Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

 

 
 
 

ONE The Beatles: Sgt.Pepper’s Lonely Hearts Club Band (double cd oder, auch wenn das immer doof klingt, die „super deluxe edition“) – die Herstellung einer wundervollen Stereobalance beweist, dass die Jungs damals wirklich mono bevorzugten, die Transparenz ist atemraubend, der Bass druckvoll. Wer stets gern zu der Garagenband aus Liverpool zurückkehrt, lese das Buch „Dreaming The Beatles“.

 

TWO Brian Eno: Taking Tiger Mountain (By Strategy) (double vinyl) – die „vier half-speed masters“ von Enosvier Songalben aus den Siebzigern sind jeden Cent wert, obwohl die erhältlichen CD-Masters von 2004 auch keine Wünsche übriglassen. Ich schätze tatsächlich alle vier Alben gleichermassen, Favoriten wechseln mit den Jahreszeiten.

 

THREE Brian Eno: Here Come The Warm Jets (double vinyl) – das wildeste Songalbum ist alles, Protopunk vor Punk, wundervoller Pop, extravaganter Melodienrausch, das englische Wort „overflowing“ findet hier seine vollendete Entsprechung. Aus so einem Reigen  könnten andere Künstler ganze Karrieren schöpfen, Eno gönnt es sich nur einmal.

 

FOUR Brian Eno: Another Green World (double vinyl) – man garantiere mir 25.000 Euro, und ich schreibe ein 120 Seiten umfassendes Prosalanggedicht zu diesem sicher einflussreichsten der vier Alben, ohne ein pathetisches oder schwärmerisches Wort. Am 16. Oktober geht es um diese „big four“ in der „Nahaufnahme“ der Klanghorizonte im Deutschlandfunk. 

 

FIVE Brian Eno: Before And After Science (double vinyl) – ein Kieferklapptrunter-Erlebnis unter guten Kopfhörern, ich höre nie auf, das Album zu entdecken, und hatte in diesem Jahr gar einen luziden Traum, in dem ich einen perfekten neuen Enosong hörte, der nur auf dieses Album gepasst hätte. Echtes Copyright-Problem. Die englische Kurzgeschichte (non-fiction) dazu wird mit Ian McCartney verfasst. Kein Witz. 

 

SIX Radiohead: OK Computer NOTOK 1997 2017 – ehrlich gesagt, habe ich erst in diese Jahr einen Narren gefressen an diesem Album, besser spät als nie. Unfassbar „zeitgenössisches“ Werk, um diesem altbackenen Ausdruck mal etwas Feuer zu geben.

 

SEVEN Bark Psychosis: Hex – kaum einer kennt diese Musik, die ähnlich verstörend ist wie spätes Zeug von Talk Talk – noch heute absoluter „underground“ für die Psyche und nächtliches Lauschen!  „Sheer beauty. Knife-slit tension“. 

 

EIGHT Arthur Russell: Instrumentals (double vinyl) – es ist tottraurig, dass der singende Cellist, Tanzbodenforscher und Verhallungskünstler zu Lebzeiten nie das ernten durfte, was ihm posthum an Lobgesängen zugetragen wird, dieses Werk darf man auch unter „new exotica“ katalogisieren, aber es steht immer noch recht einsam da, wartet auf jeden Zuhörer. Und die kleine neue Vinyledition ist schon wieder vergriffen.

 

NINE Midori Takada: Through The Looking Glass (double vinyl) – japanischer Minimalismus, und so viel mehr. Ein Traum von Henri Rousseau, lauter „twilight zones“, ein einsam und allein eingespieltes Kunststück in arg begrenzter Studiozeit. „Beauty hurts, darkness works as medicine“.

 

TEN Pep Llopis: Poiemusia La Nau Dels Argonautes (vinyl)- die mediterrane, tiefentspannte Variante der Minimalisten & Argonauten, in der alles aquamarin funkelt, und jede Oberfläche eine eigene Tiefenströmung produziert. Ibiza ist nicht so weit von Valencia entfernt. Es ist das Jahr 1983.

 

ELEVEN Barney Wilen: Moshi (double vinyl) – eine schillernde Collage, die keine Verschmelzung der Welten vorgaukelt. Man spielt mit Einheimischen, schliesst Freundschaften, studiert neue Perkussionsinstrumente, singt alte und neue Hymnen. Die Musiker aus Frankreich lassen sich mit Haut und Haar auf die Fremde ein, lernen die blauen Menschen kennen – psychedelischer Jazz, erotischer Taumel, surreale Maskenbälle!

 

TWELVE Lal and Mike Waterson: Bright Phoebus – „Get past a couple of hokey moments to be transported back, first to the communal hopes of the ’70s, and thence into the country lanes of centuries passed“ (Jim Irvin, Mojo)

 

 

P.S.: I’m only refering to reissues that got a special treatment by excellent remastering techniques (that surpass the quality of other available editions), or by extended and highly valuable extensions, or by brilliant design matching the brilliance of the music, or, simply being gems being saved from forgetting and ridiculously high prices at Discogs. David Bowie‘ s Berlin days  will join the circle later on. No, I’m not a Prince fan. And if  the number would be twenty, Deathprod, Oregon, Weather Report, and Ray Charles in mono would have got their songs of praise. The one who knows the writer who coined the title phrase on „darkness & beauty“, will get a free copy of the next Eno album in 2018, MHQ promises. The four prints that accompanied Before and After Science’s first edition in 1977 (double click on the pictures) are beautifully reproduced in the reissue’s design. 

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 21. August 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

35 Kommentare

  1. Martina Weber:

    „Bark Psychosis“ – der Name kam mir gleich bekannt vor, weil du die Musik mal in den Klanghorizonten gespielt hast und ich mir die Melodie des Namens gemerkt habe. In Nullkommanix habe ich das entsprechende Tape gefunden. Es ist der erste Track auf der B-Seite, damals habe ich die Kassetten nicht mit Monat und Jahr beschriftet, wie später. Die Aufnahme müsste aus dem Jahr 2005 stammen, dem Erscheinungsjahr der „Absencen“.

    Hier die Kassettenbeschriftung, da können auch mehrere Sendungen zusammengeschnitten worden sein, denn ich habe nicht immer alles überspielt, es ist also nicht unbedingt die Liste, die mit deinem durchdachten Sendungs-Sequencing identisch ist. Ich lasse alle Fehler drin, dann wird es charmanter ;) ich habe die Kassette in das nicht defekte Teil meines Doppelkassettenrecorders eingelegt und höre sie gerade. Bark Psychosis gefällt mir sehr.
     
     
    A)
     
    1. ?
    2. M. Ward: Transistor Radio
    3. SuchMo: Sweat Heards on Prade, 1030
    4. M. Ward: Transistor Radio
    5. Max Richter: Das Schattenjournal, aus: The Blue Notebooks
    6. Fritz Wunderlich: Leise flehen meine Lieder durch die Nacht zu dir
    7. Jorge Rose (?)
    8. Death Prot (alias Helge Steen): Dead Poeple think, aus: Moral Dogma (Tradtion von Thomas Köhner –Permafrost -. Thema: Weltraum
    9. Michael Galasso: Gothik Beach, aus seiner 2. CD (High Lines)
    10. Acha Previd: Judy Judy, aus: Wilderness
    11. Kammerflimmer Kollektiv: Nachtwache 15. September, aus: Absencen
     
     
    B)
     
    1. Bark Psychosis: Burning The City, aus: Codename Dustsucker
    2. Jama Moto Saichi: Angels, aus: Baptism
    3. The Blue Nile: Days Of Our Lifes, aus: High (+)
    4. Jama Moto Saichi: Half Town, aus: Baptism
    5. Jama Moto Seichi, aus: Baptism
    6. Feist, Let It Die
    7. Alwin Carren: For M.J., aus: Lost Marbels
    8. Björg, aus: Metulla
    a) Submarine
    b) Ozeania
     

  2. Michael Engelbrecht:

    From the distance that seems like a fantastic radio show!

  3. Martina Weber:

    It was :)

    And it still is.

  4. Michael Engelbrecht:

    Hex erscheint in Kürze u.a. in feiner Doppel-Vinyl-Edition. Ich habe irgendwann mein Exemplar verloren, Entropie gehört zu meinem Unordnungssystem.

    „Hex predates and transcends the faux-experiments so often placed under post rock’s untidy umbrella – here there are trace elements of holy minimalism, ECM jazz, the fractal jazz-funk of Miles Davis, the sea-spray of Can.“

    (Jon Dale, Uncut, October 2017)

  5. uwe Meilchen:

    Entschuldigt, Fritz Wunderlich wurde gespielt? In den „Klanghorizonten“??

  6. Michael Engelbrecht:

    Ja, das passiert manchmal, dass so was ganz Altes aus der Klassik reinhuscht, wie jüngst CPE Bach, dem Tangentenklavier seis gedankt. Und damals, das passte von der Stimmung, und die Platte war / ist “ alltimefavourite“ von Jan Garbarek.

  7. Martina Weber:

    Ich hör´s gerade… ist eher erstaunlich, dass ich es mit überspielt habe. Das würde ich heute nicht mehr machen. Die Aufnahme vorher, Max Richter, Schattenjournal, war umwerfend. Und die nach Wunderlich, die mit dem Fragezeichen, ist so ein typisches Klanghorizonte-Lied.

    Bark Psychosis wird teilweise für mehrere hundert Euro die CD gehandelt!

    Die Kassette habe ich lange nicht mehr gehört… schön, dass ich sie mal wieder aufgelegt habe. Ich höre generell mal wochenlang nichts aktuelles und nur old stuff.

  8. Anonymous:

    Hallo,

    danke für die Zusammenstellung!

    Ich bin auch etwas auf die Neuauflage von Pearls Before Swine „One Nation Underground“ (Label: Drag City) gespannt. Ich habe nie die ganze Platte besessen, nur einzelne Stücke, ich ich sehr mochte, auf Geschenk-Mix-Tapes mit schlechter Qualität gehört.

    Grüße
    Christoph

    Ps. bin immer noch unterschlossen, ob ich doch noch die Sgt.Pepper’s Lonely Hearts Club Band (double cd) bestellen soll…Die die ich habe klingt auch schon sehr gut.

  9. Michael Engelbrecht:

    Ich weiss nicht, welche Ausgabe du hast, Christoph, aber zum ersten Mal erscheint Sgt. Pepper hier in einer exzellenten Stereofassung. Natürlich kann man auch mit dem vor Jahren remasterten Mono glücklich sein, ohne Flachs. Mit der neuen surround-Fassung bin ich aber in Lichtgeschwindigkeit zu „Lucy in the Sky“ transportiert worden.

    Ja, Martina, jetzt gibt es „Bellpsychose“ bald zu zivilem Preis!

  10. Martina Weber:

    Welche älteren Alben von Bark Psychosis würdest du denn empfehlen, Michael?

    Mich wundert, dass die Formation in den Klanghorizonten – jedenfalls nach meinen Aufzeichnungen – bisher erst einmal aufgetaucht sind. Ich verstehe mich allerdings nicht als Archivarin, kann mich also auch täuschen.

  11. Michael Engelbrecht:

    Ausser ein paar EPs, Singles, gibt es nur dieses eine Album, wie bei den Young Marble Giants – sie sind ein ONE ALBUM WONDER. The debut was the final cut.

  12. Michael Engelbrecht:

    Jorge Ben, Brasilianer, oder Jack Rose, Gitarrist, Martina?

  13. Uli Koch:

    „Bark Psychosis“ ist eine super Entdeckung. Habe ich bislang einfach nicht registriert. Finde beim Durchhören aber alles von ihnen bislang sehr spannend: irgendwie leicht, doch düster durchwoben und voller Entdeckungen. Danke. Sonst ist Barney Wilen ein wahrer Tipp – exzentrisch, teilweise sehr seltsam, teilweise wunderbar archaisch. Kann „Moshi“ aber immer nur Stückchenweise hören, als Ganzes wird es irgendwann zu anstrengend…..
    Und bei den Alben Eno’s ist das Schönste, dass es nach jahrelangem intensivem „Tothören“ immer noch was zu entdecken gibt – einfach genial!

  14. Martina Weber:

    Rock and roll You are envy, I am So uncool Still I want to do the best I can Lets meet on the corner and act like were old friends We can talk about the streetlights The people Surrounding you In a haze Wont you tell me how it feels To be a nervous man At the wheels You dont have a master plan But you will start today You will start today I called you up Cause I felt so guilty Ended up It was not such a pretty scene Lets dump the ashtray, wipe the table clean We can talk about the streetlights The people Surrounding you In a haze Wont you tell me how it feels To be an famous man At the wheel You dont have a master plan But you will start today You will start today You will start When all of your fear is gone And your thinking that your strong Enough To make the jump up to the big big sky, sky We can talk about the streetlights The people Surrounding you Its a strong pull We can talk about the streetlights The people Going down And you will start today You will start today You will start today You will start Today

  15. Martina Weber:

    This is the songtext. Written by Jack Rose.

  16. uwe Meilchen:

    Half.speed Mastering @ Abbey Road explained

    http://www.superdeluxeedition.com/feature/abbey-road-engineer-explains-why-half-speed-mastering-produces-great-vinyl/

  17. Michael Engelbrecht:

    Schön, dass einer auf Enos vier Alben zurückkommt…

    Macht doch mal was über Enos lyrics in der Textwerkstatt…:)

    Ich warte jetzt auf den 25.000 Euro-Auftrag:)

    Und den, der das Romanzitat des Titels erkennt …

  18. Martina Weber:

    Auch wenn Brian Enos lyrics hinreißend sein können, camera behind the ear, würde ich für ihn nicht das Seminarkonzept ändern: Wir besprechen nur eigene Texte, nicht nur Lyrik übrigens, auch alles andere: Kurzgeschichten, Romane, Theaterstücke. Deshalb heißt es Darmstädter Textwerkstatt.

    Von Bark Psychosis habe ich gestern außer dem Album „Codename Dustsucker“ noch die Compilation „Independency“ gehört, which complies all EP tracks from 1988 to 1992. Absolut faszinierend. „Hex“ war das erste Album von Bark Psychosis, released in 1994. „Hex“ scheint aus einer anderen Arbeitsphase zu stammen, es wirkt sanfter auf mich, ich habe aber bisher nur hineingehört. Meine Favoriten sind die andern beiden: Codename Dustsucker. Independency.

  19. Michael Engelbrecht:

    Richtig, später legte die Band noch nach.

    HEX war und bleibt für mich ihr bestes Album, ich kannte es mal sehr gut, bald kommt es auf Vinyl zu mir zurück, und in die nächste Nacht. Nebenbei, ein Pionierwerk dessen, was sich bald Post Rock nennen sollte …

  20. Lajla Nizinski:

    Ich plädiere für „The Fat Lady of Limbourg“.

    Dieser Text von Eno sprengt alle Genres einer Theaterwerkstatt.

  21. Martina Weber:

    Lajla, ich werde mir diesen Text mal ansehen. Genregrenzen zu sprengen ist mein Lieblingsgebiet :)

    Ein Trick beim Bestellen von Tonträgern besteht übrigens darin, sich auch mal auf dem britischen Markt umzusehen. Da sind die Preise viel niedriger.

    Indenpendendy ist meine Lieblingsarbeit von Bark Psychosis. Manchmal braucht es einen Anstoß für eine Entdeckung viele Jahre später, bei mir jedenfalls.

  22. Michael Engelbrecht:

    Ich garantiere THE FAT LADY OF LIMBOURG.

    Es wird das letzte Mal sein, dass ich aus diesen vier Alben spiele. Dann ist es auch gut. Seit 1990 kamen Songs daraus vor, last chance to surrender:)

    Wenn ich mal Ernst mache mit den 500 Alben für meine Finka auf Lanzarote, die ich brauche für den Rest meiner Tage (s. den Biermann-Text, plus Kommentare), dann würden von diesen 12 garantiert fünf mitkommen, und zwar die TOP FIVE, und vom Rest ein Album. Welches? Das wäre schönes Grübeln!

  23. Michael Engelbrecht:

    „Brian Eno’s run of rock albums in the ’70s was an unprecedented achievement in music built on aleatory synth settings, fiery guitar work, subconscious lyrics, and of course, Oblique Strategies.

    God, what a mind. What a songwriter, what a singer, what a producer, what a musicianBrian Eno was in the days when he was habitually calling himself a “non-musician.” That was one of his many dry jokes: since his skills didn’t have to do with manual dexterity, he figured they fell in a different category from those of the musicians he worked with. Eno had been playing synthesizers in Roxy Music until he quit in mid-1973, but his primary “instrument” was the tape recorder. (At one point, he owned 31 of them.) Between 1974 and 1977, his extensive recorded output included four studio albums of his own songs—the three reviewed here and 1975’s Another Green World.

    Eno is one of the smartest artists who’s ever made a pop recording. His is the kind of smartness that can trip itself up through overthinking, or make for art whose interest is mainly formal. But he dodged that bullet thanks to his other great obsession, which is giving up his conscious mind’s control. He had a particular fondness for setting up systems complicated enough that they could take him somewhere unpredictable; he famously never wrote down his synthesizers’ settings, in order to avoid falling into habits with them. Eno often sang his songs before he figured out what their lyrics were, composing them sound-first and word-second so his subconscious concerns could bubble up. “It is important to remember that all my ideas are generated by the music,” he told an interviewer in 1977. “The music is the practice that creates the ideas that generate the discourse.”

    Also, he liked to rock out. His first solo album, 1974’s Here Come the Warm Jets, lunges out of its gates with the gigantic tone-bending riff of “Needles in the Camel’s Eye.” It’s a startlingly simple song—its guitar solo is essentially just the major scale you learn at your first lesson—made glorious by Eno’s fanatical attention to details of arrangement and timbre, and by his one-of-a-kind voice, precise and heady, with the long, rounded vowels of a former chorister.
    That’s not all Eno got from the church hymns of his childhood. Like his other ’70s rock records, Warm Jets includes a handful of songs that you could easily think were sacred music if you only caught their melodies. The church appeared in his language, too—there’s a slaughtered heifer preceding the long, terrifying Robert Fripp guitar-spasm that’s the centerpiece of “Baby’s on Fire,” and something like an Our Father emerges from the title track’s deep-in-the-mix lyrics. Even the title of “Needles in the Camel’s Eye” is a mangled Bible quote.

    Eno might have gone on to duplicate the album-tour-album-tour pattern of Roxy Music, but the Warm Jetstour was cut off early when his lung collapsed. Once he recovered, he worked almost entirely in the recording studio with a new tool he developed in that period in collaboration with visual artist Peter Schmidt: Oblique Strategies. It was a set of “worthwhile dilemmas”: cards containing cryptic instructions. Whenever he hit a creative impasse, he’d draw a card at random and figure out a way to apply it to the situation at hand. The first Oblique Strategy that Eno wrote was “Honour thy error as a hidden intention”—a very Scriptural way of putting it, and another manifestation of his push-pull relationship with control. (Another famous Oblique Strategy: “Repetition is a form of change.” The demand for a repetition of these albums’ original format has changed them into something experientially different: with this latest reissue, they’re double LPs, with each original album side’s sequence split in half and mastered at 45 RPM.)

    A smutty stack of playing cards had appeared on the cover of Here Come the Warm Jets; Eno’s next rock album, Taking Tiger Mountain (By Strategy), was inspired by yet another set of cards, a group of postcards derived from one of the Chinese Cultural Revolution’s “model operas.” There’s a touch of peculiar Orientalism about some of these songs (especially “China My China”), a self-consciously mythologized version of what “Asia” might be. For the most part, though, Eno’s lyrics here more generally evoke travel and dislocation—the album’s brilliant in medias res opening line is, “When I got back home I found a message on the door/Sweet Regina’s gone to China, cross-legged on the floor.”

    Eno’s main musical collaborator on Tiger Mountainis Roxy Music’s virtuosically flexible guitarist Phil Manzanera, who’s equally at home with the delicate filigrees of “Burning Airlines Give You So Much More” and the arena heroics of “The True Wheel.” But as a loss-of-control freak, Eno was also fascinated by the opposite of virtuosity, and the string section on Tiger Mountain’s “Put a Straw Under Baby” consists of members of the Portsmouth Sinfonia, a group of mostly untrained musicians faking it on classical instruments. (Eno had played clarinet with them and produced two of their albums.) Bassist Brian Turrington gets an arrangement credit for the two-years-too-early-for-punk rampage “Third Uncle,” presumably for the thrilling accident of switching to the “wrong” key halfway through the song.

    After 1975’s Another Green World interleaved Eno’s gifts for secular-hymnal songwriting and texture-first instrumental music, he spent a couple of years woodshedding, more or less. He worked with David Bowie on Low and “Heroes”; he oversaw the Obscure Records label’s releases of contemporary classical music. And he tinkered endlessly with the raw materials that would eventually come together as Before and After Science. The legend is that Eno worked on somewhere between 100 and 120 songs for the album, although only the ten that ended up on it have ever surfaced. (There are no bonus tracks on any of the new releases, not even Eno’s non-album singles of the era, the delightfully hormone-crazed 1974 glam-rock yodel “Seven Deadly Finns” and a 1975 cover of “The Lion Sleeps Tonight.”)

    Science is his most kaleidoscopic collection of recordings, partly thanks to its large cast of contributors, including returning guitarists Fripp and Manzanera, Cluster’s Möbi Moebius and Achim Roedelius, Can’s Jaki Liebezeit, and yes, Phil Collins, whose lateral-thinking drum groove on “No One Receiving” is some kind of career peak. It also reflects his fascination with the messy new sounds coming out of New York City: the title of the scrambled rocker “King’s Lead Hat” is an anagram of “Talking Heads,” with whom Eno would be entangled for the next few years. (Eno’s clipped, glassy-eyed vocal sounds less like Talking Heads than like Devo, whose first album he would go on to produce as well.) And it nods to the interdisciplinary history of what he was up to: The album came with four Peter Schmidt prints named after particular Oblique Strategies, and “Kurt’s Rejoinder” folds a recording of Dada-affiliated artist Kurt Schwitters into Eno’s jumprope-rhyme absurdities.

    But Before and After Science is also the most conceptually elegant of Eno’s ’70s song-albums. He explained that he used “science” to mean “techniques and rational knowledge,” the Ithaca he was always drawn back to and always trying to escape. The first half of the album is splashing toward understanding, and the second half is drifting away from it. Almost every lyric touches on the idea of navigating bodies of water. Its closing hymn, “Spider and I,” is set in a “world without sound.”

    There goes the cool jest: that impossible world is the only one in which Eno would be able to surrender his cybernetic practice. Every song Eno created was the product of his experimentation—his techniques to escape technique, his reasoning about how to bypass rationality—but his art as a musician lay partly in evaluating the outcomes of his experiments, deciding which ones were fantastically interesting, and discarding the rest. Determining what work the rest of the world gets access to is the artist’s final bulwark of control.“

    (Douglas Wolk)

  24. Michael Engelbrecht:

    Critics of all stripes love analogies. We use them, too often and crutch-like, for rhetorical support. A waggish film critic once, in jest, took the practice to its logical extreme and called Citizen Kane, “the Citizen Kane of movies.” Well-deserved mockery aside, certain monuments tower high enough into the firmament that we can’t help but point to them over and over again, cliché be damned.

    In the geography of pop music, Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band is repeatedly deemed a gigantic meteor-strike. What’s forgotten, or at least glossed over, is that it’s also a superlative creative work, performed and recorded by actual human beings in a studio. The Beatles’ eighth LP is widely considered, with the force of inertia behind it, and to its detriment, the Citizen Kane of pop albums.
    Students of popular music understand the incomparable status Sgt. Pepper holds within the context of an industry still reeling in its wake. Its importance may be taken for granted, but so is its quality as a spotless and momentous work of art. Listeners who aren’t Baby Boomers can be forgiven for any bafflement as to why this of all Beatles albums is considered the best, not to mention the standard bearer of the album as a format.

    Sgt. Pepper as a sonic artifact was slaved over in mono, and that labor, meticulous in every way, was unleashed to universal praise in 1967. Enter the much-ballyhooed stereo update, released on compact disc in 1987, which took its place as the official version of Sgt. Pepper ever since. Rather than being an improvement, it presented a sloppy downgrade from the original mono mix. A creature of its time, with vocal and instrumental voices separated between the left and right ears, the stereo mix of Sgt. Pepper most listeners are familiar with now sounds dated to the point of distraction.

    Maybe that’s why we’ve accepted Sgt. Pepper’s greatness as a truism rather than a byproduct of engaging with the album itself. Until now. Giles Martin — son of the late, great Beatles producer George Martin — has heroically swooped in, unearthed pristine tapes, and studied studio notes for original intent. His handiwork, Tetris-like in its dexterity, has remedied the aural blunders of 1987. The new stereo remix of Sgt. Pepper, the finest component of a lavish 50 anniversary package, is revelatory, if not jaw-slackening.

    Sgt. Pepper was always meant to be a conceptual substitute for a concert from a band who couldn’t bear the burden of performing live any longer. By adopting a different moniker, the Beatles were freed from the stage’s structural constraints and, thus unshackled, soared into the stratosphere. But the mono recording of Sgt. Pepper placed the listener behind a hazy scrim, and offered a dampened experience for an outsider looking into its wild stylistic journeys. The new remix instead seats us squarely in the crowd.

    The ovations of its two title-tracks ring through our ears as if we’re deep in the throng. The expedition we take in between those two songs is astonishing. We fly through genres: rock, psychedelia, baroque pop, circus pageantry, vaudeville, ragtime, and even classical Indian music. It’s a head-spinning voyage that culminates with the Beatles’ supreme composition: the magisterial “A Day in the Life”. No matter the genre, these tunes are matchless, their construction perfect, their execution flawless.

    With the six-disc Anniversary Edition of Sgt. Pepper, we gaze into the nuts and bolts of what has seemed to be, from the start, a fully formed work of art. These studio outtakes are generally curios, only interesting one time around with little additional payoff. But that first pass is repeatedly surprising. Who knew “Lucy in the Sky with Diamonds” began as a mid-tempo shuffle that could’ve been ripped from Blonde on Blonde? Or that “Fixing a Hole” was road-ready had the Beatles decided to keep touring? Or that “A Day in the Life” might have ended with a vocal chorus instead of multiple pianos played in tandem? These outtakes offer us a peek behind the curtain, a glance into the gear-work that studio trickery has smoothed out of existence.

    With an extraordinary remix of Sgt. Pepper, Giles Martin has knocked down the wall between the myth of the greatest pop album of all time and the listener’s experience. We now hear granular details: the bow striking a string, the thumping of a drum, the breath of a clarinetist. The younger Martin has transformed an important album into what it was always meant to be: an unsurpassed sonic playground. A once-hermetic monument has become vital again, busted wide open and ready for a younger generation to discover anew.

    (Peter Tabakis)

  25. ijb:

    Wäre ich, aus welchem Grund auch immer, gezwungen, alle meine CDs auf eine einzige zu reduzieren, wäre die Entscheidung ohne Zögern klar: „OK Computer“.

    Bei drei Alben sähe es schon schwieriger aus.

    Notwists „Shrink“ wäre aber sicherlich Nummer 2.

  26. Michael Engelbrecht:

    Drei das wäre schon hammerhart, da müsste ich trauern, bei soviel Loslassen.

    Eine, das wäre noch härter, und ich müsste lange überlegen, denn ungefähr 20, 30 ständen dicht an dicht.

    Heute wäre es: Laughing Stock, von Talk Talk.

  27. Michael Engelbrecht:

    Heute wäre es : Taking Tiger Mountain (By Strategy)

  28. olaf:

    Zum Glück stellt sich diese Frage ja nie. Bei mir wäre es heute „Spirit of Eden“, morgen vielleicht „No Other“ oder „Illmatic“.

    Ich habe OK Computer bei Erscheinen vor 20 Jahren auch nicht verstanden, dieses Jahr aber häufig und sehr gerne gehört.

  29. Ingo J. Biermann:

    Brad Pitt on Radiohead:

    “What is so important about Radiohead is that they are the Kafka and the Beckett of our generation. Thom Yorke and the rest of Radiohead are precisely that. What comes out in them I don’t think is anything they could actually articulate, but I would certainly say that it’s that which we all know is true somewhere when we’re in our deepest sleep. That is their importance.”

    – Rolling Stone, 1999

  30. Michael Engelbrecht:

    INSTRUMENTALS IS ANOTHR VALUABLE PIECE In ARTHUR RUSSELL’S PUZZLING LEGACY

    „Before the latter-day expansion of his catalog, the general perception of Russell’s sound was defined by the album World of Echo. Originally released in 1986, Echo is a collection of Russell’s songs for voice and cello, rich territory in the wider landscape of his musical world. His voice, an indistinct semi-falsetto, often melts into the sound of the cello, which Russell plays rhythmically, lightly dragging the bow over the strings near the bridge so that it produces a glassy sound rich in overtones. Mixing in feedback and delay – not to mention Russell’s penchant for deceptively simplistic lyrics left open to interpretation – the conglomerate sound is uniquely transfixing.

    In comparison, Russell’s dance music is, while distinct, still clearly related. If his songs for cello are like folk music from the aboriginal members of an alien culture, then his dance music is a more contemporary reinterpretation of that primitive style. In both instances, Russell seems to be recreating the conventional in his own unconventional way, as if he’s peering at American popular music from far away and trying to recreate it from scratch.“ (Eric D. Bernasek)

    Plus, a PItchfork review:

    http://pitchfork.com/reviews/albums/23035-instrumentals/

  31. Martina Weber:

    Seltsames Phänomen: Mir ging es bei „Ok Computer“ ebenso wie anderen, Michael sprach davon, und Olaf nun auch. Mir hatte jemand das Album geschenkt, weil ich eine Radiohead-Phase hatte, das war aber nicht vor 20 Jahren, sondern vielleicht vor zehn. Damals habe ich nur reingehört, es war mir aber zu rau und ich habe den Bezug nicht bekommen. Und jetzt – ganz anders. Es wäre nicht mein lonely island record (das wäre zurzeit eher „Independency“ von Bark Psychosis) und ich würde die Platte auch nicht am frühen Morgen hören, aber ich finde die Musik einfach absolut klasse. Ich höre zurzeit auch öfter mit einem ziemlich ordentlichen Kopfhörer, das macht auch einiges aus, weil ich dann etwas lauter höre als sonst. Aber das erklärt doch nicht das Phänomen an sich.

  32. Michael Engelbrecht:

    Meins wäre heute Marquee Moon von Television.

    Wenn man irgendwo nur reinhört, hört man sich auch schnell raus. Das erklärt das Phänomen zum Teil.

    Reinhören
    Hören
    Lauschen

  33. Martina Weber:

    Das stimmt. Ich hatte dem Album damals keine echte Chance gegeben. Aber es geht beim Musikhören auch darum, intuitive Entscheidungen zu treffen, ob ich weiterhöre. Ich denke, das Phänomen erklärt sich, was mich angeht, auch dadurch, dass ich meinen Musikgeschmack auch erweitert und verändert habe. Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass du mal in einer Sendung, als ein Stück die Randzonen des Angenehmen beim Zuhören sehr strapaziert hat, gesagt hast, man müsse das auch aushalten und sich darauf einlassen, jedenfalls sinngemäß. Ich fand es sehr gut, dass du das gesagt hast und ich habe es mir zu Herzen genommen.

    Heute habe ich übrigens das Doppelkassettentape, das ich als Ersatz im Keller hatte, angeschlossen :)
    Die Aufnahme aus dem Radio klappt einwandfrei. Jetzt muss ich nur noch klären, wie ich von einem Tape auf das andere überspiele. Dann ist meine Audiowelt gerettet.

  34. Michael:

    Of course, ECM is supporting the return of vinyl. Months ago they reissued some classics from the ’70s, no lost items, you could buy them anytime before as cd. And no new remastering.

    The reason this list here is quite special. Ah, I mean, The Survivors‘ Suite is exceptional, but I had to roll eyes when reading a three star review of Places in Mojo. Places is utterly brilliant, vintage Garbarek.

    Ah, yes, the ’70, my preferred time travel zone. This year saw the reissue of another jazz album, I call it an ethno-hypnotic-fourth-world-masterstroke, Joe Henderson’s The Elements with a gorgeous ensemble, Haden, A. Coltrane a. o.

  35. Michael Engelbrecht:

    I will play No. 13 during next night!!


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