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2022 5 Jun

… and he never came back again

von: Uli Koch Filed under: Blog | TB | Tags:  1 Comment

He-o he came walking down my street
He-o and he stopped in front of my door
He-o and he knocked on the door a long while
He-o then he turned and he walked away
He-o then he turned and he walked away
He-o and he never came back again
He-o I wasn’t at home that day
He-o and I never found out that he came

 
 
 

 
 
 

Über den Wolken des Jupiter baut sich langsam ein pathetischer Klangteppich auf, während die Augen der Sonde JUNO langsam auf den großen roten Fleck zusteuern. Aber vermutlich hat Vangelis nun eine wesentlich weitere Perspektive und kann mehrere Orbite gleichzeitig durchlaufen, seitdem er seine Erdgebundenheit am 17. Mai beendete. Nein, nicht dass ich auf einmal den großen Pathos liebe, der ihn so berühmt gemacht hat. Viel mehr mochte ich seine frühen Arbeiten mit Aphrodite’s Child und eben Earth, die atmosphärisch noch in der gefühlten Stagnation Griechenlands verortet ist, die der griechische Literaturnobelpreisträger Giorgos Seferis in seinem Stück Sechs Nächte auf der Akropolis fast beiläufig mit beklemmender Dichte beschrieb, das ich einmal nachts in einem Rutsch durchlesen musste, nicht weil da viel passierte, sondern weil da genau gar nicht viel passierte und die Stimmungen im Düsteren meine Aufmerksamkeit bannend einen unglaublichen Sog erzeugten.

Auch die frühen experimentellen Synthesizeralben, v.a. Albedo 0.39, Spiral und Beauborg mag ich immer noch, vielleicht noch den genialen Soundtrack zu Blade Runner und die Anfänge seiner Zusammenarbeit mit Jon Anderson, dann ertrug ich den darauffolgenden Bombast nicht mehr, das war zu glatt und aufgeblasen. Albedo 0.39 ist der Lichtreflektionsfaktor des Planeten Erde, Earth, die er nun für immer verlassen hat. R.I.P.

This entry was posted on Sonntag, 5. Juni 2022 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. You can leave a response here. Pinging is currently not allowed.

1 Comment

  1. Martina Weber:

    Da habe ich doch mal die Kiste mit den Kassetten, die ich nicht so oft höre, hervorgeholt und die einzige Vangelisaufnahme in meiner Sammlung herausgeholt – eine SA 6, beschriftet mit „Voices“ – und aufgelegt. Funktioniert einwandfrei, obwohl sie schätzungsweise mindestens 25 Jahre alt ist. Ja, und hier lausche ich eher der bombastischen, pathetischen Phase. Ich erinnerte mich daran. Musik aus einer anderen Zeit. Woher habe ich sie? Ich könnte eine Kassette aus der Stadtbücherei überspielt haben oder eine CD. Es gab eine Zeit, in der mir diese Musik eine gewisse Energie gegeben hat. Diese Zeit ist aber lange vorbei. Der Blade Runner Soundtrack und die Frühwerke, die du genannt hast, sind schon eine ganz andere Liga.

    Interessante Verbindung, die du zwischen den Frühwerke von Vangelis, der politischen Lage Griechenlands und dem Stück von Seferis herstellst. „Stimmung im Düsteren“, „unglaublicher Sog“ – ich bin seit Wochen auch in einem Lesesog, in den düsteren, magischen Welten der Kurzgeschichten, Erzählungen und Romane von Paul Bowles, gerade beim vorletzten Kapitel von „So mag er fallen“. Jetzt lese ich das Buch zu Ende.

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