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Archiv: Kurzfilm

 

 
 
 

Es geht ums Älterwerden und um die Bedeutung von Erfolg, um den künstlerischen Prozess und wie er sich entwickelt und wie er verhindert wird. Es geht um die Definition von Krankheit, immer geht es um Abgrenzung, um Schönheit und was sie wirklich ausmacht, um Machtausübung und die Rechtfertigung von Machtausübung, um Grenzerfahrungen mit Körper und Geist. Die Konfrontation mit der eigenen Arbeit aus der Vergangenheit. Und die Entstehung von Musik. Ziemlich guter Musik.

2014 3 Mrz

Filme, Meta, Stillstand

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Ich hätte lieber damit anfangen sollen, aus meinen Filmnotizen eine Serie zu machen, nicht aus meinem Versuch, ein paar vernünftige Comics vorzustellen. Bei den Comics werde ich, wie es derzeit aussieht, spätestens bei No. 3 aufhören. Und auch das nur mit Hilfe von P, meinem Kumpel, der die Konstruktionsprinzipien der Paul Auster – Romane viele Jahre vor mir durchschaut hat (suppose you remember, I mentioned it a time ago) und dem ich ein paar (also zwei) richtig gute Comics zu verdanken habe. Adrian Tomine habe ich aber selbst entdeckt. Mit einer Filmserie würde ich Gregors imposante Zahl der Einblicke in seinen wahrscheinlich mehrere Räume ausfüllenden Plattenschrank locker noch in diesem Jahr überschreiten. Keine Sorge, das ist kein Angebot einer Wette, Gregor. Meine Lust an Filmen habe ich vor geraumer Zeit wiederbelebt. Ich war Gründungsmitglied einer Filmgruppe, die fast nur aus Juristen bestand. Und da wir alle Anhänger der prozeduralen Gerechtigkeitstheorien sind (Gerechtigkeit = Verfahren), wurde erst einmal über mögliche Abstimmungsmodi bezüglich der Filmauswahl diskutiert. Henning wird solche Gespräche kennen. Jede Jury diskutiert über Prinzipien der Abstimmung. Juristen achten bei der Festlegung von Modalitäten (jetzt gebe ich Insiderwissen preis) nur scheinbar auf Logik. In Wahrheit geht es darum, bereits das Verfahren auf eine Art und Weise zu konstituieren (oder konstruieren), dass im Ergebnis zwingend die eigenen Interessen durchgesetzt werden. Die nächste dringend zu klärende Frage war die, wie sich die Gruppe eigentlich nennt. S, die die Einladungen schrieb, verwendete im Betreff ihrer E-Mails das Wort „Filmclub“. Mir war das zu zwielichtig, es hatte für mich einen irgendwie unseriösen Hauch. Ich schlug deshalb die Bezeichnung „Film-AG“ vor. Ein Gegenvorschlag lautete: AK Filmclub. (Anmerkung: AK = Arbeitskreis). Letztlich zerbrach die Gruppe, bevor wir rechtsgültig über den Namen abgestimmt hatten. Eine Zeitlang jedoch hatte ich dank meines unerschöpflichen Vorrates an Aufnahmen tiefschürfender arte-Kurzfilme den Kurzfilm als Vorfilm etabliert. Einmal brachte ich den portugiesischen Kurzfilmklassiker „Stillstand“ von Sandro Aguilar mit. Ein wunderbar schweigsamer Film. Ein Auto in einem Einkaufszentrum. Darin drei Männer und eine Frau. Der Deal: Wer als letztes das Auto verlässt, darf es behalten. Alles ist erlaubt.


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