Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2016 2 Mrz

Es war ein altes Versprechen,

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , , , 3 Kommentare

 

 
 
 

also setzte ich mich in den Toyoten und rauschte in das Stuttgarter Land. Nachdem ich mich bei diversen Stadtmagazinen (ein Lob dem Hohen Norden, dem Wilden Westen, dem Tiefen Bayern) umgetan hatte, war die Sache mit der „promo copy“ rasch erledigt. Unterwegs war schon der erste „download link“ angekommen, ich ging auf Nummer sicher, hatte drei geordert, und zwei Original-CDs wurden mir zudem noch ans Herz gelegt, ich sagte, sorry, eine Pizza nach Wahl, ansonsten nur Radio, und der „Baltimore Chronicle“! So lernte ich zwei Stammhörer der „Klanghorizonte“ kennen, von denen ich noch nie gehört hatte. Zeit für eine kurze Pause im Spessart. Ich fuhr Stunde um Stunde ab, im Radio wurde der Knaller „City On Fire“ vorgestellt, dieser Scheissregen (aber da helfen  ‚on the road‘ die 34 Songs von Native North America, Vol. 1: Aboriginal Folk, Rock and Country 1966-1985″, sowie der neue Stoff von M. Ward und The Coral) – endlich angekommen, brauchte ich erst mal ein Wurstbrot und ein Bier, ja, was Deftiges, von Ästheten wird immer angenommen, sie trinken Sekt korrekt und reden schlaue Sachen über Quentin Tatantino. Aber heute ging es beim Treffen mit einem meiner besten Freunde nur um eins: ich drückte, zur Einstimmung, eine weniger bekannte Single von Herman’s Hermits, „My Sentimental Friend“. Und die Jukebox tat ihre Arbeit. Wir liessen den Song nachwirken, und ich kniff mich, weil ich mich wie 17 fühlte. Als dann Stille herrschte, Waldrandstille zumindest, hörten wir gemeinsam, und zum ersten Mal überhaupt, „The Ship“, das neue Album von Brian Eno. Wir hatten im Vorfeld etwas darüber gelesen, hatten gewisse Vorstellungen, aber was dann passierte, auf unseren Gesichtern, zwischen den  Ohren, die Laute, ab und zu, aus halb geöffneten Mündern, sprach eine andere Sprache, und doch Bände. „Wahnsinn“ war noch das komplexeste Wort. Dreimal lief fas Album von Anfang bis Ende. Ich sagte Gregs: – hier, Freund der schwäbischen Maultaschen, ich habe heimlich was geöffnet in der Küche, das hat jetzt genug Luft und die richtige Temperatur. Two Left Feet, Molly Dooker, Jahrgang 2013! – Und nun? – Gregs, komm, ich schlage „Aja“ vor, von Steely Dan, sonst dauert es mit dem Einschlafen. Uns war schon klar, dass „The Ship“, wenngleich völlig anders, so doch vom Kaliber „On Land“ oder „My Life in the Bush of Ghosts“ ist.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 2. März 2016 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

3 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    Auf „The Ship“ gilt es noch bis zum 29. April zu warten, nicht aber auf „Two Left Feet“ von Molly Dooker, Jahrgang 2013.

    Aix Vinum, Aachen, Kleinmarschierstrasse, Aachen, hat noch genug auf Lager. In der gleichen Strasse, Nr. 1, gibt es bei Bagles and Beans den besten Cappuccino von NRW.

  2. Michael Engelbrecht:

    Gregs, der Abend war toll bei dir, noch „psychedelischer“ als an dem Abend, an dem wir zum wilden Gewitter draussen Sunno))) hörten.

    Ich habe jetzt THE SHIP noch zweimal in tiefer Nacht gehört, laut, auf der grossen Anlage im „Electric Cinema“.

    Ich glaube, dass es für uns beide keine andere Nr. 1 anno 2016 geben wird, und wenn ja, dann wäre ich auf deine Wahl sehr gespannt. Da kann höchstens wieder so ein Crack mit dem Hammerklavier bei dir vorbeischauen.

    Und bedenke: Vijay Iyer und Leo Smith, Jon Balke und sein grossartiges Soloalbum, und dann noch der doppelte Hamasyan, alles bei ECM raus bis März/Mai: 5-Sterne-Alben durch die Bank.

  3. Michael Engelbrecht:

    Don’t feed the trolls … :)

    Gregs, weisst du eigentlich, wo das Foto aufgenommen wurde? Guck, und rate!


Manafonistas | Impressum | Kontakt | Datenschutz