Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

Whatever you now find weird, ugly, uncomfortable and nasty about a new medium will surely become its signature. CD distortion, the jitteriness of digital video, the crap sound of 8-bit – all of these will be cherished and emulated as soon as they can be avoided. It’s the sound of failure: so much modern art is the sound of things going out of control, of a medium pushing to its limits and breaking apart. The distorted guitar sound is the sound of something too loud for the medium supposed to carry it. The blues singer with the cracked voice is the sound of an emotional cry too powerful for the throat that releases it. The excitement of grainy film, of bleached-out black and white, is the excitement of witnessing events too momentous for the medium assigned to record them.”

(Brian Eno)

 

Selbst manch grosser Erfolg, wie die Erfüllung des durchkalkulierten Menschheitstraums der Mondlandung, trägt in sich die Spuren der Auflösung und des Verlusts einer Utopie. Und in diesem Sinne sind sämtliche Empfehlungen für den Juli sogenannte „Grenzsprenger“. Man könnte auch sagen: mitunter gnadenlose Kost. Die natürlich die Spuren und Grooves hinreissender Schönheit in sich tragen kann, die überwältigen, verzaubern, schockieren, verstören kann, ohne dass man weiss, wie und wann welche emotionalen Erschütterungen die Oberhand gewinnen. Keine Frage, wenn Stories und Klänge und Bilder zum Zerreissen gespannt sind, wenn Visionen kippen und korrumpiert werden, ist das Scheitern allgegenwärtig. Es gibt nie einfache Lösungen, aber die wunderbare, das Lächeln zelebrierende, Paradoxie des Widerstandes. Unbeirrbar sein im Angesicht grassierender Idiotie! „We are stardust / we are golden“.

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Donnerstag, 27. Juni 2019 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen. Pingen ist zur Zeit nicht erlaubt.

7 Kommentare

  1. markusmuench:

    hatte gerade vergessen meinen namen einzutragen (posting eno in stuttgart). im übrigen arbeite ich seit einiger zeit an einem hörstück / komposition mit ausschließlich NASA originalmaterialien der apollo missionen. infos unter markus-muench.com / lunar

    viele grüße!!!!

  2. Michael Engelbrecht:

    Interessant, dann kennst du Reinerts Film sicher in- und auswendig. Die neue Criterion-Edition ist jedenfalls ganz bezaubernd, mit den vielen Extras. Wenn ich mir vorstelle, wieviele Stunden Al Reinert damals mit den Unmengen an Material verbracht hat – ich hoffe, du erblickst noch oft genug das Tageslicht.

    Ein paar Mails wechselte ich mit Eno vor einer guten Woche. Wieso meine Reise nach London ausfiel. Und dass wir es hoffentlich nachholen werden. Sein Essay zu Apollo Extended ist ganz hervorragend, er schickte ihn mir mit den 11 neuen Stücken.

    Ich wollte zu dem neuen / alten Album eine Story schreiben, wie damals zu „The Ship“, mit Ian, aber jetzt kam wieder was dazwischen, und ich befinde mich nun am Vor-Vorabend einer grossen Reise. Nicht soweit entfernt wie der Mond, aber Peru ist auch schon eine sehr exotische Angelegenheit für mich. In the jungle, the mighty jungle, the lion sleeps tonight.

    Gutes Gelingen, Markus!

  3. markusmuench:

    hallo michael … Ich habe mir ca 200 std material downgeloaded vor 1 jahr. seit dem arbeite ich an diesem projekt. alle sounds kommen von den original NASA tapes.

  4. Uli Koch:

    Wie sehr treffen Deine Worte, Michael, auch auf Anima von Thom Yorke zu. Welch wunderbar faszinierend verstörender Hörgenuß und ziemlich psychedelisch dazu. Habe mich beim ersten Hören mehrfach gefragt, was im Kopf eines Menschen, der solche Musik macht/machen kann, vorgeht und schnell gemerkt, dass ich hier keine Antwort finden werde, die nicht gleich im Strudel ungewohnter, paradiesischer (im Sinne von para dies = neben dem Tag) Klänge fortgetragen würde.

  5. Luke Turner:

    Michael, thanks for your enthusiasm for my LIFE METAL review. Here‘s another short introduction for people still hesitating …

    Even without the hum of the organ, horses, or Guðnadóttir’s vocals, Albini’s production has given the record a deep sensuality, the riffs of ‚Aurora’s opening few minutes as warm and as potent as running finger tips on the rolling skin of a new lover.

    That track is restrained too, in how it unfolds and teases, builds to a near climax and then gradually slips back, before doing the same all over again before the final effulgence around 18 minutes.

    It might sound odd to hear Sunn O))) described as music that has at its core a deep eroticism, but it’s something I have thought about before and, without giving more away than is strictly necessary in a review most likely consumed in the workplace, something that might be worth experimenting with in the company of a loved one in the privacy of your own home.

    It definitely belongs to the most joyous „Dreams of Distortion“!

    Best, Luke

  6. Interaktionist:

    Ist eigentlich der Name Jameszoo in Manafonisten-Kreisen bekannt? Fool war schon großartig. Aber Melkweg …

    popmatters.com / jameszoo-melkweg-review …

  7. MHQ:

    Danke für den Hinweis. Komplett ahnungslos, werden einige Manafonisten die Spur verfolgen.

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