Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2017 9 Jan

No Plan

von: Uli Koch Abgelegt unter: Blog | TB | Tags: , 5 Kommentare

Sommer 76, habe gerade meinen Urlaub halb gegen meinen Willen mit meinen Eltern in einem abgelegenen Bergdorf in den Cevennen verbracht, damals noch ohne geeignete Möglichkeiten Musikkonserven mit auf die Reise zu nehmen. Definitiv die letzte Unternehmung dieser Art. Freute mich also auf meine frisch erstandene Musikanlage zu hause und die Möglichkeit einfach wieder in Klang(t)räumen abtauchen zu können. Damals lief Tangerine Dreams „Zeit“ in Trance heiß, fast eine Vorwegnahme der Ambient Music, nichts woran ich mich wirklich festhalten konnte, ein Fluss, ein Eintauchen in den Augenblick. Just there I am, no plan….

Sommer 76, ich kam in die 9. Klasse – was da lief, war gründlich nachgeordnet – und David Bowie (der mir erst etwas später von unserem kulturell vielseitig interessierten Dorfpostboten vorgestellt werden sollte) kam nach Berlin. Zu Edgar Froese. Vielleicht haben sie sich ja gegenseitig etwas inspiriert, Bowie in seinem Berliner Sound und Froese hat später einmal sogar einen Sänger zu Tangerine Dream geholt, was er alsbald, gut nachvollziehbar, als Fehler einstufte. Nun noch einmal die letzten Songs von Bowie, ein Video im Regen und die beiden Herrn sind fort. Aber hoffentlich nicht in der Ödnis, wo die Zeilen von „No Plan“ uns hin mitnehmen wollen, but here I am …. this is not quite yet.
 
 

Here there’s no music here
I’m lost in streams of sound
Here am I nowhere now?
No plan

Wherever I may go
Just where
Just there
I am

All of the things that are my life
My desires
My beliefs
My moods
Here is my place without a plan

Here
Second Avenue
Just out of view
Here
Is no traffic here?
No plan

All the things that are my life
My moods
My beliefs
My desires
Me alone
Nothing to regret
This is no place, but here I am
This is not quite yet

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Montag, 9. Januar 2017 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

5 Kommentare

  1. uwe meilchen:

    http://www.superdeluxeedition.com/video/david-bowie-no-plan-video-and-ep/

  2. Lajla:

    Warst du mal wieder als Erwachsener in den Cevennen? Da braucht man keine Kopfhörer. Die Cevennen sind enorm inspirierend aufgrund der Naturgeräusche. Ich bin sehr gerne dort. Es gibt Orte, die selbst so viel Musik produzieren, dass man auch da keine Musik mitbringen muss, Schottland z.B. Dann gibt es ganze Küstenstriche, wie die Côte, da ist es am besten man hört über Kopfhörer in sich hinein.

  3. Michael Engelbrecht:

    Für Nordschottland kann ich das bestätigen. An den Küsten der Northwestern Highlands herrscht die reine Naturmusik.

    im LandRover gab es dann nur Bowie, Eno, Morrison und Hansson:)

    Aber Walkmen kann auch super an Küsten sein. Du hörst die Musik anders, und es ist keineswegs dekadent. Das sage ich als Townie.

  4. Michael Engelbrecht:

    Jeder findet seine „doors of öerception“. Ich habe 76 oder 77 einmal ZEIT versucht, aber Tangerine Dream war nie meins. Dann hörte ich im Zündfunk, wie Michael Hutter eine Hörerin im Studio hatte. Sie sagte, Enos Musik sei voller Widerstände, die in der Ambient Music merke man das nur nicht sofort, Tangerine Dream möge sie nicht, weil es zu …. weiss ich nicht mehr. Aber die Sätze über Enos Musik, und die Stimme der Münchnerin begeisterten mich. Aber ich war zu doof, einfach etwas Wind zu machen, und in der Redaktion wg, dieser Studentin nachzufragen. Als ich viel später Michael Hutter einmal nach dieser Geschichte fragte, konnte er sich nicht erinnern. Nur, dass ab und zu Gäste da waren. 76 war ich 21 und noch etwas schüchtern.

  5. Uli Koch:

    Ja, Lajla, bin sehr oft im Sommer in den Cevennen und liebe die Soundkulisse dort. Wenn ich dort unterwegs bin habe ich inzwischen meist ein Aufnahmegerät für Fieldrecordimgs dabei. Am liebsten sind mir da die verschiedenen Grillenarten und zuzuhören, wie sich die akustische Kulisse im Laufe eines Tages verändert.

    @Micha: von Tangerine Dream habe ich vor allem die frühen Sachen geliebt. So ab den 80er Jahren wurde mir ihre Musik zu vorhersehbar und banal. Da halte ich es durchaus mit Dir und tauche schon lange lieber in enoide Welten ein …


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