Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2015 21 Apr.

Rückschau schau schau

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after the festival the RE – VIEWviewview
 
 
 

 
 
 
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Photos ©FoBo
 

2015 21 Apr.

Das österliche Gebäck auf dem Cover von „Mark Hollis“

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In Sizilien gibt es viele Osterprozessionen. Zu diesem Anlass bereitet man dort ein besonderes Gebäck zu, welches das Lamm Gottes darstellen soll. Der Fotograf hat dieses Bild gemacht, weil die Augen auf diesem Teilchen ihm dermassen jenseitig erschienen, als stamme das Geschöpf von einem anderen Planeten. Der Glitzerschmuck auf der Stirn – auf mich wirkt er wie ein Symbol für das Fliessen von Ideen.“ (Mark Hollis)

2015 20 Apr.

Das Buch für Englandreisende und Hinterlandforscher

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2015 20 Apr.

Manafonistastreffen am 16. Mai um 17.30 (Samoa Calling)

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Der Tisch ist für sechs Personen reserviert. Offiziell ab 18.00 Uhr, treffen wir vor Ort (am Meer) schon eine halbe Stunde früher aufeinander. Der Tisch wird frei sein, ansonsten gibt es einen Aperitif an der Bar. Der Hundertjährige verheisst für den Tag ablandige Winde, einen gemischten Himmel, und 17 Grad. Allerdings gilt es vorher noch einige Abenteuer zu bestehen, z.B. Gelassenheitsübungen in unlustigen Situationen, tollkühnes Schwimmen bei 15 Grad im Atlantischen Ozean, Fahrradtouren durch entlegene Stadtviertel von Hannover, Keith Jarretts demnächst erscheinende Solopianoplatte, englische Reiseplanungen mit Robert Macfarlanes „Karte der Wildnis“, Hotdogs im Central Park, Abstiegskämpfe mit Hannover 96, und – „Broadchurch“, ab kommenden Sonntag um 22.00 Uhr im ZDF!

 

 
 
 

Ich habe dieses Buch nicht gekauft, weil ich einen Kalender für das laufende Jahr bräuchte. Es ist ein einzigartiges Projekt, eines, das ich so noch nirgendwo gesehen habe. Michael Braun ist einer der renommiertesten Lyrikkritiker und der Lyrik-Taschenkalender, den er seit dem Jahr 2013 herausgibt, ist sein Herzensprojekt. Für jede Ausgabe lädt er 17 deutschsprachige Lyrikerinnen und Lyriker ein, zwei Lieblingsgedichte in deutscher Sprache zu kommentieren, ein zeitgenössisches und einen Klassiker. Außerdem kommentiert Michael Braun jeweils ein Gedicht der eingeladenen Dichter. Auf diese Weise lernt der Leser die Lyriker von verschiedenen Seiten kennen, durch ihre Werke und ihre Kommentare. Ich setzte mich gleich nach dem Kauf in einen Park, in die Sonne, weil ich wissen wollte, welche Gedichte Nadja Küchenmeister ausgewählt hatte. „Allein, den Denkvorgang zerlegt, allen Verstand zurück-/ gelassen am Ort des Aufbruchs, …“ (Ernest Wichner). Ein Gedicht mit einem nachdenklichen lyrischen Ich im Zentrum. Es gibt aber auch die Gegenposition. Carolin Callies schreibt zu einem Gedicht von Hans Arp: „… seit das Subjekt tot ist, ist „ich bin“ keine Option mehr.“ Und freut sich über die Beliebigkeit und totale Freiheit des Ich.

 

„Mein eigentum und mir unendlich fern.“ (Stefan George)

 

Die Konzepte sind vielfältig. Da gibt es ein „Erkunden ohne große Ambitionen“ (Jürgen Theobaldy über Hugo Dittberner), eine „Ermutigung zur Vergeblichkeit“ (Sylvia Geist über Rolf Dieter Brinkmann), Matthias Göritz erkennt in einem anonym verfassten Gedicht das Ausgestoßen-Sein einer unehelich Schwangeren und die erlösende Kraft der Liebe. Angesprochen wird die Außenseiterstellung des Dichters, die Rolle des Zufalls beim Dichten, das Begehren des Stefan George. Welche Wirklichkeit kann Sprache abbilden? Hendrik Rost (Jahrgang 1969) erzählt in seinem Gedicht „Requiem“, wie sein älterer Dichterkollege Thomas Kling (1957-2005) ihn einmal anrief und nur sagte: „Ich beobachte, was du so machst.“ Wahrscheinlich eher eine ausgedachte, aber sehr schöne Geschichte, die auch die Hierarchien im Literaturbetrieb thematisiert.

 

„Du aber gehst mit weichen Schritten in die Nacht.“ (Georg Trakl)

 

Michael Braun spricht nur selten deutliche Werturteile aus und nähert sich den Gedichten und ihren Autoren mit einem kühlen, analytischen Blick, immer getragen von einem beeindruckenden Verständnis und Gespür für Hintergründe. Die Herangehensweise der Künstler ist von einer anderen Art der Leidenschaft getragen, weil es auch immer darum geht, sich selbst zu definieren. So erzählt einer von seinen Anfängen als Dichter, als Georg Trakls „An den Knaben Elis“ für ihn und seine damalige Freundin eine Droge war. Auf der Suche eines Lebens zwischen Normalität und Kunst. Eine schreibt, sie habe oft an das von ihr kommentierte Gedicht von Christine Lavant gedacht und weiterleben können. Das Spannende an diesem Buch ist die Möglichkeit, Lyriker aus verschiedenen Perspektiven kennenzulernen: mit einem Gedicht, einem Kommentar zu diesem Gedicht (meist von Michael Braun), und zwei ausgewählten und kommentierten Gedichten, einem zeitgenössischen und einem Klassiker. Die Auswahl dieser Gedichte und die Kommentierungen werfen dann nochmals ein Licht auf die poetologische Position des jeweiligen Dichters/der Dichterin. Gegenwärtige Diskurse werden spürbar. Bezüge zu Traditionen. Abgrenzungen. Es geht immer darum, neue Themen und Ausdrucksformen zu finden. Die Nähe des Gedichtes zum Schreibenden neu auszuloten. Wie wirkt sich die Postmodernediskussion auf die Lyrik aus? Ist das lyrische Ich zeitgemäß oder – nach einer Phase der Ich-losigkeit – wieder ein hohes ästhetisches Wagnis? Es gibt keine Antworten, keine Eindeutigkeiten. (Ich mag das!) Der Lyrik-Taschenkalender lädt dazu ein, die gegenwärtige Lyrikszene kennenzulernen und die eigene sprachliche Wahrnehmungskompetenz zu erweitern.

 

„sich selbst / erreicht man nicht / durch nachdenken“ (Michael Lentz)

– Gedichte von Zeitgenossen und von Klassikern? Wie definieren Sie den Begriff des Klassikers? Hat das etwas mit dem gesetzlichen Urheberrecht zu tun, das 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers erlischt?

– Nein, schrieb mir Michael Braun, meine (völlig subjektive) Trennung zwischen Klassikern und Zeitgenossen ist das Jahr 1970, der Tod Paul Celans.

Der Lyrik-Taschenkalender 2015 enthält Gedichte und/oder Gedichtkommentare von:

Hans Arp, Mirko Bonné, Rolf Dieter Brinkmann, Carolin Callies, Hugo Dittberner, Annette von Droste-Hülshoff, Ralph Dutli, Christopher Ecker, Sylvia Geist, Stefan George, Johann Wolfgang von Goethe, Matthias Göritz, Anastasius Grün, Anneliese Hager, Emmy Hennings, Ernst Herbeck, Peter Hille, Norbert Hummelt, Gottfried Keller, Jan Koneffke, Ursula Krechel, Nadja Küchenmeister, Jan Kuhlbrodt, Christine Lavant, Michael Lentz, Friederike Mayröcker, Klaus Merz, Martin Merz, Franz Mon, Eduard Mörike, Herta Müller, Alexander Nitzberg, Steffen Popp, Marion Poschmann, Arne Rautenberg, Hendrik Rost, Katharina Schultens, Peter Sendtko, Christian Steinbacher, Jürgen Theobaldy, Georg Trakl, Clemens Umbricht, Jan Wagner, Ernest Wichner, Ron Winkler, Paul Wühr, Henning Ziebritzki, Carsten Zimmermann, Albin Zollinger.

„Ich erwache / unter Stimmen / die Lieder vom Meer“ (Martin Merz)
Sehr lesenswert und keineswegs veraltet sind auch die Lyrik-Taschenkalender 2013 und 2014.

Michael Braun (Hg.): Lyrik-Taschenkalender. Wunderhorn Verlag Heidelberg

 

2015 19 Apr.

Apollo’s Fire

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Pittsburgh hat tatsächlich eine Renaissance & Baroque Society, und die stellt manchmal verblüffend gute Konzerte auf die Beine. Selbst ein altes Schlachtschiff wie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, von dem man automatisch denkt, es sei schon längst tausendfach zu Tode gedudelt worden, kann plötzlich wieder überraschend hörenswert werden, wenn es richtig präsentiert wird.

Das Ensemble Apollo’s Fire aus Cleveland, Ohio, (Jeannette Sorrell, musical direction, Olivier Brault, principle violin) fand gestern abend den richtigen Dreh. Apollo’s Fire spielt auf Originalinstrumenten; im August wird man die Gruppe bei den BBC-Proms hören können, sicherlich auch online.

2015 19 Apr.

Das erste Bild

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So beginnt der Film. Das ist das erste, was der Zuschauer sieht. Zehn Sekunden lang rührt sich nichts. Der Blick des Zuschauers schweift über das Bild, das das Laufen verlernt hat. Er fragt sich, was passieren wird, welcher Mensch aus der Tür hervorkommt, oder welches Auto, als erstes losfährt. Mit aufheulendem Motor? Nein, bestimmt in aller Ruhe. Es dauert. Dann hört man Schüsse aus dem Innern, zwei Schüsse. Eine Gestalt mit Sonnenhut kommt aus dem Gebäude, setzt sich in einen Wagen und fährt aus dem Bild. Die Kamera folgt dem Fahrer nicht. Dann kommt ein Greyhound-Bus angefahren. Alles passiert ohne Musik. Der Busfahrer ist ein Schwarzer, Ein bekanntes Gesicht. Kennen sie den Trailer? Der Film kommt im Sommer in die deutschen Kinos. Und es ist, trotz des berühmten Hauptdarstellers, ein Independant Film.

 

 

 
 

„THERE WERE THREE GREAT BEATS IN THE 70s: FELA KUTI’S AFROBEAT, JAMES BROWN’S FUNK AND DINGER’S NEU BEAT.“ (Brian Eno)

 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 
 
 

 
 

2015 18 Apr.

Klanghorizonte, 18. April („Neuland“)

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1) Andy Sheppard: SURROUNDED BY SEA 
2) Anders Jormin / Lena Willemark / Karin Nakagawa: TREES OF LIGHT 
3) Alva Noto: XERROX, VOL. 3 
4) Biosphere / Deathprod: STATOR 
5) The Mountain Goats: BEAT THE CHAMP 
6) Franz Schubert / Andras Schiff: DITO 
7) Bill Wells & Aidan Moffatt: THE MOST IMPORTANT PLACE IN THE WORLD 
8) Kate Moore / Saskia Langhoorn: DANCES AND CANONS 
9) Sufjan Stevens: CARRIE AND LOWELL 
10) Paolo Fresu – Daniele di Bonaventura: IN MAGGIORE 
11) Polar Bear: SAME AS YOU 
 
 
 

 

2015 18 Apr.

Klanghorizonte, 18. April („Zeitreise“)

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1) The New Jazz Orchestra: LE DEJEUNER SUR L´HERBE 
2) Darren Hayman: CHANTS FOR SOCIALISTS 
3) Sam Lee: THE FADE IN TIME 
4) Robert Wyatt: OLD ROTTENHAT 
5) Linton Kwesi Johnson: FORCES OF VICTORY 
6) Big Youth: SCREAMING TARGET 
7) Linton Kwesi Johnson: BASS CULTURE 
8) Brian Eno: ON LAND 
9) Karl Hyde: EDGELAND 
10) John Surman: THE AMAZING ADVENTURES OF SIMON SIMON 
 
 
 

 


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