Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

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Archives: April 2023

 

 

      1. Nana Vasconcelos: Saudades (Lp)   
      2. Jon Hassell: The Living City (Lp)
      3. Pharoah Sanders: Live At Fabrik 1980 (Lp, Cd)
      4. Jon Hassell: Psychogeography (Lp)
      5. Movietone: Movietone (2-Lp, Dl)
      6. Neil S. Kvern. Doctor Dancing Mask (Lp)
      7. Alice Coltrane: Journey In Satchidananda (Lp)
      8. Eden Ahbez: Eden‘s Island (Lp, Cd)
      9. Joanna Brouk: Sounds Of  The Sea (Lp, Dl)
      10. Jacqueline Humbert & David Rosenboom: Daily Viewing
      11. Farid El Atrache: Nagham Fi Hayati (Lp)
      12. Bob Dylan: Time Out Of Mind (surround)

 

2023 11 Apr.

„Odilos Jazzfakten“

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Hier dann doch einige Alben, sieben an der Zahl, die vielversprechend sind bzw. einfach sehr gut und ergreifend. Natürlich gibt’s so viel mehr Interessantes und Gutes. 

 

Sam BardfeldRefuge (bereits auf Manafonistas besprochen) 

 

Roberto Bonati + Parma Frontière Orchestra La Fòla de l’oca/Overtime 

 

Sofia BorgesTrips & Findings (Doppel-Soloalbum der portugiesischen Perkussionistin aus Berlin, Sofia ist Teil des Trios Whispers&Cries, das bereits auf Manafonistas eingeführt ist) 

 

Mario Costa/Bruno Chevillon/Cuong Vu/Benoit DelbecqChromosome (Portugiesisch-französische-US-amerikanische Zusammenarbeit). Spannend hier ist, wie bekannte Klänge allmählich subtil mutieren. 

 

Sylvie Courvoisier/Cory SmytheThe Rite of Spring – Spectre d’un song (entstanden aus dem Projekt des Flamencotänzers Israel Galvan zu dem inzwischen 100 Jahre alten epochalen Stück von Stravinsky (Premiere 29. Mai 1913) und erscheinend auf dem regen Pyroclastic Label der New Yorker Klasse-Pianistin Kris Davis. Sylvie Courvoisier hat  bereits  eher in einem anderen Projekt (La Curva) mit dem Flamencotänzer Israel Galvan zusammengearbeitet). 

 

Alexandra GrimalRefuge (aussergewöhnliche französische Sopransaxofonistin) 

 

Taiko SaitoTears of a Cloud (von mir hochfavorisierte japanische Vibrafonistin/Marimba-Spielerin aus Berlin, Soloalbum) 

2023 11 Apr.

„Saudades“

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Ich weiss noch genau, wie und wo ich das Album „Saudades“ von Nana Vasconcelos erstmals gehört habe – und dann immer wieder hörte. Es war in den Wochen und Tagen vor der Ermordung John Lennons, ich war gerade in der Souterrainwohnung eines neuen Häuschens am Ausläufer des Hohen Bogens eingezogen, im „legendären“ Dorf Bergeinöden. Meine ersten beiden Bücher waren „Ripley Underground“ von Patricia Highsmith (eine Enttäuschung!) und Henry David Thoreaus „Walden“, eine Offenbarung. Zu den meditativen Strömungen von Thoreaus Erkundungen des Alleinseins in den Wäldern passte meine Umgebung im nördlichen Bayerischen Wald genauso gut wie Nana Vasconcelos‘ unendlich reiche Musik, die sich von jedem klar definierbaren Genre verabschiedet hatte. Ich hatte in jenem Jahrzehnte zwischen 1970 und 1980 fast jede ECM-Platte erworben, vieles per Jazz by Post, auch in meiner Zeit als Gruppentherapeut für Alkohol- und Medikamentenabhängige der Musikdealer meines Vertrauens. „Saudades“ war eine ideale Platte für die Stunden vor Mitternacht – häufiger liefen  damals im Herbst und Winter allein Brian Eno mit „Another Green World“, Television mit „Marquee Moon“, Neil Young mit „Comes A Time“, David Bowie mit „Low“ und die Talking Heads mit „Remain In Light“  – denn, natürlich, für einen „Townie“ wie mich war es wichtig, in der Einöde das Tanzen nicht zu verlernen. Lange tanzte ich allein, und später dann tanzten wir zu zweit! Ein knappes Jahr lang lebte ich einer Grauzone, in einem permanenten Rausch,  in einem Film, den Francois Truffaut gerne gedreht hätte. Er hätte das mit dem Happy End vielleicht hinbekommen. „Saudades“ heisst übrigens „Sehnsucht“. Come on, Eileen! Jedes Leben schreibt seinen ureigenen Soundtrack. 

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2023 10 Apr.

Live-Sog #1

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Mit Favoritenlisten kann ich, selbst wenn ich’s wollte, derzeit nicht mithalten. Hineingezogen in den Live-Sog bleibt da einfach keine Zeit für fein eingerichteten und selbstinszenierten Lauschrausch.

 

 

 

 

Ich muss für Reinkommen sorgen (in der Regel Gästeliste), mich durch abendliche Gegenden bewegen, vorher das Wetter checken. Wenn der Platz in der Spielstätte gefunden ist, die Kamera rausholen und das Licht prüfen – alles je nach örtlichen Bedingungen und Spielflächenaufstellung. Zwischendurch Leute begrüBen, Freunde, Bekannte, Musiker und andere, miteinander austauschen, strahlende Gesichter, Lächeln, freudige social talks.

 

Man ist zusammen, trifft sich hinterher: der Hang, der sich je nach Lage und Anwesenden in verschiedenen Wellen entfaltet (und dann auch mal ganz schön lange dauern, ‘überhängen‘ kann). Eben Clubatmosphäre. Begegnungen, oh lala, oh oh, ha ha ha, he he he. Es kommen genug spannende Themen und Ereignisse an die Reihe. Guter Austausch eben. Und meistens sind es ja junge Folks, mit denen man gegenwärtig zu tun hat. Hat was. Von denen kommt die Dynamik, das Neue, Gewagte, Schräge, Erstaunliche, Geniale, Verrückte. Und es ist ständig am Wachsen, wie’s ja 40er, 30er und noch jüngere normal ist. Das Alte (ver)wandelt sich und diese Generationen trauen sich Sachen, die früher Jenseits waren (für ganz mutige und unbesonnene). Was eine frühere, ältere Generation in längeren Prozessen erobert hat, wird von nachfolgenden Genrationen dann häufig im Handumdrehen angeeignet und in den Ring geworfen – zusammen mit allem, wodurch neue Generationen geprägt sind und dem, was sie für sich umformen, erobern wollen.

 

 

 

 

Je nach Hang auch mal hangover am nächsten Tag. Dann ist aber Fotos bearbeiten und schreibend das Geschehen verarbeiten angesagt. Erstmal klare Charakterisierung der Musik finden, dann die Erlebnisqualitäten zum Ausdruck bringen usw.. Was es alles nach sich ziehen kann, kann man oft nicht übersehen.

 

Anders noch, wenn man selbst auftritt. Dann ist Instrumentarium, Werkzeug  einpacken angesagt, reisen und Stunden vorher am Ort sein. Aufbauen, Soundcheck, Konzentrieren, performend agieren, Reaktionen entgegennehmen, den Bühnenkram abbauen und einpacken. Dann: Hang und Austausch. Abbauen und einpacken nach dem live Ereignis find ich den härtesten Teil des Ganzen. Da muss man Praktisches entwickeln (damit man später auch alles schnell wiederfindet). Pianisten haben’s wohl am besten in der Hinsicht. Schlagzeuger haben immer was zu schleppen und Bassisten sind vielleicht am härtesten dran. Sie schleppen oft nicht mit ihren eigenen Instrument rum, benutzen geborgte, zur Verfügung gestellte Kontrabässe. Ganz zu schweigen von Vibraphonisten. Und dann die Elektronik und die ElektronikerInnen. Manche sind erstaunlich mit ihren Koffern und dem Ein-/Auspacken und Installieren. 

 

 

 

 

So werden derzeit die kleinen Bühnen schnell voll: wie ein Waldstück mit reichlich Unterholz und queren Ästen. Ach, und dann das Licht und die Klangregelung, die Bühnenmonitoren, der Raumklang. Ein ganz eigenes Kapitel. 

 

Gut, das gehört alles – in verschiedenen Qualitäten – dazu. Das Live-Erlebnis ist für mich der Kern geworden. Da kann ich nur bei bewusster Absonderung aus der Felddynamik und dem Live-Sog zur heimischen Tonträger Session umschalten. 

 

 

 

 

Live-Konzerte triggern Live-Konzerte. Das Netzwerk erweitert sich (von selbst) und bevor man’s merkt, ist man drin im Sog. Ab und zu sind dann ‘scharfe’ Entscheidungen (des Verzichts) angesagt. Ich dachte, ich mach jetzt mal eine Liste dazu und war selbst überrascht, was sich im Sog der letzten zwei Monate alles ER_EIGNET hat. Es waren dann doch im Schnitt 3 Live_Sachen pro Woche und 2 eigene Auftritte. Manches springt heraus und wirkt dann oft noch lange und tief nach. 

 

Ich versuch hier ab und zu, das eine oder andere zu beleuchten. Manchmal gelingt’s. Schön, wenn’s dann auf (teilnehmende) Neugierde trifft. Dokumentieren hat aber immer seinen eigenen Wert. 

 

 

 

 

Die Fotos gehören zu unterschiedlichen Konzerten und sind hauptsächlich nach zueinander passenden Blickrichtungen in der Dreierreihe ausgewählt.

2023 10 Apr.

Live-Sog #2

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Live-Geschehen

vom 17. Februar – 29.April 2023 

(besuchte live-Konzerte)

 
 
Jonathan Nagel Eventually, w/Susanna Ylikoski, Maria Mavridou, Anna Heuer Hansen, Singelkerk, Amsterdam 

 

Whispers & Cries, Kreativfabrik, Wiesbaden (live painting)

 

August 38th Vocal Ensemble, Splendor, Amsterdam 

 

Jam led by Sun-Mi Hong, International Women’s Day, BIMhuis Amsterdam 

 

Footstep Conference, BIMhuis, Amsterdam: 

Teis Semey 5tet, Amalia Umeda 4tet, Liv Andrea Hauge Trio

 

Mary Halvorson Amaryllis 6tet, BIMhuis, Amsterdam 

 

Sun-Mi Hong goes Bartók and Satie – Makrokosmos, Muziekgebouw, Amsterdam  

 

Savina Yannatou, BIMhuis, Amsterdam  

 

Jim & The Schrimps, BIMhuis, Amsterdam  

 

Vostok, Orgelpark, Amsterdam (live painting) 

 

Klaeng Festival Köln (6 Konzerte): 

Sebastian Gille + Marc Ducret, Jim Black – Landfermann + Coudoux, Pechlof, DeBacker – Pablo Held + Caroline Davis, Ben Street, Leif Berger

 

Deadeye feat. Otis Sandsjö – Ella Zirina – Fuensanta Ensamble Grande 

 

Sanem Kalfa’s Televisyon (Marta Warelis, Ingebrigt Håker Flaten, Nasim Lopez-Palacios Navarro), The Space, Amsterdam 

 

Rodrigo Amado The Bridge (Ingebrigt Håker Flaten, Alexander von Schlippenbach, Gerry Hemingway), BIMHuis, Amsterdam  

 

 

Und weiter noch im April auf dem Zettel:

 

George Dumitriu Hazard Ensemble, BIMhuis 

Valentina Magaletti, BIMhuis, Amsterdam  

The Killing Popes/Angelika Niescier+Alexander Hawkins, BIMhuis, Amsterdam  

Or Bareket, BIMhuis, Amsterdam 

Susana Baca , BIMhuis, Amsterdam

Jazzahead! Trade Fair, Showcases and Club Night, Bremen 

 

Testen Sie einfach die Pilotfolge. Also, zweiter Weltkrieg. Die Scheissnazis. Und dann ist da noch das künstlerische Zeug. Eine ganze Villa voller Künstler und Intellektueller – Max Ernst, Andre Breton, Hannah Arendt, Victor Serge – leben in Angst um ihr Leben und sind, weil Menschen nun mal in vielen Welten leben, auch in dunklen Zeiten, stets damit beschäftigt, sich zu erden, Auswege zu finden, die raren, schönen Momente auszukosten. Es ist ja auch die Zeit der Surrealisten, also ja, es gibt ein paar seltsame Partys. Das surrealistische Element zeigt sich auch in kleinen filmischen, experimentellen Vignetten, die durchgängig inszeniert werden, komplett mit den Spezialeffekten dieser Zeit. Auch der Abspann ist in diesem Stil gefilmt und erinnert jedes Mal daran, dass die Menschen in den 40er Jahren nicht nur im Zweiten Weltkrieg kämpften (als das US-Militär involviert wurde) oder weinend zu Hause warteten. Sie haben Kunst gemacht! Sie spielten herum! Sie, ja, sie knutschten! (Bei Max Ernst denke ich derzeit an das Fabelwesen Loplop aus der surrealen Abenteuermusik von Aksak Maboul und, unvergessen, an Markus Orths furiosen Roman „Max“. Wer „Belfast“ mochte, diesen wunderbaren kleinen Film über die Ära der „Troubles“ (aus der Perspektive eines Kindes, mit der Musik von Van Morrison), der kann bei „Transatlantic“ nicht fehlgehen.)

 

 

Look at the cover, and let’s talk psychogeography!

 

Gilles Peterson hat sich ja schon überall umgesehen und eben auch in den Archiven von Warner Music, und mich wundert nicht, dass er fü dig geworden ist bei diesem Album aus dem Jahr 1969, das er nun auf seinem Label Arc Records neu aufgelegt hat. Der Detroiter Jazz-Magus Yusuf Lateef war ein Multi-Instrumentalist und gehörte zu den Jazzern der späten fünfziger/frühen sechziger Jahre, die darauf bedacht waren, globale Einflüsse zu erforschen, während sie gleichzeitig ihre spirituelle Orientierung in das Geschehen einbrachten. Für seine Verhältnisse ist diese Scheibe ein ziemlich geradliniges Album, funky und treibend, mit großartigen Basslinien von Cecil McBee und Chuck Rainey. Die Musik ist, simpel gesagt, warm und unmittelbar, oft auch tanzbar. Wenn jemandem, der dies liest, keine so grosse Freude an dem Album hat, dann bitte melden! Ich habe es einmal bei einem Freund in London gehört, lang ist‘s her, und bin erst zu spät darauf gestossen, dass es nun  bei RSD gelistet war. Was ich über das Album lese, bringt gute Erinnerungen zurück.

 

 

Linda Fioretino is a hot shot in John Dahl‘s brilliant and quite low-budget thriller The Last Seduction (1993). A true amazon on the dark side of things, cold humour, cold heart, extremely manipulative and hot sex. The  company wanted a sexploitation movie, but what they got was an art movie with thrills and long goodbyes. A role model for assertive behaviour Linda surely was: if women forget about the sociopath aspect, she can really encourage boldness. I saw one of the „behind the scenes“-shootings: as everybody was preparing for a scene, Linda Fiorentino was just kissing young Bill Pullman. Really pressed her lips on his for quite a time. Out of the moment, just for fun. No instructions – by instinct only. She laughed. Impressive.

 


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