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2022 30 Jan

Ein Rückblick auf 2021

von: Uli Koch Filed under: Blog | TB | Tags:  | 5 Comments

 
 

Mit 2021 ist ein Jahr voller Denkwürdigkeiten ist zu Ende gegangen, ein Jahr, das aber wieder sehr viel Wunderbares hervorgebracht hat. So blicke ich nun etwas verspätet zurück. Als ich auf meine Auswahl der Highlights des Jahres schaute, fiel mir auf, wie sehr mich noch das Instrument, das ich über viele Jahre erlernt und studiert habe, das Klavier (hier aber im weitesten Sinne auch mit den elektronischen Tasteninstrumenten) und die Erforschung seiner Grenzen fasziniert. Das beginnt mit Nik Bärtsch, dem absoluten Highlight des Jahres und geht über Ayumi Tanaka, Hafez Modirzahdeh, Kit Downes und dem fantastischen Reissue von Morteza Mahjubi zur mehr elektronischen Seite mit Richard Barbieri, Arushi Jain, Sunroof bis zu dem fast transzendenten letzten Werk von Pauline Anna Strom. Bei den Grenzüberschreitungen sind gerade auch Erkundungen jenseits der für westliche Musik so gesetzten temperierten Stimmung äußerst spannend. Auch wenn sie beim ersten Hören oft etwas dissonant und gewöhnungsbedürftig klingen mögen, lohnt es sehr hier die Ohren zu öffnen.

 
 

    1. Nik Bärtsch – Entendre
    2. Floating Points w/ Pharoah Sanders and The LSO – Promises
    3. The Grid/Robert Fripp – Leviathan
    4. Mannheimer Schlagwerk – The Numbers Are Dancing
    5. Richard Barbieri – Under A Spell
    6. Nova Materia – Xpujil
    7. Portico Quartet – Terrain
    8. Stephan Thelen – Fractal Guitar 2
    9. Jon Hopkins – Music for Psychedelic Therapy
    10. Ceeys – Musikhaus
    11. Ayumi Tanaka Trio – Subaqueous Silence
    12. Jo Berger Myhre – Unheimlich Manoeuvre
    13. Sarah Davachi – Antiphonals
    14. Lucy Railton/Kit Downes – Subaerial
    15. Natacha Atlas – The Inner & The Outer
    16. Vivien Goldman – Next Is Now
    17. Hafez Modirzadeh – Facets
    18. Dictaphone – Goats & Distortions 5
    19. Pauline Anna Strom – Angel Tears In Sunlight
    20. Origamibiro –Miscellany
    21. Simon Goff – Vale
    22. Oliver Doerell & Jawad Salkhordeh – ([Sāje])
    23. Sunroof – Electronic Music Improvisations Vol. 1
    24. Alice Coltrane – Kirtan: Turiya Sings
    25. Thomas Strønen/Ayumi Tanaka/Marthe Lea – Bayou
    26. Trees Speak – Vertigo Of Flaws
    27. Powell – Piano Music 1-7
    28. Polypores – Shpongos
    29. Humanbeing – Humanbeing
    30. Theon Cross – Intra-I
    31. Markus Stockhausen – Tales
    32. Brand Brauer Frick – 3535 Memory
    33. Arushi Jain – Under the Lilac Sky

 
 
   
 
 

Bei den Wiederveröffentlichungen findet sich wieder einiges Japanisches, z.B. von Eitetsu Hayashi, einem der Köpfe des späteres Ondekoza Ensembles, der seine Musik in einer recht ungewohnten Art rhythmisch denkt über Motohiko Yamase, dessen Fourth-World-Vision aus japanischer Perspektive noch einmal neu eingespielt wurde bis hin zu dem YMO-Mitgründer Yukihiro Takahashi, dessen programmatisches Neuromantic nun wieder verfügbar ist.

 

    1. Japan – Quiet Life
    2. Don Cherry – Om Shanti Om
    3. Eitetsu Hayashi – Kaze No Shisha
    4. Benjamin Lew & Steven Brown – Douzième journée — leverbe, la parure, l‘amour
    5. Chris Carter – Electronic Ambient Remixes One
    6. Motohiko Yamase – Reminiscence/Intaglio
    7. Morteza Mahjubi – Selected Improvisations From Golha, Pt. 1
    8. Yukihiro Takahashi – Neuromantic
    9. Radiohead – Kid A Mnesia
    10. Dunkelziffer – In The Night
    11. King Crimson – USA

 

Als für mich neue Kategorie für den Blick zurück will ich einige meiner Abendlektüren aufführen, die mir beim Lesen und Studieren viel Freude bereitet haben und mich nach getanem Tagewerk noch erfrischen und inspirieren konnten.

 

    1. Michael Spitzer – Eine musikalische Geschichte der Menschheit
    2. Nik Bärtsch – Listening: Music, Movement, Mind
    3. Nils Wortmann – Alles so schön still hier
    4. Christoph Dallach – FVTVRE SOVNDS
    5. Byung-Chul Han – Undinge
    6. Lawrence Kumpf – Organic Music Society
    7. Werner Herzog – Das Dämmern der Welt

This entry was posted on Sonntag, 30. Januar 2022 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed.

5 Comments

  1. ijb:

    Hui – das ist ja mal ne Liste voller eigenwilliger Musik. Und dann zwei so eingängige Platten auf den ersten beiden Platzierungen. Vieles kenne ich nicht (Mannheimer Schlagwerk, „Leviathan“, Barbieri u.v.a.) oder habe es zumindest noch nicht gehört (Ayumi Tanaka, Theon Cross, Railton/Downes, Dictaphone usw). Ich muss mir da wohl einiges mal notieren.

  2. Olaf Westfeld:

    Geht mir genau so, ich werde in einiges von dieser Liste reinhören,bzw. reinlesen: Eine musikalische Geschichte der Menschheit wird gleich mal angeschaut, nie von gehört.

  3. Lajla:

    Ja ich staune auch immer wieder über diese Listen von Uli. Sie zeigt ja, wie groß die Musikwelt ist.

    Die Idee, auch Bücher zu erwähnen, gefällt mir. Ich werde mir auch den Spitzer ansehen.

    Was sind das denn für starke Bilder? Ganz rechts ein DJ at work?

  4. radiohoerer:

    Bekanntes und unbekanntes, eine Liste zum Wohlfühlen und Ansporn zum Entdecken. Weitab vom Einheitsbrei, ;) Merci!

  5. Uli Koch:

    Danke für eure Kommentare. Interessant wird für mich Musik meist erst dann, wenn ich selbst bei häufigen Hören immer noch etwas entdecken kann, wohingegen bei dem meisten Einheitsbrei nach zwei Takten schon weitgehend klar ist wie es weitergeht. Das ist leider auch bei einigen älteren Sachen, die ich schon zu oft gehört habe so. So macht es mir immer viel Spaß, die Alben, die ich am Ende eines Jahres immer noch hören mag rauszufiltern.

    @Lajla, das oberste Bild ist eine lokale Graffiti, die anderen Cover von Railton/Downes, Powell und der „DJ at work“ von Hayashi.

    Das Buch von Spitzer ist wirklich spannend und bringt immer wieder Aspekte auf, über die ich noch nie nachgedacht habe. Und er rollte die Geschichte der Musik wirklich ganz vom Anfang her auf. Sehr lesenswerte Lektüre.


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