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2016 26 Sep

Mein persönlicher Sloterdijk

von: Jochen Siemer Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , | 2 Kommentare

Wenn man unbekanntes Terrain betritt, sind Fremdenführer hilfreich. Das gilt für eine Wanderung im Himalaya ebenso wie für die Neuerkundung geisteswissenschaftlicher Hoheitsgebiete und Abgründe. Ein in jeder Hinsicht nützlicher Sherpa für den Einstieg in die Welt philosophischen Wissens war dereinst Peter Sloterdijk. Hinzu kam eine Liebe zu Sprachmelodien und zu originellen Wortschöpfungen. Träfe man sich heute zufällig in einem Zugabteil von Nirgens nach Irgendwo – es gäbe viel zu erzählen. Die Begeisterung fürs Fahrradfahren zählte zu den Themen und auch mein vergangenes Interesse für zwei Denker mit dem indischen Vornamen Krishnamurti. Sloterdijk pries das Buch des Einen, Einbruch in die Freiheit, einmal an in einer Sendung zum Thema Gehirnforschung und ich dachte: „He has got it – I am not alone.“ So ist das, wenn man Jemanden nicht näher kennt und sich doch von fern verstanden fühlt (Dietmar Kamper gehörte auch zu jenen). Meine Aversion gegen die Bhagwanjüngerschaft übertraf allerdings selbst noch die gegen arbeiterseelige Jugendorganisationen der SPD. „Die Internationale“ war auch nie mein Song – es sei denn, Robert Wyatt hätte ihn gesungen.

 

Aktuelle Wertschätzung

  1. Zeilen und Tage
  2. Du musst dein Leben ändern
  3. Zorn und Zeit
  4. Der ästhetische Imperativ
  5. Die schrecklichen Kinder der Neuzeit

 

Historische Wertschätzung (bezogen auf die Lektüre vergangener Tage)

  1. Weltrevolution der Seele – Ein Lesebuch der Gnosis (Hrsg.: PS und Thomas Macho)
  2. Weltfremdheit
  3. Sphären I
  4. Der Zauberbaum (Roman)
  5. Versuche nach Heidegger
  6. Die Sonne und der Tod (PS und Hans-Jürgen Heinrichs)
  7. Streß und Freiheit
  8. Scheintod im Denken
  9. Zur Welt kommen – zur Sprache kommen
  10. Im Weltinnenraum des Kapitals
  11. Im selben Boot

 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 26. September 2016 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

2 Kommentare

  1. Lajla:

    Das ist ja eine beachtliche Aufstellung.

    Jochen, solltest du ihn zufällig treffen, nie! über Pilze sammeln sprechen :)

  2. Jan Reetze:

    Soviel Sloterdijk war nie, jedenfalls nicht hier, soweit ich dabei bin.

    Ich kenne drei seiner Bücher, „Zorn und Zeit“, „Zeilen und Tage“, „Die schrecklichen Kinder der Neuzeit“. „Zeilen und Tage“ zumindest hat Unterhaltungswert, der Mann kann schreiben. Wovon die beiden anderen handeln, könnte ich nicht mehr referieren, es ist irgendwo im All verpufft. In der Heine-Buchhandlung hatte ich gelegentlich mal die „Kritik der zynischen Vernunft“ in der Hand, aber das Buch hat mir nie den Befehl gegeben: Kauf mich, du musst mich lesen. Ich habe dann doch lieber Negt / Kluges „Öffentlichkeit und Erfahrung“ gekauft, in der Antiquariatsabteilung.

    Aus dem Fernsehen kenne ich Sloterdijk als jemanden, der sich gern reden hört. Da ist er nicht der einzige, aber in guten Momenten immerhin einer der besseren.

    Womit das dann auch gesagt wäre.


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