Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2021 20 Mai

Die Vier in den Hollywood-Bergen

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 3 Comments

Der eine hatte ein Clownsgesicht mit kleinen roten runden Bäckchen. Der zweite ein blutiges Gesicht, Kunstblut, und lachte. Der Dritte sah auch leicht lädiert aus und war Jochen S.. Wir sassen in einem grossen Restaurant, die Arbeit war getan, und doch fragte ich ungläubig in die Runde: „Wir sind doch nah an den Hollywood Hills?“Dann stimmte einer einen Gassenhauer an, der mir irgendwie bekannt vorkam. Wir sangen aus voller Kehle, während wir freundlich bedient wurden. Die eine Treppe tiefer sitzenden Gäste des Diner stimmten ein und alle sangen diese alte amerikanische (?) Melodie. Rückblick: wir hatten wohl die Folge einer Krimiserie abgedreht, und ich weiss noch genau, wie ich die Treppe zu meinen Jungs hoch ging und ihnen zurief: „Ist doch toll, wenn man Detektiv ist!?“ Von dem zuvor erledigten bzw. abgedrehten Fall blieb mir nur das Ende in Erinnerung (beim Erleben der Geschichte hielt ich alles für real und keineswegs für einen Film). Es ging um Kunstdiebe, die sich Zugang zu einer verlassenen Edelvilla verschafft hatten. Schlussendlich konnten wir Vier die Warnanlage von draussen aktivieren, und die zwei Gängster in Innenräumen einschliessen, bis die Cops kamen. Es war ziemlich aufregend davor, aber, wie gesagt, no more plot memories. Als wir nun beieinander sassen, zu Pizza und Bier, merkte ich, dass dies ein Traum war – mein Bewusstsein schaltete sich ein, lucid dreaming! Ich lachte laut, und teilte unserem detektivischen Quartett mit, dass dies hier zu allem Überfluss ein Traum sei, und der mit dem Kunstblut sagte, unvergesslich: „Ich fühle mich vollkommen real!“ Alles klar, dachte ich, rief ihnen „see you later, alligator“ zu und flog in den Himmel über Hollywood, bei vollem Bewusstsein. Sicher einer Viertelstunde dream time*, bis ich meine Luizidität verlor. Einmal sah ich dabei die vier Präsidentenköpfe aus der Ferne,  aus grosser Höhe, rief lauthals „north by northwest“, und wünschte mir die Luft etwas wärmer. Und so geschah es. Ich flog in Pirouetten, und dann in himmlisches Blau hinein.

 

*wenn man im luziden Zustand ist, erfolgt die Zeiteinschätzung so realistisch wie im Wachbewusstsein. Weil: das Wachbewusstsein ist ON. Etwas, das manche sich so schwer vorstellen können. 

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3 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Nachbemerkung für zufällige Leser: Lucid Dreaming ist ein wissenschaftluch erforschtes Phänomen der Aktivierung des vollen Bewusstseins während der nächtlichen Traumphasen.

    Es ist zugleich ein Thema, bei dem ich mich sehr gut auskenne. Ich habe dazu Seminare gegeben, Klartraum-Gruppen geleitet, auch damals Prof. Tholey kennengelernt, dessen Buch mir den Weg zur Erforschung luzider Träume öffnete.

  2. Jochen S.:

    „Leicht lädiert“ – passt schon ;)

  3. Michael Engelbrecht:

    Wir hatten ja auch was hinter uns, action-technisch: du sahst noch am besten aus von den Jungs, und ich hatte ja keinen Spiegel😂

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