Manafonistas

on life, music etc beyond mainstream

2015 5 Dez

Tuskiana (3)

von: Michael Engelbrecht Abgelegt unter: Blog | TB | Tags:  2 Kommentare

Ich will ja kein „Budden-Rock“ sein. Es lebe die Unwissenheit, es leben die Zeitlöcher hoch! Habe in diesem Jahr (Asche aus meinen Ohren!) erstmals STICKY FINGERS von den Rolling Stones von vorne bis hinten gehört, lieben gelernt – und in einer verrückten Passage klangen sie gar wie die frühen Allman Brothers. Und jetzt TUSK. Von Fleetwood Mac. Darauf war ich nicht gefasst. Ich hatte wohl damals, 1979, meine Ohren auf Durchzug gestellt, war in Vorurteilen unterwegs oder im Talking Heads-Rausch. Gregor hat sie sogar aus seinem Plattenschrank entfernt und verkauft. Hmmm. Dieses Doppelalbum ist (meiner völlig unbescheidenen Meinung nach) ein Labyrinth, eine Achterbahnfahrt, mal herzerweichend, mal rattenscharf. Und durchaus nicht vollkommen. Ich bin 24 Jahre alt. Ich fange noch einmal von vorne an. Wenn du es dir gibst, sagte Anne gestern zu mir, dann aber richtig! Sie meinte die Äusseren Hebriden. Ich meine heute Abend TUSK. (Und nach dem Kopfhörertrip wollte ich mir den kurzen Schmerz im Netz abholen, und dann der nächste kleine Endorphinschub: Kagawa machte in der 93. Minute den Sieg in Wolfsburg perfekt. Trotz drei verletzter Stammkräfte. Hinreissend. „Das aktuelle Sportstudio“ wird ein Fest sein. Wie, heute ohne Hans Joachim Friedrichs? Ach ja, Zeitlöcher. Ich habe schon etliche neue Lieblingssongs: einer heisst „Tusk“, ein anderer „The Ledge“. Laut hören. Auf dem Sofa. Wegfliegen. „I’m stepping through the door / And I’m floating in a most peculiar way / And the stars look very different today.“

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Samstag, 5. Dezember 2015 und wurde abgelegt unter "Blog". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Kommentare und Pings sind zur Zeit geschlossen.

2 Kommentare

  1. Michael Engelbrecht:

    „Das hab´ ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, daß die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.“

    – Hanns Joachim Friedrichs: Interview mit dem Spiegel

  2. Uwe Meilchen:

    Meine Anspieltipps von TUSK waeren „Not That Funny“, „Sara“ und natuerlich „Storms“; letzteres immer gerne bei Liebeskummer …

    Und ja, Journalisten wie Friedrichs vermisst man heutzutage. Nach ihm kamen dann Moderatoren wie Herr Steinbrecher und andere. Was mich an das Interview, das Hanns Joachim Friedrichs schwer krebskrank kurz vor seinem Tod dem SPIEGEL gab, erinnert.

    Immer noch lesenswert.


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