Manafonistas

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2011 16 Nov

Ein Genazino-Interview …

von: Jochen Siemer Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , Kommentare geschlossen

 … in der Sueddeutschen ist vergnüglich und lesenswert. Hier drei aus dem Interview herausgepflückte Zitate, von denen mir besonders die letzten beiden sehr gefallen:

Genazino: “Es klingt vielleicht arrogant, aber ich halte das digitalisierte Leben nicht für einen Teil des wirklichen Lebens. Das Internet, die sozialen Netzwerke, die Chats sind ein Surrogat, ein friedlicher Ersatz, auf den sich die Menschen geeinigt haben. Das wirkliche Leben ist geheimnisvoller und poetischer. Es zu finden ist uns aufgegeben, man kann es nicht in einem Kaufhaus erstehen.”

„Wo finden Sie das wirkliche Leben?“
Genazino: „Wenn ich in Hagen oder Osnabrück aus dem ICE steige. In diesen verrumpelten Städten geht mir eine Herzkammer auf. Ich stehe auf dem Bahnhof und denke: Osnabrück – genau, das ist die wirkliche Welt. Oder wenn ich Enten im Park beobachte, die auf einem Bein stehen und schlafen, darüber kann ich mich freuen wie ein kleines Kind.”

„Ein Zitat aus Ihrem Buch: Wer allein lebt, erkennt die anderen allein Lebenden. – Woran?“ Genazino: „An ihrer inneren Eingesunkenheit. Man sieht es Menschen an, wenn sie es nicht gewohnt sind, offensiv zu kommunizieren. Sie sitzen da, schauen durch die Gegend, in Restaurants lesen sie lange in der Speisekarte.“

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Mittwoch, 16. November 2011 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

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