und von Natur aus fehlbar sind? Wo wir basteln und sortieren, uns zusammenraufen, streiten, lieben. „Stolpern und Stottern“ – dies sei die dem Menschen angemessene Daseinsform, schrieb der Soziologe Dietmar Kamper. In der Welt von Null und Eins ist so etwas schwerlich abzubilden, dort machen Musk und Porno die Musik. Ein Mädchen geht an mir vorbei, hält ihr Smartphone vor die Nase, schaut in ihr eigenes Gesicht. Was sucht sie dort? Ich nehme ein Buch zur Hand, schon bin ich bei mir.

 

2023 10 Okt.

october loopings

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„nur so hingeträumt“

„nordwärts gehen I“

„nordwärts gehen II“

 
 

(… der dänische gitarrist jakob bro inspiriert mich übrigens dazu, gitarrensounds zu suchen, die nicht nach gitarre klingen, sondern so etwas wie „landschaft“ darstellen. ambient guitar könnte man das nennen …)

 

2023 30 Sep.

„mikado 30/9/23“

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