Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2015 14 Jun

Vonweiterher

von: Henning Bolte Filed under: Blog | TB | Tags: , , , 7 Comments

In verschiedenen Nachrufen auf Ornette wird erwähnt, dass er 2009 beim Konzert auf dem brandenburgischen Schloss Neuhardenberg bei einsetzendem Regen “Billy Jean” von Michael Jackson (1958-2009) spielte. Erstaunlich? Nein, eigentlich nicht. Die Klänge des Stücks kommen von weiter her, von tief unten.
 
 
V I D E O “Billy Jean” (Michael Jackson)
 
 
 

 
 
 
V I D E O “Little Rootie Tootie” (Thelonius Monk)
 
 
 

 
 
 
Wie mag Ornettes Gruppe geklungen haben? Wer war dabei?
 

auch von weiter her:
 
 
V I D E O long Bill Bailey’s moonwalk 1955
 
V I D E O short Bill Bailey’s moonwalk 1955
 
 
 

 

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7 Comments

  1. Lajla nizinski:

    Henning, da habe ich ja wirklich einiges verpasst und nachzuholen. Coleman ist eine packende Neuentdeckung. Jaja es ist nie zu …

    „Die Einsamkeit des Langstreckenläufers“ gefällt mir als Bild sehr gut. Kurz vorm Ziel aufzugeben, um dem anderen den Vortritt zu lassen, hat nicht mal Bobby geschafft. „Somebody else, not me“ von DaveVanRonk ist einfach so viel besser als Vieles vom Meister.

  2. Henning Bolte:

    Genau, Einstiege gibt’s viele! Ich verstehe das so, dass Dich manches mehr beeindruckt als anderes. Das ist das Entscheidende. Wir sind häufig (zu) schnell geneigt oder daran gewöhnt „besser“, „schlechter“ zu sagen.

  3. Lajla Nizinski:

    Ja, wir leben in einer Wegwerfhoergesellschaft, wir „walden“ nicht und sind nur mit EINER Zeitung, sprich Musikstueck, zufrieden. Ich habe mir gestern auch Matana angehoert. Die Musik drang ebenfalls sofort in mein Nervenkostuem, es gab kein „besser“ oder „schlechter“, es war just die richtige Musik fuer meine Adern.

    Dagegen passierte beim Anhoeren von David Torn: „Only sky“ (Aufnahme von Caltech/Pasadena) auf Youtube folgendes: Ich sah auf den Hintergrund des Videos, erinnerte mich an meine Besuche mit meinem Schwiegervater, der bei der NASA arbeitete und mich an die Caltech mitnahm, wo ich all das faszinierende Weltraummaterial betrachten konnte. Irgendein Videokuenstler hat aus diesen Spacefotos den wunderbaren Hintergrundsclip gemacht.

    Ich war also abgelenkt von der Musik. Ich sah mir das Video noch einmal an, ich konnte mich wieder nicht auf Torn konzentrieren, der Hintergrund war einfach interessanter fuer mich. Haette ich David auf der Buehne erlebt, haette mich der sympathische Typ und seine Musik packen koennen. Damit will ich sagen: je abgelenkter wir beim Musik hoeren sind, desto weniger haben die Klaenge die Chance anzukommen und einzudringen. Die Beurteilung ist also in den Wind geprochen.

  4. Henning Bolte:

    Schön beschrieben, innere und äussere Seite, die technischen Medien und der Zuhörer selbst als Medium. Der Boden, auf den der Klang fällt!

  5. Henning Bolte:

    Auf der Zugfahrt vorletztes Wochenende von Berlin nach Amsterdam hatte ich ein längeres, herrlich lebendiges Gespräch mit vier jungen schwedischen Interrailern aus Malmö. Eine ihrer Frage war, was Musik zu guter Musik macht. Wow!

    In dem Zusammenhang haben wir über das Verhältnis von Bekanntem und Unbekanntem gesprochen, ein Schlüssel zum produktiven Angehen und Verfolgen der Frage. Es ergaben sich wunderbare Assoziationsketten, die aus einem guten Vorrat an Erfahrung Bildung gespeist wurden. Guter Gesprächsfluss, ein Vergnügen.

  6. Lajla Nizinski:

    Ja das war sicher eine kurzweilige Reise. Aber das eine ist ein gutes Gespräch und das andere ist gute Musik. Es ist immer befriedigend, wenn ein Gespräch inspirierend ist (auch wenn’s nur die Friesentorte ist). Musik ist dann gut, wenn sie body and mind bewegt. Bildung ist dafür keine Voraussetzung.

    Zunächst bin ich im Aufnehmen von Musik allein. In Mexiko haben mich Straßenmusiker enorm begeistert. Ganz einfaches Volk, mit selbstgebastelten Instrumenten. Ich habe erst später gedacht, Authentisches ist einfach immer gut. Viel Bühnenverbogenes halt nicht.

  7. Henning Bolte:

    Das mit er Bildung war allgemein gemeint. Bildung, sich bilden, ist förderlich bei vielem. Hat was mit „autonom“ und „verbinden“ zu tun. „Authentisch“ ist ein sehr (über)strapaziertes Wort. Ich selbst würde es in diesem Zusammenhang nicht gebrauchen. Weiss auch nicht, ob es das trifft, was Du meinst.

    Es gibt immer einen Kontext, in dem Musik wirkt (Ornette redet darüber in dem Gespräch mit John Kruth). Was Du „Verbogenes“ nennst, hat ebenso viel mit Kontext zu tun wie „Authentisches“. Für mich ist es vorrangig, das Wirkende zu finden und möglichst ohne Ausgrenzungen oder Negativfolien zu erfassen und zu beschreiben. Nicht immer einfach, aber lohnend. Langer Prozess!

    Im Gespräch mit zwei Musikerinnen in Berlin kamen wir u.a. auch darauf. Es war interessant, was sie sagten (dazu an anderer Stelle). Auch mit der Body-Mind-Dichotomie ist es so eine Sache (Hilfskonstruktionen). Kam im Gespräch mit einer anderen Musikern zur Sprache. Sehr spannend. Hab grad eine Sendung mit der Musik dieser Musikerin zusammengestellt. Demnächst zu hören. Damit’s nicht zu kryptisch bleibt die Musikerinnen: Julia Hülsmann (Pianistin), Alexandra Grimal (Saxophonistin), Eve Risser (Pianistin).


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