Sie sassen ganz vorne an der Rampe, direkt hinter dem gegnerischen Tor. Als das Licht ausging und das STEIGERLIED erklang, weinte sie leise unter ihrem blauweissen Schalkeschal. Günter, ihr Bruder, hatte es 1973 nicht mehr aus Schacht 13 geschafft. Sie war die einzige aus dem Pottclan, die studieren konnte. Ausgerechnet Philosophie. Ihre Familie hielt sie für bekloppt, sie hielt sich an Kierkegaard und Camus: Verhalte dich ruhig und mache weiter. Das Gemeinsame war für immer das Fussballstadium, ihre Heimat in der Familienfremde, ihr „helles Licht bei der Nacht“. So einen von den „kreuzbaren Leut'“ hatte sie bei Starbucks in Essen kennengelernt. Sie stiegen bald Hand in Hand hinauf zur Villa Hügel, bezeugten die Genialität von Krupp und verachteten die schwarzen Kassen von von Brauchitsch. Auf dem Rückweg versuchte er sie für die Serie The Returned zu begeistern, mit Verve schilderte er Einzelheiten des Verhaltens der Rückkehrer. Sie wollte wissen, wen er sich aus dem Totenreich zurückwünsche. Er umklammerte sanft ihren Arm: meinen Hund. Sie lachte nicht. Sie war in Gedanken bei ihrem toten Bruder. Warst du jemals „We are sailing“-Fan? „O Gott nein, warum. „Nur so. Oder Bolero?“ „Ravel, nein, mir ganz fern. Schau mal die Wolken, die sieht man hier nur selten so fein abgegrenzt.“ Sie summte nur für sich Blumfeld: Wo kommen all die grauen Wolken her? „Meinst du Schalke holt den Pokal?“ „Der Eine gräbt das Silber, der Andere gräbt … nach dem Pokal. Wir Knappen haben bisher nur einmal das Gold geholt.“ Sie weinte wieder leise. Sie ist wie die Marga, dachte er und liebte sie allein wegen dieses Vergleichs. Er schaute auf die Uhr – 64. Minute, es steht 1:0 für uns.
Archives: Dezember 2017
2017 19 Dez.
„Big Little Lies“ – the music is the secret weapon when desparate housewifes really turn desparate
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
Music here is the unspoken language of emotional truth – we only realise how damaged Jane is when she plays Martha Wainwright’s Bloody Mother Fucking Asshole at the end of episode one – so the most emotionally fluent characters have the best taste. “We need music in our lives to love, to make up, and Chloe knows that,” durector Vallée explained to Entertainment Weekly. “She makes playlists for people. And she’s committed and she contaminates everyone around her.”
(Dorian Lynskey, The Guardian)
2017 18 Dez.
Elektrisches Kriegerland (Aus den Gesammelten Geschichten von John Snow und anderen Zeitenwanderern)
Michael Engelbrecht | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
„I was dancing / When I was twelve“. Als ich ein Teenager war, bekam ich eine Platte in die Finger, die mich nie mehr losliess. Ich hörte sie erst heute wieder, ich mochte den Sänger sowieso und kannte ihn schon von einem früheren Album, das sehr folkig, sehr psychedelisch, sehr abgedreht, und voller irrwitzig schöner Melodien war. Wenn ich schön schreibe, schreibe ich nicht das Wort schön, das Deutschlehrer gerne rot ankreuzen, ich schreibe das Wort schön bei klarem Bewusstsein seiner unspezfischen Aussagearmut, dicht an der letztlich ins Visier genommenen Sprachlosigkeit. Dann kam ELECTRIC WARRIOR von T REX, und das schlug bei mir so ein wie, vorher wie nachher, diverse Alben, die das Innerste nach aussen kehren, und wieder zurück. Marc Bolan starb hundert Jahre zu früh.
In dem Jahr, als ELEKTRISCHER KRIEGER erschien, stellte ich wohl meinen privaten Masturbationsweltrekord auf, indem ich sechsmal Hand an mich legte. Mindestens dreimal dachte ich dabei an eine evangelische Pfarrerstochter, bei der ich keine Schnitte bekam, was sehr schade war, da ich reines Herzens war und für sie sogar ein paar Pferde von der Ponderosa gestohlen hätte. In jenen Jahren der sogenannten Pubertät, die eigentlich ELEKTRISCHES KRIEGERLAND heissen müsste, als die Musik, mehr noch als in der frühen Kindheit, Seelennahrung wurde, waren diese auserwählten Schallplatten Schutzschild, Kampfzone und Sehnsuchtsstoff zugleich.
Und jetzt kommt die Pointe: als ich die Platte nun wieder hörte, von Anfang bis Ende, und noch einmal, gab es keinerlei Erinnerungstaumel, ich setzte meine Rüstung auf, schwang mich aufs Pferd, und machte mich auf den Weg zur schönsten Frau der Welt. Und mithin ist das letzte Bild dieser Geschichte eine Staubwolke ohne jede symbolische Bedeutung. Ausser vielleicht, ich gestehe es in aller Unbescheidenheit, weil mich die dummen Bemerkungen von anderen schon lange nicht mehr berühren, ich bin nun mal schneller als der Wind. Daher die Staubwolke. Und wenn sie nun meinen, das sei alles erfunden und vollkommener Stuss, dann irren Sie sich gewaltig. „You‘re dirty and sweet, clad in black / Don’t look back, and I love you.“
Auf dem kleinen Manafonistastreffen vor einiger Zeit konnte ich endlich Gregors Jukebox (Zweitausgabe) und den Plattenschrank bestaunen – beides im Original noch faszinierender als in meiner Fantasie. Gregor nannte die Zahl seiner Audiokassetten, ich kam mir eine Sekunde lang vor wie in einem dieser Kartenspiele für Jungs aus Kindertagen, in denen es darum ging, den anderen mit mehr PS und einer kürzeren Zeitspanne für die Beschleunigung von 0 auf 100 kmh zu toppen. Wahrscheinlich sind diese Spiele heutzutage verboten und nur noch auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Die Wahrheit ist, dass ich die Zahl meiner Audiokassetten gar nicht kenne, weil ich sie nicht gezählt habe. Die Zeiten, in der ich wegen meiner Begeisterung für Audiokassetten belächelt wurde, sind nun auch vorbei. Der Romantik- und Charmefaktor ist langfristig einfach überzeugend, auch ohne Retrotrend. Es gibt aber etwas, worum Gregor mich beneidet. Ich legte die Karte „Bist du in der Lage, deine Audiokassetten mit einem im Auto eingebauten Taperecorder zu hören?“ auf den Küchentisch und Gregs musste kapitulieren. Bei mir gehört die Frage, welche Kassetten ich mitnehme, zum Ritual vor jeder Autofahrt. Meist ziehe ich intuitiv eine der Schachteln oder Boxen aus meinem Plattenschrank und hole, ohne großartig zu recherchieren, zwei oder drei Kassetten heraus. Neulich war es wieder einmal die Kassette, deren A-Seite vor der Auflistung der Tracks mit der zusammenfassenden Beschreibung „Osterhorizonte 2011 – 70er Revival“ beschriftet ist. Die Kassette beginnt mit einem Stück, das ich im Lauf der Jahre immer wieder zurückgespult und schon hunderte Male gehört habe: Mathias Eick: Oslo, aus dem Album Skala. Nun stammt das Album nicht aus den 70ern, es war an Ostern 2011 neu oder kurz vor seinem Erscheinen, aber meine Beschriftung kann auch irreführend sein; vielleicht war das Stück bei der mehrstündigen Sendung in einer der Osternächte, auf die ich mich immer gefreut habe, auch nicht dabei, und ich habe es an den Beginn einer Kassette platziert, um es leichter zurückspulen und immer wieder hören zu können. Von der Moderation habe ich mir nur die Stichworte „doppelte drums“ notiert und erst jetzt habe ich mir das Video dazu angesehen mit den fantastischen doppelten Drums im Hintergrund des Quintetts und im Vordergund Mathias Eick mit der Trompete, alles schwarzweiß. Das Stück ist von einer wunderbaren Ruhe und der Kraft einer inneren Bewegung zugleich. Etwas später folgen einige Tracks aus King Crimsons Album „Islands“ (1971). Bei der Beschriftung der Kassette habe ich aus Michaels Moderation diesen Satz notiert: „Sein Gitarrensolo war seiner Zeit weit voraus“. Sailors´ Tales.
2017 18 Dez.
Manamory (22/2017) – „Tote Taube in der Beethovenstraße“
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
„Und so ist die Anwesenheit singender Mönner in Kriminalfilmen immer auch Vertreiben und Verwalten des Schreckens, heitere Melancholie, und Trauerarbeit, ein ums andere Mal. In einem der besten Tatorte aller Zeiten sang kein Kommissar, es war ja auch Kölner Karneval, als das surreale Drama begann, und Samuel Fuller die grandiose Musik von Can als Kontrapunkt nutzte.“
Da ich das Schöne als mein Gebiet betrachte, richtete sich meine nächste Frage auf die Tonart ihrer vollkommensten Repräsentation – und alle Erfahrung lehrt, daß diese Tonart eine der Trauer ist. Schönheit jeglicher Art bewegt in ihrer höchsten Entfaltung die empfindsame Seele unvermeidlich zu Tränen. Melancholie ist daher die rechtmäßigste aller poetischen Tonarten.
Es fing mit Paul Stöwer (Manfred Krug) und Brocki Brockmüller (Charles Brauer) an und wurde zum Massenphänomen: Tatort – Kommissare lieben es offensichtlich zu singen, entweder bei einer Fahndungspause im Film oder im anderen Leben auf der Bühne oder im Club. Meine nicht verifizierte These heißt: keine andere Berufsgruppe singt so viel wie die Tatort-Kommissare. Außer vielleicht Cowboys. Auf keinen Fall Serienärzte. Irgendwo in den Archiven der Manafonistas befindet sich eine Liste mit ca. 20 singenden Tatort-Kommissaren.
„Bin grad zufällig auf diesen Blog gestossen und würde gerne ein paar Dinge klar stellen: Ich bin seit 2007 kein Tatort-Kommissar oder besser kein Side-Kick mehr … allmählich hat sich das, glaub ich, rum gesprochen.Ich bin derzeit im Hauptberuf Musiker und als solcher stehe ich allein dieses und nächstes Jahr mit meinem Solo-Programm über 200 Mal auf den Bühnen landauf landab. Ich bin im Nebenberuf Schauspieler, der in den vergangenen 40 Berufsjahren unterschiedlichste Fernseh-Rollen spielt und gespielt hat u.a. eben auch 17 Jahre lang den „Carlo Menzinger“. Mit meinen beiden Ex-Kollegen habe ich viele Jahre und zwar ausschließlich einmal im Jahr, kurz vor Weihnachten, gemeinsam für einen guten Zweck Musik gemacht. Sonst haben wir musikalisch miteinander nichts zu tun. ALLES KLAR ?“
It was the time you were an older kid, not really a teenager yet, you´d never really kissed anyone, but you had a best friend who was a bit more than a best friend and you didn´t really know about this love thing and one day the two of you took a cassette player and just had a small conversation with each other and you took the cassette and some things that were important to you, just toys (a plasticky plane), in a box made of wood and you rode with your bikes around and in the middle of nowhere you spotted a large tree and you buried the box in a distance of six feet from the trunk. About twenty years later you drove there, you excavated the box, you put the cassette in the player, press „play“ and this is, what you hear:
[boy] Is it on? I don´t think it´s on.
[girl] It´s on.
[boy] Okay, uh, this is Kate Austen and Tom Brennan. And this is our dedication for our time capsule here on August 15th, 1989. Hey, give me that back.
[Kate] Why are you putting this stuid plane in there?
[Tom] Because it´s cool, Katie. I got it when I flew to Dallas by myself.
[Kate] Ooh, that is cool! It´s just like this time capsule.
[Tom] It´ll be totally cool when we dig it up in, like, 20 years.
[Kate] How do you know we´ll be together?
[Tom] Cos we´ll be married. You´ll be a mom – and we´ll have nine kids.
[Kate] I don´t think so. As soon as I get my licence, we should just get in a car and drive. Like, you know, run away.
[Tom] You always run away, Katie.
[Katie] Yeah. And you know why.
Lost, Season one, Episode 22
2017 16 Dez.
Manamory (21/2014) (Greetings from Glow)
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | 3 Comments
[Ruth hands her headshot photo]
Sam Sylvia: Ruth Wilder. Looks like you.
Ruth: Yeah. It’s a headshot.
[Sam looks at Ruth’s credentials]
Sam Sylvia: Oh, Strindberg. Who the fuck is that?
Ruth: Oh, it’s a playwright.
Sam Sylvia: I’m kidding. I know who Strindberg is. I’m not an idiot. So what are you, like a … like a real actor?
Ruth: Yeah. I’ve done a bunch of plays in Omaha. At a little spot called the Blue Barn Theatre. I did a film a few years back. I’ve also done extensive mask work and clowning workshops.
[pause]
Ruth: How much acting will there be on this show?
Sam Sylvia: As opposed to what?
Ruth: Hair pulling?
Sam Sylvia: You don’t like wrestling?
Ruth: Well, I don’t really know wrestling.
Sam Sylvia: You don’t think wrestling is acting?
Ruth: It’s not, is it? It’s… It’s more like a sport with costumes? Or… sorry, are you… Are you hiring actors to play wrestlers or are we the wrestlers?
Sam Sylvia: Yes.
Ruth: Which one?
Sam Sylvia: Do people think you’re pretty? Because, like, I’m looking at you. One second, I think, ‚Fuck yeah, she’s hot.‘ And then the next second, I’m like, ‚I don’t know. Is she? Really?‘ I mean, you just have one of those faces that kind of … changes. Like, ‚Ehh … Hmm.‘ I don’t know.
Ruth: What the hell does that mean?
Sam Sylvia: It means I don’t know … Ruth. Ruth. Ruth. That is not a great name.
2017 16 Dez.
Manamory 20/24 (a sense of noir placed in blinding light – revisiting „Massif Trophies“ and „Bandits of Stature“)
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Tags: BJ Nilsen, Harold Budd, The Flaming Lips | Comments off
Birthdays go along with memories. Even with memories beyond nostalgia and general consent. Harold Budd’s „Bandits of Stature“ isn’t the most immediate of listens. Not because it’s like not any good, obvz. No, more because it is so advanced that listening to it involves a degree of neuroplasticity. Your brain has to form new neural networks in response to it. It is, literally, a mind-expanding work.
I immediately set up my equipment on a dry pile of bricks that was reaching up to the roof. The panorama view over the valley was incredible and as the storm took shape rain and thunder was building up. Lightening was striking both horizontal and vertically. One lightening hit a nearby peak creating a rock avalanche that threw head size boulders down the same path as we ascended from. Truly mesmerizing event that went on for at least half an hour, the thunder rolling around in the valley was creating the most incredible real time phasing effects.
Is music pre- or post- or super- or meta- or ultra- or sub-linguistic? Does it project senses onto the listener or do we project senses into the music? Does it tell a story? I don’t know, and I don’t much fucking care. What I get from this is what I get from it. And what I get is a sense of noir placed in blinding light, aridity and blazing heat. Of mystery hiding in plain sight. Of wide streets at the edge of the desert. Of illumination so intense that the inner self diving further ever further downward to escape the glare, only to resurface in the time of gloaming.
I could not believe my ears when I suddenly heard the farmers bringing out the cattle from the larger farmhouse behind us, trying to navigate them onto the grassy knoll for grazing. I looked to the side and there a huge bull stood majestically looking out the valley, 10m away. I wanted to use the whole version but felt too long so I edited it down and decided to add some underlying electronic manipulations, bringing it somewhere else.
2017 16 Dez.
Tom Rogerson w/ Brian Eno: Finding Shore
Manafonistas | Filed under: Blog | RSS 2.0 | TB | Comments off
„Brian Eno would probably be the first to say that the design behind his albums can often be more interesting than the music. His first purely ambient work, 1975’s Discreet Music, notably featured a schematic of the equipment he used to create it; on his most recent, 2017’s Reflection, he stressed the “generative” properties of allowing the systems he’s devised to unfold naturally, removing himself from the process almost completely. Finding Shore, his new collaborative album with pianist Tom Rogerson, has an equally fascinating blueprint: Rogerson’s piano keys were overlaid with infrared sensors that were set up to trigger vintage Moog equipment, creating new tones that Eno could fiddle with and improvise around. Here the self-proclaimed “non-musician” once again acts as conduit for the flow of Rogerson’s ideas, and if the actual product doesn’t always measure up to that quirky ingenuity—or if it is, on the whole, just a touch too chamber-music stately to reach the mind-expanding heights of Eno’s ’70s and ’80s team-ups with Robert Fripp, Cluster, Harold Budd, et al.—Finding Shore still contains moments that are plenty interesting, even downright beautiful. In those, it doesn’t really matter how they were created.“
(A.V.Club)
Falls es jemanden interessiert, in der Monatszeitschrift EPD Film findet sich derzeit, anlässlich des deutschen Kinostarts von Un beau soleil intérieur, ein Porträt von Claire Denis.
Wie die Körper sich suchen – das ist das große Thema der Regisseurin. Zärtlichem und zerstörerischem Begehren verleiht sie die gleiche Evidenz. […]
Denis zeigt nicht mehr, als gerade nötig ist: Ihre Stärke sind die affektiven Momente, die in den Fragmenten einer Handlung aufblitzen und in denen sich die disparate Gefühlslage ihrer Figuren offenbart. Das macht ihre Erzählung zugleich spröde und fragil, lässt Raum für Geschichten, die sich zwischen den Schnitten zutragen können. Das Thema der gegensätzlichen Obsessionen, der Zerrissenheit überträgt sie in eine Montage, die den Zuschauer unversehens in die Situationen hineinwirft und es ihm anfangs nicht eben leicht macht, sich im Wechsel der Schauplätze und Charaktere, im Changieren zwischen den Realitätsebenen zurechtzufinden. Ihre Inszenierung stößt sich am Konkreten, an Tönen, Gesten und Gegenständen. […]
In »Trouble Every Day« ist [mit Kamerafrau Agnès Godard] ihr gemeinsames Ziel, sich Fleisch und Blut auf eine Weise zu nähern, wie es nie zuvor im Kino passiert ist. Die kannibalistischen Übergriffe sind inszeniert wie Liebesszenen. Es liegt ein Gleiten, ein Schweben in Godards Bewegungen, das wunderbar harmoniert mit der getragenen Musik von Bands wie den Tindersticks, die in Filmen wie »Nénette und Boni« und »Trouble Every Day« die Tonspur entscheidend prägen.
Die Musik und die mit ihr verknüpfte Beweglichkeit stehen in Denis‘ Filmen für die Möglichkeit der Transformation. Der Körper der Choreographin Mathilde Monnier, die sie in dem Dokumentarfilm »Vers Mathilde« porträtiert, verändert sich beim Tanz, wirkt jünger. Die Kadrage ist oft zu eng für den Bewegungsrausch der Mitglieder ihrer Compagnie, die Geschlechterunterschiede scheinen sich aufzulösen im Wirbel der Bilder.


