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2018 5 Dez

Babylon Berlin

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By the way, during the recent couple of days I’ve read Volker Kutscher’s novel „Babylon Berlin“ (German title: „Der nasse Fisch“) that became the template for the TV series. A good read! But the more I got through the book, the more the TV adaptation got ridiculous. It’s really unbelievable how the TV series violently deformes the original characters and stuffs dramaturgical nonsense and all kinds of clichés into the plot until it squeaks, just to get what the makers seem to think is „Berlin in the Twenties“. The novel is a bit sluggish at times, but much better than the series, seriously. It’s annoying.
 
 
 

 

 

 
 
 
Ein neues Album von Janis Joplin! Ein Doppelalbum sogar! Yay!

Na gut. Die Story des Cheap Thrills-Albums ist wahrscheinlich bekannt: Big Brother & The Holding Company (der Name ist bis heute seiner Zeit voraus) hatten sich im Studio so oft verspielt, dass der Produzent letztlich auf die Idee verfiel, Publikumsgeräusch dazuzumischen und das Ganze als Live-Album auszugeben. Dort würden die Fehler glatt als „authentisch“ durchgehen. Einzig „Ball And Chain“ war eine wirkliche Live-Aufnahme, aufgenommen im Fillmore in San Francisco. Wenn mich nicht alles täuscht, ist der für den Rest der Platte verwendete Beifall derselbe, der auch für das (ebenfalls gefakte) Live-Album der 13th Floor Elevators von 1968 eingesetzt wurde.

Columbia hat damals weder das ursprünglich vorgesehene Coverfoto

 
 
 

 
 
 

noch den eigentlich beabsichtigten vollen Titel des Albums akzeptiert. So ließ man es denn bei Cheap Thrills, und Janis Joplin höchstpersönlich bat Robert Crumb um einen Comic, den dieser mit Freuden lieferte. Und weil er so schön war, kam er aufs Frontcover. Auf die ihm angebotenen 600 Dollar verzichtete Crumb: „I don’t want Columbia’s filthy lucre“. Wer sich’s denn leisten kann …

 
 
 

 
 
 

Weil Crumb davon ausging, dies solle das Backcover werden, visualisierte sein Comic die einzelnen Titel des Albums und nennt die Musiker. Eine der Zeichnungen war mit „Harry“ beschriftet. Das war der Titel eines sehr kurzen und sehr schrägen Stücks, das die Seite 2 eröffnen sollte. Da die Plattenfirma dieses Stück ebenfalls rauswarf, wurde im Nachhinein „Harry“ aus der Zeichnung entfernt und „Art: R. Crumb“ eingefügt. (Crumb selbst hat seine Zeichnungen nie signiert.) — Das Original des Comics übrigens ist 1971 aus dem Columbia-Archiv geklaut worden, wohl von einem Mitarbeiter. Zwölf Jahre später wurde es bei Sotheby’s für 250.000 Dollar versteigert; das Auktionshaus hat den Verkäufer nie bekanntgegeben.

Nun ist „Harry“ wieder da. Diesmal unter dem vollständigen Originaltitel des Albums, für das vorgesehene Originalfoto allerdings mochte man sich aber auch diesmal nicht entscheiden. (So originell war’s auch wirklich nicht.) Zweieinhalb Stunden Outtakes und Live-Mitschnitte aus der Cheap Thrills-Ära gibt es zu hören — 30 Stücke insgesamt, davon 25 bislang unveröffentlicht, fünf erschienen bereits als Bonustracks auf anderen Zusammenstellungen oder Re-Issues. In vielen Fällen, so ehrlich sollte man sein, erschließt sich recht schnell, weshalb das Stück ein Outtake geworden ist. Spielfehler, falsche Noten, Abbrüche und Aussetzer kommen immer mal wieder vor. Es wird (wieder einmal) klar, dass BBHC zwar eine für damalige Normalverhältnisse brauchbare Band war, mit Janis‘ Ausnahmetalent aber schlicht überfordert war. Auch Janis scheint nicht in allen Stücken bei 100 Prozent zu sein, dafür übertreibt sie in anderen Stücken mit voll durchgetretenem Gaspedal. Aber die meisten Stücke sind hörenswert. Und überhaupt: 80 Prozent Joplin sind immer noch mehr als das meiste, was heute gern mal als „neue Joplin“ gehandelt wird. Es bleibt dabei: Es gibt nur eine.

Das Booklet beinhaltet einen kurzen Gruß von Grace Slick und einen längeren Text von BBHC-Drummer Dave Getz, der einiges an interessanten Hintergrundinformationen liefert.

2018 4 Dez

„The Opener“

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2018 4 Dez

Vilde&Inga

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Gestern Abend traten zwei junge Norwegerinnen in der Filmwerkstatt in Düsseldorf auf. Sie waren im Rahmen der „Soundtrips NRW'“eingeladen, ein mittlerweile qualitativ hochwertiges Konzertforum.

Vilde und Inga spielen gerne mit anderen Musikern zusammen, zuhause in Oslo z.B. mit Sidsel Endresen, hier im zweiten Teil mit L. Heinz an der elektrischen Gitarre und mit der exzellenten Geigerin Gunda Gottschalk.

ECM hat sie bereits mit ihrer Cd Makrofauna bekannt gemacht, Diedrich Diederichsen ist ihnen auf dem Osloer ULTIMA FESTIVAL begegnet.

In einem kleinen Kinosaal vor 9 Zuhörern zu spielen, hebt sicherlich nicht die Stimmung. Trotzdem war den beiden die Freude am Improvisieren anzusehen. Vilde holte wirklich alles aus ihrem Klangkörper heraus, improvisierte auf Geigenteufel komm raus. Sie zauberte kratzige, reibeisenartige Töne hervor. Inga, über ihr großes Instrument gebeugt, startete mit tiefen, ruhigen Tönen, als ob sie die hektischen Schrillereien der Violine einfangen wollte, um eine harmonischere Komposition hinzukriegen. Sie schaffte es fast, Inga strich dann etwas sanfter über das Geigenkastenholz. Ein paar trotzige Woody Woodpecker Klopfgeräusche noch und dann wurde es ganz still.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Laurie Anderson, die auch in Oslo auf dem Festival auftrat, nach so einer Stille die Anwesenden zu einem kollektiven Urschrei gegen Trump und Erderwärmung aufforderte. Sie soll diese Idee umgesetzt haben, so steht es im vorletzten SPEX.

 

2018 4 Dez

Meine Alben 2018

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Record of the Year: Jakob Bro – ReturningsECM in 2018: Christjan Randalu – Absence / Andy Sheppard Quartet – Romaria / Nik Bärtsch – Awase / Bobo Stenson Trio – Contra La Indecisión / Shinya Fukumori Trio – For 2 Akis / Mathias Eick – Ravensburg / Florian Weber – Lucent WatersVarious from 2018: Sonar w. David Torn – Vortex / Dave Holland – Uncharted Territories / Dave Liebman – Fire / Dhafer Youssef – Sound of Mirrors / Julian Lage – Modern Lore / Gilad Hekselman – Ask For Chaos / Ben Wendel – The Seasons / Discovered in 2018: Marc Copland & Dave Liebman Quartet – Lunar (2002) / Chico César – Mama Mundi (2000) / Eliane Elias – Dance of Time (2017) / Chico César – Respeitem Meus Cabelos, Brancos (2002) / Anna-Lena Schnabel – Books, Bottles & Bamboo (2016) 

 

(Änderungen & Ergänzungen vorbehalten)

 

 
 
 

Zwei Dinge sollte man sich spätestens 2019 gönnen, den Remix des „White Album“ der Beatles, und dieses Opus eines kritischen Rationalisten, dessen angestammte Vernunft  in den letzten Jahren einige Sinn stiftende Erschütterungen erlebt haben dürfte. Wenige Sachbücher haben mich in meinem Leben so fasziniert wie Michael Pollans Buch. Neben Albert Hofmann und Timothy Leary tauchen da historische Figuren auf, aus deren Lebensabschnittsphasen HBO packende Serien schöpfen könnte, eine davon wäre Cary Grant. Der Autor ist Jahrgang 1955, und als Junghippie begegnete er damals der bewusstseinserweiternden Droge LSD mit grosser Vorsicht, und mied jeden Kontakt. In diesem Buch rollt er ein historisch, psychologisch und philosophisch hochinteressantes Feld neu auf, als eine Art teilnehmender Beobachter, berichtend, erzählend, und „aus der Innensicht“. Ich habe dieses Buch Seite für Seite im Original gelesen, und natürlich werde ich mit LSD auf Reise gehen, mit reflektiertem Blick für Set und Setting. Es ist allerdings nicht leicht, ob im Dark Net, Strassenverkauf, oder bei kalifornischen Freunden, die richtige Qualität zu erhalten. Niemand sollte sich naiv auf diesen Weg begeben. Ich wünsche diesem Buch viele aufmerksame Leser. Wer auf andere Art geläufige Ich-Erfahrungen transzendieren möchte, dem  lege ich das Gebiet luzider Träume nah, da bin ich wirklich Spezialist und kein Amateur. Und, tja, für den Winter habe ich mir ein feines Taschenbuch zugelegt, ideal auch für Zeitreise-Freaks, die mal ernstmachen, und sich gepflegt „abschiessen“ wollen mit einem Stück Weltliteratur (als solche wird es jedenfalls gehandelt): Tom Wolfe – The Electric Kool-Aid Acid Test. Habe ich nie gelesen, und jetzt einen ganz anderen Blick darauf!

MICHAEL POLLAN – PSYCHEDELICS – HOW TO CHANGE YOUR MIND

I think it was in January that I posted a review of Edgar Froese’s autobiography here. In March 2018, a documentary on Tangerine Dream was published on DVD: Revolution Of Sound.

 
 
 

 
 
 
The movie was made by Margarete Kreuzer with the help of Arte, WDR, RBB and some crowdfunding. As Edgar Froese had wished, a 55-minute version was made for Arte TV, a long version (89 minutes) was made for DVD and cinema.

Don’t expect any revolutionary news, but it’s an interesting trip. The docu starts with Edgar Froese, walking with a strange construction of microphones recording his breath and electrodes on his chest through obviously hot sunshine into the ocean to use the sounds and data to control a synthesizer (it’s a pity we don’t hear the result). The film then walks chronologically through the story of the band, with the focus mainly on Froese. Most of the used material was known before, like the „Bathtub Session“ or the snippets from the „scandalous“ Reims Cathedral concert, but we also get a lot of stuff here that was filmed by Froese himself — obviously this was one of his obsessions. Besides this, there are several interviews with people who were involved in the band or in projects the band had to do with. We see Brian May (guitarist of Queen who’s also an astrophysicist) who performed with TD using the sounds of radio stars. There’s Jerome Froese (son of Froese and his deceased wife Monika) who talks about playing with David Bowie’s son as a child. There are snippets of a teaching by Pierre Schaeffer, a statement by Virgin head Richard Branson, and a sort of working report by director Michael Mann about the Sorcerer soundtrack. More interesting is Jean-Michel Jarre who was in the Reims audience and in 2015 recorded a track with TD. He talks about his theory that electronic music was a French and German invention. This is for sure not wrong, but it should be said that in France and Germany „electronic music“ was a very academic thing that used technical devices that were usually not made to be used as musical instruments. The Moog Synthesizer changed that, and I think it was not by chance that this device was not a German but an American invention. But — and in this respect Jean-Michel is right — the American musicians tried to integrate the synthesizer into their rock music as a sort of interesting sounding addition, while the German musicians radically waved goodbye to their classic rock instruments and were the first to use the synthesizer as main or even only instrument. But most interesting of course are the things Peter Baumann and Johannes Schmoelling have to say because they know the real story. It becomes clear that the high time of Tangerine Dream were the 1970s and 1980s, after this the band turned out to be more and more a solo project of Froese with guest musicians.

And of course we hear Froese’s famous sentence: There is no death, there is only a change in the cosmic address.

Most of the commentary is from Froese’s autobiography. Originally it was planned to use statements of Froese. A lot was taped, but when the accident on black ice happened and his broken jawbone adhesed a bit awry, he had difficulties to speak. So director Margarete Kreuzer decided to use the autobiography instead, spoken by Alexander Hacke (of Einstürzende Neubauten). Bonus material has interviews with Johannes Schmoelling, Peter Baumann, Jean-Michel Jarre, Linda Spa, Michael Mann, Bianca Froese-Acquaye and Margarete Kreuzer; and two concert snippets — unfortunately from a late phase of the band with a lineup that was not that interesting anymore. I would have preferred to see some material of the „classic“ years which I’m sure exists.

The DVD has the movie in a German as well as in an international version, but for some reason the region code is 2, so it might be some American DVD players and computers won’t play it.

2018 2 Dez

Tarifa

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Faszinating Twin Peaks Time. This is a song I just listened to at The Bang Bar.

 
 

Hit the ground / The Yard I found something / I could taste your mouth / Shut the door / Now in the sun tanning / You were so / Just / Looking across the sky / Can´t remember / I can´t recall no / I can´t remember / Anything at all / Let´s run under / Cursing myself at night / Slow it was seven / I wish it was seven all night / Tell me when / Tell me when this is over / Chewed you out / Chew me out / When I´m stupid / I don´t wanna / Everyone else pales / Send in the owl / Tell me I´m not a child / You summon / Forget about / Everyone else / Fall away/ Somehow

In addition to the posting about the Conny Plank documentary, here’s the recipe from the end titles of the film:
 
 
 

 

2018 30 Nov

My Jeffness

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Heute kam Warm von Jeff Tweedy heraus. Auf Michaels Bestenliste steht sie schon auf Platz 17. Ich hörte mir heute auf Youtube die neuen Stücke an. Jeffs Stimme ist unverändert warm and tender und wer nicht wie ich an Songs wie „Sunken Treasure“ oder „Remember the Mountain Bed“ klebt, der wird bei den neuen Songs „I know what’s like“ oder „Let’s go rain“ ganz schnell wach. Da gibt es stille bridges, da schwingt eine Aufforderung mit, Antworten auf Fragen zu finden. „How will I find you?“
 
 

How will I find you

I don’t know

You will know

 
 
Jeff hat ein großes Talent, sofort das Publikum zu gewinnen. Unvergesslich als er in einer nüchternen Hotelhalle in Düsseldorf ein Konzert mit WILCO gab, sich umschaute und zu uns meinte, er könne hier besser einen Vortrag halten. Wir hatten verstanden und sprangen von unseren Stühlen.

Für weichere Gemüter, die z.B. eine Lektüre des Harald Welzer Buches Die smarte Diktatur nicht so gut wegstecken können, wäre es vielleicht ratsam, sich die neuen Songs mal anzuhören. Nietzsche: „Wir haben die Kunst, damit wir an der Wahrheit nicht zugrunde gehen.“ – Jeff sagt und singt es ähnlich.
 
 

Music is my savior

I was maimed by rock and roll

I was tamed by rock and roll

I got my name from rock and roll

 
 
Würde ich meine o.g. Lieblingssongs mit den neuen auf Warm synthetisch in Verbindung bringen, dann wäre es „Remember the Mountain Bed“ mit dem wärmenden „The Red Brick“ im Herbstlaub.


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