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Archives: St. Vincent

 

 

„Ehrlich jetzt, die Platte begann mit Steely Dan, mit dem, was so 1970 bis 1977 in der Musik abging, in den USA, besonders die Sachen, die in New York entstanden?“

„Yes, and every Steely Dan record, always. I remember driving to Corpus Christi, Texas, on a beach vacation. Eating fried clams while looking at an amateur version of Botticelli’s The Birth Of Venus and then listening to Katy Lied on the way back to our geriatric condo. The balmy air.“

 

v i d e o

 

Sie hat erzählt, dass die Lieder ihres neuen Albums von dem Sound der Siebziger geprägt seien, „those rocking radio times in NYC.“ Eine zeitliche und geografische Blase, erstmal kaum mehr als eine blitzgescheite Übung aus dem weiten Feld von Retro, wäre der Grund für die Inspiration nicht so verheerend.

Vor zwei Wintern wurde ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen, nachdem er seine Zeit für seine Rolle in einem millionenschweren Aktienmanipulationsprogramm abgesessen hatte. Sie begann zu dieser Zeit mit dem Schreiben dieser Songs, „um den Kreis einer Reise zu schließen, die mit seiner Inhaftierung im Jahr 2010 begann.“ Die Inhaftierung und anschließende Freilassung ihres Vaters habe sie zurück zu den Schallplatten geführt, mit denen er sie in ihrer Kindheit bekannt gemacht habe, erklärt sie. Platten, von denen sie glaubt, dass sie die „wahrscheinlich mehr als jede andere Musik“ in ihrem ganzen Leben gehört habe.

Der Effekt ist nicht so sehr eine musikalische Imitation, sondern eher etwas aus den Abteilungen „Tieftauchen“ oder „Tiefgraben“; ein Hinabsinken in die persönliche Gedächtnisbank der Sängerin, eine greifbare, sinnliche Erfahrung. Die Verschmelzung von Saxophon, Synthesizern, Wurlitzer, Bläsern, die außergewöhnlichen Winkel ihrer Gitarre, die Dehnung und das Schnappen ihrer Stimme bringen ein Gefühl von Großstadthitze: sie drücken gegen die Haut und winden sich um die Beine, schwül und durstig und fiebrig. Dazwischen hängen drei Interludien wie Dunst. Alles, Achtung Modewort, tiefenentspannt. Aber hinter der Pose das Trauma, das Tanzen, und das ganze Theater namens Ich (schwankende Grösse), Du (schwankende Grösse). Und Welt (verloren, gefunden). Man höre das Album mal in aller Ruhe. Und stellt dann wohl fest, wie verstörend dieser Sound der Seventies daherkommt, nämlich nicht als Ruhekissen, Seelenbalsam, sondern als, zumindest streckenweise, reichlich tollkühne Wiederbelebung voller Verfremdungen. Ob das Album nun verstört oder verzaubert, liegt ganz im „ear of the beholder“. Bei mir wirkt‘s!  (P.S. Liebwr Jan, hier ist als Co-Produzent, und Co-Player, wie bei Lana Del Ray zuletzt, wieder Jack Antonoff dabei, der Typ ist ganz gross!)

 

(getextet, remixt von Laura Barton, Michael E. Und Deep L.)

 


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