Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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… also gut, die siebziger Jahre. Da hätte ich noch was, ein echter Burner: Vor fast 42 Jahren, Anfang 1972 erschien eine Platte der Gruppe NEU, auch die Platte, sie nannte sich schlicht NEU und auf ihr findet sich der 10-Minute-07-Hammer Hallogallo. Hinter NEU verbargen sich Klaus Dinger und Michael Rother, die mit Hallogallo ein magisches, ja, hypnotisch wirkendes Stück Musik geschaffen haben. Michael Rother sagte einmal über Hallogallo:
 
 
 


 
 
 

„Das Stück zieht nach vorne, ganz gerade Schnur. Wenn du auf diesem Zug bist, hast du keine Angst, dass da ein Bahnhof kommt mit drei Stunden Aufenthalt, es geht immer weiter. Keine Bridges, keine Refrains, einfach frei raus. Grenzenlos, in die Freiheit.” Recht hat er! Noch heute kann ich das genauso nachvollziehen. 2001 kamen die NEU-Platten auf CD heraus, auch NEU 2. Auf dieser Platte findet sich das Stück Für Immer auch hier wieder der gleiche Drive, aber die Betörung ist nicht so perfekt wie bei Hallogallo.

 
 
 


 
 
 

Ähnlich hypnotisch wirkende Musik erlebe ich auch bei Irmin Schmidt, das Stück Rapido de Noir ist gerade auf einer Doppel-CD wieder erschienen. Es handelt sich um eine Werkschau der Musik Irmen Schmidts aus den letzten 30 Jahren. Nach einem frühen Schmidt-Stück nennt sich die Platte Villa Wunderbar.  Die Zusammenstellung, zumindest, was die zweite CD betrifft (Filmmusik), wurde von Wim Wenders besorgt. Die ganze CD des CAN-gründungsmitglieds Irmin Schmidt scheint mir überaus gelungen und interessant. Aber zurück zu Rapido de Noir: der Hörer sitzt im Zug, die Landschaft rast vorüber, das Passieren von Weichen hört sich an wie zu meinen Jugendzeiten, als die Schienen noch verschraubt, nicht verschweißt waren, es geht durch Tunnel, andere Züge passieren …, schade, dass die Fahrt nach knapp sieben Minuten schon vorbei ist.

 
 
 

 
 
 

Übrigens, Randy Newman ist gestern 70 Jahre alt geworden. Ich erinnere mich an ein wunderbares Konzert in der Stuttgarter Liederhalle und hab zur Feier des Tages die Platte 12Songs aus dem Jahre 19070 herausgesucht und wieder einmal genossen.

Die Show war absolut ungewöhnlich, sie war großartig, ein großer Genuss. Allerdings, ja, leider der Schluss, der war zwar passend, alles eine richtig runde Sache, aber diese Musik, nein, also wirklich, damit kann ich also überhaupt nichts anfangen, nicht nur das, ich kann diese Art Musik auch überhaupt nicht ertragen, da kann ich dann nur noch weglaufen. So, jetzt ist es raus, ….. (Aus einer Email) 

Henning hat mich auf die Idee gebracht (sein Quicksilver Messenger Service-Video-Tipp),
den Plattenschrank einmal wieder nach Langspielplatten aus den Jahren 1970 bis 1975 zu durchforsten. Drei herausragende Meilensteine habe ich mir herausgesucht und begeistert gehört. Zunächst On The Road, ein Livealbum (2 LPs,) der englischen Rockgruppe Traffic. Diese Gruppe, damalige Besetzung Steve Winwood, Jim Capaldi, David Hood, Barry Beckett, Roder Hawkins und Rebop Kwaku Baah, hat 1973 eine Musik gemacht, das konnte man nach Hits wie Paper Sun, Hole in My Shoe, und Here We Go Round the Mulberry Bush überhaupt nicht fassen. Auf On The Road befindet sich kein einziger Zwei-Minuten-Hit, sondern richtig ausladende Rockmusik mit schönen Soloteilen. Herausragend das Zehn-Minuten-Stück (Sometimes I Feel So) Uninspired oder das Achtzehn-Minuten Stück The Low Spark Of High-Heeled Boys. Das Live-Album wurde übrigens in Deutschland aufgenommen (vielleicht in Hannover? Niedersachsenhalle?).
 
 
 

 
 
 
Im Februar des Jahres 1975 veröffentlichte Led Zeppelin ein ganz besonderes Album, eine Platte, die ich persönlich zu den besten dieser Gruppe rechnen möchte, Physical Graffiti. Auch diese LP kam als Doppel-Langspiel-Platte heraus. Die bekannte Besetzung – Jimmy Page (auch Produzent), Robert Plant , John Paul Jones, John Bonham – präsentierte mit dieser Platte damals eine Musik, die das Publikum genauso begeisterte wie die Kritiker. Achtmillionen Platten sollen allein in den USA verkauft worden sein. Und heute, 38 Jahre nach Erscheinen des Albums, das ich mir damals für 23,80 DM (der Preis klebt noch auf der Hülle) erstanden habe, klingt die Musik noch genauso frisch, ja, im Vergleich zu manchem, was heute so an Rockmusik angeboten wird, geradezu progressiv, Jedenfalls: noch immer eine Platte zum Abheben.
 
 
 

 
 
 
Eine dritte Platte, und auch hier handelt es sich um eine Doppel-Langspiel-Platte, wird den Hörer, der ja bereits mit Led Zeppelin abheben konnte, in seiner Begeisterung vielleicht noch etwas mehr anfeuern. Die Rede ist von 4 Way Street, dem dritten Album von Crosby, Stills & Nash, dem zweiten als Crosby, Stills, Nash & Young und wiederum handelt es sich um ein Live-Album (aufgenommen in New York, Chicago und Los Angeles), erschienen im Frühjahr 1971. Das Rolling-Stone-Magazin war begeistert, the reviewer called it „their best album to date.“ Die vierte Seite der Do-LP hat es mir besonders angetan, es beginnt mit Ohio (Young) (3:24), einem bewegendem Lied mit dem die Band 1970 der vier erschossenen Kent-State-University-Studenten gedachte:
 
Tin soldiers and Nixon’s coming,
We’re finally on our own.
This summer I hear the drumming,
Four dead in Ohio.

Gotta get down to it
Soldiers are gunning us down
Should have been done long ago.
What if you knew her
And found her dead on the ground
How can you run when you know?
 
 
 

 
 
 
Dann folgt Carry On (Stills) (13:06), ein echter Party-Hammer. Ich erinnere mich, dass ich auf Studenten-Festen gerne die Live-Version von Chicago`s I´m a Man aufgelegt habe, immerhin fantastische 8:51 Minuten und dann Carry On von Crosby, Stills, Nash & Young folgen ließ, was die Tanzfläche weitere 13 Minuten zum Kochen brachte.-
Ganz in der Stille verabschiedet sich die Platte mit Find the Cost of Freedom (Stills) (2:16), einem wunderschönem Lied.

Dora Bruder war der erste Roman, den ich von Patrick Modiano gelesen habe, danach hat mich dieser Autor nicht mehr losgelassen. Jede Neuveröffentlichung musste ich lesen, keine war seither eine Enttäuschung. 2013 nun erscheint Horizont, ein kleiner Roman – dicke, ausladende Bücher sind Modianos Ding nicht – , der natürlich wieder in Paris spielt und wieder irrt jemand durch die Straßen, und einmal mehr ist jemand auf der Suche. Bosmans, der Protagonist, spürt nach vierzig Jahren seiner verlorenen Jugend nach. Eine gewisse Margaret Le Coz spielt dabei eine besondere Rolle. Damals seien noch alle Wege offen, der Horizont weit gewesen…
 
 
 

 
 
 
„Schwindel erfasste ihn bei dem Gedanken an das, was hätte sein können und nicht gewesen war. Diese Erinnerungsfetzen bezogen sich auf die Jahre, in denen das Leben voller Kreuzungspunkte ist und so viele Alleen sich vor einem auftun, dass man die Qual der Wahl hat. Die Wörter, mit denen er sein Notizbuch füllte, gemahnten an den Artikel über `dunkle Materie´, den er an eine Zeitschrift für Astronomie geschickt hatte. Er fühlte nur allzu gut, was alles, hinter den genauen Ereignissen und vertrauten Gesichtern, zu dunkler Materie geworden war: kurze Begegnungen, verpasste Rendezvous, verlorene Briefe, Vornamen und Telefonnummmern, die in einem alten Taschenkalender stehen und die man vergessen hat, und all die Frauen und Männer, deren Wege man gekreuzt hat, ohne es überhaupt zu wissen. Wie in der Astronomnie, war diese dunkle Materie gewaltiger als der sichtbare Teil des Lebens. Sie war unendlich. Und er, er verzeichnete in seinem Notizbuch ein paar schwach flimmernde Lichtpunkte in der Tiefe dieser Finsternis. So schwach flimmerten diese Lichtpunkte, dass er die Augen schloss und sich konzentrierte auf der Suche nach einem bedeutungsschweren Detail, das ihm erlauben würde, das ganze wiederherzustellen, doch es gab kein Ganzes, nur Splitter, Sternenstaub. Gern wäre er eingetaucht in diese dunkle Materie, hätte die abgerissenen Fäden einen nach dem andern wieder verknotet, ja, wäre umgekehrt, um die Schatten festzuhalten und mehr über sie zu erfahren. Unmöglich. Also blieb ihm nichts anderes übrig, als die Namen wiederzufinden. Oder auch die Vornamen. Sie wirkten wie Magnete. Sie förderten wirre Eindrücke zutage, die nur schwer zu erhellen waren. Gehörten sie dem Traum oder der Wirklichkeit?“
 
 
 

 
 
 
Patrick Modiano hat wieder einen wunderbaren Roman geschrieben. Musikalisch fällt mir zu diesem Buch besonders das Werk von Harold Budd ein und hier besonders die CD The Pearl (Harold Budd & Brian Eno).
 
 

 
 
Außerdem: passsen dazu Stücke von der CD The Return/Film by Andrey Zvyagintsev/Music by Andrey Dergatchev: Underwater und Piano; von der CD Jan Bang; Narrative from Subtropics die Stücke: The Deep Serene und Sinking Ship und schließlich von der CD Zsòfia Boros: En otra parte die Kompositionen Canciòn triste (Fracisci Calleja) und Ecrovid (Martin Reiter).
 
 
 

 

In Erwartung eines neuen Albums von Daniel Lanois (Interview mit dem Meister vom 6.July im Rolling-Stone-Magazin), es soll You Are Wonder heißen, habe ich mich einmal mehr auf den Weg zu Lanois Internetauftritt https://www.daniellanois.com gemacht und habe nicht schlecht gestaunt. Eine orginell gestaltete, wirklich ausgezeichnete Seite. Zunächst sieht man ein Mischpult, an dem man die Schieberegeler zu den verschiedensten Bereichen der Seite bewegen kann. Gleich der erste Regler führt zu den Plattenaufnahmen des Meisters. Ein STUDER-Tonbandgerät dreht seine Runden, oberhalb des edlen Gerätes finden sich Abbildungen der Cover von Daniel-Lanois-Platten. Wenn man eine dieser Abbildungen anklickt, kann man sich die komplette CD anhören. Eine sehr soziale Einstellung. Leider gibt es auf den Seiten von Lanois keinen Hinweis auf zukünftige CDs oder Projekte. Wir müssen also weiter warten. Aus meinem Plattenschrank möchte ich dafür einmal ein paar Schallplatten herausfischen, die der Meister produziert hat oder bei deren Aufnahme er mitgewirkt hat, die aber nicht so bekannt geworden sind.
 
 
 

 
 
 
Ron Sexsmith, kanadischer Liedermacher, spielte seine sehr hörenswerte CD Ron Sexsmith Ron Seysmith 1996 (Produzent:Mitchell Froom) zum Teil mit Daniel Lanois ein: Besonders die Stücke There`s a rhythm / Lebanon, Tennessee und Summer Blowin´ Town haben es mir angetan.

Luscious Jackson, Fever In Fever Out 1996:  Eigentlich gefällt mir die Platte gar nicht so sehr, aber es gibt eben Stücke, auf denen Daniel Lanois mitwirkt und die sind dann richtig gut, etwa Under Your skin oder Why Do I Lie .
1998 hat der Meister dann gleich bei den Aufnahmen dreier Musiker mitgewirkt, Brian Blade, Scott Weiland und Willie Nelson. Über die Platte von Willie Nelson `Teatro´ muss man hier sicher kein Wort mehr verlieren, eine tolle Platte, besonders die Coverversion des Lanois-Stückes The Maker.
Nicht ganz so bekannt dürfte allerdings die CD von Scott Weiland `12 Bar Blues´ sein. Zurecht, es gefällt mir von dieser Platte auch gerade mal ein Stück: Lady, Your Roof Brings Me Down, das hat es wirklich in sich.
 
 
 

 
 
 
Ähnlich geht es mir mit der 2009 produzierten Platte von Rocco DeLuca and the Burden: Mercy. Ein Stück begeistert: Junky Valentine, recht gut auch noch: When You Learn To Sing.
Vollkommen untergegangen zu sein scheint mir und zu Unrecht völlig unbekannt nun noch eine eine Filmmusik, bei der Lanois produziert und mitgespielt hat, dabei handelt es sich um ein Juwel.
 
 
 

 
 
 
Die Rede ist vom Soundtrack zum Film Sling Blade. Die Platte beginnt mit Asylum, ein Solostück von Lanois, bei dem man ganz schön aufpassen muss, dass man nicht total abdriftet, es sei denn man möchte dies, dann allerdings läuft der CD-Player heiß, weil man das Stück wieder und wieder hören möchte. Jimmy Was, das nächste Stück wird gespielt von Lanois, Brian Blade  und Daryl Johnson, gefolgt von Bettina, wieder eine herrliche Soloeinspielung von Daniel Lanois. Soul Dressing ist ein Stück von Booker T.& The M.G.´S; Lonely One ein Stück von Tim Gibbons, auch ein absolut schönes Stück. Mit Blue Waltz folgt wieder eine Aufnahme in der Besetzung Lanois, Blade, Johnson und mit Secret Place ein Solostück von Lanois, wieder zum Abheben. Bambi Lee Savage singt dann mit Begleitung des Meisters Darlin´ und Emmylou Harris `Shenandoah´. Orange Kay ist dann wieder ein Solostück von Daniel Lanois, allerdings eines von der härteren Sorte. Auf Phone Call kommt dann neben Russell Wilson auch Mark Howard, der Co-Produzent zu Gehör. Die beiden letzten Stücke sind dann wieder Soloaufnahmen von Lanois, wobei die letzte Aufnahme des Soundtracks The Maker (von dem Album Acadie) die CD würdig abschließt.
Von Daniel Lanois Beteiligung an den herausragenden Platten wie The Million Dollar Hotel / Power Spot / Us / Yellow Moon und Oh Mercy war jetzt nicht die Rede, aber das sollte auch mal so sein.
 
 
 

 

Neu im Plattenschrank

 

Wie bekannt, hat Michael in seinen vorletzten Klanghorizonten Mutiges gewagt, er spielte Musik nur aus einem musikalischem Werk, aus Dennis Johnsons NOVEMBER, eingespielt von R.Andrew Lee.
 
 
 

 
 
 
Am 27.09.13 schrieb Michael auf manafonistas.de über diese herausragende Platte, ich brauche dem nichts hinzuzufügen. Nach den von mir begeistert gehörten Klanghorizonten war jedenfalls mein erstes Ansinnen: diese Plattenbox musst du haben. Bestellt wurde sie von mir vor sechs Tagen, ich muss wohl noch eine Weile warten, das ist bei herausragenden, schwer zu beschaffenden Werken oft so! Eines habe ich mir allerdings schon jetzt vorgenommen: Auch ich werde versuchen NOVEMBER am Stück zu hören, wie Michael es in den Klanghorizonten erzählte, allerdings mit anderen Zutaten. M.E. erzählte seinen HörerInnen, dass ihm Sprudel und Donuts beim Hören des fast fünfstündigen Werkes gereicht hätten, ich denke, ich werde mir eine gute Flasche Le Vin Noir (Cuvée spéciale) rot 2004 (Cave de Donzac: Côtes du Brulhois Appelation d’Origine VDQS) gönnen, dazu vielleicht etwas Käse und etwas zu knabbern.
 
 
 

 
 
 
Es gibt Neues von András Schiff, er hat die Diabelli-Variationen von Ludwig van Beethoven eingespielt und damit nicht genug, er hat auch die absolut herausragende Sonate Nr.32 in c_Moll op.111 aufgenommen und zur Einstimmung in die Doppel-CD an den Beginn gestellt. Die Diabelli-Variationen bilden das Zentrum der Cds und den Schluss die Sechs Bagatellen op.128. Die Klaviersonate Nr.32 ist Beethovens letzte Sonate, das erste Manuskript wurde 1822 fertig. Die Sonate gilt häufig als ein Dokument des Abschieds, Beethoven starb 1827 in Wien. Über diese Sonate ist so viel geschrieben worden, dass ich eigentlich nur ein persönliches Wort dazu schreiben möchte. Die Klaviersonate Nr.32 gehört zum Grundbestand meines Plattenschranks, schon mit zwanzig Jahren besaß ich eine Aufnahme dieser Sonate, genial eingespielt von Daniel Barenboim, der sie im übrigen immer wieder gespielt hat, zuletzt 2005 in Berlin. Besonders der zweite Satz hat es mir angetan. Er war für mich in vielen Zeiten meines Lebens Trost und tatsächlich Hilfe. Das kann gute, wahrhaftige Musik ja in der Tat bewirken. Dieser zweite Satz der Klaviersonate Nr.32 sollte zwingend in den Klanghorizonten gesendet werden (17:20 Minuten), das wäre ein Highlight, Michael.
 
 
 

 
 
 
Vorgestern erreichte mich ein kleines Päckchen aus Norwegen. Was für eine Freude, die neue CD von Jan Bang in den Händen halten zu können. Nach Poppies from Kandahar und Uncommon Deities veröffentlichte Jan Bang nun Narrative from the subtropic. Michael stellte die Platte in den Klanghorizonten unlängst vor und Henning Bolte schrieb darüber auf allaboutjazz.com . Alle drei genannten CDs werden sicher in die Jahresliste 2013 eingehen und dort vordere Plätze einnehmen.

… also manche Leute haben Ideen. Alfred van Cleef, Journalist und freier Schriftsteller aus Amsterdam, wollte sich einen lang gehegten Traum erfüllen und unternahm eine Reise entlang des Nullmeridians. Fünf Monate war er unterwegs, 4800km führte die Reise von Tunstall in Yorkshire / England bis in die Hafenstadt Tema an der Küste Ghanas. Ein verrücktes, tolles, wunderbares und interessantes Projekt, an dem er uns teilhaben lässt, er hat nämlich ein Buch darüber geschrieben: Die verborgene Ordnung – Eine Reise entlang des Nullmeridians. Dieses Buch ist jedem zu lesen empfohlen, der Freude an solch außergewöhnlichen Ideen hat und dazuhin vielleicht auch noch etwas lernen will über die Verortung des Menschen, über Navigation und Zeitmessung.
 
 
 

 
 
 
Eine kleine Leseprobe: „Mein erstes Ziel war der magische und gleichzeitig ultimative Nullpunkt von Tunstall. Dort sollte meine Meridianreise in den Süden ihren Anfang nehmen. Tunstall war ein kleines Dorf ohne Anbindung an den öffentlichen Verkehr. Am nächsten lag lag der Badeort Withernsea, …Die zwei Hotels des Städtchens machten einen heruntergekommenen Eindruck. Alle Zimmer waren von angeheuerten Vertragsarbeitern belegt, die vor der Küste eine neue Gaspipeline verlegen sollten. … In Withernsea standen Wohnwagen mit Urlaubern, und es gab Spielautomaten aus den Sechzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts. Es war ein Dorf mit einer Unmenge von Elektromobilen, Kinderwagen und Rollstühlen. Das war England an einem nassen Sommertag, ein Land mit altmodischen Fernsehantennen, dickbäuchigen, tätowierten Männern in kurzen Hosen, aber vor allem auch Hunden. Leise sang ich einen alten Hit der Kinks: `I like my football on a Suturday, Roast beef on Sundays, all right. I go to Blackpool for my Holidays, sit in the open sunlight.´ In einer Kneipe bestellte ich mangels Alternative Spiegelei auf weißem Toast, mit extra Tomaten. Aus der Jukebox schallte ein Song der Beach Boys, die Sonne brach durch …“
Unglaublich, trifft doch der Mann gleich zu Beginn seiner Reise in einem gottverlassenen Nest am Ende der Welt in einer Kneipe auf eine Jukebox, ich fass es ja nicht, und das im einundzwanzigsten Jahrhundert. Wenn ich doch einmal so etwas erleben könnte… Schade nur, dass uns der Autor nicht verrät, um was für einen Beach-Boys-Song es sich gehandelt hat. Okay, aber dafür erinnert er uns an einen sehr schönen Kinks-Song, der sich natürlich auch in meinem Plattenschrank befindet, es handelt sich um Autumn Almanac, ein Ray Davis-Song, der 1967 erschienen ist. In eben diesem Jahr veröffentlichten die Kinks bzw. Ray Davis (solo) noch folgende unglaublich gute Singles: Death of a clown, Mister Pleasent, Waterloo Sunset und Susannah’s Still Alive. Hat noch jemand Fragen?
 
 
 

 
 
 
Alle fünf Songs kann man übrigens auf der Platte The Kinks: Something Else (Deluxe Edition 2011) ohne Probleme käuflich erwerben.
Aber zurück zu dem Buch von Alfred van Cleef, auch die SZ hat sich mit seinem Buch Die verborgene Ordnung beschäftigt und sie schreibt treffend:
„Gerade das macht den Reiz von Alfred van Cleefs Buch aus, dass es ihn an Orte verschlägt, für deren Besuch es eigentlich keinen Anlass gibt, dass er Menschen trifft, denen normalerweise niemand zuhört, und dass er auf diese Weise Dinge erlebt, die in ihrer ungeheuerlichen Alltäglichkeit spektakulär sind.“ Süddeutsche Zeitung

TZADIK II

 

www.zornat60.com … – ja diese Internetseiteseite verrät es, John Zorn ist 60 Jahre alt geworden (02.09.1953), Grund genug das mal richtig zu feiern, diese Seite informiert über die verschiedenen Geburtstagsevents und da ist jetzt im September richtig was los. Naja, New York ist nicht gerade um die Ecke, aber vielleicht kommt ja jemand zufällig dort vorbei. Henning und Michael, unsere weitgereisten Manafonisten, sind allerdings gerade fern der Heimat in Kristiansand …
 
Und hier findet man richtig schöne, sehr interessante und orginelle Geburtstagswünsche:
https://www.zornat60.com/assets/60onzorn.pdf Zum Beispiel schreibt da Charles Bernstein unter der Überschrift The Lie of Music for John Zorn @ 60 unter anderem folgendes:
 
I don’t want innovative music.
I don’t want experimental music.
I don’t want conceptual music.
I don’t want abstract music.
I don’t want figurative music.
I don’t want original music.
I don’t want formal music.
I don’t want emotional music.
I don’t want nostalgic music.
I don’t want sentimental music.
I don’t want complacent music.
I don’t want erotic music.
I don’t want boring music.
I don’t want mediocre music.
I don’t want political music.
I don’t want empty music.
I don’t want baroque music.
I don’t want mannered music.
I don’t want minimal music.
I don’t want plain music.
I don’t want vernacular music.
I don’t want artifi cial music.
I don’t want pretentious music.
I don’t want idea music.
I don’t want thing music.
I don’t want naturalistic music.
I don’t want rhetorical music.
I don’t want dull music.
I don’t want rhapsodic music.
I don’t want rigid music.
I don’t want informal music
 
und so weiter und so weiter …
 
Oder Laurie Anderson gratuliert und schreibt: „John is such a magnificent person, musician, composer, impresario, and friend. Plus a skilled texter, improvisor, collaborator, networker, and gourmet. Also arranger, visual artist, and film expert. Plus matchmaker. (He introduced me to my husband.) He knows a lot of people and loves them for who they are. John is one of the shining human beings. Plus I love him dearly. Also John taught me to improvise. I couldn’t imagine venturing out onto a stage with no clue about what the first sound might be. He taught me confidence and the skill of building a big live musical structure and then how to move it around, rotate it, dissolve it. John is fearless. Dismissive of pompous authority. Able to suffer and share suffering. (Such a rare skill!) Ready to celebrate, party. Happy birthday, dear John.“
 
Und ich habe anlässlich des Geburtstages von John Zorn, fern von New York, drei herrliche CDs des Tzadik-Katalogs aus dem Plattenschrank herausgeholt und begeistert einmal wieder gehört:
Da wäre zunächst die Wayne-Horvitz-Platte Film Music 1998 bis 2001, unter vielen anderen wirken hier mit Robin Holcomb, Bill Frisell und Doug Wieselman. Und wenn wir schon bei dem famosen Doug Wieselman sind, lege ich natürlich auch dessen sagenhafte CD Dimly Lit auf. Auch hier geht es um soundtrack work, besonders Filmmusik für den Film The long way home. Auf dieser Platte sind 26 Stücke zu hören, manche Kostbarkeiten so kurz, dass man sich wünscht, der Meister hätte die eine oder andere Idee noch etwas länger ausgeführt.
 
 
 

 
 
 
Als dritte CD habe ich eine aus der Abteilung Radical Jewish Culture herausgesucht und zwar Tim Sparks At the Rebbe´s Table. Neben Tim Sparks wirken auf dieser Platte noch Marc Ribot, Eric Friedlander, Cyro Baptista und Greg Cohen mit. Von letzterm ist ein Zitat auf der CD zu finden:

Music is like rain that washes away the grime of humanity. For this, we can be thankful.
 
 
 

 

Es ist schon ein paar Jahre her, dass Abendland von Michael Köhlmeier veröffentlicht wurde, ich bin erst jetzt dazu gekommen, diesen fast 800-Seiten-Wälzer zu lesen.
 
 
 

 
 
 
Der Erzähler, Sebastian Lukasser, Schriftsteller, zweiundfünfzig Jahre alt, nach Krebsbefund hat er gerade eine Prostata-OP hinter sich gebracht, wird von seinem fünfundneunzig-jährigem Patenonkel Carl Jacob Candoris gebeten, ihn zu besuchen und sein Leben nachzuerzählen. Sebastian, noch von der OP geschwächt, willigt in das Vorhaben seines engen Freundes ein. Candoris, einst Professor für Mathematik, hatte sich schon in jungen Jahren für Jazz interessiert. Die Musik war es denn auch, die Candoris zum Vater des Erzählers Georg Lukasser führte. Georg Lukasser galt in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als das Genie auf der Gitarre. Carl Jacob Candoris wird, nachdem er ihn in Wien während eines Konzertes gehört hatte, zum großen Förderer des Gitarren-Genius. Jetzt spätestens sollte der Leser einen gut sortierten Plattenschrank zur Verfügung haben, denn auf vielen Seiten dieses Buches geht es um nichts anderes als Musik Wir begleiten etwa Carl nach New York, wo er am 19.April 1935 im Apollo Theatre ein legendäres Konzert von Billy Holiday miterleben darf, das sein Leben verändert: „Zweitausend Menschen waren im Saal. Die eine Hälfte hatte Tabak geraucht, die andere Hälfte Marihuana. Ich hätte die Luft anhalten müssen um nicht high zu werden. Duke Ellington dirigierte vom Klavier aus sein Orchester, und Billy Holiday sang. Die beiden wirkten zu dieser Zeit gemeinsam in einem Film draußen für die Paramount Studios in Long Island mit. Mir war nicht im entferntesten klar, was für eine Sensation es war, sie gemeinsam auf einer Bühne zu sehen. Duke Ellington kannte ich natürlich, von Billy Holiday hatte ich noch nie etwas gehört, sie stand ja erst am Beginn ihrer Karriere. Sie trat auf die Bühne, und die Scheinwerfer wurden grün. So ein langsamer Gesang! Sie schleppte sich hinter dem Beat her, jede Betonung verzögerte sie, wurde sogar immer langsamer dabei, sie geriet für mein im Jazz ungeschultes Gehör völlig aus dem Rhythmus, und erst wenn sie den letzten Ton einer Phrase sang, den lange und ohne jede Modulation aushielt, bevor sie ihn in Schwingungen versetzte, erst dann fing sie den Schlag auf und war wieder im Rhythmus angekommen. Mit ihrem letzten Atemzug holte sie sich den Takt zurück. Jedesmal ein Sieg gegen die Verzweiflung, die ja bekanntlich eine Hydra ist.- Und weg war mein Trübsinn! Weg meine Langeweile. Hier wurde mir ein neues Elexier angeboten: Jazz…“… „Eines wurde mir klar, während vorne ein Mensch mit Gesang vorführte, wie der Mensch ist,- nicht, wie er sein soll, und auch nicht, wie er nicht sein soll – , sondern: Wie er ist. Nämlich dieses wurde mir klar: Meine Träume sind abgelaufen. Die Zeit nach dem dreißigsten Lebensjahr verbringt der Mathematiker damit zu beweisen, was ihm davor zugefallen ist. Mit war nichts zugefallen….“
 
 
 

 
 
 
Übrigens auf der liebevoll gestalteten 10CD-Box Lady Day: The Complete Billy Holiday on Columbia 1933-1944 findet sich ein Movie Soundtrack aus dem Astoria, New York vom 12.März 1935 in der Besetzung mit Duke Ellington & His Orchestra.

Die Lebensbeichte des Mathematik-Professors ist natürlich eng verbunden mit der Lebensgeschichte des Jazzgitarristen Georg Lukasser, der wiederum, als der Vater des Erzählers, mit dessen Lebensgeschichte eng verknüpft ist. Und so setzt sich der Roman aus Erzählungen unterschiedlichster Art zusammen, die als ganzes betrachtet, eine kleine Geschichte des zwanzigsten Jahrhunderts ergeben. So lesen wir, dass Carl bereits als Achtjähriger bei seinen Tanten in Göttingen Edith Stein kennengelernt hat und erfahren in diesem Buch viel über ihr Schicksal bis hin zu ihrer Ermordung in Auschwitz. So wird uns über die Lebensgeschichte von C.J.Candoris nicht nur viel Interessantes aus dessen Göttinger Studentenzeit und damit viel über Mathematik erzählt, sondern lesen auch darüber, welch entscheidende Rolle Mathematiker und Physiker während des Dritten Reiches bei der Entwicklung der Atomwaffe gespielt haben; begleiten Candoris nach Japan, wo er nach den verheerenden Bombenabwurf der Amerikaner für eben diese gearbeitet hat. Sein Lebensweg mit all seinen Umwegen, Irrtümern, Fehlentscheidungen, aber auch Erfolgen und Höhepunkten erlebt der Leser mit und begleitet den Sterbenden bis zu seiner letzten großen Erzählung: seiner ersten, seiner frühesten Erinnerung als zweijähriges Kind.-
Über den Vater des Erzählers, Georg Lukasser, erfährt der Leser vieles aus der Geschichte des Jazz in Europa und den USA zwischen Nachkriegszeit in Österreich ( Produktion der ersten Platte One Night in Vienna), den fünfziger und sechziger Jahren in den Staaten (z.B. Lukassers Tournee mit Chet Baker), seinem Abschied vom Jazz und seiner Hinwendung zur Neuen Musik bis hin zu seinem Selbstmord 1974.- Schließlich ist es die Lebensgeschichte des Erzählers, über den besonders die siebziger Jahre des vergangen Jahrhunderts wieder lebendig werden. Allen Erzählfäden ist aber eines gemein, hier geht es um etwas, um die Suche nach gelungenem, wahrem Leben…., auch und gerade, wenn man über solche Sätze stolpert, wie sie Abe Fields in den Mund gelegt werden: „….meine Erfahrung legt leider die Vermutung nahe, daß die menschliche Seele nur ein Prinzip kennt, nämlich die Gier, und daß Gerechtigkeit, Milde und Maß mühsam gegen die Seelennatur errichtete Bastionen des Verstandes sind, weswegen der Ratschlag, man solle auch jenseits von rein privaten Angelegenheiten auf sein Herz hören, in meinen Ohren nicht zart und verschwärmt, sondern immer wie eine Kriegserklärung gegen alles Menschliche geklungen hat.“
Oder die, die Carl am Ende seines Lebens spricht, wenn er von den ersten Atombombenversuchen erzählt: „Als Trinity – man beachte den Namen der Bombe – auf der jornada del muerto in der Wüste von New Mexico gezündet wurde – übrigens mitten hinein in das Gequake von Tausenden Wüstenfröschen, die nach dieser stürmischen Regennacht aus ihren Löchern geschlüpft waren, um sich zu paaren – , da gehörte ich zu den zweihundertsechzig Auserwählten, die niederknieten wie Moses vor dem brennenden Dornbusch und den Kopf in den Sand steckten, damit sie nicht vom Blitz geblendet würden.“
 
 
 

 

Der Tag an dem Robert Wyatt im Briefkasten versank (Teil 3)

 
Am nächsten Morgen: Stille, von den Nachbarn ist vor der Mittagszeit kein Mucks zu erwarten. Heute würden wir einmal mehr zu der Niederlassung von Inter-Holidays fahren, bzw. laufen, ein Parkplatz in der Nähe dieses Ladens zu finden, käme einem Lottogewinn gleich. Während des ruhigen Frühstücks auf der Terrasse mit herrlichen Croissants, selbstgemachter Marmelade, Kaffee und Tee, hören wir plötzlich ein lautes PLOPP, anschließend ein hohes Pfeifgeräusch untermalt mit kräftigem Rauschen. Ich stürze in die Wohnung, da strömt mir bereits Wasser aus der Toilette entgegen, ich öffne die Tür und erhalte sogleich eine unerwartete Dusche. Die Wasserleitung war direkt am Anschluss zum Spülkasten geplatzt.
Während der intensiven Suche nach dem Briefkastenschlüssel war mir bereits aufgefallen, dass sich in der Wohnung kein Haupthahn für die Wasserversorgung befindet, also rufen wir sogleich Inter-Holidays an und erfahren von der freundlichen Bandstimme, dass man erst ab 11:00 Uhr für Kundschaft zu sprechen sein. Draußen auf dem Flur entdecken wir Stahl-Schränke, hinter denen wir Bedienelemente für die technische Versorgung der Wohnungen vermuten. Nur, leider haben wir natürlich auch für diese Schränke keine Schlüssel. Ich überlege kurz, wie lange das Wasser bei geschlossenen Türen und Fenstern wohl laufen müsse, um auch die Briefkästen zu füllen und ob wohl der Umschlag mit der Wyatt-CD in der Box durch das Wasser nach oben geschoben werden könnte und von mir dann, an die Briefkastenelemente heranschwimmend, herausgefriemelt werden könnte. Nachdem ich mich innerlich zur Ordnung aufgerufen habe, versuchen wir an Wohnungstüren zu schellen, an deren Haustür Namen und keine Nummern vermerkt sind, in der Hoffnung, dass die Hausbesitzer wenigstens Zugang zur Technik haben könnten. Das klappt tatsächlich, jemand öffnet die Stahlschränke, schnell ist der Haupthahn unserer Wohnung gefunden, das Wasser abgedreht und ein Installateur angerufen. Der kommt zwei Stunden später. Die Wohnung ist inzwischen trockengewischt, der Flaschner vollendet sein Werk, alles wird gut. Alles?
Wir machen uns auf den Weg, unser Ziel, die Niederlassung von Inter-Holidays. In meinem Innern entsteht eine zorngetränkte Ansprache, eine Generalabrechnung, die Wohnung, den Wasserschaden, den fehlenden Briefkastenschlüssel und überhaupt alles betreffend. Ich koche gefährlich! Wir betreten den Laden, die aufgestaute Wut will sich gerade entladen … da streckt mir doch eine der Inter-Holidays-Damen strahlend einen kleinen Schlüssel entgegen und teilt mir bestens gelaunt mit, der Besitzer meiner Wohnung, er lebe in London, habe sofort reagiert, den Briefkastenschlüssel eingetütet und auf den Weg gebracht, eben gerade hätte die Post das Päckchen gebracht, alles sei doch nun gut.
Und so kann Robert Wyatt endlich befreit werden … Was für ein Werk kommt mir da entgegen: Wyatt/Atzmon/Stephenfor the ghosts within, wieder einmal etwas un-gehörtes Unerhörtes: Robert Wyatt – einst Softmachine-Schlagzeuger – nun mit dem Sigamos String Quartet! Ich glaubs ja nicht! Eingespielt wurden zahlreiche Klassiker von Ellington, Monk, Strayhorn und eben auch Philip Catherine. Hinter dem Wyatt-Stück Maryan verbirgt sich nämlich – das Wort umgekehrt gelesen und statt des `y´ ein `ì´ eingesetzt – Nairam, das schönste Stück von der LP September Man.
 
 
 

 
 
 
Auf dieser großartigen Platte, die ich mir sofort nach Erscheinen 1975 gekauft habe, spielen neben Philip Catherine noch Palle Mikkelborg, Jasper van´t Hof, Charlie Mariano, John Lee und Gerry Brown mit. Nebenbei: Diese Platte ist nicht mehr erhältlich, man braucht gar nicht erst bei amazon oder jpc zu suchen. Wer sie nicht besitzt, diese unglaubliche Platte, möge sich auf die Jagd machen. Viel Erfolg! Kleiner Trost: das Stück Nairam kann man sich auf youtube anhören und sich dabei auch das Plattencover der LP anschauen (HÖR-BEFEHL! ) Dieses wunderschöne Stück wurde übrigens erst 1748 mal angeklickt.
Bevor die Nachbarschaftsjugend wieder zum Leben erwacht ist, habe ich die CD bereits zweimal gehört. Beschluss: Ich werde Robert Wyatt – wohl wissend, dass es so etwas wie wyatting gibt ( wer es nicht weiß, hier gibt es Infos :) – nicht gegen die Musik der Nachbarn einsetzen! Es kommt auch alles ganz anders. Die Jugendlichen sind weg, ein Ehepaar mit zwei Kindern zieht ein. Und jetzt passiert etwas, dass mich Heimweh nach der jugendlichen Truppe entwickeln lässt: die Eltern stellen sich den Esstisch mit den Stühlen auf der Terrasse so auf, dass die ganze Familie in die Wohnung hineinschaut, die Terrassentür wagenweit auf. Und nun wird das Fernsehgerät eingeschaltet, während des Essens, danach, den ganzen Abend, immer. Eine Unterhaltung gibt es nicht. Das ist so bedrückend, so traurig …
Aber ich habe ja nun endlich die neue Robert Wyatt-CD!
 
 

 


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