Manafonistas

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2012 6 Jan.

David Sylvian stellt seine Tourband vor

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„It’s my pleasure to introduce to you the musicians who’ll accompany me (…). Some you’ll know already, others, I hope you’ll take the time to get to know. Eivind Aarset on guitars, Jan Bang sampler and live sampling, Hildur Gudnadóttir on cello, vocals and electronics, Gunnar Halle on trumpet and electronics, Sebastian Lexer on piano, keyboards, and electronics.“

tour.davidsylvian.com

dear harald, michael,

hope you´ve had a nice and peaceful christmas and wishing you all the best for the new year!

just a quick note regarding broadcasting of the punkt 2011 material to let you know all is now been confirmed.

the following will be mixed by erik honoré and myself:

– sidsel endresen / jan bang / erik honoré (live remix of the dai fujikura concert w/trio zilliakus/persson/raitinen w/ dornbusch)
– arve henriksen cartography special edition
– mazur / jørgensen / bang

except for the following:

– minibus pimps(jones/sten) – this will be mixed by helge sten.
– guy sigsworth featuring nils petter molvaer (live remix of the susanne sundfør concert) – mixed by guy sigsworth.

i´ll have the mixes sent to me and forwarded collectively to your address.

(copy erik)

best,

jan

(Source: Eno Web) Erik Honoré e-mails: Legendary artist and producer Brian Eno is confirmed as Artistic Director of 2012’s Punkt Festival. Eno will curate all 18 concerts and live remixes during the three day festival (updated thanks to Rory Walsh, now running from 6th to 8th September). Limited edition „earlybird“ passes at a reduced price are available now. Last time Eno curated a whole festival was at the Sydney Opera House. Then, the New South Wales Government called the festival „the biggest event of its kind in the Southern Hemisphere“. Now, in 2012, Brian Eno curates the Punkt Festival at the new Kilden Performing Arts Centre in Kristiansand, where he will present some of his current favourite artists. The Punkt Festival, started in 2005, is based on two main pillars: The combination of main stage concerts and the immediate live remixes of these on a second stage, and the extensive musician network of directors/musicians/producers Jan Bang and Erik Honoré. This year’s Artist in Residence was David Sylvian, and all concerts were sold out.

2012 5 Jan.

Tori Amos

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Tori Amos performs Edge of the Moon“,
from her new album Night of Hunters.

2012 5 Jan.

Tiefsongtauchen

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„I engage with an amateur´s enthusiasm.”

(David Sylvian)

Man muss heutzutage kein Beach Boy oder Girl mehr sein, um die Kunst des Surfens zu beherrschen – jeder kann das, denn es gibt das Internet. Wirklich surfen konnte unsereins nie, doch gerne erinnert man sich an echte Taucherfahrungen (diving-experiences) an der Adria und anderswo, kein Tiefseetauchen, aber immerhin, mit Schnorchel und sogar Harpune (with the instincts of a hunter).

Nun habe ich aber seit längerem schon einen gleichwertigen Ersatz gefunden: ich setze den Kopfhörer auf, nehme die Gitarre (my tuned harp-une), setze mich vor den PC und widme mich einem Song meiner Wahl. Wenn ein Musikstück mich catcht, tauche ich quasi darin ein und schwelge dann wie in einem Schwarm bzw Korallenriff aus Melodielinien, Rhythmen und Akkordstrukturen umher, versuche nachzuahmen, was ich höre – dabei durchaus die Freuden des Amateurs und Dilettanten mit Bekannteren teilend.

In Tuchfühlung sein mit etwas Neuem – denn was man eh schon kann, muss man nicht ewig wiederholen. Der Anreiz, über den eigenen Tellerrand zu schauen und zu hören; Selbstbegrenzungen zu überschreiten, das ist der Garant für weitere Entwicklungen. Ideen, Phrasierungen und Nuancen der Anderen nachahmen – das kann sehr genußvoll und zudem lehrreich sein: Musik rezipieren, indem man kopiert und antizipiert.

Deep Song heißt ein Album von Kurt Rosenwinkel, der die Gitarre spielt, als sei´s Gesang. Und Arto Lindsay (an ambitious lover) sang einst: “Copy me!” Klaue, was das Zeug hält, pfeife auf Originalität! – so würde ich´s hier übersetzen. Der gecoverte Song im Zeitalter seiner Kopierbarkeit, das ist die Devise mit der höchsten Dividende. Songdiving, Tiefsongtauchen, deep and like a thief – und ohne Ende

2012 3 Jan.

Gegen die Welt

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Jan Brandt veröffentlichte im Sommer 2011 sein 927 Seiten starkes Buch Gegen die Welt. Es ist Brandts Erstlingswerk, ein unglaubliches Buch, ein fantastisches Buch. Es geht um die Welt des Daniel Kupers, geboren Mitte der 70er Jahre in einem kleinen Ort, Jericho, in Ostfriesland. Am Ende der ersten Klasse, 1983, beginnt der Roman mit der Erzählung von Daniels Kindheit. Das Buch endet 2010 in einer ganz anderen Welt als der, die uns Brandt, detailverliebt bis ins Letzte, vor uns ausbreitet: die Welt der achtziger und neunziger Jahre. Kein Auto wird genannt, ohne nicht gleich auch dem Leser das Baujahr und die PS-Zahl zu verraten. Kein Einzelhandelsladen geht zugrunde, ohne dass nicht der Leser auch gleich erfährt, wer denn die Aldis, Lidels. KIKs oder Schleckers sind, die den leeren Raum einnehmen. Wer mehr über die Detailverliebtheit Brandts erfahren möchte, dessen Wissbegier wird auf www.gegendiewelt.de erschöpfend gestillt.

 
 
 

 
 
 

Daniel Kuper kommt in seiner Jugend nicht klar mit dieser Welt und die Welt, seine nächste Umgebung, erst recht nicht mit ihm. Aber in dieser von Brandt beschriebenen Welt stimmt sowieso einiges nicht und das hat nicht unbedingt mit einer Kleinstadt in Ostfriesland zu tun, die Orte und Schauplätze sind austauschbar. Während des Lesens dieses wunderbaren Buches kam mir Musik in den Kopf, nicht unbedingt Musik von einer der 71 im Buch genannten Bands / Musiker, nein, Musik von von Asmus Tietchens, genauer, von dessen Platte: Das Fest ist zu Ende. Aus. Auf dieser ausgewöhnlichen CD, erschienen 1994,  fasste Tietchens einst seine Jugend zusammen. Stets mit dem Cassettenrecorder unterwegs, hat er aufgenommen, was das Zeug hält, kilometerlang Bandmaterial gesammelt. Die Essenz dieser Aufnahmen mit Klängen bearbeitet, ergibt Das Fest ist zu Ende. Aus.

Der CD ist ein Heft beigelegt, auf dessen Rückseite Tietchens ein Zitat aus dem Buch „Der zersplitterte Fluch“ von E.M.Cioran wiedergibt: „In jeder Altersstufe entdecken wir, daß das Leben ein Irrtum ist. Nur mit fünfzehn Jahren bedeutet dies eine Offenbarung, in der ein Angstschauer und ein Hauch Magie mitschwingen. Mit der Zeit schlägt diese Offenbarung, degeneriert, in eine Binsenwahrheit um. Und so trauern wir dem Alter nach, in dem sie eine Quelle von Unvorhergesehenem war.“ Ja, und das könnte auch ein Kommentar sein zu dem Buch von Jan Brandt „Gegen die Welt“ sein.

2012 1 Jan.

Frohes Neues

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„Der Mensch hat es satt, oft genug, es gibt ganze Epidemien dieses Satthabens …; aber selbst noch dieser Ekel, diese Müdigkeit, dieser Verdruß an sich selbst – Alles tritt an ihm so mächtig heraus, dass es sofort wieder zu einer neuen Fessel wird. Sein Nein, das er zum Leben spricht, bringt wie durch einen Zauber eine Fülle zärterer Ja´s ans Licht …“ (Friedrich Nietzsche)

– in diesem Sinne: Frohes Neues Ja!
 
 

Manafonista Jochen hat eine virtuelle Jukebox, Manafonista Gregs hat eine ganz reale Jukebox, ich habe gar keine. Hätte ich aber eine, wäre eine Single ganz gewiss ALL MY LOVING von den Beatles, und eine andere WATERLOO SUNSET von den Kinks. Von den Kinks gibt es jetzt in einer herrlichen Box ihre ersten sieben Werke in Mono. Ein Traum, und die Erinnerung daran, dass grosse Musik immer auch Seelennahrung ist. All dies notiert in der Neujahrsnacht, nur zwei Caipirinhas, Hunderte von Leuchtraketen über Häuserdächern.

2011 31 Dez.

Zum Jahreswechsel

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Zum Jahreswechsel möchte ich an einige Zeilen von Kurt Tucholsky erinnern, die dieser 1926 geschrieben hat….

Neues Leben                                               von Kurt Tucholsky

Berlin, den 31. Dezember 1920
Berlin, den 31. Dezember 1921
Berlin, den 31. Dezember 1922
Berlin, den 31. Dezember 1923
Berlin, den 31. Dezember 1924
Berlin, den 31. Dezember 1925
(abends im Bett)

Von morgen ab fängt ein neues Leben an.
Der Doktor Bergmann hat einen ordentlichen Schreck bekommen, als er mich ansah, und ich bekam einen noch viel größeren. »Was machen Sie denn, lieber Freund?« fragte er leise. »Was … was ist denn, Doktor?« sagte ich. »Haben Sie etwas mit der Leber?« fragte er. »Ihre Augen gefallen mir gar nicht. Kommen Sie mal in den nächsten Tagen zu mir!« Natürlich gehe ich hin. Ich weiß schon, was er mir sagen will, und er hat auch ganz recht. So geht das nicht mehr weiter.
Also von morgen ab hört mir das mit dem Bier bei Tisch auf. Wenn mir Mutter wieder Hamann-Schokolade durch Emmy schicken läßt, gebe ich sie den Kindern. Und Edith darf nicht mehr so fett kochen. Gestern hab ich ihr noch gesagt … Nein, gestern hab ich gefragt, ob noch Stopfleber da ist – das ist wahr. Aber das hört mir jetzt auf.
Der Sandow-Apparat – wo ist der Sandow-Apparat? Er liegt auf dem Boden. Das Mädchen soll ihn morgen herunterholen. Von morgen ab fange ich wieder an, regelmäßig jeden Morgen zu turnen. (›Wieder‹ – denke ich deshalb, weil ich mir das schon so oft vorgenommen habe.) Und fünfzig Kniebeugen, wenn ich fleißig trainiere, kann ichs mit Leichtigkeit auf hundert bringen. Ich war doch ein sehr guter Turner, seinerzeit – wenn ich nicht gerade dispensiert war. Na ja, aber heute ist das ja ganz was anderes.
Von morgen ab stehe ich früh auf. Dieses ewige Lange-im-Bett-herum-Geliege – das führt ja zu nichts. Ich stehe einfach um sechs auf, turne ordentlich, dann schön brausen und frottieren – ah – darauf freue ich mich. Ob ich nicht doch anfangen soll, zu reiten … ? Na, das ist vielleicht zu teuer – aber ein Stündchen durch den Tiergarten – großartig! Ich werde ins Geschäft gehen! Das härtet ab – in drei Monaten bin ich ein anderer Kerl. Schlank, elegant, gesund – Bergmann wird sich wundern.
Von morgen ab nehme ich den spanischen Unterricht wieder auf. Jeden Tag abends im Bett ein halbes Stündchen Spanisch – das geht ganz gut und bringt einen auf andere Gedanken. Dann kann ich die Reise nach Südamerika machen – ich werde Edith nichts sagen – das wird eine Überraschung, wenn ich auf dem Dampfer so ganz lässig Spanisch spreche … Als ob sich das von selbst verstände … Hähä …
Übermorgen fängt ein neues Jahr an – ich werde ein anderer Mensch.
Von übermorgen ab wird das alles ganz anders. Also erst mal muß die Bibliothek aufgeräumt werden – das wollte ich schon lange. Aber jetzt gehts los. Von übermorgen ab mache ich nicht mehr diese kleinen Läpperschulden – eigentlich sind das ja gar keine Schulden –, aber ich will das nicht mehr. Und die alten bezahle ich alle ab. Alle. Von übermorgen ab höre ich wieder regelmäßig bildende Vorträge – man tut ja nichts mehr für sich. Ich will wieder jeden Sonntag ins Museum gehen, das kann mir gar nichts schaden. Oder lieber jeden zweiten Sonntag – den anderen Sonntag werden wir Ausflüge machen –, man kennt die Mark überhaupt nicht. Ja, und neben die Waschtoilette kommt mir jetzt endlich die Tube mit Vaseline – das macht die rauhe Haut weich, so oft habe ich das schon gewollt. Übermorgen ist frei – da setze ich mich hin und lerne Rasieren. Diese Abhängigkeit vom Friseur … Außerdem spart man dadurch Geld. Das Geld, was ich mir da spare – davon lege ich eine kleine Kasse an – für die Kinder. Ja. Das ist für die Ausstattung, später. Von übermorgen ab beschäftige ich mich mit Radio – ich werde mir ein Lehrbuch besorgen und mir den Apparat selbst bauen. Die gekauften Apparate … das ist ja nichts. Ja, und wenn ich morgens durch den Tiergarten gehe, da werde ich vorher Karlsbader Salz nehmen – so weit ist es bis zum Geschäft gar nicht …
Man kommt eben zu nichts. Das hört jetzt auf.
Denn die Hauptsache ist bei alledem: man muß sich den Tag richtig einteilen. Ich lege mir ein Büchelchen an, darin schreibe ich alles auf – und dann wird jeden Tag unweigerlich das ganze Programm heruntergearbeitet – unweigerlich. Von morgen ab. Nein, von übermorgen ab. Im nächsten Jahr … Huah – bin ich müde. Aber das wird fein:
Kein Bier, keine Süßigkeiten, turnen, früh aufstehen, Karlsbader Salz, durch den Tiergarten gehn, Spanisch lernen, eine ordentliche Bibliothek, Museum, Vorträge, Vaseline auf den Waschtisch, keine Schulden mehr, Rasieren lernen. Radio basteln – Energie! Hopla! Das wird ein Leben!
Anmerkung des ›Uhu‹: Wir wollen mal nächstes Jahr wieder vorbeifliegen….

2011 30 Dez.

Gregor öffnet seinen Plattenschrank (9)

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Der Ausnahme-Pianist András Schiff, geboren am 21.Dezember 1953, begann am 22.12.2011 seinen Bach-Zyklus im Beethovensaal der Stuttgarter Liederhalle. Auf dem Programm standen die Goldbergvariationen von J.S.Bach. Von den zahlreichen Interpretationen, die ich bisher hören durfte, hatte mir bis zu diesem denkwürdigem Abend die von Grete Sultan am besten gefallen. Dann aber kam András Schiff, setzte sich an den Steinway-Fabbrini – ein unglaubliches Instrument, eine Klarheit, wie ich sie selten gehört habe – und spielte die 30 Variationen am Stück in einer solchen Intensität, dass das Publikum wie gebannt zuhörte und am Schluss dermaßen begeistert applaudierte, dass Schiff noch eine ganze Beethoven-Sonate zugab (op.109). Susanne Benda schreibt zurecht in den Stuttgarter Nachrichten: „ Zierwerk und Essenz gehen in eins, nichts Überkünsteltes oder Eitles drängt sich auf. Über seine jahrzehntelange Beschäftigung mit dem Werk ist der Künstler zu einer Art zweiten Naivität gelangt: Wie ein Kind scheint er über hübsche Trouvaillen am Rande zu staunen und über die wiederholten Achtel und die Sechszehntel in der 20.Variation zu lachen …“
 
 
 

 
 
 
Tonträger von diesem Konzert gibt es natürlich nicht und wird es auch nicht geben, der SWR hat leider nicht mitgeschnitten. Trost bietet lediglich eine Aufnahme der Goldbergvariationen von Schiff aus dem Jahre 2003, erschienen bei ECM New Series und eine ältere Aufnahme aus dem Jahre 1991, remastered neu aufgelegt 2006 (Decca Universal).
 
 
 

 
 
 
András Schiff ist übrigens mit „Das Wohltemperierte Klavier“ Teil 1 am 17.Januar und mit „Französische Suiten und Ouvertüre“ BWV 831 am 14.März 2012 in der Stuttgarter Liederhalle zu hören.
Klar, dass jetzt in meinem Plattenschrank nach weiteren Schiff-Platten gesucht werden muss. Herausragend natürlich die in diesem Jahr bei ECM New Series erschienene Doppel-CD Robert Schumann / András Schiff: Geistervariationen , eine wunderbare Platte.
 
 
 

 
 
 
Über die 32 Klaviersonaten Ludwig van Beethovens sagte Schiff einmal: „Für diese Musik könnte ich sterben“.  Auf acht CDs hat András Schiff alle Sonaten für ECM eingespielt. Wolfram Goertz schrieb in Die Zeit dazu: Mit Schiff ist es wahrlich ein einziges Entdecken…“ Eben! Wie beim Konzert am 22.12.2011 in der Liederhalle.
 
 
 

 
 
 
Abschließend möchte ich darauf hinweisen, dass András Schiff nach seiner viel gelobten Beethoven-Zyklus – Einspielung bereits 2009 wieder zu Bach zugekehrt ist und bei ECM die Sechs Partiten BMV 825-830 veröffentlicht hat. Auch eine CD, die begeistert!
 
 
 


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