Manafonistas

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2023 6 Dez.

It’s this time again

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Nikolaus, Zeit für die Jahresbilanz.

 

 

 

 

    1. Lana Del Rey: Did You Know That There’s A Tunnel Under Ocean Boulevard
    2. PJ Harvey: I Inside The Old Year Dying
    3. Ryuichi Sakamoto: 12
    4. Jon Hassell: Further Fictions
    5. Mette Henriette: Drifting
    6. Roger Eno: The Skies, They Shift Like Chords
    7. Roger Eno: The Turning Year — Rarities
    8. Gong: Unending Ascending
    9. Sebastian Rochford & Kit Downes: A Short Diary
    10. Hans-Joachim Roedelius & Arnold Kasar: Zensibility

 

 

Insgesamt empfand ich 2023 als eher schwachen Jahrgang, aber ein paar bemerkenswerte Veröffentlichungen gab es dann doch. Ich war lange unentschlossen, wer auf der Eins und wer auf der Zwei landen würde, und auch die beiden Enos und Mette Henriette könnten umgekehrt stehen. Nicht zu vergessen: Wir mussten uns in diesem Jahr von Ryuichi Sakamoto verabschieden.

Potenziell hatte ich noch die folgenden Alben auf der Liste:

 

 

 

 

J.S. Bach: Goldberg-Variationen (Vikingur Ólafsson, piano — gute Alternative zu Gould)
Depeche Mode: Memento Mori
Peter Gabriel: i/o (die hat noch Wachstumspotenzial, ich habe sie erst einmal gehört)
Wolfgang Haffner: Silent World

Rediscovered:
(zwei Japaner, aber das ist wohl Zufall)

 

 

 

 

Pizzicato Five: Happy End Of The World (1997)
Yellow Magic Orchestra: Technodelic (1981)

Und natürlich Burt Bacharach — er soll unvergessen bleiben.

 

 

 

2023 6 Dez.

Eno docu

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THIS might be interesting.

 
 

2023 5 Dez.

Ho Ho Ho my List ist do

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Wenn ich nur eine CD auf meiner Insel hätte, dann wäre es eine Maxi CD der KINKS.

Ich habe immerhin drei CDS, aus denen sich meine musikalischen Highlights rekrutieren lassen. Ich habe sie mir in der wunderbaren TEA Bibliothek in Santa Cruz auf Teneriffa ausgeliehen und verlängere die Ausleihe ständig, weil ich sie nicht entbehren kann.

 
 

Johnny Cash: Nashville Sessions 2

Davon kommt auf meine Jahresbestliste:

„Sunday Morning Coming Down“

Brian Eno: Talking Tiger Mountain

Davon kommt auf meine Jahresbestliste:

„The Fat Lady of Limbourg“

The Allman Brothers Band live

Davon kommt auf meine Jahresbestliste:

Turn On Your Love Light

 
 

Auf meinen Reisen nach Ungarn und Rumänien habe ich so wundervolle Balkan- und Gypsymusik gehört, darüber habe ich ja bereits berichtet.

Mein Einschlafsong 2023 war „The Pretender“ von Jackson Browne.

Mein Wachmacher war Fairuz, die libanesische Musikgöttin.

 

2023 4 Dez.

Lichtspiel

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Wenn man der Kritik glaubt, dann hat Daniel Kehlmann mit Lichtspiel mindestens den besten Roman seit der Erfindung des aufklappbaren Regenschirms vorgelegt. Er ist auch, das sei vorweggenommen, wirklich gut. Trotzdem: Tyll (2017) fand ich besser. Aber das ist eine Frage von Nuancen.

Es geht in dem Roman um den österreichischen Regisseur Georg Wilhelm „G.W.“ Pabst (1885-1967), der zu den bedeutendsten des frühen deutschen Films gehört: Die freudlose Gasse (1925), Geheimnisse einer Seele (1926), Die Liebe der Jeanne Ney (1927), Die Büchse der Pandora (1929), Die weiße Hölle vom Piz Palü (1929, Co-Regie mit Arnold Fanck) — ich will sie nicht alle aufzählen; im Prinzip sind alle Filme Pabsts vor 1933 sehenswert, insbesondere deshalb, weil er anders als seine heute berühmteren Kollegen Fritz Lang, F.W. Murnau und Robert Wiene nicht so sehr den Spuren des Expressionismus folgte, sondern der Neuen Sachlichkeit. Dabei entwickelte er eine beeindruckende Filmsprache, wobei seine ganz große Spezialität im Schnitt, in der Montage lag.

Pabst galt als „rot“. Er war deshalb gut beraten, Deutschland zu verlassen, als die Nazis ans Ruder kamen. In Hollywood aber hatte er Pech: Er inszenierte einen Flop, und das verzieh man ihm nicht. Er bekam keine zweite Chance, sondern hätte als Regieassistent sein Leben fristen müssen. Das war nun deutlich unter seiner Ehre. Seine wirkliche Tragik aber begann erst, als er mit Frau und Sohn nach Wien zurückkehrte, wo er einen Sanatoriumsplatz für seine demente Mutter finden wollte. Dort nämlich überraschte ihn der Beginn des Zweiten Weltkrieges — und er konnte das Deutsche Reich nicht mehr verlassen.

Kehlmann schildert in geradezu filmisch gedachten Schnitt- und Szenensequenzen, wie Pabst sich „arrangiert“, wie er eigentlich gegen seinen Willen beginnt, sich von den Nazis einspannen zu lassen. Seine Unterredung mit Goebbels (der namentlich nie genannt wird) gehört zu den Schlüsselpassagen des Romans — unendlich lange Korridore, ein unfassbar riesiges Büro mit einem Schreibtisch ganz am Ende, vor dem man auf dem Weg durch den Raum immer kleiner wird, und „der Minister“ ist einerseits die Höflichkeit selbst, lässt aber keine Sekunde einen Zweifel daran, dass er auch anders kann. Und vor allem daran, dass Pabst Kriegsgefangener und als solcher von seiner, des Ministers, Gnade abhängig ist. Eine Szene, die einem kalt den Rücken herunterläuft. Eine besondere Hintertreppe tut sich dadurch auf, dass Pabst die Tatsache, Kriegsgefangener zu sein, auch als Entschuldigung dafür einsetzt (sich selbst und anderen gegenüber), sich auf die Nazis überhaupt eingelassen zu haben. Man würde sich nicht wundern, wenn „der Minister“ das genau so einkalkuliert hätte.

Auch Trude, Pabsts Frau und Drehbuchautorin, wird mithilfe eines Lesekreises in die NS-Szene geholt, der die Schundromane eines Herrn Karrasch in den Himmel hebt. Dessen Schmachtfetzen Die Sternengeige muss Pabst schließlich verfilmen, und darüber wird ihm klar, dass die Statisten, die er herumschubst, KZ-Häftlinge sind. Sein letzter Film, Der Fall Molander (1945), den er selbst für seinen besten hält, geht verloren. Und weil das alles noch nicht reicht, wird auch Pabsts Sohn, eigentlich ein amerikanischer Junge, ein Anhänger der HJ.

Ich will hier nicht die ganze Geschichte erzählen. Sie beruht auf Recherche, ist aber um Eigenerfindungen des Autors erweitert, wie das in letzter Zeit ein wenig in Mode geraten zu sein scheint. Viele Zeitgenossen und Kollegen Pabsts tauchen auf, teils als Gesprächsthemen und Klatschobjekte, teils real, darunter Schauspieler wie Heinz Rühmann, Paul Wegener und Werner Krauss, auch eine Leni Riefenstahl, die so widerlich ist, dass man fast Mitleid bekommt. Aber auch die klassischen Mitläufer fehlen ebenso wenig wie die, die mit Begeisterung dabei sind und später von nichts gewusst haben wollen.

Der Ton des Romans ist vielseitig, den jeweiligen Szenen und Perspektiven angepasst. Kehlmann kann sowas, das hat er schon in Tyll gezeigt. Hier allerdings treten gelegentlich Längen auf, einiges ist mir schlicht rätselhaft-verworren geblieben, manches kommt mir ein wenig gewollt atemlos vor. Ein gutes Buch also auf jeden Fall, aber der annoncierte Jahrhundertroman ist es nicht. Immerhin aber ein echter Pageturner, und ich tippe mal, auf eine Verfilmung werden wir nicht lange warten müssen.

 
 

 

2023 1 Dez.

Take Me Home

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Ich gestehe, auf eine Del-Rey-Version dieser 1971er-Hymne nicht unbedingt gewartet zu haben.

 

 

Aber nun ja, hier ist sie. Und solange Lana nicht auch noch Denvers Frisur covert …

Womit der Chronistenpflicht Genüge getan sei.

 

2023 30 Nov.

T

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Manafon T-Shirt

 

 

Genauer:

Die Suche nach dem Faden der Ariadne nach dem Öffnen der Büchse der Pandora.

 

Weniger verklausuliert:

Beim Regisseur George Miller weiss man nie so recht, was er als nächstes vorhat – vom ungezügelten Action-Rausch eines Mad Max zum Schmonzettchen über das Schweinchen Babe nun ein Fantasy-Epos mit märchenhaften Obertönen – nach der Romanvorlage Der verliebte Dschinn von A.S. Byatt.

Ein Film über das Wünschen und Begehren im allerweitesten Sinne als opulenter Bilderbogen mit zwei gut aufgelegten Hauptdarstellern angelegt, zwischen denen lediglich die erotische Choreographie nicht so recht knallen will. Zum Ende wirken sie eher wie ein schüchternes Rentnerpärchen, das noch die letzten Tropfen Nektar aus dem Becher des Lebens saugen will und einfach gern miteinander spazieren geht, weil zu allem anderen die Power fehlt.

Auch Tilda Swinton gibt mal nicht irgendeine Form der Eiskönigin, sondern zeigt sich berührbar und will im weiteren Verlauf auch zunehmend berührt werden. Und Idris Elba sieht – als dauerverliebter Kraftbolzen mit sanfter Seele – ohnehin gnadenlos gut aus.

Die Professorin für Narratologie – das gibts wirklich – heisst Alithea (Aletheia ist die Göttin der Wahrheit, was sich jetzt natürlich mit einem Beruf, in dem es um Storytelling geht, ein bisschen beisst, aber wurscht …). Sie kauft sich ein Fläschchen, aus dem ein Dschinn entsteigt, der auch Dschinn heisst und da lange geschlummert hat. Er muss ihr drei Wünsche erfüllen, andernfalls muss er zurück in die Flasche. Problematisch nur, dass die Dame keine Wünsche hat, denn als Narratologin und kluge Frau weiss sie, dass dergleichen frei flottierendes Gewünsche oft schiefgeht; man denke nur an den Fischer und seine Frau.

Der Dschinn – anfangs von raumfüllender Grösse (später schrumpft er auf Menschengrösse) ist vom Nabel abwärts behaart und weist dabei zurück auf Geschöpfe der Mythologie, die die menschliche und die tierische Seite des Menschseins noch unzerrissen in sich tragen wie Faune und Zentauren – durchaus sympathische Burschen, die es verstehen, sich’s gutgehen zu lassen. By the way hätte der alte Schelm aus der Berggasse zu halbbehaarten Dingen, die beliebig grösser oder kleiner werden können, sicher auch eine stringente Deutung aus dem Hut gezaubert und der Geschichte damit einen noch etwas anderen Fokus verliehen –  aber man muss ja nicht alles vulgärfreudianisch angehen.

Der Dschinn erzählt also daraufhin der Professorin sein 3000 Jahre währendes Leben, geprägt von von Verliebtsein, Liebe und Begehren bei sich und anderen – aber auch Geschichten von Mordlust, Gier und Verrat und der dunklen Seite menschlichen Getriebenseins. Im Gegensatz zu Faust, der sich relativ rasch von Mephisto auf das schlüpfrige Parkett der Erotik locken lässt und sodann gleich über das arme Gretchen herfällt, ist die Professorin erst obstinat, obwohl ihr der Dschinn zunehmend wohlgefällt.

Man plaudert zunächst in Hotelbademänteln in der Sprache Homers; der Dschinn ist allerdings ein kybernetischer Organismus (so tönte seinerseits der Terminator, der allerdings als lernende Maschine aus der Zukunft kam, um die Vergangenheit etwas aufzuräumen) und lernt rasch die Sprache. Dann öffnet er die Pandorabüchse und es folgt ein Tsunami an Vignetten aus seinem Leben und Lieben und dem anderer Figuren aus dem Orient, in üppigem Dekor, ein Bilderbogen der Scheherazade, überwältigend für den Zuschauer, der vergeblich nach dem roten Faden sucht wie Ariadne im Labyrinth des Minotaurus. Es wird geliebt, gehasst, geneidet geeifersüchtelt und geschwängert, verfolgt und getötet bis der Bildschirm glüht, der Dschinn muss immer mal wieder in die Flasche und wird auch wieder befreit, da gibt es eine systemimmanente Gesetzlichkeit.

Der Zuschauer verliert sich im Visuellen, die Logik bleibt auf der Strecke – bzw man kommt mit dem Denken nicht mehr hinterher, wer jetzt sich in wen verguckt hat und warum. Aber wer fragt danach in einer Märchenstunde? Gefühle sind mit Logik ohnehin nicht zu fassen und der Film vermittelt uns ihre Schönheit, Potenz und Schrecklichkeit und ihr Zerstörungs- und Aufbaupotential über die Jahrtausende – auch ein bisschen mit Augenzwinkern dargestellt, einer ironischen Distanz, die die Bildgewaltigkeit und das Jagen der Menschen nach Befriedigung angenehm bricht und nicht zurückschreckt die Lächerlichkeit so mancher Begehrenden auch mit rüberzubringen. Und manche weibliche Protagonistinnen scheinen durchaus Persönlichkeitsanteile von Alithea zu repräsentieren.

 

 

Die Professorin ist beeindruckt; allerdings beginnt jetzt der Dschinn zu schwächeln, der elektromagnetische Wellensalat der Neuzeit, der in der Grosstadt auf ihn einstürmt macht ihm gesundheitlich zu schaffen und zerstört langsam seine Struktur. Er ist gezwungen, die Professorin zu verlassen, die aber dankbar ist, dass sie ihr Seelenleben wieder entdeckt hat und Wünsche formulieren kann, so dass der Geist nicht wieder in die Flasche muss; hier tröpfelt etwas Rührseligkeit in die Melange aus Sehnsüchten und Begierden, das Paar geht gelegentlich noch zusammen spazieren – zuletzt gemeinsam in den Sonnenuntergang wie weiland Winnetou und Old Shatterhand.

Ein Cliffhanger, der durchaus ein Sequel möglich erscheinen lässt, Regisseure müssen schauen wo sie bleiben. Und ein merkwürdig zurückgenommenes Ende nach all den rauschhaften Erlebnissen, aber somit auch eine Parabel für das Schicksal menschlicher Triebregungen: Zuerst riesig, beängstigend, fremdartig und raumfüllend nachdem sie aus ihrem jeweiligen Behälter ausgebrochen sind, dann von einer Person mit hinreichender Ich-Stärke verbalisierbar und handhabbar gemacht, bis sie sich erschöpft haben und in einer harmonischen Altersliebe ihr Ende finden – das Schicksal vieler Lieben. Somit wäre der Dschinn zu lesen als externalisierter Persönlichkeitsanteil von Alithea, der durchaus Wünsche hat und sich von ihrem Verstand nicht einreden lässt, sie wäre mit allem fertig – ein Thema das alle fühlenden Menschen höheren Alters bewegt.

Der Film gibt auch Hinweise auf Hintergründe. Beim Betrachten des Fotoalbums von Alithea sieht man Bilder einer glücklichen Ehe, dann das Ultraschallbild eines Fötus – danach leere Seiten. Hier wurde etwas beendet und in eine Scheinzufriedenheit überführt bis … – ja bis der Dschinn hereinplatzte und wie einst Mephisto darauf hinwies, dass Herr Doktor mal mit der Denkerei aufhören und etwas Sex haben sollte – ohne das Drama jetzt allein auf diesen simplen Focus eindampfen zu wollen, aber die Gretchenverführung ist eben nun mal die Zentralheizung dieses Werks.

Und der Dschinn als Repräsentant unseres Trieblebens darf in Freiheit bleiben, solange der Mensch sich etwas wünscht, wer aufgehört hat zu wünschen hat ihn für immer eingesperrt. Es muss eine Fusion zwischen Triebkraft und wünschendem Objekt stattfinden, damit es zu einer Erfüllung kommen kann bzw die Triebkraft sich in einer Handlung befriedigendend operationalisieren kann – ein furztrockener Psychosatz den dieser Film in seinen bunten Metaphern viel schöner visualisiert. Wenn wir aufhören zu wünschen, passiert nichts mehr. Möge uns dann ein guter Dschinn besuchen, gerne auch gleich im Bademantel.

 

2023 28 Nov.

In die Ferne lauschen

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Im letzten Jahr war Recordings From The Åland Islands eines meiner Lieblingsalben, in diesem Jahr bin ich auf einem Konzert von Jeremiah Chiu & Marta Sofia Honer durch verschiedene Sphären getrieben, im nächsten Jahr veröffentlichen die beiden zusammen mit Ariel Kalma (mir unbekannt) ein Album – The Closest Thing to Silence – mit mindestens einem schönen Stück.
 

 
 

 
 

Circling Around Invisible Centers – Every year brings an abundance of wonderful musics, reissues and archival discoveries. Nevertheless, it’s easy for me to list a ravishing list of old and new dreams.  „Old True Love Never Dies“, as Neil Young once sang, and I was 20 years young when the record ZUMA (quite a romantic album with some sharp edges) blocked my turntable in the International Student House in Würzburg for weeks. Along with three to five ECM records and John Coltrane’s „Live In Japan“. Brian Eno came later to my ears, at the end of 1975, with the albums „Taking Tiger Mountain (By Strategy)“ and „Discreet Music“ (and don‘t ask, I was not so much into the first two Roxy Music albums, I preferred the third one, „Stranded“.) In fact, I could write a long short story about the evening i first heard „Taking Tiger Mountain (by Strategy). Weeks later, when „Discreet Music“ from (Brian‘s Obscure Records)  put a spell on me, i kept asking myself why I was falling for these silent sounds to the same degree as to that quite surreal song album. And my private answer was: both abums are circling around invisible centers.

Anyway, „old true love never dies“.  Back in those days I entered into another dialogue with that  songline from Neil and had to realise that I had already left a few „true old loves“ behind me, all of which (at least the real ones) remained unrequited and were merely adored (all courtship and lyrics failed), which in retrospect raises justified doubts about the attributes „old“ and „true“, not to mention „never dies“. That was to change in my summer of love in 1975, at least for a beautiful, infinitely short while. First came Christiana, the unearthly one in the white dress, and after the end of this 2-year-engagement, nobody for a while, and then a woman of unrivalled androgynous beauty, whose full name reminded a classmate decades later of the sound of a Bavarian porn star. But… she was a goddess from the highway… There can be no question of self-delusion and projection with the following albums and works of art from the old days. And from the new days, too. 


01. P.J. Harvey: I Inside The Old Year Dying
02. Fire! Orchestra: Echoes
03. Natural Information Society: Since Time Is Gravity
04. Mette Henriette: Drifting 

05. The Necks: Travel
06. Modern Nature: No Fixed Point In Space
07. Palle Mikkelborg / Jakob Bro / Marilyn Mazur: Strands
08. Jan Bang / Eivind Aarset: Two Last Inches Of Sky
09. Roger Eno: The Skies, They Shift Like Chords (DGG)
10. Lankum: False Lankum  
11. Brian Eno: Top Boy (O.S.T.)
12. Craven Faults: Standers
13. Sylvie Courvoisier: Chimaera
14. Thandi Ntuli with Carlos Nita: Rainbow Revisited
15. Paul St. Hilaire: Tikiman Vol. 1
16. Rickie Lee Jones: Pieces Of Treasure
17. The Gurdjieff Ensemble: Zartir
18. Arooj Aftab / Vijay Iyer / Shahzad Ismaly: Love In Exile
19. Alabaster DePlume: Come With Fierce Grace

20. Blur: The Ballad of Darren
21. Wilco: Cousin
22. Nitai Hershkovits: Call On The Old Wise

 

 

 

 

  1. Nana Vasconcelos: Saudades (ECM)
  2. Keith Jarrett: Bremen / Lausanne (ECM)
  3. Jon Hassell: Further Fictions (Ndeya)
  4. Old And New Dreams (ECM)
  5. Neil Young: Chrome Dreams
  6. Alice Coltrane: Journey In Satchidananda (Impulse)
  7. The Kinks: The Journey – Part 1 & 2
  8. The Obscure Records Box Set 
  9. Pharoah Sanders: Pharoah
  10. Dorothy Ashby: The Rubayat Of Dorothy Ashby
  11. Scritti Politti: White Bread. Black Beer
  12. Hiroshi Yoshimura: Surround

 

 

A CURIOUS COLLECTION OF OLD AND NEW DREAMS – Buried Treasure: The Call (japo 6001)  – Mal Waldron‘s fusion masterpiece, and an audiophile delight anyways, from the early days of Gleichmannstraße  10 in München Pasing!) / Best Classic Rock Box: Frank Zappa – Overnite Sensation (50th anniversary – still crazy after all these years, I like Zappa more than ever, to my own surprise) / Best Classic Rock Vinyl Remaster: The Who – Who’s Next / Best Archival Discovery Of Electronica: Pauline Anna Strom – Echoes, Spaces, Lines / Fabulous Roots Reggae Re-Discovery: George Faith – To Be A Lover / Best Old Movie Experience: Silverado / Best Concerts (I didn‘t see): Brian Eno, Berlin – P.J. Harvey, London – Kronos Quartet, Pittsburgh / Best Crime Novel: James Kestrel – Fünf Winter (Suhrkamp) / Best Old German Jazz Reissue On Vinyl: Volker Kriegel – Missing Link (MPS) / a forthcoming  ECM album fitting perfectly for „my Klanghorizonte edition“ on  January 25: Arve Henriksen & Harmen Fraanje: A Touch Of  Time / A very special  BluRay (or vinyl experience) for the Christmas Tree: Neil Young – Before + After / Essential  Reissue of ECM in 2024: Keith Jarrett & Jan Garbarek: Luminessence (March) /  A book that will trigger and restore adventurous  times: Jan Reetzes Liebeserklärung an ein 50 Jahre altes Album (März 2024) / A songsmith’s album on loss, loss, loss, and yet still kicking and feeling alive: Bob Dylan: Time Out Of Mind  /  A jazz album with a lifetime‘s devotion: Ralph Towner: Solstice (ECM 1060)* / I am so sorry, my taste is so predictable, my only excuse, it‘s not taste, it‘s passion!

 


*ECM 1060“
 /  Ich war nur einmal in meinem Leben auf Wangerooge. Seltsam, dass mir von der Hinfahrt der kurze Zwischenstop damals, im Sommer 1975, in Husum, in Erinnerung geblieben ist, wo ich umstieg und mir das Leben in jenen Momenten eine Schwelle zu öffnen schien, ein Ende der Kindheit.

Ein paar Abende später schlich ich an dem Zimmer der Pensionsbesitzer vorbei, klopfte bei ihrem Aupair—Mädchen Elke Marie an die Tür und verschwand in ihren Armen. Im Sommer darauf, oder waren es zwei Sommer später, traf ich Elke Marie wieder, zu meiner Überraschung, an der Rezeption des Nordseehotels auf Borkum, und voller Freude lief sie zu mir, obwohl wir uns schon länger keine Briefe mehr geschrieben hatten. Aber war das nicht ein Zeichen, dachte sie wohl, was ich wohl auch gedacht hätte, über diesen kaum glaublichen Zufall, wenn inzwischen nicht soviel geschehen wäre,  und für ein paar Minuten kam ich mir vor wie in einem Film von Eric Rohmer. Als ich ihr sagte, ich sei mit meiner Verlobten hier, hielt das Empfinden, immer noch Teil einer „moralischen Erzählung“ des Franzosen zu sein, weiter an, doch blieb es bei diesem kurzen Wiedersehen und Verabschieden. Es tat mir einen Moment lang weh, aber es ging nicht anders.

Im Sommer davor, oder waren es doch zwei Sommer, regnete es oft auf Wangerooge, und ausser meinem spätabendlichem Runterschleichen in Elke Maries Zimmer und der wunderbaren Wärme ihres Körpers, ihrem Duft nach englischem Moos, ihrem weichen wogenden Busen, erinnere ich nur noch einen Abend in jenen drei Wochen, an dem ich eine Jazzsendung von Michael Naura im NDR hörte. Ich hatte meinen Anorak angezogen, das Transistorradio in die Tasche gesteckt, und war trotz stetigen Regens runter zur Promenade gegangen. Nicht direkt ans Meer, wo die Musik untergegangen wäre. Naura schwärmte von einem brandneuen Album namens „Solstice“, von  Ralph Towner, mit Jan Garbarek, Eberhard Weber und Jon Christensen. Dann spielte er die Komposition „Nimbus“, und ich kroch förmlich in die Lautsprecher des winzigen Metallradios hinein. Was für ein Tanz des Lebens!

In den Neunziger Jahren traf ich Ralph Towner in Dortmund, und wir gingen einzelne Stationen seines Lebens durch.  Als wir zu „Solstice“ kamen (produced by Manfred Eicher, ECM 1060), seufzte der Amerikaner kurz auf, als würden in Sekunden  Bilder und Töne an ihm vorüberziehen, von der Aufnahme in Oslo: das perfekte Miteinander der Vier, der überschäumende Ideenfluss.  Manfred und Jan Erik im Kontrollraum. Es war klar, wir würden  über eine Sternstunde reden. Es war ja nicht seine einzige. Nachspiel: Vor wenigen Tagen wählte ich mir  ein Kennzeichen für meinen neuen Toyota aus, als Reminsizenz, AC – EC – 1060, nachdem der alte von einer älteren Dame mit neuronalem Blackout auf einer Kreuzung geschrottet wurde.

(I sent this story, in deep L translation, to Brian Whistler, and knew it would put a smile on his face.) 


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