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2016 29 Apr

The Edgar Award 2016 for „The best paperback original“

von: Manafonistas Abgelegt unter: Blog | TB | Tags:  | Kommentare geschlossen

And the winner is:
 
The Long and Faraway Gone by Lou Berney 
 
 

Die Schuldgefühle von Überlebenden: ein uraltes Thema. Der amerikanische Schriftsteller erzählt von zwei Menschen, die auf unterschiedliche Weise mit ihrem Trauma des Übriggebliebenseins umgehen: Verdrängung, und obsessive Wahrheitssuche.

Der eine stolpert zunehmend über die Rückkehr des Verdrängten, die andere, fällt, ein Element jeder Obsession, auf Phantasiegespinste herein, zieht ihre „fixen Ideen“ allem Loslassen vor. Die Geschichte ist, wie man meinem Interview mit Lou Berney auf diesem Blog entnehmen kann, u.a. inspiriert von zwei Verbrechen in Oklahoma City, in den Achtziger Jahren.

Lou Berneys Werk ist wohl einer der zwanzig besten Thriller/Krimnalromane, die ich je gelesen habe. Fortlaufend unterläuft Berney stereotype Handlungsmuster, naheliegende Erwartungen des Lesers, und all die Klischees konventioneller Thrillerliteratur.

Der Roman ist so flüssig erzählt, dass einem nur im nachhinein aufgeht, wie kunstvoll er komponiert ist. Es ist auch nicht alltäglich, dass ein Roman gleich vier (!) Showdowns der besonderen Art bereithält, und an auf den letzten fünfzig Seiten von einer Atemlosigkeit in die nächste gerät. Das Problem ist, er ist auch vor diesem Finale kaum aus der Hand zu legen.

Es gibt nicht viele Autoren (Elmore Leonard ist ein Meister darin gewesen), die es verstehen, mal trockenen, mal rabenschwarzen Humor und Caravaggio-Noir so zu verbinden, dass es nicht hanebüchen und manieriert wirkt. Lou Berney gelingt das geradezu schwebend. (m.e.)

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Freitag, 29. April 2016 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

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