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2021 6 Nov

Radiosternstunde mit Wieland Speck

von: Lajla Nizinski Filed under: Blog | TB | 10 Comments

Ich weiß ja auch ohne xxx und ohne Innen, dass ich eine Frau bin. Ich weiß auch, dass unter meinen Geburtstagsgästen Frauen sind und dass bei der Polizei mutige Mädels beschäftigt sind. Ich stimme ausnahmsweise der schnoddrigschnauzigen Heidenreich zu, dass das Gendern die Sprache verhässlicht und ich wünsche mir zusammen mit Sloterdijk „dass dieser Irrsinn bald ein Ende haben soll.“

In der Sendung Klassik – Pop – et ceteraim Dlf, wunderte sich Wieland Speck (1951-), Berliner Filmfestival Berater, der heute durch die Sendung führen durfte, über die junge Generation, die auf einer irrwitzigen Geschlechtersuche und -orientierung ist. Das sei ja nun schon dagewesen, sagen wir mal: it was Rosa von Praunheim time.

 

Hier nun seine mich beglückende Playlist:

 

Lotte Lenya: Das Lied von der harten Nuss

Steve Winwood: I‘m à man

The Rolling Stones: Mother‘s Little helper

The Kinks: Lola

George Harrison: My Sweet Lord

David Bowie: Sound and Vision

Nina Hagen: Gretchen

Malaria!: Von hinten

Isolation Berlin: Serotonin

Der Plan: Man leidet herrlich

 

This entry was posted on Samstag, 6. November 2021 and is filed under "Blog". You can follow any responses to this entry with RSS 2.0. Both comments and pings are currently closed.

10 Comments

  1. Uwe Meilchen:

    Die Sendung zum Nachören:
    https://www.deutschlandfunk.de/klassik-pop-et-cetera.826.de.html

    Was im ganzen Geschrei und Lärm um Frau Heidenreich untergegangen ist und vermutlich auch sollte ist, dass Sie völlig Recht hat dass man frühere Statements dieser tiefgezogener Art nicht als Jugendsünden entschuldigen kann. Die sind unentschuldbar. Und ganze Sätze bilden zu können ist immer von Vorteil.

  2. Michael Engelbrecht:

    Wo kämen wir denn hin, Uwe, wenn wir solche „Jugendsünden“ als unentschuldbar bewerten, noch dazu, wenn es den betr. Personen leidtut?

    Ich glaube, eine gute Tonart der Verständigung sollte darauf setzen, dass solche „Jugendsünden“ ganz klar entschuldbar sind. Wenn es einem Menschen ernst ist.

    „Die schwarzen Kanaken und Nigger und Araber und verdammten Jamaikaner gehören hier nicht her, wir wollen sie hier nicht. Das ist England, das ist ein weißes Land … Großbritannien bleibt weiß!“

    Das äußerte kein hauptberuflicher Neonazi, sondern Eric Clapton 1976 bei einem Konzert in Birmingham. Meines Wissen hat sich Erich nie für diese Äusserungen entschuldigt. Und die Aussage stammt aus einer Zeit, als der strukturelle Rassismus in England Alltag war.

    Tja, und nun, was passiert jetzt mit deiner Wertschätzung für Erich? Wie gesagt, von einem SORRY, GUYS habe ich nie gehört.

  3. Jochen Siemer:

    Der eigentliche Skandal ist, dass heutzutage jeder Scheiss in medialer Dauerberieselung als Skandal hochgekocht wird. Wir Dauer-User tanzen mit der Bratwurst vor der Nase und die Rattenfänger spielen ihr Lied. Eine neue Art der Fremdbestimmung.

    Das Gendern sehe ich ambivalent. Einerseits verschandelt es die Sprache, andererseits schafft es Bewusstsein für eine Ungleichstellung.

    Elke Heidenreich ist geradeaus und zeigt Profil, das finde ich gut. Sie ist ein Antidot zu all den ewig abwägenden, sich windenden Bedenkenträgern – zu denen, bei allem aufrichtigen Respekt, auch Peter Sloterdijk gehört.

  4. Uwe Meilchen:

    Wertschätzung? Ein paar Clapton Alben aus den 1970igern sind ganz gelungen, damit hat es sich aber auch.

  5. Lajla:

    Sorry Jungs. Hier geht es um die boyz vom anderen Ufer. Hört Euch mal die Texte der gespielten Songs genau an. Speck hat aus der coming out Zeit sehr feine Stücke ausgesucht, mit denen sich die zögerlichen Schwulen identifizieren konnten.
    Heute differenziert man zwischen Transe bis Divers. Wo sind die Songs dazu?

  6. ijb:

    Bist du sicher, dass du bei Bowie nicht statt „Sound And Vision“ nicht eigentlich tatsächlich „Boys Keep Swinging“ meinst? Das ist doch das ganz bekannte frühe David-Mallet-Video mit Bowie in drei Transen-Outfits.

    In „Sound and Vision“ geht’s glaub ich eher um Melancholie.

  7. Lajla:

    Jaja Ingo, W. Speck lässt den Gigolo und wonderboy mit Sound and Vision / Low in seiner Sendung auftreten. Er suchte diesen Song wohl aus, weil er in die Berliner Zeit passt, in der Bowie, Eno, Iggy Pop in Berlin lebten und sich im Dschungel und im Anderen Ufer herumtrieben. Bowie war damals mein Nachbar. Leider habe ich ihn nie gesehen. Bei seiner Verkleidungskunst wundert mich das aber auch nicht.

  8. Michael Engelbrecht:

    Sorry, Country Girl, das habe ich schon verstanden. Ich reagierte auf comments der moralinsauren Art. Dagegen reagiere ich allergisch.

  9. ijb:

    Ach so, verstehe. Ich hab nur deshalb gefragt, weil du explizit drauf hingewiesen hast, dass es hier „um die boyz vom anderen Ufer“ geht und man sich „mal die Texte der gespielten Songs genau“ anhören solle. Ich gehe davon aus, dass „Boys keep swinging“ auch sehr von Bowies Zeit in den Berliner Clubs in Schöneberg der späten Siebziger beeinflusst ist. Das „Andere Ufer“ war ja auch direkt neben seiner Wohnung, oder?
    Und das heißt, du hast damals auch in der Hauptstraße gewohnt? Oder in de Helmstraße/Erdmannstraße? Wir wohnen nur ein paar Blocks weiter Richtung Potsdamer Platz; wo die Hauptstraße dann Potsdamer Straße heißt.

    Unter/für Wieland Speck hab ich übrigens auch ein paar Jahre gearbeitet, da ich seit einigen Jahren im „Panorama“ der Berlinale Kinobetreuung und Moderation mache. Da ich allerdings nicht schwul genug bin, hat er sich mir auch nach Jahren immer wieder neu vorgestellt und z.T. gefragt, ob ich zum ersten Mal dabei sei. Leider hat er deshalb auch keinen meiner Filme ins Programm genommen (obwohl es in einem sogar eine lesbische Liebesgeschichte gab), aber schwule gleichaltrige Kollegen kamen mit jedem neuen Film wieder…

  10. Lajla:

    Ja, ich wohnte im Willmanndamm, Bowie‘s Wohnung war zwei Eingänge rechts vom Anderen Ufer. Ich ging da nur wegen der leckeren Torten hin. Schade, dass du keine guten Erfahrungen mit Speck gemacht hast. Mit Rosa ging s doch ganz gut.


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