Manafonistas

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Hi.

The drums are mainly drums from the Sabar-family (wolof-people of Gambia and Senegal)
But also drums from Nigeria (papa-talking-drum) and from Indonesia. Sometimes they are played in a natural way (with stick and hand) and sometimes manipulated (Bells or other metal objects put on the skin to alter the sounds and characteristics of the drum)

Like I mentioned above; this is not entirely a folkloristic or genuine tradition concept. Neither Jon nor me are experts on the Sabar/Wolof-drumming, but we have studied that tradition more than other „styles“. But we „borrow“ sounds and Ideas (all material is composed, but inspired by …) to create a different music. Combined with our background from (jazz) contemporary improvised music and it´s tradition of manipulating sounds and surfaces of sound gives it a flexible and everyday-new appearance, but giving it a flavor of tradition and root.

I am in Mannheim next week with Audun Kleive and Arve Henriksen … By the way.

H


mvh. Helge Andreas Norbakken

Kleine Fluchten am Abend – das ist doch mal eine Gute-Nacht-Lektüre: „St. Ives“, der letzte Roman von Robert Louis Stevenson, wunderbar der Stil des alten Schotten, Abenteuer- und Liebesroman in einem (mit jeder Menge psychologischem Feinschliff), spielt zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Früher, wusste Wondratschek zu berichten, begann der Tag mit einer Schusswunde, morgen früh allerdings mit  einer kühlen Orange auf dem Weihnachtsmarkt, ich sehe schon die lange Schlange vor der Bäckerei Fischer – den berühmten Vanillehonig nicht vergessen! Wecken wird mich Kate Bush mit „Misty“, später plaudere ich mit der Bäckerin darüber, wie wir die Bayern aus dem Stadion fegen (oder auch nicht), dann Cafe Max, geh die vertrauten Wege noch einmal, bevor du ihnen den Rücken kehrst, zurück bleiben die vertrauten fremden Gesichter, Sonntag eine melancholische Geisterstunde in den Klanghorizonten, und dann wünsche ich mir, nach den wenigen Augenblicken, die das Alltägliche in Windeseile drehen, Lammfilet von Aldi, und Feldsalat mit Öl, Essig und Senf.

Sie bevorzugen Abenteuer abseits von Weihnachtsmärkten und handfesten Krisenstimmungen?! Dann kaufen Sie sich in der Buchhandlung Ihres Vertrauens „St. Ives“ von Stevenson (Hanser Verlag), oder lassen Sie sich von dem folgenden Filmchen in ferne Schneewelten entführen – der Soundtrack ist ein origineller Remix von Kate Bushs „Wild Man“:

Kate Bush, Yetis and Shangri-La

2011 18 Nov.

Piedra de Sol – Sonnenstein

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„… voy entre galerias de sonidos,
ich gehe durch Klangfarbengalerien,
fluyo entre las presencias resonantes,
fließe im Widerhall der Gegenwarten,
voy por las transparencias como un ciego,
gehe durch Klares weiter wie ein Blinder,
un refecho me borra, nazeo en otro,
ein Lichtstrahl löscht mich aus, in einem anderen
oh bosque de pilares encantados,
komme ich zur Welt, o Wald aus Zaubersäulen,
bajo los arcos de la luz penetro
unter den Bögen deines Lichtes wandernd,
los corredores de un otono diafano,
zieh ich durch Gänge eines klaren Herbstes, …“

 
 

Piedra de Sol / Sonnenstein (obenstehend ein kleiner Auszug) und andere Gedichte aus dem Band „Suche nach einer Mitte – Die großen Gedichte“ von Octavio Paz begleiteten und bekräftigten einst eine Entdeckung, die ich als Evidenzerfahrung einer rein körperlichen Gegenwart erlebte und die eine Gegenwelt zur von Medien und Erziehung propagierten Normalität darstellt, so habe ich es damals jedenfalls empfunden. „Sowas bringen sie dir nicht in der Schule bei  …“ , pflegte ich diesbezüglich zu sagen. Der genannte Gedichtband erschien 1980 in einer reizvollen Ausgabe der edition suhrkamp, linksseitig in spanischem Original, rechts in deutscher Übersetzung.

 

Das erste Album 2012, dessen Vorankündigung mich sehr, sehr freut. Einige Manafonistas sind große Lambchopfreunde, und wenn Sie den Namen Lambchop unter „Suchen“ eingeben, finden Sie ein Interview und einen Text von mir zur Band, Sie können sich ein paar Lambchop-Songs anhören, und gehören womöglich rasch zur Lambchopgemeinde. Am Nikolaustag treffe ich Kurt Wagner zum Interview in Berlin. Wer immer Mr.M. Ist, ich werde es erfahren!

Mr. M (Super Deluxe Box Set)

If Not I’ll Just Die 4:27
2B2 5:39
Gone Tomorrow 6:57
Mr. Met 7:10
Gar 5:28
Nice Without Mercy 5:47
Buttons 5:21
The Good Life (is wasted) 3:19
Kind Of 5:28
Betty’s Overture 3:21
Never My Love 3:02

Kurt Wagner:
“As I worked, I was approached by Mark Nevers (former full time band member & producer for the likes of Andrew Bird and Will Oldham) with the idea of making another Lambchop record. He had a concept of a sound and a method that worked with the tone of my writing. His idea was a kind of ‘psycha-Sinatra’ sound, one that involved the arranging of strings and other sounds in a more open and yet complex way.“

 


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The Bixby Bridge, completed in 1932, is a marvel of engineering and one of the top ten highest single span bridges in the world. The bridge spans across a large canyon along the Big Sur Coastline, about 18 miles south of Carmel. The weather conditions can have a noticable impact on the bridge’s appearance, whether there are clouds partially hiding it, or sun reflecting off of the gleaming white structural supports.

„Monday, Monday“ – The Mamas & the Papas (Youtube)

Bevor Brian Eno im nächsten September als Kurator des 8. Punktfestivals von Kristiansand agieren wird, sendet der Deutschlandfunk, mittlerweile als einzige Radiostation weltweit (die BBC ist angeblich aus Kostengründen, wobei man auch Lobbyismus der Klassischen Musikfraktion vermuten kann, abgesprungen) ausgewählte Konzerte des Vorjahres. So hat der Jazzredakteur des Kölner Senders, Harald Rehmann, nun offiziell nachfolgend aufgeführte Konzerte angefragt. Ich hoffe, dass wir die Rechte für alle bekommen, auch für die exklusive Radioausstrahlung von Sylvians Ambient-Klassiker “Plight & Premonition” … Sylvian wird mit einer neuen Formation (die, vermute ich, auch mit einigen Norwegern besetzt sein wird) 2012 auf Deutschlandtour kommen; Näheres erfahren Sie, wenn Sie bei unserem Blogroll “samadhisound” anklicken.

– Marilyn Mazur Jan Bang Per Jorgensen
– Arve Henriksen Cartography
– Minibus Pimps (Helge Sten und John paul Jones, früheres Mitglied von Led Zep)  
Remixes: Trio Endresen, Bang, Honoré; Duo Guy Sigsworth, Nils Petter Molvaer (for one 55′-broadcast)
– David Sylvian Plight & Premonition“

2011 16 Nov.

Ein Genazino-Interview …

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 … in der Sueddeutschen ist vergnüglich und lesenswert. Hier drei aus dem Interview herausgepflückte Zitate, von denen mir besonders die letzten beiden sehr gefallen:

Genazino: “Es klingt vielleicht arrogant, aber ich halte das digitalisierte Leben nicht für einen Teil des wirklichen Lebens. Das Internet, die sozialen Netzwerke, die Chats sind ein Surrogat, ein friedlicher Ersatz, auf den sich die Menschen geeinigt haben. Das wirkliche Leben ist geheimnisvoller und poetischer. Es zu finden ist uns aufgegeben, man kann es nicht in einem Kaufhaus erstehen.”

„Wo finden Sie das wirkliche Leben?“
Genazino: „Wenn ich in Hagen oder Osnabrück aus dem ICE steige. In diesen verrumpelten Städten geht mir eine Herzkammer auf. Ich stehe auf dem Bahnhof und denke: Osnabrück – genau, das ist die wirkliche Welt. Oder wenn ich Enten im Park beobachte, die auf einem Bein stehen und schlafen, darüber kann ich mich freuen wie ein kleines Kind.”

„Ein Zitat aus Ihrem Buch: Wer allein lebt, erkennt die anderen allein Lebenden. – Woran?“ Genazino: „An ihrer inneren Eingesunkenheit. Man sieht es Menschen an, wenn sie es nicht gewohnt sind, offensiv zu kommunizieren. Sie sitzen da, schauen durch die Gegend, in Restaurants lesen sie lange in der Speisekarte.“

„…we have the heavy melancholy of a New England Winter in early March, after an endless procession of blizzards, road-salt ruined highways, storm-damaged coastlis, million dollar snow removal budget overruns and the like.“ (Richard Goldin mag das Album überhaupt nicht, und schrieb diesen Satz dazu, den ich in einer 4-Sterne-Besprechung auch gerne geschrieben hätte, allerdings als Gütesiegel der Musik.)

Dass die Eskimos 50 Worte für Schnee haben, ist eine alte Mär, die wahrscheinlich ein Linguist erfunden hat, um bestimmte Beziehungen von Sprache und Wahrnehmung zu erhellen. Wunderbar, welch skurrile und anmutige Schneewörter in dem Titelsong auftauchen, z.B. „Rippucino“. Und  „Faloop’njoompoola“ ist auch sehr speziell!  In ihrer Besprechung von 50 Words for Snow sucht Ann Powers ihrerseits nach 50 Worten, um der Musik gerecht zu werden. „Powdery fantasia. Contemplative. Winter matins. Playful. Opium reverie. Grounded. Ghost story. Sensual. Artistic recalibration. Unhurried. Drummer’s holiday. Quiet. Ode to the white keys. Imaginative. Exploration of the lower register. Floating. Mother-son duet. Solitary. Snowed-in erotica. Collaborative. Joni Mitchell answer record. Inimitable. Supernatural space odyssey“.

Vor Wochen rief eine Episode, die Norbert Horst in seinem vorzüglichen Kriminalroman „Splitter im Auge“ erzählt, eigene Jugenderinnerungen an meine erste Begegnung mit Kate Bush wach: THE KICK INSIDE.  So eine Stimme hatte man zuvor in der Popwelt noch nie gehört: hell, aber nicht scharf, sang sie sich durch einen englischen Zaubergarten, und man staunte nicht schlecht, dass Pink-Floyd-Mann David Gilmour (wenn meine Erinnerung mir nun keine Streiche spielt) ihr Mentor und Produzent war. Das Album enthielt mehr  „pink“ als „floyd“, und begleitete mich durch einen Würzburger Sommer, es passte gut zu Obstwein und Flussspringen. Seltsamerweise verlor ich die Spur von Kate Bush in den Folgejahren, fand kein Album mehr sonderlich faszinierend, weder das mit dem Hit, wo sie einen Berg hinaufläuft, noch die Momente, wo der wunderbare Eberhard Weber Bass spielte.  Ihr vielgerühmter Klassiker HOUNDS OF LOVE  liess mich (aus Gründen, die ich nicht mehr weiss) kalt, und das erste Album nach ihrem Debut, das nach einiger Anlaufzeit mein Herz erwärmte, und zwar mächtig, war AERIAL (obwohl es, vom Sound her, noch ganz in den 80er Jahren beheimatet war). Und jetzt erscheint am Freitag also das neue Album:  50 WORDS FOR SNOW.  Bei npr.org kann man es seit wenigen Stunden als live stream hören. Vielleicht mag der eine oder andere zuvor das interessante Interview lesen, das ein völlig übermüdeter John Doran mit Kate Bush für „thequietus.com“ führte. Ich finde diese kleine  Schneemusik fesselnd! Das einzige Stück, das mir nicht so  gelungen erscheint, ist das Duett mit Elton John, der einfach zuviel kulturelles Kitschgepäck mit sich schleppt, und hier, im einzigen „romantic overkill“ des Albums, auch nicht gerade an seine frühen guten Alben anknüpft (ja, die gibt es!).  Da wäre mir die Stimme von Robert Wyatt viel, viel lieber gewesen. Dennoch: ein betörendes Werk, ein „Joni Mitchell Antwort-Album“!

Kate Bush: das neue Album

 

01 Humcrush w/ Sidsel Endresen: Ha! (Platte des Jahres)
02 David Sylvian: Died In The Wool – Manafon Variations
03 Vijay Iyer – Solo
04 Marcin Wasilewski: Faithful
05 Michel Portal: Bailador
06 Rudresh Mahanthappa – Samdhi
07 Colin Vallon: Rruga
08 Craig Taborn: Avenging Angel
09 PJ Harvey: Let England Shake

10 Brian Eno: Drums between the Bells
11 Kate Bush: 50 Words For Snow
12 Jenny Hval: Viscera

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2011 10 Nov.

Daniel Richter – 10001 Nacht (3)

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Da der Besuch der Austellung „Daniel Richter – 10001 Nacht“, die am 6. November in der Kestnergesellschaft Hannover zu Ende ging, noch nachwirkt, hier mein kurzes Resümee: Bilder wie die dort gezeigten suchen sich ihr Publikum und sie brauchen es – ähnlich wie Performance, Bühnenstück und Musikkonzerte dies tun.

Die Mona Lisa konnte man sich noch in permanentem, stillem Zwiegespräch mit ihrem Schöpfer da Vinci vorstellen – doch diese großformatigen, explosiven Farbekstasen wirken nur auf großer Bühne und im Zusammenspiel. Es sind aufeinander bezogene, im narrativen Kontext stehende Sound-Emanationen – die Nähe zur Musik wird deutlich, auch wenn der Künstler selbst dem widersprechen würde.

Diese expressive Malerei ist auch eine Wiederspiegelung und Explikation von Traumwelten und des Unterbewußten. (DR sprach im Podiumsgespräch vom „freudianischen Fluxus“) Vielleicht ist der Reiz dieser Art Kunst auch, dass sie uns an unsere eigentliche Heimat erinnert: als ewig Traumgeborene nie ganz von dieser Welt zu sein – uns dafür aber stets neu erfinden zu können und zu dürfen.

 


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