Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2016 15 Okt

„You, the night, and the radio“ – (Nachspiel & Nachspiele)

von: Michael Engelbrecht Filed under: Blog | TB | 17 Comments

ERSTE STUNDE

 

 
 

ZWEITE STUNDE – Jherek Bischoff / Okkervil River / Zsofia Boros / Andrew Cyrille / Radiohead / Jenny Hval / Bon Iver / Andrew Cyrille** / Leonard Cohen / Jherek Bischoff

 
 

DRITTE STUNDE

 

 

„NAHAUFNAHME“ – „David Darling-Mixtape“ with a surprise;  „I knew Brian Eno would love CELLO when I sent it to him in the early Nineties.“ (m.e.) (ein besonderer Dank an Hans-Dieter Klinger für den „support“ von „Journal October“) 

 
 

VIERTE STUNDE – erste Zeitreise, die „Vinyl-Reissue“ von Terje Rypdals „Waves“ (1977), und „Modena, Part 1“, aus der 4-CD-Box „A Multitude of Angels“ von Keith Jarrett (VÖ: 4. November)

 

FÜNFTE STUNDE – zweite Zeitreise, mit „Jesus‘ Blood Never Failed Me Yet“, von Gavin Bryars aus dem Album „The Sinking of the Titanic“ (Obscure Records), und  „Octet“, aus der kleinen Schatzkiste „Steve Reich – The ECM Recordings“)***

 
 
 

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* … nur die erste Stunde hier als „diskreter Podcast“. Da ist soviel Spannendes von HUBRO zu entdecken. (Die „dritte Stunde“ ist noch eine Option.) Und obwohl einige Themen dieser Nacht eng mit dem Label ECM verbunden waren, gab es in der ersten Stunde keine einzige ECM-Produktion:)! Das lange Stück von Keith Jarrett (in der vierten Stunde) war exklusiv (sozusagen), und als einmaliges Ereignis gedacht. 

 

** … eigentlich sollte vor Leonard Cohen eine Komposition von Egberto Gismonti kommen, interpretiert von Zsofia Boros auf dem Album „Local Objects“ – aber der „Denon Professional CD-Player“ gab den Geist vorübergehend aus („Error 103“ zeigte das Teil an, danke auch:)), und machte es unmöglich, „Local Objects“ zu verwenden („stuck in the dead machine“). Stattdessen kam die Andrew Cyrille-CD ein zweites Mal zum Einsatz, die faszinierend ist, aber vor Cohen nicht ihren idealen Ort hatte. Dafür aber vor „Numbers“ von Radiohead.

 

*** … musste mich bei dem „finale furioso“ um 5.40 Uhr recht kurz fassen, und die Uhr im Blick behalten, um die Komposition von Steve Reich punktgenau „abzufahren“. Deshalb gingen noch ein paar Sachen verloren, die ich unbedingt loswerden wollte. Das sei hier nachgeholt. Es gibt nicht nur die „Schatzkiste“ von ECM mit drei Reich-Werken (incl. „Music for 18 Musicians“, sondern auch, bei der Deutschen Grammophon, eine drei Langspielplatten umfassende Neueditition  von frühen Klassikern a la „Drumming“, letzteres hat aus meiner Sicht eine ähnlich tiefreichende Wirkungsgeschichte Wie die „Musik für 18 Musiker“. Zudem bin ich immer noch ganz vernarrt in die hypnotischen wie psychoakustischen Effekte seiner frühen Bandexperimente a la „It’s Gonna Rain“ und „Come Out“ (bei Elektra/Nonesuch erhältlich, unter dem Titel „Early Works“). 

 
 
 

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P.S.: Ich habe in den letzten Tagen teilweise erschütternde Post von lieben Freunden / Bekannten  bekommen. So verdammt traurige Dinge schiessen gerade volle Breitseiten ab.

 

P.P.S.: Ich moderiere hier noch die Novemberempfehlungen, und das „Nachspiel“ dieses Beitrags hier – dann tauche ich für eine Zeit ab, ähnlich, wie ich es in den Northern Highlands gemacht habe, Anfang des Jahres. Comebackdatum: Nikolaus. Allen sei bis dahin die dritte Staffel von „Transparent“ ans Herz gelegt. Brian W. sieht sie sich gerade in Forestville, CA, an, schrieb er mir. Gleich die erste Episode, zum Heulen einsam. Und wer spielte da was: Nina Simone „Ne Me Quitte Pas“. Wer sie mag: alle sieben Aufnahmen bei Phillips aus den Sechziger Jahren liegen in einer preiswerten CD-Kiste bereit.

 

„There are too many stand-outs to list in detail; highlights include her cover of Irving Berlin’s ‘This Year’s Kisses’ and Bob Dylan’s ‘The Ballad of Hollis Brown’ from 1966’s Let It All Out; while ‘Wild Is The Wind’, later covered by David Bowie on Station to Station, is devastating in its searing beauty.

 

Bin gespannt, was unser „special guest“ Ingo Biermann im November zum „album of the month“ kürt! Hope you’ll keep this site alive in the following weeks.

The only thing I would call „written in stone“ Is playing David Bowies swan song „I can’t give everything away“ in my night show on the last day of 2016. Next Friday you can kill the flame, if you want it darker. Cohen’s album coming out.

 

Peace, Michael!

 

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17 Comments

  1. Michael Engelbrecht:

    Für Vinyl-Freunde: ECM veröffentlicht just fünf essentielle „Vinyl-Reissues“: neben Terje Rypdals WAVES auch TIMELESS Von John Abercrombie (mit Jan Hammer), DEER WAN, eine der schönsten Aufnahmen von Kenny Wheeler. Sowie VOICE FROM THE PAST, von Gary Peacock, mit Tomasz Stanko und einem sehr inspirierten Jan Garbarek. Those were the days. UND: DANCA DES CABECAS, von Egberto Gismonti, ein Meilenstein.

  2. Rosato:

    Sonntags sind die kompletten Klanghorizonte dran, ich hab nur wenige Ausschnitte wahrgenommen, nachts während einiger Schlafpausen und heute vormittag – zwischendurch …

    Das Vorspiel ist dem Nachspiel gewichen.
    Hmm, auf Jarrett hätte ich kommen können, hätte ich die Kombinationsgabe von Sherlock Cumberbatch. Denn:

    Ich habe mich selbst bei den „obskuren Quellen“ (sie wurden im Vorspiel wohl anders bezeichnet) eingereiht. Das wäre schon ein Fingerzeig auf K.J. gewesen

    Dass 96er Italo-Recordings von Jarrett erscheinen werden, habe ich schon gewusst

    – – – – –

    Ich bin gerade nach Hause gekommen. Heute Abend spielte ich in unserer Schmonzetten-Band, die ein Mal im Jahr auftritt, in meinem Dorf beim Kartoffelfest im Landgasthof Detsch.
    Da gibt es exzellente Speisen und eine ordentliche Gage (high money-skill-ratio), von der ich unvergleichlich bessere Musik mir zulegen werde (darunter Italo-Jarrett ’96)

    Angeregt von Steve Reich (und weil es da connections gibt) werde ich nun doch in den nächsten Tagen oder Wochen dem Walter Bachauer Blog-Beiträge widmen.

  3. Michael Engelbrecht:

    Die Gage dürfte gerade noch machbar sein, immerhn kommt bei euch, weil ihr nicht aus den USA anreist, keine kräftige Steuer obendrauf, die sich der Gastgber dann durch hohe Eintrittspreise zurückholt.

    Ja, und es war ein Vergnügen, den Modena-Jarrett als kleine Radiopremiere zu spielen, und ich habe tief durchgeatmet, als ca. sieben, achte kurze ‚“Aussetzer“ des Cd-Players zu hören waren, aber dann doch die kompletten 34’14“ über den Äther gingen.

  4. Radiohoerer:

    Sehr gute Idee Rosato!

    Steve Reich war ja bei Walter Bachauer auch ein „Stammgast“ …
    Ich bin gespannt was Du da ausgräbst !

    Lg

  5. Michael Engelbrecht:

    Thank you, David Remnick! Great writing. Mr. Cohen makes it darker.

  6. Michael Engelbrecht:

    First Hour’s tracklist:

    „Hubro Music Hour“

    1) Geir Sundstol: Langen Ro, aus LANGEN RO
    2) Laurence Crane / Asamisamasa: : Events, aus SOUND OF HORSE,
    3) Kim Myhr: Sort Nil, aus BLOOM
    4-6: two instrumental pieces by DL and one NC song
    7) Kim Myhr: O Horizon, aus BLOOM
    8) Building Instrument: Collage , aus: KIM SOM KAN A LEVE

    (All pieces published by Hubro Music, see the website, except the albums by NC and DL)

  7. Michael Engelbrecht:

    Third Hour’s Playlist:

    All albums by David Darling resp Ketil Bjornstad – David Darking – Terje Rypdal – Jon Christensen (The Sea), and produced by Manfred Eicher, except the song album in the middle of the hour:

    Cycles
    Cello
    The Sea
    The Sea II
    Darkwood
    Epigraphs (duo album with Ketil Bjornstad)
    Journal October (nuch too short excerpt:))

  8. Michael Engelbrecht:

    Als zwischen 1975 und 1978 zehn Platten auf Brian Enos Obscure Records erschienen, wurde eine Tür aufgestossen, welche die sogenannte Avantgarde an den Rand der Popkultur transportierte. Und wenn ich dran denke, was derzeit alles von den Stones bis zu den Kinks und Ray Charles in fast schon mythisch gefeiertem Monosound auf den Markt gelangt, wäre es doch eine echte Leistung, sich mal an das legendäre Paket der Obscure Records heranzumachen, dieser zehn Schallplatten in ihren Originalcovern, in ihrem ursprünglichen, dezenten Stereoklang natürlich.

    OBSCURE RCORDS: Brian Eno und ein kleiner britischer Kreis, zu klein, um einen Gentleman-Club zu öffnen, schufen da hochinteressante Klangstoffe, die bis heute nachwirken. Ausgenommen die Langweilerplatte von Michael Nyman. Die einzige Sackgasse dieser gesammelten Horizontwerweiterungen. Enos jüngster Streich, das Meisterwerk “The Ship”, mein Album des Jahres, verweist durchaus auf Gavin Bryars‘ SINKING OF THE TITANIC als wahrlich einzigem Vorfahren von THE SHIP.

    Die B-Seite des von Eno produzierten Albums war genauso fesselnd. Ein nächtlicher Ohrwurm in meinem alten Würzbuger Studentenwohnheim! Ein Freund von Bryars drehte einen Film über Tramps in London. Dabei fiel Bryars ein Tape in die Hand, in dem ein alter Man mit erheblichen Zahnlücken in hinreissend andächtiger Art religiöse Verse sang, wieder und wieder.

    Ganz leicht, daraus, einen LOOP zu machen. JESUS‘ BLOOD NEVER FAILED ME YET. Auf der guten alten Vinylplatte dauerte es 25 minuten und 40 Sekunden, bis der Tramp aus dem Nichts auftauchte und im Nichts verschwand. Der Videokünstler Bill Viola müsste JESUS BLOOD NEVER FAILED ME YET lieben.

    Gavin Bryars schrieb Musk um den kreisenden Singsang herum , die den Loop noch entrückter, weltentrückter, erscheinen liess. Als die obskure Schallplatte rauskam, war der Tramp schon nicht mehr unter den Lebenden. Nicht mal Tom Waits‘ Coverversion, Jahrzehnte später, kam diesem Zauber nah.

    P.S. Die CD „The Sinking of the Titanic“ ist als CD erhältlich, ebenso wie zwei weitere Aufnahmen der lehendären “ Obscure Records“: Brian Enos „Discreet Music“ und die erste Aufnahme des Penguin Cafe Orchestra.

  9. Michael Engelbrecht:

    Terje Rypdal Desert 8:

    1) Whenever I Seem To Be Far Away
    2) What Comes After
    3) Odyssey
    4) Waves
    5) Skywards
    6) Undisonus
    7) If Mountains Could Sing
    8) Descendfe

  10. Olaf:

    Die erste Hälfte von der zweiten Stunde, die ich hier vor ein paar Tagen gehört hab‘, fand ich großartig (den zweiten Teil wollte ich heute hören… dann wird es jetzt Stunde drei).

  11. Michael:

    Olaf, dann hast du hoffentlich bis Bon Iver gehört :)

  12. Michael:

    Das hier ist die ursprüngliche Lesart der zweiten Stunde, bis Zsofia Boros klemmte. (Die dritte Stunde hatte nur zwei lange Moderationen, mit Stichwortsätzen, einem Anflug von Müdigkeit und vielen Improvisationen im Text.)

    Die Zweite Stunde der Radionacht Klanghorizonte begann mit einem Blick in die Sterne und Musik aus Dherek Bischoff’s unterkrdischer Wassertankmusik CISTERN. Close to Closure.

    Will Shelf erzählt und singt auf dem neuen und abgründigsten Album von OKKERVIL RIVER vom einsamen Drogentod der Sängerin Judee Sill in einem Wohnwagenpark, vom Tod und Leben seines geliebten Grossvaters – und gleich zu Anfang des Albums gibt es ein Requiem, in dem er die Träume seiner Band beerdigt. Die Musik entstand an drei Tagen in New York, was man den entrückten Sphären nicht gerade anhört.

    Alles bewegt sich fort, auf dem Album, das AWAY heisst, wie das letzte Wort, das David Bowie immer wieder intoniert im letzten Song seines Farewells BLACK STAR. Away, away, alles löst sich auf. Der Okkervil River-Song “Days Spent Floating (In The Halfbetween)” ist zusammengereimt aus lauter ersten Sätzen des morgendlichen Erwachen.

    In Will Shelfs sepiagrauen Lamentos mischen sich Farbspuren, das intrumentelle Ambiente ist teilweise abenteuerlich, schlägt sich auf Seitenwegen durch, blickt auf die Häuser der Kindheit, die Ruinen der Gegenwart, in die fremde Ferne. Orchestrale Besenkammermusik mit Ausblick, sozusagen. CALL ME RENEE

    2) Okkervil River: Call Me Renee, aus AWAY
    3) Zsofia Boros: Koyunbaba – Canzabile, aus LOCAL OBJECTS

    Eine Komposition von Carlo Domeniconi, interpretiert von Zsofia Boros. Mit LOCAL OBJECTS legt sie ihr zweites Sologitarrenalbum vor, wiederum hat es Manfred Eicher im RSI Studio von Lugano produziert, und wieder kann die Künstlerin fesseln bis zum letzten Nachklang. Die ausgewählten Stücke stammen aus diversen Quellen von Egberto Gismonti bis Al Di Meola.

    Manche Gitarristen sind Trickser, die in jedem Zirkus auftreten können, und das macht ja auch mal Spass, manche locken in die Musik selbst hinein, wie Zsofia Boros, die auch in dem riesigen holzvertäfelten Saal ganz leise Töne spielen kann. In der Musik von LOCAL OBJECTS kann man sich genauso verlieren, wie in dem Titel-stiftenden, beiliegenden Gedicht von Wallace Stevens.

    Eine lebende Legende in der Geschichte des Free Jazz ist der Trommler und Perkussionist Andrew Cyrille. Was er in diese Historie einbrachte, ist unschätzbar – selbst im Furor legt er melodische Sounds und Patterns frei. Darin ist er ein Seelenverwandter solcher Figuren wie Paul Bley oder Marion Brown, auf dessen AFTERNOON OF A GEORGIA FAUN, einer frühen ECM-Produktion, er schon 1970 mitwirkte. Hier, in der „Luftkunst“ von THE DECLARATION OF MUSICAL INDEPENDANCE, gehören zu seinem Team Richard Teitelbaum, noch so ein Senior, an Piano und Synthesizer, Ben Street am Bass, und ein (wie selten zuletzt) beflügelter Bill Frisell an der Gitarre.

    4) Andrew Cyrille: Manfred
    5) Radiohead: Numbers

    Numbers, die Tage dieser Band sind lang noch nicht gezählt. Radioheads Album A MOON SHAPED POOL ist eine Lieblingsplatte des Produzenten Manfred Eicher aus dem Jahre 2016. Während des Interview in Gräfelfing erzählte er mir, dass er sich schon Jahre lang für die Musik von Radiohead begeistere, für die Produktionen des Nigel Goodrich, ein kreativer Mitgestalter der Musik.

    (Improvisierte Moderation zu Jenny Hval)

    6) Jenny Hval: The Great Undressing

    Bon Iver wurde mit seiner Stimme, seinen Songs Kult, als er mit seinem Debut rauskam, und die Story ewig kolportiert wurde, wie er sich liebes- und leibeskrank in eine einsame Hütte im Wald zurückzog, um seinem Liebeskummer Ausdruck zu geben. Man hörte ihn bei Starbucks, der Romantik- und Sehnsuchtsfaktor war so hoch, dass er bei Beerdigungen wie Hochzeiten Einzug hielt, als neuer Herzschmelz-Folkie. Evergreenstatus. Das zweite Album BON IVER BON IVER (so heisst es) war schon durchweg verwegener in seiner Verschlossenheit, aus Hüttenstimmungen wurde Kammermusik.

    Jetzt das dritte Opus, bei dem mancher wohl von Stuhl fällt: das Debutalbum des Justin Vernon verhält sich zu 22, A MILLION, wie der frühe Synthi-Pop von Talk Talk zu ihrem Spätwerk LAUGHING STOCK. Bizarr klngende Jazzeinschübe, die manchem Freund der gediegenen Klänge das Fürchten lehren, zerschnittene, verfremdete Stimmen, als würde das Thema von der Mensch-Maschine neu aufgerollt.

    Und zwischen lauter Abrissen und Einbrüchen taucht Justin Vernons Stimme aich unverfälscht auf, in gut versteckten, schutzlos wirkenden Melodien, die aufleuchten, von Vers zu Vers taumeln, abstürzen. 22, A MILLION ist ein absolut überragendes Werk, ein surreales Theater der Stimmen. Und der ganze Zauber würde sich auflösen, würde man nur ein Element der Verstörung rausschneiden, oder versuchen, aus diesem Geisterkabinett „richtige Songs“ zu machen.

    7) 8) Bon Iver
    9) Zsofia Boros: das Gismonti-Stück, aus LOCAL OBJECTS
    10) Leonard Cohen

    Mod 8 – Nach Bon Iver ein weiteres Stück aus der Zsofia Boros‘ Gitarrenmusik LOCAL OBJECTS, ihre Auslegung einer Komposition von Egberto Gismonti. Soeben kam übrigens Gismontis Meilenstein DANCS DES CABECAS aus den frühen Jahren von ECM, als gute alte Schallplatte, neu heraus.

    Tja, umd dann, Mr. Cohen! „The man with the golden voice“ ist weiterhin auf der “Boogie Street”, aber er begnügt sich damit, den grellen Neonlichtern gegenüber beim Flackern zuzusehen, wie einem Edward Hopper-Bild, das unter Zuckungen leidet. Zwischendurch schreibt er ein paar Zeilen auf, Verse, die ins Dunkle treffen – manche Schwingungen des Albums YOU WANT It DARKER reichen zurück zu seinen frühen akustischen Alben a la NEW SKIN FOR AN OLD CEREMONY.

    Zum Ausklang dieser Stunde Musik aus einer uralten riesigen Zisterne, einem Wassertank, in dem sich der Nachhall alle Zeit nimmt, die er kriegen kann, und Dherek Bischoff, die Zisternenmusik von CISTERNS aufnahm. Manchmal scheinen die kräftig nachhallenden Trommeln jedem melodischen Ansatz den Garaus zu machen, dann wieder entfalten sich einfache Motive in schlichter Opulenz. In der kommenden Stunde folgt, in der Nahaufnahme , dreht sich das meiste um Musik des Cellisten David Darling.

    11) Dherek Bischoff: The Wolf

  13. Michael Engelbrecht:

    Freitag ist endlich die neue Cohen-CD da. Die Gema behindert nach wie vor die Sendbarkeit vieler Album-Streams und Ofizieller Videops zu einizelnen Tracks.

    Bezogen auf Cohen, da verdienen gerne einzelne Hansels ihre Handvoll Dollar zusätzlich. Der Paul-Kalkbrenner-Mix des Titelsongs „You Want It Darker“ ist schlicht erbärmlich.

  14. Olaf:

    Ah, spannend!

    Hatte bis Frau Hval gehört (also Bon Iver gerade verpasst) und war besonders von Okkervil River und Zsofia Boros angetan. Diese gebrochenen Songs waren nach den abstrakten Hubrolandschaften genau richtig und in sich die Übergänge zwischen Okkervil und Boros, bzw, Cyrille und Radiohead passend und anregend.

    Erste Stunde war auch super. So etwas wie einen Hubro Sampler oder Mixtape scheint es aber leider zum Kaufen nicht zu geben. Vielleicht auch ganz gut so: so viel Musik, so wenig Zeit …

  15. Michael Engelbrecht:

    meine lieblingsplatte von hubro derzeit die

    KIM MYHR: BLOOM

    Und lies mal, was ich zu Bon Iver geschrieben/gesagt habe.

    Gerne habe ich mich da so weit aus dem Fenster gelegt, denn das wird nicht jeder so empfinden, ein absolut überragendes Werk 2016, eins der grossartigsten Songalben der letzten zehn Jahre, etc, etc.

  16. Michael Engelbrecht:

    Da meine Kommentare hier, und meine Auswahl der „reissue“ und „crime novel“ für November mene letzten Aktionen bis zum Heiligen Nikolaus sind, sei noch das Neueste verkündet.

    Die Klanghorizonte wird es auch im nächsten Jahr geben, und normalerweise weiterhin am dritten Samstag eines Monats (alle zwei Monate, sechsmal im Jahr). Nur ausnahmsweise mache ich diesmal die fünf Stunden der Sylvesternacht (31.12.) im nächsten Frühjahr treffe ich mich wahrscheinlich mit Jon Balke in Oslo für ein 50-Minütiges Jazzporträt seiner Werke der letzten zehn Jahre.

    In der letzten Show des Jahres wird es eine Herausforderung sein, in einem Jahr unfassbar reicher Musikproduktionen und noch des noch unfassbareren, kollektiven politischen, sportpolitischen und sonstigen fundamentalistischen Irrsinns auf dem Planeten (bis zur Scheiss-AfD), eine Auswahl zu treffen, aber, wie üblich, werde ich ein paar neue Geschichten erzählen, von David Bowies schwarzem Stern in den Highlands, von Bon Ivers erratischem Meisterwerk, von der auf einige Exemlare eingedampften Klasse der ECM-Veröffentlichungen (bei der Auswahl sind bis jetzt nur Jon Balke und Vijay Iyer gesetzt) …

    Was für Songalben, was für Gitarrensoloalben, und, ähem, das hat nichts mit Fansein zu tun, für sonen Scheiss bin ich zu alt: mein Albums des Jahres bleibt THE SHIP von Brian Eno, es rangiert für mich neben seinen Klassikern auf einem Level. Aber welches Stück spiele ich?

    Es gehört zu den Grundideen dieses Blogs, minimalistisch zu sein. Keine Überfrachtung, keine fucking friends on Facebook, kein Twitter. Und unser Blogroll soll auch Seiten gewidmet sein, die nicht überfrachtet sind.

    Ich höre ja selbst kaum Radio (was, ehrlich, kein Witz ist), aber aufgrund des Basisgrollens haben wir den Radiohoerer wieder reingesetzt, der ja auch anregend ist, wenngleich, Natur der Sache, prallvoll. Und die Namen zweier „real assholes“ blinken mich da auch an, aber ich geh ja kaum hin:)

    Und in Kürze ersetzen wir Rune Grammofon durch HUBRO MUSIC, die mittlerweile die spannenderen Produktionen im Jahresschnitt vorlegen.

    Wer also mal eine manafonistaskompatible Seite entdeckt, das Hauptquartier in Hannover freut sich auf Vorschläge.

    And, by the way, who will be the 12th Manafonista? Hope Brian Whistler, my best headhunter job of 2016, will continue his writing here. If I will ever leave Germany for a new home, Brian’s Forestville, CA, is a hot spot to think about …

    Morgen erscheint Cohens letztes Album, das darf als gesichert gelten. Am 4. November das grandiose und sicher kontrovers wahrgenommene FLOTUS von Lambchop, und Keith Jarretts „Engelsschar“ aus dem Italien der 90er Jahre.

    Wir sehen uns im nächsten Leben. Hoffentlich aber doch besser in diesem!

    Und hier, meine Wort zum Montag:

    Don’t ever let yourself be fucked – except, she’s beautiful!

  17. Michael Engelbrecht:

    theguardian.com / leonard-cohen-you-want-it-darker-album-review …

    Yes, Mr. Petridis!

    What a gorgeous, heartbreaking, dark and, well, funny album that is!


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